Rolf Hippler

Emotionen

Es gibt Momente im Leben, da sitzt man einfach nur so da, den Blick ins Leere gerichtet und trotz offener Augen nichts sehend. Die Umwelt vergessen träumend.

Auch mir geht es manchmal so. Dabei überkommt mich dann so ein eigenartiges Gefühl. Eine Mischung aus Trauer, Schmerz, Freude und Wehmut. Gedanken flattern durch meinen Kopf, kristallisieren sich zu lebendigen Bildern, erwachen zu eigenem Leben und ziehen als eine Art Film an meinem geistigen Auge vorbei. Manchmal so blitzartig, dass ich sie gar nicht richtig erfassen kann, andere mit solch einer Intensität, die schon fast als schmerzhaft bezeichnet werden kann.

Was ich auch anfasse, eine Zeit lang fügt sich eines ins andere, aber dann treten Spannungen auf, manifestieren sich und treiben immer wieder einen unsichtbaren Keil zwischen mich und die

Menschen, denen ich eigentlich etwas bedeuten möchte. Menschen, die für mich einen Halt in den Wirrnissen meiner Gedanken und Gefühle darstellen. Menschen, die ich aufrichtig und ehrlich liebe, deren Nähe mich mit so viel Glück und Freude erfüllen kann, dass mir dabei manchmal richtig die Tränen kommen.

Neulich abends war es auch wieder einmal soweit. Im Bett liegend und den Schlaf herbei sehnend, dabei eigentlich viel zu aufgewühlt, überkam mich ein Gefühl unendlicher Traurigkeit. Warum aufgewühlt? Ich weiß es nicht. Ohne etwas dagegen tun zu können, füllten sich meine Augen mit Tränen, ließen eine salzige Spur an Nase und Schläfe entstehen, ehe sie lautlos im Kopfkissen versickerten.

Was würden die Leute über mich zu sagen wissen, wenn ich einmal nicht mehr bin. Würde überhaupt jemand etwas über mich sagen, sich über mein Fehlen auslassen oder wäre man eher erleichtert, diesen Menschen endlich nicht mehr sehen zu müssen.

© Rolf Hippler

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.09.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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