Ich liege auf dem zerwühlten Laken. Spüre noch deine Küsse und deine Berührungen die mir unter die Haut gegangen sind. Dein Duft ist noch in meiner Nase, an meinen Händen und dein Bild noch in meinem Kopf.
Wie jung du ausgesehen hast, als wir uns liebten. Dein Gesicht voll Zärtlichkeit und dein Körper bereit. Aus halb geschlossenen Augen, von weichen Wimpern umrahmt, hast du mich angeschaut. Wie magisch zog mich dieser Blick an und ich vermeinte im See deiner Pupillen zu ertrinken. Ein Lächeln umspielte deinen Mund und an deinem Hals war deutlich das Schlagen deines Pulses zu sehen. Mein Ohr auf deiner Brust hörte den steten, kräftigen Schlag deines Herzens, das sich mir voll geöffnet hatte. Deine Finger zogen unsichtbare Linien über meinen Körper, dessen Haare sich aufstellten und Gänsehaut entstehen ließ. Liebevoll gemurmelte Worte wechselten sich mit lustvollen Atemzügen ab. Feine Schweißperlen bedeckten den Flaum auf deiner Oberlippe, von meiner Zunge sanft abgewischt. Alles, aber auch alles war in Aufruhr, als du mich über dich gezogen hast. Und alles, aber auch alles war bereit. Es war ein sanfter Reigen, den unsere Körper miteinander tanzten, immer im Einklang mit dem Anderen.
Wie erschöpft wir waren, als wir danach Seite an Seite, Hand in Hand und noch rasendem Puls dalagen. Und wie glücklich du ausgesehen hast. Mit einem Seufzen drehtest du dich zu mir. Dein Kopf an meiner Schulter und eine warme Hand auf meiner Brust. Sanft spürte ich deinen Atem an meinem Ohr. Harmonisches Glück.
Jetzt wäre genau der richtige Moment, dass die Welt still stünde, die Zeit aufhören würde unerbittlich zu verrinnen. Jetzt in diesem Moment sich von der Hülle des Körpers lösen und Hand in Hand aufbrechen ins Licht.
Wo ist das Paradies? Folge mir.
© Rolf Hippler
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.09.2021.
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Jahre wie Nebel: Ein grünes Jahrzehnt in dunkler Zeit
von Horst Lux
Es wurde sehr viel geschrieben über jene Jahre der unseligen Diktatur eines wahnwitzigen Politikers, der glaubte, den Menschen das Heil zu bringen. Das meiste davon beschreibt diese Zeit aus zweiter Hand! Ich war dabei, ungeschminkt und nicht vorher »gecasted«. Es ist ein Lebensabschnitt eines grünen Jahzehnts aus zeitlicher Entfernung gesehen, ein kritischer Rückblick, naturgemäß nicht immer objektiv. Dabei gab es Begegnungen mit Menschen, die mein Leben beeinflussten, positiv wie auch negativ. All das zusammen ist ein Konglomerat von Gefühlen, die mein frühes Jugendleben ausmachten. Ich will versuchen, diese Erlebnisse in verschiedenen Episoden wiederzugeben.
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