Brigitte Waldner

Fabrizio, der junge Reißteufel


heißt so, weil er alles sofort kaputt macht:
Vier Motorräder in seinem ersten Motorrad-Sommer.
Seine Eltern müssen viel Geld haben.
So oft man ihn sieht, hat sein Motorrad
eine andere Farbe und ist ein anderes Modell.
Laut ist ein jedes, viel zu laut.
Sonst würde man ihn ja auch nicht sehen.
Motorradbekleidungen hat er auch mehrere.
Woher die nur so viel Geld nehmen?
Vom 10-Millionen-Geschäftskonkurs seines
Patchwork-Vaters und Patchwork-Opas,
die für elektronische Fußfesseln reichten,
wird es ja wohl nicht kommen?

Wie alt Fabrizio genau ist, weiß er selber nicht.
Als sie zuzogen, gab er sein Alter mit 12 Jahren an.
Das war im April 2019 und er war am Gymnasium
noch in der dritten Klasse. Nach 2 Jahren ist er 16.
Inzwischen ist er aus dem Gymnasium raus.
Ob er noch an der HTL ist, weiß man nicht.
Manchmal fährt er zur Schule, glaubt man zumindest.
Manchmal bleibt er daheim, sieht man zumindest,
und fährt mit seinem Patchwork-Vater mit.
Ob dieser zur Arbeit fährt oder woanders hin,
weiß man nicht. Er ist ein selbständiger Handwerker
mit Konkurs- und Fußfessel-Erfahrung wohlgemerkt.
Seinen Familiennamen kennt Fabrizio auch nicht.

Im Grunde genommen ist er ein armer Junge,
den sein leiblicher Vater früher zum Wochenende abholte.
Seine geschiedene Mutter hat vier Kinder
mit drei oder vier Vätern und lebt mit dem Mann
mit der Fußfessel in wilder Ehe zusammen.
Fabrizio muss daheim sehr viel arbeiten.
Vermutlich flog er deswegen aus dem Gymnasium.
Der Patchwork-Vater ist kein feiner,
der Jugendliche gehorcht ihm auf schroffe Befehle.
Als billige Arbeitskraft wird er daheim missbraucht,
dass seine schulische Allgemeinbildung auf der Strecke bleibt.
Als er kam, war er ein lieber Junge, aber jetzt verändert er sich
und hat in seinem Patchworkvater kein brauchbares Vorbild.

Hoffentlich färbt der Brutalo nicht zu viel auf ihn ab.
Wenn er mit seiner zufünftigen Frau auch so umgeht,
wie sein Patchwork-Vater mit ihm, du arme Frau!
Aber soweit wird es kaum kommen.
Wenn er einmal ein starkes Motorrad bekommt,
wird er seine Unfälle wohl kaum noch überleben.
Aber er kriegt sicher gleich ein starkes Auto,
an Geld mangelt es denen ja nicht,
damit er den Unfall überlebt.
Sein Patchwork-Vater ist auch so aggressiv unterwegs,
als hätte er seinen Pick-up nicht in seiner Gewalt.
In einer starken Kurve in einer Schlucht mit Felsen fuhr er jemand fast rein.
Er kam mit dem Pick-up auf der Mitte der Straße daher.

© Brigitte Waldner

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