Martin Hünemöller

Geheime Liebe

 

Kapitel 1


Es war ein warmer Frühlingsabend und Alice spielte auf ihrer Gitarre als es plötzlich an der Tür klingelte. Ihre Mutter war noch auf der Arbeit also öffnete sie kurzer
Hand die Tür und sah wie eine zierliche, mit dem Kopf sinkende Person davor stand. Es war Mei Kamiki, Alice heimliche Geliebte, da niemand davon erfahren sollte wurde sie sichtlich nervös.

„Was machst du denn hier,“ fragte Alice mit aufgeregter Stimme.
„Ich bin abgehauen,“ erwiderte sie.
„Du weiß doch wie meine Mutter ist, wenn die dich hier sieht rastet sie aus, versuchte Alice klar zu machen.
„Wenn sie von uns beiden nichts weiß dann ist doch alles okay.“

Nach langer Überlegung willigte sie ein, gerade Rechtzeitig, denn Grace war schon zurück. Als sie die Wohnung betrat wunderte sie sich zunächst über den unbekannten Besucher, doch der misstrauische Blick verwandelte sich in ein lächeln. Die schüchterne Mei war nämlich nicht unbekannt in der Stadt, was vor allem an ihrer berühmten Mutter lag

„Du bist doch Mei Kamiki, die Tochter Schauspielerin Rose Kamiki, nicht wahr?“ fragte Grace freudig erregt,
„Ja, das stimmt, trozdem bin ich ein normales Mädchen uns schon lange mir ihrer Tochter befreundet Mrs. Taylor.
„Schön zu sehen das meine Tochter so jemanden wie dich als Freundin gefunden hat. Vielleicht färbt ja etwas von deiner eleganten Art auf Alice ab, du weißt wie man sich als Frau in der Öffentlichkeit präsentiert.

Mit einem fast übertriebenen Lächeln ging sie schließlich in den Nachbar Raum.

„Huh, man war das knapp,“ flüsterte Alice bevor die beiden schließlich in ihr Zimmer gingen. 
Dann fragte sie Immer noch leicht verwirrt, warum ihre Freundin denn nun von zu Hause weg gerannt ist. 
“Seitdem ich denken kann lebe ich in diesem riesigen Haus, für meine Mutter war die Welt da draußen immer ein zu gefährlicher Ort. Wahrscheinlich hätte sie alles in bewegung gesetzt um mich zu suchen wäre ich mal zu lange Draußen gewesen,“erstaunt setzte sich Alice.
„Ganz ehrlich ich wünschte meine Mutter würde sich so um mich mal sorgen, das einzige worauf sie achtet ist ob ich mich wie eine richtige Dame verhalte.“
„Das mag zwar schön für dich klingen aber wenn deine Mutter dir nicht mal erlaubt auf eine normale Schule zu gehen oder dich mit Freunden triffst, würdest du nicht mehr so begeistert sein.“ Kopfnickend stimmte Alice ihr zu.
Schon lustig wie Gegenteilig wir und selbst unsere Mütter sind,“ sagte Mei mit einem Lächeln.
Da mussten beide Lachen und sofort waren die Sorgen vergessen, wenn man zu zweit ist lassen sich Probleme auch leichter Vergessen oder lösen.
„Wäre es nicht toll, wenn wir einfach weg von hier könnten, an einem Ort an den wir Gemeinsam in ruhe Leben und niemand uns nerven kann,“ träumte Alice.
„Ohne Geld wird das wohl schwierig werden.“
„Dass weiß ich doch, man darf ja wohl noch Träumen dürfen.“ murrte Alice
„Ach, sei doch nicht gleich eingeschnappt, ich weiß doch wie sehr du von hier weg willst. Ich verspreche dir wenn wir den Abschluss gemacht haben ziehen wir nach Kanada, mein Vater arbeitet dort in Toronto und kann uns sicher helfen einen Wohnort zu finden,“ etwas verdattert schaute Alice zu ihr.
„Wann genau hast du den das alles geplant?“
„Ach, wenn man den ganzen Tag alleine ist, kommt man auf viele Ideen und fängt auch an interessante Gespräche mit sich zu führen He H,“ sagte Mei ohne eine Miene zu verziehen. „Ich glaube das es doch eine gute Idee war aus dem Haus mal Raus zu kommen,“ lachte Alice


Die Zeit verging, es wurde bereits dunkel doch die beiden vergaßen alles um sich herum wenn sie zusammen waren. Man könnte es als wahre Liebe bezeichnen,
doch nicht jeder wären davon begeistert vor allem Grace nicht, Alice Mutter. Sie bestand auf ihr Weltbild der Frau und ist überhaupt nicht offen Gegenüber Veränderungen, ganz anders hingehen war Meis Mutter Rose. Die Schauspielerin hat schon vieles erlebt, im Guten wie im schlechten Sinne, was auch einer der Gründe ist, warum sie so viel Angst um Mei hat, trotz alldem ist sie Tolerant und offen für alles weswegen Mei sich über die Beziehung mit Alice auch keine sorgen machte. Langsam wurde es Nacht, dass war auch das erste Mal das die beiden eine Nacht gemeinsam verbrachten obwohl sie schon seit 3 Jahren zusammen sind. Zwar haben sie sich damit abgefunden in der Schule von anderen angeglotzt zu werden, trotzdem entschieden die beiden sich ihre Beziehung größten Teils Geheim zu halten und auch nicht In der Öffentlichkeit so zu zeigen.


Der nächste Morgen brach an, Alice war bereits wach und machte sich im Badezimmer fertig, sie überlegte dabei wie Mei unbemerkt verschwinden kann, ohne das ihre Mutter was davon mitbekommt.
„Mum, steht meistens relative spät auf also wird sie frühstens um 10 aufstehen. Das sollte reichen um für uns Frühstück zu machen und abzuhauen.“ 
Als sie zurück kam war auch Mei bereits aufgestanden, noch nie hatte sie Mei in ihrem Nachthemd gesehen. Sie stellte fest wie zierlich und elegant sie doch war, Alice war wie verzaubert von ihrem Anblick. Liebe auf dem ersten Blick traf bei den beiden definitiv zu, Alice wusste von Anfang an, das ist ihre Frau fürs Leben. Mei hingegen brauchte eine Weile um ihre Gefühle einzuorden, doch nach ein paar Wochen war die anfängliche Unsicherheit verschwunden und aus ein paar Monaten wurden drei Jahre.

Schlagartig wurde sie aus diesem Zustand geworfen als sie die Stimme ihrer Mutter hörte, die heute offenbar entschied mal etwas früher aufzustehen.
Sie überlegte kurz, dann hatte sie eine Idee.
„Pass auf, ich lenke Mum ab, in der Zwischenzeit rennst du schnell nach draußen und wartest dann dort, verstanden?“
Mei antwortete mit einem kurzen „Okay“
Alice öffnete die Tür, ging die Treppe runter und sah wie Grace grade in der Küche stand um Kaffee zu kochen.
„Morgen Mum, du bist heute  aber früh wach,“ sagte Alice mit leicht nervöser Stimme.
„Morgen Alice, ich dachte mir wie sollst du den richtiges Benehmen lernen wenn ich selber mit schlechten Beispiel voran gehe.“
„Schön das du mir versuchst zu helfen Mutter.“
„Ist deine Klassenkameradin eigentlich gestern noch nach Hause gegangen?
"Spätestens um zwölf war sie weg.“
„Gut, du weißt ja dass ich es nicht besonders Gut heiße wenn du Freunde bei uns übernachten lässt.“
Inzwischen standen sich die beiden so gegenüber das Mei unbemerkt vorbei schleichen könnte. Sie erkannte diese Gelegenheit und ging die Treppe vorsichtig hinunter,
nun lag es an Alice ihre Mutter lange genug abzulenken.
„Warum eigentlich nicht? Ich meine was ist denn daran Verwerflich wenn ich Freunde hier schlafen lasse.“
Grace zog ihrer Augenbrauen noch oben was oft Bedeutet das sie gleich einen Vortrag halten wird.
„Meine Liebe, es ist nichts verwerfliches daran so jemanden wie Mei Kamiki zu sich einzuladen, ich habe damit auch deine anderen Freunde gemeint, die sich hier wie zu Hause fühlen und Unruhe stiften. Weißt du was denen gefehlt hat?“
„Ein bisschen Verständnis,“ antwortete Alice sarkastisch.
„Gute Erziehung, die heutigen Mütter sind viel zu sanftmütig mit ihren Kindern, in meiner Jugend wurden wir nicht immer mit Samthandschuhen angefasst. Meine Mutter hat mir schon von Klein Auf richtiges Verhalten, Disziplin und Haltung beigebracht, wer da nicht gehört hat bekam aber schnell ein Satz heiße Ohren.“
Mei war inzwischen draußen aber Alice konnte diese Argumente ihrer Mutter nicht einfach so stehen lassen.
„Du kannst doch damals nicht mit heute Vergleichen, man muss auch mal mit der Zeit gehen und verstehen das nicht alles mehr so läuft wie früher.“
„Es würde uns aber vieles Ersparen, warum glaubst du werden junge Menschen heutzutage nicht mehr ernst genommen, heute macht ja jeder was er will, läuft Rum wie im Karneval, das ist doch furchtbar.“ Alice versuchte sich zusammenzureißen
„Es ist einfach unfassbar wie du über andere Runter schaust, du weißt nichts über diese Menschen."
Eine unangenehme Stille machte sich im Raum breit.
„Geht das schon wieder los, so wird aus dir aber keine Anwältin.
"Warum sollte ich verdammt noch mal Anwältin werden, du kannst nich immer mein Leben zurecht formen wie es dir passt."
„Du wirst schon zur vernunft kommen und schätzen was ich für dich getan habe"
Die Gelegenheit nutze Alice um unterschwelig eine entscheidene Frage zu stellen.
"Ich wollte auch eigentlich nur was fragen."
"Nur zu, ich bin ganz Ohr"

Ohne großes Umherschweifen kam sie gleich zur Sache.

"Was hälst du von Homosexualität?"
"Einfach nur ekelerregend, alleine die vorstellung zwei Menschen des gleichen Geschlecht leben zusammen und ziehen wohlmöglich noch Kinder groß, O gott. Nein. Nur Mann und Frau können Kinder kriegen, das ist doch in der Natur auch so.
Alice kochte innerlich vor Wut, doch sie versuchte sich zusammen zureißen und fragte.
"Hast du denn schon mal so ein Paar gesehen?"
"Oh ja, den Sohn der Bakers habe neulich mit einem anderen Mann Arm in Arm auf einer Bank gesehen, unmöglich."
"Und was wäre wenn er dein eigenes Kind wäre?" harkte Alice nach.
"Dann würde ich ihn ganz einfach rausschmeißen, sollen sie doch sehen wo sie bleiben diese widerlichen.“
Ohne darauf einzugehen verabschiedete sie sich und ging mit Mei, die alles mit gehört hatte, in den Stadtpark. Alice wusste ja das ihre Mutter sehr engstirnig war aber das sie ihr eigenes Kind aufgrund der Sexualität Verstoßen würde, machte sie Sprachlos. Damit verlor sie auch das letzte bisschen Vertrauen das sie noch in ihrer Mutter hatte.

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