Francois Loeb

LEERTASTE

Auch schon mit den Tasten des Laptops gesprochen wie der Protagonist in meiner Wochengeschichte?

LEERTASTE

Heute Nacht, ich arbeite liebend gerne bei Sternenschein, wofür habe ich sonst eine beleuchtete Tastatur, lächelte mich die Leertaste meines Laptops verführerisch an. Einfach so und ohne Grund. Dachte ich in meiner Naivität. Denn, was dann geschah ist mehr als unheimlich. Was dieses Wort auch beinhalten mag. Für mich war es bisher höchstens in Gespenstergeschichten, die mir mein älterer Bruder, um mich zu ängstigen, als Kindergeschichten, mit unheimlicher Stimme vortrug. Aber in der heutigen Nacht lernte ich das Gruseln hautnah.
Ja, meine Haut kräuselte sich im Dreivierteltakt, ganz so als würde ich diese zu Markte tragen. Echt zu Markte tragen, ohne einen Marktplatz zu besuchen. Weder virtuell noch echt. Und das kam so: Also, die Leertaste im Sternenlicht, von innen leuchtend, lächelte mir verführerisch zu. Begann ganz plötzlich mit leerer Stimme zu mir zu sprechen. Lud mich ein bei ihr zu verweilen. Sie in ihrem Heim zu besuchen. Da dachte ich wirklich ich sei echt durchgeknallt, denn wie soll eine Leertaste ein Heim haben, wie soll ein Mensch, und das bin ich ja auf jeden Fall, sonst könnte ich nicht über mein unheimlich heimliches Erlebnis berichten, wie sollte ich bei ihr verweilen können, was auch immer das verweilen bedeuten mag. Mit Langeweile hatte es in diesem Einladungsaugenblick nichts, rein gar nichts zu tun, denn jeder Nerv in meinem Nervenkostüm vibrierte, als sei dieses eine Saite eines Dauervibrationstons.
Doch wo verweilen? In der Leertaste? Besitze ich eine solche in meinem Körper. Und wenn ja, wo hat diese ihren Sitz? Im Hirn? In der rechten grossen Zehe? Oder im linken Daumen? Im Bauchnabel? Der für mich ja den Nabel der Welt, meiner Welt darstellt. Doch bevor ich mir darüber den Kopf zerbrechen wollte, wäre jedenfalls ungesund, stach mich die Neugier, als sei diese eine giftige Klapperschlange die ihr Opfer in die Unbeweglichkeit versetzt, um die Wehrhaftigkeit ausser Kraft zu setzen. So kam es mir zu Beginn dieser Nacht vor. Ich war das Kaninchen vor der Schlange, nahm die Einladung an. Tauchte in die Leertaste ein. Diese umschloss mich voll und ganz. Flüsterte dabei liebenswerte Worte in mein Sprachzentrum, das unmittelbar begann die Herrlichkeit der Leere zu erfassen. In dieser zu baden. Zu planschen. Zu paddeln. Zu schwimmen. Dann abzuheben und zu schweben.
Die Leertaste führte mich durch ihr Königreich. Wies darauf hin, wie sie von allen anderen Tasten geringgeachtet werde. Sie habe nichts zu sagen. Sei ohne Sinn, einzig damit ausgestattet Abstände zu kreieren. Trennungen zu vollführen, doch nicht einmal sei sie in der Lage, das werfen ihr alle anderen vor, Silben zu trennen, diese müssten das mit einer anderen Druckstelle vollführen. Ja, das liege der Leertaste schwer auf dem Magen, denn einen solchen besitze sie um all die Leere zu verdauen, damit die Unendlichkeit der Lehre die auch mich im Weltall, im Universum umgebe, darzustellen. Mir in dieser Nacht näherzubringen, mich aufzuklären, wohin die Reise, meine Reise schlussendlich hinführen werde …


Und als Bonus ein weiterer DREISATZROMAN aus meiner Feder:

H E R B S T

Das rote Blatt satt zum gelben sagt
bist du ach so blass, nah dem Tod

Das gelbe dann entgegnet frisch
Feuerflsamme bereits dich hat erwischt

Und beide dann zu Boden taumeln
wahrlich keine gute Sause
da lacht die Raupe in der Erdens Schlund
ist doch nur eine kleine Pause!



Herzlichst
François Loeb

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.10.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Lieder eines sattvischen Engels von Angelos Ashes (Übersetzer Uwe David)



Die Idee, die vorgelegten Gedichte in eine Buchform zu bringen, kam mir eines Tages in der Meditation. Dabei verspürte ich eher den Wunsch, dem Leser ein Gefühl von Liebe und Trost zu vermitteln, als dass es ein intellektueller Prozess war. Die Lieder sind einfach gedacht und ebenso gelesen, gibt es mir das Gefühl, erfolgreich die Lücke zwischen Wissen und Werden geschlossen zu haben. Dies ist die Reise, die wir alle von unserem Verstand zum Herzen unternehmen müssen, um uns selbst und die Welt um uns herum heilen zu können. Der Titel des Buches verweist auf eine engelhafte Reinheit, die zugleich Anspruch und auch die tiefe Wirklichkeit ist, die wir alle sind. Es liegt nur an uns, diese Qualität zu entdecken und manchmal helfen dabei ein paar wenige Worte.

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