Elke Müller

Amerika....

Der Morgen war noch recht kühl.                                                                                                                                                                                                     Lange konnte Salida nicht einschlafen und hatte das Gefühl kaum geschlafen zu haben, als sie die Augen öffnete. Noch immer wühlten die gestrigen Ereignisse in ihr. Jetzt hatte sich alles verändert. Sie wusste nicht was das Schicksal ihr noch brachte. Musste sie dann alles aufgeben, ihren Stolz, ihre Unabhängigkeit, vielleicht ihr Leben? Erinnerungen kehrten zurück. Sie konnte sich nur an Furcht, Hass, ja, Abscheu erinnern und der Schmerz kehrte zurück, als würde sich diese Wunde erneut öffnen. Diese Gedanken ängstigend sie. Ein Schauer lief über ihren Rücken. Aber vielleicht gefiel ihr das neue Leben schon bald, bis dahin würde sie sich wohl weiter in Selbstbeherrschung und Geduld üben müssen. Es kam ganz anders, als sie es je erwartet hatte.       Redmon verließ bereits das Zelt, um sich am Fluss zu waschen. Auch sie schlüpfte in ihre Kleidung, um ihre Notdurft zu machen und sich zu waschen. Danach entfachte sie das Feuer neu, nahm einige Kräuter aus einem schön geflochtenen Korb. Als das Wasser im Kessel kochte, bereitete sie einen Tee zu. Salida schaute auf als sich die Türklappe hob und Akamos mit roten Wangen ins Zelt hinein schlüpfte. Er war über Nacht bei einem Freund gewesen, wo sie lange über die vielleicht anstehenden Kämpfe geredet hatten und sich dabei Heldentaten ausmalten. Hungrig nahm er einige Snack‘s aus Büffelfleisch und Preiselbeeren zu sich, die reich an Proteinen und wenig Cholesterin hatten, welche Salida ihm reichte. Außer der Verwendung von Fleisch, wie z. B. vom Bison, Reh, Eichhörnchen und Murmeltier, waren Nutzpflanzen wie Tomate, Bohnen und Kartoffeln, Kürbisse, Melonen, Zuccini und Paprika, Mais und dessen Zubereitung von Popcorn bekannt. Bei ihrem ehemaligen Peiniger begannen sie ungewohnte Nahrung zu nehmen. Nudeln, Reis, Alkohol kannten sie nicht. Dies hatte zur Folge, das Gesundheitsprobleme auftraten. Jetzt schaute er geduldig dabei zu, wie sie am Feuer das Essen zubereitete. Ihm interessierte es jedoch brennend, was Redmon nun zu tun pflegte, nach der großen Ratssitzung, denn, auch er mochte die Weißen nicht gerade sehr. In der Ratssitzung wurden all die Probleme erörtert und nach Redmons Vorschlägen, wollte man Pläne erarbeiten, sowie an der Verstärkung der Verteidigung arbeiten.   Redmon eilte bald frierend zum Zelt zurück. Sie lies ihre Näharbeit sinken und blickte ihn erwartungsvoll an. All ihre Hoffnung beruhte auf ein gemeinsames Zusammensein. „ Du kommst doch wieder hierher zurück? Wir… werden deine Hilfe brauchen.“ „ Glaube mir, ich will nicht weg. Aber je näher dieser verdammte Zeitpunkt kommt, habe ich…“ Er verabscheute jetzt schon die Kälte und den Dreck, das miserable Essen und das Lagerleben überhaupt. Aber es gab noch so vieles zu sagen. Sein Blick traf den von Akamos. Der Junge ist ein aufgeweckter Bursche und kennt trotzdem schon die Härte und Gnadenlosigkeit der Welt. Auch er war ein wilder Junge gewesen, voller Lebensgier und konnte den Hass des Jungen verstehen. Ebenfalls kannte er die Peitsche seines Vaters, wenn er wieder einmal ausgerissen war und tagelang sich in der Wildnis versteckt hatte, weil er es zu Hause nicht mehr aushielt. Akamos war in vielen Dingen sehr geschickt. Wenn sie gemeinsam auf Jagd gingen, wobei der Junge mit Pfeil und Bogen besser schießen konnte als er, dann half er bei der Beute abziehen und später beim gerben der Häute. „ Muss euch noch so vieles erzählen.“

Es war der letzte Morgen, als Redmon erwachte und es fiel ihm nicht leicht seine letzten Habseligkeiten zu verstauen. Aber jetzt war der Zeitpunkt gekommen, endlich anerkannt zu werden. Einen kurzen Augenblick verharrte er. In seinen Augen lag ein sehnsüchtiger Blick. Dann drehte er sich um, warf sich seinen Sattel über die Schulter und nahm die Decke vom Boden auf, trat aus dem Zelt und schaute sich nach seinem Rotfuchs um. Er sattelte ihn schnell. Ein dicker Kloß saß in seinem Hals, als das ganze Dorf zusammen kam, um ihn, Redmon, zu verabschieden. Er sog die Luft tief ein und scharrte mit den Füßen im Staub. Heika seufzte tief. „ Es ist ein ungewisser Weg. Nur die Zeit wird uns zeigen, wohin sie uns führt.“ Redmon schloss Heika kurz in die Arme. Da alles besprochen, wollte er schnell zurück und winkte den Zurückbleibenden zu. Eine junge Schar von Kindern begleiteten ihn jubelnd noch ein ganzes Stück des Weges.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.10.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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