Michael Dreblow

Der geheimnisvolle Wald 30-39

                                                                                                         Kapitel 30                             

 

  Befreiung und Flucht der Zwerge

Die Orks ließen ihre Wut an den Zwergen aus, bei jedem kleinsten Zwischenfall griffen sie zur Peitsche und schlugen zu - und manchmal starb ein Zwerg qualvoll unter dem Zorn der Orks. Aber keiner der Zwerge wagte es, etwas zu unternehmen - zu hoffnungslos war ihre Lage. Sie waren zwar zu Hunderten in den Höhlen, doch gegen die Orks waren sie körperlich und ohne Waffen unterlegen. Nur der geringste Versuch wurde blutig beendet. Einige waren schon seit Jahren Gefangene des dunklen Herrschers und mussten für ihn dieses unsägliche Metall aus dem Fels hauen - im Bewusstsein, niemals wieder die Sonne zu sehen. Alle sieben Tage wurden die Orks gegen frische Wachen ausgetauscht, und jedes Mal begann das Foltern von neuem. Die Zwerge mussten sich dem Zorn der Orks ergeben, bekamen Schläge, Tritte und wenn es einem Ork danach war, weil ihm ein Zwerg nicht gefiel, brachte er ihn um. Hoffnungslos.... hoffnungslos - nur der Tod bedeutete die Freiheit und viele sehnten sich ihn herbei. Doch plötzlich ging ein kaum merkbares Raunen von Zwerg zu Zwerg, einige hatten zwischen den Felsen Bewegungen wahrgenommen. Immer wieder schauten sie in Richtung der Felswände, nur für Sekunden, aber das reichte um zu sehen, dass es Wesen waren, die nicht entdeckt werden wollten. War das vielleicht ihre Befreiung? Das einzige, was die gefangenen Zwerge tun konnten, war die Aufmerksamkeit der Orks auf sich zu lenken. Und die einzige “Waffe” die sie hatten, waren Spitzhacke und Schaufel . Einige Zwerge fingen einen Streit an und sorgten so um Aufmerksamkeit. Und sofort kamen einige Orks und schlugen mit ihren Peitschen zu - hart und erbarmungslos schnitten sich die Peitschen in das Fleisch der Zwerge. Überall fingen plötzlich die Zwerge an zu rebellieren, eine ganz neue Erfahrung für die Orks, mit der sie nur schlecht zurecht kamen. Ihre Herrschaft beruhte auf Gewalt und Furcht, und plötzlich sackte ein Ork zusammen, eine Spitzhacke steckte in seinem Rücken. Das Zeichen zum Angriff? Zwerge und Orks sahen den Toten auf dem Boden liegen. Dann brach der Sturm über die Orks herein. Plötzlich waren überall bewaffnete Zwerge. Schwerter blitzten auf, Äxte flogen durch die Luft. Und eine tödliche Wolke aus Pfeilen, die von den Bögen der Zwerge abgeschossen wurden, fanden immer ihr Ziel. Die Orks waren völlig überrascht, es war wie eine Flut, die sie verschlang. Xatur stürmte an der Spitze seiner Krieger auf die Orks, das scharfe Sausen der Schwerter und das Auftreffen auf die Körper des Feindes, Todesschreie - und plötzlich war alles vorbei und nicht einmal die Hälfte der Krieger von Xatur waren an dem Angriff beteiligt. Es war merkwürdig, dass sich die Orks so schnell niedermachen ließen. Eine gespenstische Stille herrschte über dem Ort, die Reihen der Angreifer teilte sich und ein Zwerg mit langen, roten Bart ging auf die Gefangenen zu .... Xatur -König und Herrscher des Volkes der Tolmaar ,schallte es durch die Höhle. Diese verbeugten sich vor dem König als Dank für ihre Befreiung. ” Nein! Erhebt euch, zu viel Leid musstet ihr ertragen, lasst uns aufbrechen, es wird nicht lange dauern und die Orks werden aufmerksam. Es wird ein langer und gefährlicher Marsch.” „Da seht, dort in der Nische Käfige! Und seht, wer dort in ihnen kauert sind das nicht Tury und Narim?” “Befreit sie!” sagte Xatur und dachte an die befreiten Zwerge der Sklavenhändler, waren diese auch körperlich am Ende? Erkennen und begutachten würde Xatur aber dieses nur später und bei Tageslicht. Bis dahin war es aber noch ein steiniger und langer Weg und es werden sicher etliche das Tageslicht nicht mehr erleben. Dann verschwand der lange Tross aus Zwergen in der Dunkelheit. Vor ihnen lag der Weg des Leidens, der in den alten Büchern der Zwerge beschrieben wurde und in dem davor gewarnt wurde, diesen zu benutzen. Daran erinnerte sich Xatur. In seiner Jugend saß er mit seinen Freunden zusammen und hörte den Erzählungen seines Vaters zu, der von den alten glorreichen Zeiten der Zwerge erzählte. Als sie den Berg nach Gold und ähnlichen Metall durchsuchten. Und sich das große Reich der Zwerge bildete. Über zehntausend Jahre, dann kamen die Menschen und ihre Gier nach Macht und Land. Und Krieg immer wieder Krieg, hundert Jahre dauerte es, bis sich Menschen und Zwerge arrangierten und einander respektierten, was aber eine gewisse Portion Misstrauen nicht unterbinden konnte. Wann immer sich Mensch und Zwerg begegneten, hatten sie ihre Hände nahe der Schwerter. Und manchmal flammte er wieder auf - der alte unverblümte Hass gegen das Fremde. Ein Soldat riss Xatur aus seinen Gedanken:” Herr, der Gang ist verschüttet, es gibt kein Weiterkommen.” Xatur folgte dem Soldat, um sich von der Lage selbst zu überzeugen. Tatsächlich hier war der Weg zu Ende, aber sie hatten keine Wahl. Also gab Xatur den Befehl, einen Durchgang zu schaffen, er musste groß genug sein, so das die Zwerge zügig durch die Öffnung kamen. Die Zwerge machten sich sofort an die Arbeit. Doch nach einer Weile rutschte Gestein von oben nach. Nachdem sich der Rauch verzogen hatte sahen sie, dass die ganze Arbeit vergebens war, alles war wieder zu. Nach dem dritten Versuch und dem dritten Einsturz veranlasste Xatur, die Arbeit einzustellen. Es war zum Verzweifeln, hier war kein Weiterkommen. Es blieb Xatur keine andere Wahl, als mit seinen Leuten umzukehren und den Weg zu nehmen, den sie gekommen waren. Es war ihm bewusst, dass die Orks , wenn sie die Toten fanden, zuerst in dem Gang nach den Flüchtenden suchen würden. Xatur betete zu den Göttern, dass die Flucht noch nicht entdeckt worden war. Er entschloss sich, einige seiner Kämpfer als Späher voraus zu schicken, was eigentlich seinen Vorsätzen widersprach. Aber eine andere Wahl blieb ihm nicht. Sie kehrten um. Allen war bewusst, was auf sie zu kommen könnte. Sie bewegten sich so leise wie sie konnten, und wenn doch jemand gegen einen Stein stieß und somit ein Geräusch verursachte, blieben alle wie auf ein geheimes Kommando stehen und lauschten in die Dunkelheit. Stille - es war nur Stille, was sie hörten war nur in der Ferne das Geräusch der Wassertropfen, die von der Decke auf den steinigen Boden tropften. Dann gelangten sie wieder an den Schauplatz des Kampfes. Alles war still, es schien, als hätten die Orks die Befreiung der Zwerge noch nicht bemerkt. Xatur wollte es zwar vermeiden, den Weg zu nehmen, auf dem sie hierher gelangt waren, aber das war der einfachste Weg, aus den Höhlen zu kommen - auch wenn die Orks diesen Weg zuerst bei der Verfolgung einschlagen würden. Für Xatur war es nur wichtig von diesem Ort fort zu kommen . Er trieb die Zwerge unerbittlich an. Dann hörte man tief aus dem Inneren der Höhle die kehligen Rufe der Orks. Sie haben es entdeckt, schoss es Xatur durch den Kopf. Ein Kampf mit diesen widerlichen Geschöpfen der Nacht schien unausweichlich. Wenn sie es nur rechtzeitig schafften die Höhlen zu verlassen, könnten ein oder zwei Einheiten die Orks am Höhleneingang aufhalten und so den anderen die Flucht ermöglichen. Xatur ging als letzter und er schaute immer häufiger zurück, auch trieb er die Seinen an, sie sollten sich beeilen. Schneller...... Schneller!!! Es war ihm, als kämen sie sehr schnell näher, die Stimmen, die sie verfolgten, wurden immer lauter. Plötzlich kamen ihm mindestens fünfzig bewaffnete Zwerge entgegen: “Eilt euch Herr, wir werden die Orks aufhalten. Wir haben die Stelle, an dem sich der Weg verengt, gleich vor uns und dort werden wir auf sie warten. Geht Herr und seien die Götter mit euch!” Xatur wollte nicht, dass sie sich opfern und doch wusste er, dass es keinen anderen Ausweg gab, als sie hier aufzuhalten bis zum letzten Mann. Der lange Zug der Zwerge verschwand in der Dunkelheit. Langsam aber stetig wurde das Geschrei der Orks lauter und fünfzig einsame Krieger standen einer unbekannten Zahl an Feinden gegenüber. Aber diese fünfzig Zwerge wollten den Orks das Fürchten lehren, sie waren zu allem entschlossen. In der Ferne hörte Xatur das klirren der Schwerter und Schreie der Sterbenden glaubte er zu hören. Doch helfen konnte er nicht mehr, sie mussten aus den Höhlen, dann hätten sie eine Chance, den Orks in den Bergen zu entkommen. Aufregung fuhr durch die Flüchtenden, etwas spürten sie ! Dann nahm auch Xatur es wahr ein Luftzug, kaum spürbar, der Ausgang war nicht mehr weit. War das die Rettung?

Kapitel 31

Der Weg war lang und schien nicht zu enden. Aber irgendwo dort hinten musste es einen Weg nach unten geben. Fagul und die Bakaar mussten aus diesem Grasland und den “Monstern” entkommen. Immer wieder hörten sie Geräusche, die aus dem Dickicht des Grases kamen. Einige der Bogenschützen schossen auf gut Glück Pfeile in Richtung der Geräusche, dann war es wieder für einige Zeit still. Nur der mächtige Handei brüllte in den Dschungel des Grases, dass sie sich endlich zeigen sollen, dann würde er ihnen zeigen was Furcht ist. Aber nichts geschah. Dann mit einem Mal tat sich eine Öffnung vor Fagul auf. Fagul gab ein Zeichen das sie alle stehen bleiben sollen. Er allein ging dann in diese dunkle Öffnung, die sich als Eingang einer Höhle heraus stellte. Wieder eine Höhle - hörte das niemals auf ? Der Weg in der Höhle fiel leicht nach unten ab und nach hundert Schritten gelangte Fagul an eine Felsentreppe, die steil nach unten führte. Fagul kehrte zu seinen Leuten zurück, um sie zu der Treppe zu führen. Lautlos und vorsichtig begannen sie den Abstieg in die Tiefe. Als Johann zu dem ersten Treppenabsatz gelangte, überkam ihn die Erinnerung, als er allein eine Treppe hinab stieg und die Wände auf ihn zukamen. Nur widerwillig stieg er sie hinab und immer die Felswände im Auge. Einer der Krieger schoss einen Brandpfeil in die Tiefe, der lautlos in der Dunkelheit verschwand. „Wer war das?“ Zischte Fagul „Wir sollten so unauffällig wie möglich sein, wer weiß, welche Kreaturen sich hier aufhalten? Schneller...Schneller und nicht anhalten!” Er meinte nach dem Schuss mit dem Brandpfeil etwas gehört zu haben, etwas, was erwachte, etwas großes, erfüllt von Hass, etwas Böses das vor Jahrtausenden in diese Höhlen verbannt wurde. Es war zwar nur eine wage Ahnung die in Fagul aufstieg, die ihn aber antrieb, sein Volk zur Eile zu mahnen. Es waren zuviel Frauen und Kinder, die sich mit auf der Flucht befanden, er konnte sich nicht auf einen Kampf einlassen. Sie mussten die großen Wasser erreichen. Tief unten war ein zartes Licht zu sehen, das je weiter sie nach unten gingen größer wurde. Es war der Ausgang und was sie sehen konnten, waren wundervolle Bäume, Sträucher und der Gesang der Vögel, es war wie eine Befreiung, als sie aus der Höhle kamen. Und sie konnten in die Ferne schauen - kein Gras, das sie daran hinderte. Fagul schaute sich noch einmal um, ob sie verfolgt wurden, doch alles blieb ruhig. Es war, als würde es hier keine Gefahr geben, doch Fagul blieb auf der Hut, er hatte gelernt nichts und niemandem zu trauen. Er hatte sich verändert. Auch sein Blick fiel noch einmal auf die Felswand, an deren Ende das Grasland begann. Dunkel, bedrohlich und furchteinflößend stand sie da, und Fagul war froh, dass er sich von ihr entfernen konnte. Sie hatten viel Zeit gebraucht, um bis hier her zu gelangen und er sah die Erschöpfung der Bakaar. Fagul entschloss sich, eine Rast einzulegen und den Leuten ein wenig Ruhe zu geben.“ Das ist eine gute Gelegenheit, nun können wir deine Ausbildung beginnen!” sagte Handei und wandte sich zu Johann und grinste ihn an. An alles hatte Johann gedacht, aber dass er lernen musste, mit einem Schwert umzugehen? Nein das hätte er nie gedacht. Johann griff zu seinem Schwert.” Nein, das könnt ihr gleich wieder einstecken, ihr werdet erst einmal eure Muskeln trainieren, ihr steht da wie ein alter Mann, bei dem man die Knochen sehen kann. Handei erklärte Johann die einzelnen Übungen. Das Martyrium des Johann begann. “Ich werde aus euch einen mächtigen Krieger machen, euch quälen und ihr werdet mich dafür hassen und ihr werdet solange Leiden, bis ihr bereit seid für das Schwert”. Johann ahnte, was nun mit ihm geschehen sollte und dass er sich nicht dagegen wehren konnte, machte ihm Angst. Handei, der ihm gegenüber stand, schaute ihm in die Augen und als ob er darin lesen konnte kam die Frage. “ Angst???” Dann begann er schallend zu lachen. In Johann wechselte die Angst in Wut, was bildet sich der Kerl ein, bin ich ein Kind, ein Sklave ? Dann stieß Handei Johann an “ beweg dich!” In diesen Augenblick wurde es Johann klar, dass es kein Spiel mehr war und wenn er nicht untergehen wollte, musste er sich fügen. Langsam neigte sich der Tag dem Ende zu und viele der Bakaar schliefen schon. Fagul ging durch die Reihen der Schlafenden. “ Wir sind soweit gekommen, auf einen Tag kommt es nun auch nicht mehr an, morgen werden wir weitergehen “. Fagul redete mit sich allein. Am Rand des Lagers setzte er sich auf einen Stein und schaute in den inzwischen aufgegangenen Sternenhimmel, an dem von Zeit zu Zeit eine Sternschnuppe vorbei huschte. Fagul verspürte eine bleierne Müdigkeit in sich aufsteigen. Dieser Platz ist so gut wie jeder andere, lehnte sich zurück und schlief ein. Spät in der Nacht erwachte Fagul, einige Meter vor ihm begann die Luft zu flimmern und es erschien eine Frau mit weißem Gewand und schwarzen Haar. Fagul wischte sich über die Augen. „Sei ohne Furcht, ich bin Elke vom See, ihr seid nun in Sicherheit denn das ist das Land Poknan in dem ewiger Friede herrscht. Wenn der Tag graut, begebt euch zu dem großen Wasser . Doch eins sei euch noch gesagt, gebt den Fährleuten das, was sie verlangen und ihr werdet alle sicher an das andere Ufer gelangen. Dort werden alle eure Leute eine Unterkunft finden. Doch eilt euch, die Fährleute warten nicht immer, auch ihre Geduld ist begrenzt und sie kehren nicht zurück, haben sie einmal abgelegt. Eilt euch und euer Volk, es ist die einzige Wahl die euch bleibt.“ Nach diesen Worten verschwand die Frau im Dunkel der Nacht. Die Sonne über der Ebene ging auf und ihre Strahlen gaben den Menschen neue Kraft. Auch Fagul erwachte und fühlte sich, als wenn er die ganze Nacht nicht geschlafen hatte und er dachte an die Begegnung mit der Frau und an das was sie ihm gesagt hatte. Fagul hatte Mühe die Bakaar davon zu überzeugen, dass sie nicht hier bleiben konnten, das sie weiter mussten zu den großen Wassern. Nur widerwillig setzte sich der Zug der Flüchtlinge in Gang und Handei sah zu Johann “ Freut euch nicht zu früh irgendwo und irgendwann kommen wir an und in der Zeit kann ich mir mehr Übungen für euch ausdenken!” Johann sah ihn mit starren Blick an, wandte sich um und ging. Und Handei ? Er grinste, er ist auf dem richtigen Weg, der platzt vor Wut, mit ihm werden wir noch viel Spaß haben, dachte er sich - griff zu seiner Habe und folgte Johann und den Bakaar. Seit Stunden waren die Bakaar unterwegs, als plötzlich jemand rief:” Da schaut, dort ist eine Möwe, da noch eine!” Fagul schaute in die Höhe und tatsächlich dort waren Möwen sie waren also nicht mehr weit von dem großen Wasser entfernt. Und als sie über die nächste Anhöhe gingen, sahen sie das Gewässer. Wasser so weit das Auge reicht, es war kein Land am Horizont zu sehen. Und am Ufer sahen sie Hunderte von Schiffen, die Fährleute - sie waren also noch da. Eine Stunde später waren sie bei den Fährmännern, die ihnen aber das Betreten ihrer Schiffe verweigerten. Es waren unheimliche Gestallten, mit langen dunklen Umhängen waren sie bekleidet, über ihren Köpfen hatten sie Kapuzen, die einen Blick in ihre Gesichter unmöglich machten. Dann löste sich eine Gestallt aus der Reihe der Kapuzenmänner und schritt auf die Bakaar zu. „Was ist euer Begehr?” Fagul hörte eine tiefe furchteinflößende Stimme dann meldete Fagul sich zu Wort.” Wir begehren eine Überfahrt mit euren Schiffen zu den fernen Ufern, und erbitten den Zutritt auf eure Schiffe!” „Wenn euch der Wegezoll bekannt ist und ihr bereit seid, ihn zu zahlen, so werden wir euch an den Ort segeln, an dem ihr erwartet werdet. Nun hört was wir als Bezahlung verlangen. Was ist euer wertvollster Besitz? Das soll unsere Bezahlung sein!” Fagul dachte einen Augenblick nach und es fiel ihm nichts wertvolles ein, das sie dabei hätten “ Wir haben nicht das wertvoll genug wäre, um es euch zu geben!” Von weitem schallte ein Ruf zu Fagul. „Doch es gibt etwas! Ich bin das wertvollste, das die Bakaar besitzen. Ich bin die Erinnerung an eine glanzvolle Zeit und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, ich werde bei euch bleiben!” Die Bakaar teilten sich und die Menschen verneigten sich und knieten nieder. Es war Basul, eingehüllt in einer silbernen glitzernden Wolke. Fagul schaute ihm ungläubig entgegen, war es wirklich wahr? „Seid unbesorgt, mein Herr Fagul, dies war immer meine Bestimmung ,sie werden euch ohne Hinderung an euer Ziel bringen. Dann bewegte sich Basul auf die Fährleute zu und löste sich bei ihnen in eine silberne Wolke auf, die sich über die Fährleute senkte. Und sie gewährten ihnen Zugang.

Kapitel 32

In der Tat, dort vorn war ein kleiner Lichtschein, Xatur war sich sicher, dort ist der Ausgang. Schneller, schneller - er spornte die Zwerge an, sich zu beeilen. Die Geräusche des Kampfes der Zurückgebliebenen wurde immer leiser, dann waren sie verschwunden. Xatur hoffte, dass sie die Orks lang genug aufhalten konnten, bis alle sich in relative Sicherheit bringen konnten. Der Eingang der Höhle wurde immer größer, so das die Zwerge anfingen zu laufen, um der Dunkelheit der Höhle zu entkommen. Dann war es geschafft . Die ersten Zwerge befanden sich im Freien, doch wohin nun? Xatur schaute sich um - nur Felsen wohin er auch schaute . Nur einen Weg gab es, der, auf dem sie gekommen waren, aber dort würden die Orks zuerst suchen. Die Schlucht, durch die sie hierherr kamen, war zu weit entfernt, als dass sie es schaffen konnten, diese noch vor dem Eintreffen der Orks zu passieren. Es musste einen anderen Weg geben?! Da meldeten sich Turi und Narim” Herr, es gibt da einen Weg, zwar anstrengend und gefährlich, aber es ist wohl der einzige Weg.” “ Wo soll der sein? Seht doch, alles ist eine einzige Felswand, dort kommt niemand hinauf!” “ Doch Herr, wir kennen den Aufstieg, wenn wir uns sofort aufmachen, sind wir fort, bevor die Orks hier ankommen!” Xatur überlegte einen Augenblick, ihm war bewusst, dass es dann noch mehr Opfer unter den Zwergen geben wird und von den befreiten Zwergen ganz zu schweigen. Doch er willigte ein und sie alle folgten Turi und Narim zu dem versteckten Weg, der zum Gipfel führte. Es begann ein schwieriger und gefährlicher Weg zum Gipfel des Berges und der Berg wird viele Oper fordern. Der Gedanke daran gefiel Xatur überhaupt nicht - doch welche Wahl blieb ihnen? Keine. Nach einer Stunde waren alle im Fels, und weit unten erschienen die ersten Orks am Höhleneingang. Wie von Xatur vorausgesagt, liefen die Orks in Richtung der Schlucht, da sie dort die Flüchtenden vermuteten. Jeder der Zwerge drückte sie so gut wie er konnte an die Felswand und sie verschmolzen mit ihr. Kein Orkauge vermochte sie dort oben zu sehen. Mit kehligen Rufen liefen die Orks in Richtung Schlucht und von oben sah Xatur eine schwarz braune Masse von schmutzigen Orks, deren Geruch bis hier oben reichte . Eine widerliche Ausgeburt der Hölle, dachte Xatur und löste sich von der Felswand, um weiter zu klettern. Wohl etwas zu früh,denn einer der letzten Orks in der Truppe schaute nach oben und erkannte eine Bewegung. Ein greller Schrei stoppte den Rest der Orks und sie schauten nach oben. Die Zwerge waren entdeckt, durch Xaturs voreilige Bewegung ist die Höllenbrut auf sie aufmerksam geworden und sie suchten die Wand nach einer Möglichkeit ab, den Zwergen zu folgen. Einige der Orks schossen Pfeile nach oben, die ihr Ziel aber nicht mehr erreichen konnten und auf halbem Weg wieder zur Erde zurück flogen, und einigen Orks den Tod brachten, indem sie sich in die Köpfe der Orks bohrten. Die Zwerge kletterten um ihr Leben doch auf seltsame Weise schienen die Orks immer näher zu kommen. Einzelne kleine Steine fielen von oben herab, größere folgten ihnen „Steinschlag! Bringt euch in Sicherheit! Schnell!” rief jemand aus den Reihen der Zwerge. Doch für einige kam die Warnung zu spät am Körper getroffen wurden sie mit in die Tiefe gerissen. Nur einige gellende Schreie waren zu hören, andere starben schon im Fall nach unten. Auch die Orks wurden von dem Steinschlag überrascht. Auch sie verloren eine große Anzahl der Ihren. Doch in ihren Augen war Blutgier, die sie trotz Steinschlag weiterklettern ließ. Ork um Ork wurde von Felsmassen getroffen und ihre Anzahl verminderte sich von Minute zu Minute, aber irgend etwas trieb sie unbarmherzig an. Als der Steinschlag vorbei war, zählten die Orks nur noch etwa dreißig Mann , doch ihre Mordlust war ungebrochen. Xatur der alles aus seinem Versteck beobachtet hatte, sah nun einen sehr geschwächten Feind, immer noch gefährlich, doch nicht mehr unbesiegbar, und Xatur wünschte sich eine Ebene im Fels, um diesem Spuk endlich ein Ende zu bereiten. Doch sie mussten weiter. Hier war kein Platz für ein Gefecht. Wenn sie den Gipfel erreichten dann. wieder Steinschlag und Xatur wurde getroffen, der Stein riss ihn mit in die Tiefe. Plötzlich griff jemand nach ihm und bremste seinen Fall in die Tiefe. Es war Handei der nach ihm griff und ihm somit das Leben rettete. Doch an der Schulter von Xatur klaffte eine große Wunde, die sofort behandelt werden musste. Xatur konnte nicht weiter, “ klettert weiter und lasst mich zurück, rettet euch.” Doch niemand schien auf ihn zu hören, sofort kümmerte man sich um die Wunde ihres Königs. Andere nahmen Pfeil und Bogen und versuchten die Orks aufzuhalten und es schien ihnen zu gelingen, mehr und mehr Orks stürzten in die Tiefe. Plötzlich herrschte Ruhe waren sie tot? Man sah auch keinerlei Bewegung mehr, alles war ruhig. Einige Bogenschützen blieben zurück, während sich die Zwerge und ihr verletzter König auf den Weg zum Gipfel machten. Es ging Xatur sehr schlecht, und die Sorge um ihn ließ die Zwerge sehr vorsichtig weiterklettern. Sie waren bemüht jede Erschütterung zu vermeiden und doch gelang dies nicht immer. Doch von Xatur war kein Laut des Schmerzes zu hören. Höher und höher führte der Weg und jedes Augenpaar der Zwerge schaute mit einem flüchtigen Blick in die Tiefe, ob die Orks sie nicht doch noch verfolgten. Doch nichts war zu sehen alles war still - bis auf den Wind, das ewige Rauschen der Berge. Doch plötzlich! „Seht dort unten der Boden bewegt sich!”Orks, Tausende von Orks, es sah aus, als bewege sich der Boden und sie waren auf dem Weg zu der Schlucht. Eine nicht endende Flut von Orks drängte aus der Höhle. Einem geheimen Befehl folgend strömten sie durch die Schlucht und auf den Weg in das Land der Bakaar. Die Menschen waren zwar fort, aber achtzehn Völker der Zwerge lebten noch weit verstreut dort. Und die Orks waren nun auf dem Weg zu ihnen, angetrieben von Blutgier. Für die Zwerge auf dem Berg gab es keine Möglichkeit ,die ihren zu warnen die Jäger waren zu Gejagten geworden. Der dunkle Magier wollte eine Entscheidung seine Geduld schien ein Ende zu haben.

Kapitel 33

Langsam kam Dolgin wieder zur Besinnung. Sein Kopf schmerzte höllisch, doch er blieb regungslos liegen und hörte, dass sich jemand unterhielt. Von Überfall und Befreiung und Kampf war die Rede. “ Wo ist der Fremde, der hier eingedrungen ist?” hörte Dolgin jemand fragen, dann kamen Schritte auf ihn zu. “ Ich kenne diesen Mann, gestern Nacht sprach ich in der Schänke mit ihm. Er wollte die Elfen um Hilfe gegen den dunklen Magier bitten. Doch dass sich die Schergen des Magiers sich längst hier aufhielten, schien er nicht bemerkt zu haben. Doch nun ist die Zeit des Aufstandes gekommen. Lieber in Ehren sterben, als weiter unter der Knute dieses Teufels zu leben. Gebt mir Bescheid, wenn er zur Besinnung kommt, ich würde ihn zu gern fragen, was er sich vorgestellt hat, wie er uns helfen wollte!” “ Ich halte ihn für einen Spion oder seid ihr alle wirklich so einfältig zu glauben, dass dieser Teufel nicht bemerkt hat, das etwas in der Stadt vorgeht? Und du, Sumar willst noch mit dem da Reden? Machen wir dem ein Ende und schicken ihn zu seinen Ahnen, wenn er welche hat!” Dolgin wurde klar, in welcher Situation er sich befand, sollte er sich bemerkbar machen oder weiter den Bewusstlosen spielen…? Es gibt vielleicht eine Möglichkeit, sich von hier fort zu schleichen. Seine Fesseln waren schlecht gebunden und lockerten sich schon leicht, nun mussten nur die beiden, die als Wachen zurück blieben, verschwinden. Der Rest der Männer ging aus dem Raum. Dolgin hörte nur noch einige Wortfetzen. “ Ihr müsst vorsichtig sein .........passt auf, mit wem ihr redet... Und wir müssen wissen wie... Dann können wir unseren Kö....... Dolgin gab sich die größte Mühe, doch er hörte nur unterbrochene Sätze ohne einen Zusammenhang. Wurden hier vielleicht nur große Worte geführt ? Dolgin hatte das Gefühl, dass sie nicht wussten was zu tun ist, um den König zu befreien. Diese Leute benahmen sich wie Kinder. Oder wie Leute, denen eine Führungsperson fehlte. Dolgin fühlte sich zusehends mehr in Gefahr. Dann waren seine Hände frei. Mit zugekniffenen Augen blinzelte er in den Raum. Die Zwei, die zu seiner Bewachung zurück gelassen wurden, saßen mit den Rücken zu ihm. Die hatten kein Interesse zu schauen, wie es ihm geht, das war ihnen wohl vollkommen egal. Dolgin hob vorsichtig seinen Kopf und schaute sich um, ob es in seiner Nähe einen Fluchtweg gab, aber er lag an einer Wand und der einzige Ausgang war dort, wo die beiden Kerle saßen. Jetzt wünschte er sich einige seiner Zauberkräfte zurück, aber die wurden ihm nur in seinem Wald gewährt. Oder sollte er es doch einmal mit der Unsichtbarkeit versuchen? Dolgin konzentrierte sich und vorsichtig blinzelte er zu seinen Beinen..... Nichts, es veränderte sich nichts. Dolgin dachte über einen Zauberspruch nach, den ihm ein Magier vor sehr sehr langer Zeit verraten hatte und den er nur einmal benutzen konnte, wenn er sich in Gefahr befand, danach war dieser wirkungslos. Dolgin versuchte sich an die alte Zeit zu erinnern es war ein schwieriges Unterfangen, denn die Zeit drängte und er wusste nicht, wie lange sie ihm noch Zeit ließen. Diesen Leuten konnte er nicht mehr vertrauen. Plötzlich erinnerte Dolgin sich, leise sprach er den Zauber - aber es geschah nichts. Hatte er sich geirrt? Hatte er etwas falsch gemacht? Doch dann geschah etwas, das auch Dolgin nicht erwartet hatte, er löste sich in einer Nebelwolke auf, schwebte zur Decke des Raumes über den Wachen hinweg und durch den Spalt der geschlossenen Tür. Hinter dieser Tür senkte sich der Nebel zur Erde und er wurde wieder Dolgin, er schaute an sich herunter und konnte es immer noch nicht glauben, was da mit ihm geschehen war. Doch dann wandte er sich schnell dem Ausgang zu. Zumindest meinte er, dass es der Ausgang ist. Aber etwas versperrte ihm den weiteren Weg, diese Tür besaß einen Mechanismus, sie war nicht zu öffnen. Den Zauber konnte er nicht mehr anwenden, das war nur einmal möglich. Dolgin schaute sich in dem Raum um, dieser glich dem, aus dem er eben entkommen war - ein fensterloser, düsterer Raum. In einer Ecke war es sehr dunkel, dorthin ging Dolgin und verschwand in der Dunkelheit. Da sprang die Tür auf und die Wachen von Dolgin stürmten nach draußen. “Wenn das die Fanderus erfahren, werden sie uns umbringen!” “ Sei still und öffne die Tür, irgend wohin muss der ja sein!” Dolgin in seiner dunklen Ecke sah, wie einer der Wachen einen Stein heraus zog, ihn einmal drehte und wieder einfügte - nun öffnete sich die Tür. “ Die Fanderus? Also gibt es doch noch andere, die die Fäden ziehen. Aber diese will ich nicht kennen lernen ich werde mich aus dem Staub machen !” dachte Dolgin bei sich. Er wartete noch einen Augenblick, dann ging er zu dieser Wand und betätigte den Stein, um die Tür zu öffnen, und wirklich - es gelang, sie gab ihm den Weg frei und Dolgin sah zu, dass er hier verschwand. Immer dich an den Hauswänden entlang und immer auf er Hut. Plötzlich sah er einen Schatten von oben und ehe er sich versah, wurde er von etwas in die Höhe gehoben. Sein alter Freund Hagar hatte ihn in seinen Fängen und sie waren im Nu in luftiger Höhe. Der Flug über die Stadt der Elfen, über einen Wald und in sicherer Entfernung setzte Hagar zur Landung an. Auf dem Boden angekommen holte Dolgin tief Luft, er war dem Wahnsinn entkommen, er hatte einen guten Freund, auf den er sich verlassen konnte. “Mein Freund, Schlimmes geht bei den Elfen vor sich, ich habe viel aus der Luft gesehen, der Tod geht um bei den Elfen, von ihnen haben wir keine Hilfe zu erwarten!” “ Aber die Adler, sie holen die Könige der Völker die hier leben, wir haben sie in den Tod geschickt.” “ Seid unbesorgt , es sind noch genügend der meinen hier, ich hab’ sie geschickt, um die anderen zu warnen! Wir werden einen anderen Platz finden, um mit ihnen zu reden. Solange sie mit den Adlern unterwegs sind, wird ihnen kein Leid geschehen. Die Adler schützen sie mit ihrem Leben.” “Hagar, wo sollen wir hin - es ist fast Nacht, wo sollen wir übernachten, ohne das wir in Gefahr geraten und entdeckt werden.” Hagar schaute Dolgin an und schaute dann in eine Richtung, in dem ein mächtiger Baum stand.” Dort oben sind wir sicher mein Freund, sagte Hagar und wenn man genau hinsah meinte man, ein leichtes Grinsen in Hagars Gesicht zu sehen. “ Neeiinnn, das ist nicht euer Ernst, das ist viel zu hoch, wenn wir stürzen. So mächtige Bäume habe ich selbst in meinem Wald nicht.” “ Gut ,sagte Hagar, dann bleibt hier und lasst euch braten, wenn sie euch erwischen “, er breitete seine Flügel aus und wollte gerade abheben. “Halt - wartet, ich habe es mir überlegt, ich werde euch begleiten, aber nur um aufzupassen, dass euch nichts passiert!” “ Dann kommt, ich werde sehr gut schlafen mit einer Wache wie ihr” ! “ Hab ich da ein Lachen gehört?” fragte Dolgin.” “Aber nein, da täuscht ihr euch, so etwas würde ich niemals wagen” sagte Hagar und flog in den Baumwipfel.

Kapitel 34

Langsam löste sich ein Schiff nach dem anderen vom Ufer. Sie alle steuerten ein Ziel an, das geheimnisvoll und verborgen an einem Ort hinter dem Horizont lag. Die Seeleute machten stumm ihre Arbeit, nicht ein Wort war von ihnen zu hören. Fagul, der an Bord eines der ersten Schiffe gegangen war, schaute zum Horizont - der noch immer das gleiche Bild bot wie vor Stunden -Wasser, nicht als Wasser. Langsam neigte sich die Dunkelheit über dem See. Es war fast windstill, der See war glatt wie ein Spiegel, so dass die vielen Schiffe langsam zum Stillstand kamen. Fagul schaute sorgenvoll zu dem Segel, das ebenfalls langsam in sich zusammen fiel. ” Seid unbesorgt, wir werden nicht stehen bleiben - eine geheime Kraft zieht uns in eine Strömung und diese bringt uns zu dem Ort, an dem ihr erwartet werdet”. Fagul wandte seinen Blick von dem Segel in die Richtung aus der er annahm, das jemand mit ihm spräche, doch er sah nur einen dieser geheimnisvollen Seeleute, wie dieser sich von ihm entfernte. Es herrschte absolute Dunkelheit auf dem See, keines der Schiffe hatte ein Licht, das ihre Position anzeigte. Und doch stieß keines dieser Schiffe mit einem anderen zusammen. Fagul bemerkte, dass die Schiffe langsam wieder Fahrt aufnahmen, mit jeder Minute näherten sie sich dem Ufer. Stunden vergingen und es hätte eigentlich der Morgen grauen müssen, doch es blieb dunkel. Fagul hörte Schritte, es näherte sich ihm jemand. - ” Mein Herr Fagul, seid ihr es, der dort steht? Man sieht die Hand vor Augen nicht, es wird immer schlimmer!” Es war Tersal , der auf Fagul zu ging. “ Ich habe einen dieser Seeleute gefragt, warum es nicht hell wird, und glaubt ihr, er hätte mir geantwortet? Nein, er wandte sich um und ging.” “Es ist mir auch schon aufgefallen, dass sie alle wohl stumm sind, und doch hat einer von ihnen mir vor geraumer Zeit etwas gesagt. Oder habe ich es mir nur eingebildet? Es ist schon unheimlich an Bord dieser Schiffe. Ich habe eine Bitte an Euch, Herr Tersal, geht zu unseren Männer und sagt ihnen, sie sollen wachsam sein. Mir gefällt es nicht, wie diese Leute sich benehmen”. “ Wie ihr wünscht, mein Herr.” Tersal wandte sich um und verschwand wieder in der Dunkelheit. Nur das leise Schlagen der Wellen an die Bordwand konnte Fagul hören, es herrschte Stille. Unheimliche Stille!! - Fagul glaubte etwas gehört zu haben aus der Tiefe des Sees .Etwas war auf dem Weg an die Wasseroberfläche. Vorsichtig bewegte sich Fagul von der Reling zur Mitte des Schiffes. Ein scharrendes Geräusch wurde laut, das Geräusch eines Schwertes, das aus der Scheide gezogen wurde. Da stand Fagul mit gezogenem Schwert und harrte auf das, was dort aus dem Wasser auftauchten würde. Sekunden wurden zu Minuten, der Körper Faguls war angespannt und zum Kampf bereit. Da hörte er erneut Geräusche, diesmal kamen diese aber aus dem Inneren des Schiffes. Es waren die Krieger der Bakaar. Auch sie hatten diese Geräusche aus der Tiefe gehört. Einer der Krieger entfachte einen Brandpfeil und schoss diesen hoch in die Luft, es war ein Warnzeichen für die anderen Schiffe und gleichzeitig erhellte er für einen Augenblick die Oberfläche des Sees. Auch von den anderen Schiffen wurden Brandpfeile in die Luft geschossen, sowohl als Antwort wie auch als einzige Möglichkeit, die Wasseroberfläche zu erhellen. Doch so sehr die Bakaar sich auch bemühten - sie sahen nur eine glatte Oberfläche. Nichts deutete darauf hin, dass aus der Tiefe eine Gefahr drohte. Doch die Bakaar blieben wachsam, sie wussten, dort draußen war etwas, das sie belauerte. Immer wieder wurden Brandpfeile in die Luft geschossen. Ruhe, absolute Ruhe herrschte, auch die Geräusche aus der Tiefe waren nicht mehr zu hören. Plötzlich - das Wasser schien zu kochen. Fagul sah Im Schein der Brandpfeile wie das Schiff unweit von ihm einfach auseinander gerissen wurde. Die Leute darauf hatten keine Chance sie waren in Sekunden zu ihren Ahnen geschickt worden. Es begann ein Kampf gegen ein unheimliches Wesen, dem es keine Mühe machte, ein ganzes Schiff auseinander zu reißen. So schnell, wie der Angriff kam, so schnell war auch alles wieder vorbei. Fagul ließ Fackeln entfachen, um wenigstens ein wenig die Umgebung des Schiffes auszuleuchten. Das Wasser hatte sich wieder beruhigt und einige tote Körper schwammen an dem Schiff, auf dem sich Fagul befand, vorbei. Fagul schaute ihnen nach, doch plötzlich riss er einem der Krieger die Fackel aus der Hand, er glaubte im fahlen Licht eine der Leichen an seiner Kleidung erkannt zu haben. Und richtig, es war Rempa - nun war auch er tot. Tiefe Trauer überfiel Fagul, sie flohen nicht nur vor dem dunklen Magier, auch der Tod schien Hunger auf das Volk der Bakaar zu haben. Auf einem anderen Schiff befanden sich Johann und Handel. Sie beobachteten das Geschehen aus der Ferne, bis Handei seinem Schützling auf die Schulter tippte.” Komm mit, wir müssen unsere Waffen holen. Nun kannst du mir zeigen, was du gelernt hast.” Johann folgte Handei unter Deck dort hin, wo sie ihre Waffen deponiert hatten. Handei gab ihm Schwert, Messer, Pfeil und Bogen, dazu noch einen Speer. So bewaffnet begaben sie sich wieder an Deck und warteten auf den Angriff des unbekannten Gegners. Überall auf den Schiffen war es gespenstisch ruhig, das Wasser hatte wieder eine glatte Oberfläche, nichts deutete auf einen neuen Angriff hin und doch erahnten die Bakaar die Gefahr, die aus der Tiefe des Sees auf sie lauerte. Die geheimnisvollen vermummten Seeleute waren verschwunden. Fagul schickte nach ihnen. Nach einiger Zeit kehrte einer der Krieger zurück. “Mein Herr, ich habe alles durchsucht, aber von den Seeleuten ist niemand mehr auf diesem Schiff, wir sind auf uns gestellt.” Was soll nun werden, von der Seefahrt haben wir kein Verständnis. Sollte der Arm des dunklen Magier schon bis hier her reichen? Wenn Wind aufkäme, würden wir entkommen können, vielleicht. Aber in dieser Strömung? Viel zu langsam. Wo sind diese Wesen nur hin. Es kann nicht sein, dass sie das Schiff verlassen konnten, ohne das es jemand gehört hätte. Fagul schickte nach dem besten Bogenschützen mit dem stärksten Bogen, dieser sollte einen Pfeil mit einer Botschaft zu dem am nächsten gelegenen Schiff schießen. Er wollte wissen, ob sich auch dort keine der Seemänner mehr finden ließen und sie sollten die Botschaft an die anderen Schiffe weiterleiten. Wenn auch dort keine Besatzung mehr war, solle eine Fackel geschwenkt werden. Der Pfeil wurde abgeschossen und wenig später sahen sie die brennende Fackel dann noch eine und noch eine überall wurden Fackeln geschwungen. Sie waren allein, auf einer Fahrt ins Ungewisse.

Kapitel 35

Es lebten noch zwölf Völker der Zwerge im Land der Bakaar. Diese hatten zwar von der Flucht der Menschen gehört, aber das Land war weit und die Menschen lebten fern von ihnen. Die Zwerge kümmerten sich nicht um die Menschen, zu sehr war das Misstrauen zu jenen, die fern ab in der weißen Stadt lebten. Die Kinder der Zwerge spielten ausgelassen auf der weiten, grünen Ebene. Einige der Zwergen- Frauen betreuten sie und passten auf, dass sie sich nicht zu weit vom Dorf entfernten. Die Männer der Zwerge machten sich derweil auf den Weg in den Berg, den sie seit Jahrhunderten aushöhlten auf der Suche nach Bodenschätzen. Es war eine sorglose Zeit für die Kinder. Sie spielten ausgelassen, sangen und liefen um die Wette. Bis........ ! Bis eine der Frauen von einer der Anhöhen gelaufen kam und aufgeregt rief sie immer nur ein Wort--------- Orks ! Orks! - Erschöpft gelangte sie zu den Ihren und berichtete, was sie gesehen hatte. “ Sie kommen über die Hügel - Tausende von Orks und sie kommen schnell näher! Schnell, Schnell, wir müssen zu unseren Männern und sie warnen! Holt die Kinder, lauft mit ihnen zu den Fluchthöhlen - noch können sie uns nicht sehen!” Dann lief sie weiter so schnell sie konnte zu dem Dorf, in dem sie lebte um auch diejenigen zu warnen, die sich noch dort befanden. In der Ferne hörte man schon ein Stampfen von tausenden von Füßen. Tungars - riesige Wesen, die nur für den Krieg geschaffen wurden, begleiteten die Orks. Es waren grauenhafte Geschöpfe, die alles nieder- trampelten, was ihnen in den Weg kam. Im Dorf machte sich der Rest der Zwerge auf den Weg in die Fluchthöhlen. Es war eine uneinnehmbare Festung, deren Eingang mächtige Mauern schützten. Niemals seit Zwergengedenken war diese letzte Zuflucht gefallen. An den Mauern waren die vielen Angreifer, die die Zwerge unterjochen wollten, gescheitert. Als der letzte Zwerg in die Feste gelangte, schlossen sich die mächtigen Tore. Oben auf der Mauer, die eine Breite von sechs Metern aufwies, sammelten sich immer mehr bewaffnete Kämpfer. Aufgeregt und doch mit einer zum Zerreißen gespannten Stille warteten sie auf den Ansturm der Geschöpfe der Finsternis. Eine wabernde dunkle Wand kroch über die letzte Anhöhe und gelangte auf die Ebene, auf der noch vor kurzer Zeit die Kinder spielten. Nun lag alles verlassen vor ihnen. Nach einiger Zeit kamen die Orks zu dem Dorf, doch alles was sie fanden, waren leere Hütten und nicht ein Zwerg war zu sehen. Wie eine riesige Welle durchfluteten die Orks das Dorf und brannten alles nieder. Langsam setzte die Dunkelheit ein. Die Zwerge sahen einen rotglühenden Himmel, dort wo ihr Dorf stand und alle wussten, was dort geschieht. Indes wurden hinter den Mauern alle Vorbereitungen für einen Kampf getan. Es wurden große Behälter an die Mauer geschafft dorthin wo seltsame Rillen durch die Mauer in die Tiefe führten. In diesen Behältern schwappte eine ölig fette Flüssigkeit, diese wurde auf eine bewegliche Platte gehoben, die in Richtung der Wehrmauer gekippt werden konnte. Dann kamen sie - die Armee des dunklen Magier, erhellt von tausenden von Fackeln, die sie mit sich trugen. Doch plötzlich hielten sie inne und standen still da, nichts war mehr zu hören. Über ihnen erschien wie aus dem Nichts das Abbild des Magier und es sah aus, als suchte er etwas, schaute zu den Orks und das Trugbild verschwand wieder. Wie auf ein geheimes Kommando erschallten aus Tausenden von Kehlen furchtbare kehlige Schreie. Dann stürmten die Orks gegen die Mauer, lange Leitern wurden an die Mauer gelegt, mit deren Hilfe die Orks versuchten, hinauf zu gelangen. Doch sie wurden immer wieder abgewehrt. Kurz bevor sie die Zinnen erreichten, stießen die Zwerge mit Hilfe langer Stangen die Leitern nach hinten, sodass sie mit den Orks in die Tiefe fielen. Dann wurden die großen Behälter, in denen sich die Flüssigkeit befand, in Brand gesetzt und in Richtung Mauer gekippt, sie floss in die Rinnen nach unten und ergoss sich über die Orks, die sofort Feuer fingen und ein grausames Ende fanden. Die Orks fanden keinen Weg, um auf diese Mauer zu kommen, nun wurden die Tungars geholt. Sie hatten große Platten aus Horn an ihrem Schädel, zudem schafften die Orks große Rammen heran. Mit den Tungars und den Rammen versuchten sie nun, eine Bresche in die Mauer zu schlagen. Unter dem Pfeilhagel der Zwerge näherten sie sich der Wehrmauer. Mit ungeheurer Wucht rammten die Tungars ihre Schädel gegen die Mauer, darauf hin ging eine Erschütterung wie bei einem leichten Beben durch die Mauer. Aber sie hielt, es waren nicht einmal Risse auftreten. Doch der Angriff verstärkte sich immer mehr und die Zwerge entschieden sich, jemanden auf den Gipfel des Berges zu schicken, um das “Am-Ra” zu entzünden. Es war ein Leuchtfeuer, das die anderen Zwergen Völker um Hilfe in der Not bat. Und das “ Am Ra” wurde gesehen - Feuer um Feuer wurde entzündet, um alle Zwergen Völker zu benachrichtigen und Hilfe zu erbitten. Immer und immer wieder rammten die Tungars ihre gepanzerten Schädel gegen die Mauer und es zeigten sich erste Risse im Gestein. Felsbrocken ließen die Zwerge nach unten fallen und manchmal trafen sie auch einen Tungar - richteten bei ihnen aber wenig Schaden an - zu stark war die Panzerung. Bei den Orks sah das anders aus, sie fielen zu hunderten den Felsbrocken zum Opfer, doch immer wurden die Lücken sofort wieder geschlossen ,so groß war ihre Anzahl. Die Orks stürmten die ganze Nacht auf die Mauer ein . Bei den Zwergen wurden die Verluste, die ihnen die Orks zufügten, langsam bemerkbar. Es wurden immer öfter Zwerge von anderen Stellen abgezogen, um die Reihen zu füllen. Und noch ein Feind tauchte unerwartet auf - !! Müdigkeit, bleiernde Müdigkeit...... Die Zwerge hatten keine Reserve an Kämpfern, alle standen auf den Mauern im Kampf gegen die Orks. Die Nacht verging, über die Berge kroch langsam die Sonne und sie zeigte das ganze Ausmaß der nächtlichen Schlacht. Die Orks in ihrem Blutrausch aber kannten keine Pause, auch Erschöpfung war ihnen fremd, und immer wieder rammten sie gegen die Wehrmauer und dann wurde es wieder Nacht. Berge von toten Orks lagen auf dem Schlachtfeld und diese benutzten die anderen Orks, um eine Art Rampe zu bauen, das sollte es ihnen erleichtern, die Mauer zu bezwingen. Mit der Zeit wurde die Situation der Zwerge bedenklich, ihre Reihen lichteten sich immer schneller. Verzweifelung breitete sich aus, niemand glaubte, dass es noch Hilfe gab und wenn - sie kam dann sicher zu spät. Der Widerstand wurde immer schwächer, das spürten auch die Orks und verstärkten noch einmal ihren Angriff. Mit aller Macht gingen sie die Mauer an, eine Entscheidung ließ nicht mehr lange auf sich warten. Auf einmal stockte der Angriff, ein Ton, so laut und furchteinflößend, ließ alle erstarren . Die Orks schauten sich um, Panik brach unter ihnen aus, damit hatten sie nicht gerechnet ! - Zwerge, tausende von Zwergen tauchten hinter den Orks auf, und nicht nur zu Land, auch der Himmel verdunkelte sich. Große Vögel, den Adlern gleich, griffen die Orks aus der Luft an. Voller Panik ergriffen die Orks die Flucht vor einem neuen, unbekannten Feind. Noch einmal entbrannte eine gnadenlose Schlacht, in der die Orks aber nicht viel Gegenwehr leisteten, der Überraschungsangriff war gelungen, noch einmal hatten die Zwerge den Feind bezwungen. Nun war es an der Zeit, die Toten zu begraben und sie machten sich auf, das Land zu verlassen. Denn die Orks würden wiederkommen in noch größerer Anzahl und grausamer als je zuvor. Nur einen Vorteil hatten die Zwerge noch, sie gingen durch den Berg, dort waren die alten Gänge, die von ihren Ahnen angelegt worden waren um vor einen unbesiegbaren Feind flüchten zu können.

Kapitel 36

Als Dolgin erwachte war es schon heller Tag, ein warmer Wind kitzelte sein Gesicht und ein Gefühl von Wohlbehagen durchströmte seinen Körper. Selten hatte er so gut und tief geschlafen. Noch einmal recken und dann aufsehen und Hagar wecken, er ist genauso ein Langschläfer wie ich , dachte Dolgin. Doch als er die Augen öffnete, war er allein in dem Wipfel des Baumes. Hagar war fort. Dolgin schaute vorsichtig nach unten in die Tiefe und zuckte im selben Augenblick zurück. Dass es so hoch ist, hatte Dolgin am gestrigen Abend nicht gesehen. Nun stellte sich die Frage, wie hier von dem Baum runter kommen. Da sein Freund Hagar sich ohne ihn fortgemacht hatte, würde es wohl ein schweres Unterfangen werden und einige Zeit dauern, bis Mutter Erde ihn wieder hatte. Was hatte ihn auch geritten, sich von Hagar mit auf den Baum tragen zu lassen. Vorsichtig tastete Dolgin mit den Füßen nach dem ersten Ast. Der große rote Hut behinderte ihn beim Klettern, doch da er nicht wusste, wo er diesen sicher deponieren konnte, ließ er ihn auf dem Kopf. Wider erwarten gelangte Dolgin schnell nach unten bis.... Dolgin rutschte vom Ast, auf den er seinen Fuß setzen wollte, dieser schnellte nach oben und riss ihm den Hut vom Kopf. Er konnte es nicht verhindern und schaute ihm nach, wie der Hut im weitem Bogen nach unten fiel. Immer näher kam Dolgin dem Erdboden, und als er schließlich wieder auf festem Boden, stand schaute er sich als erstes nach seinem Hut um. “ Suchst ihr diese doch recht merkwürdige Kopfbedeckung?” Dolgin schaute sich um und sah seinen Freund Hagar. “ Wo kommst ihr denn so plötzlich her? Und gebt mir meinen Hut zurück, euch würde er doch nie passen!” Dolgin ging auf Hagar zu und nahm ihm seinen Hut ab. Nun war er wieder komplett. “ Wo wart ihr ? Könnt ihr mir das beantworten ,lässt mich da oben ganz allein, was hätte nicht alles passieren können?” “Ich weiß nicht was ihr habt, es geht euch doch gut, und wie ich sehe, ist doch noch alles an euch dran! Nun Spass beiseite, die Adler mit den Vertretern der Völker sind zurück. Sie sind auf einer Ebene in der Nähe der Berge dort hinten. Nun warten alle auf euch.” “ Dann wollen wir sie nicht warten lassen”, antwortete Dolgin. Als er wieder auf Hagar saß, erhob dieser sich wieder in die Lüfte. Näher und näher kamen die Berge. Die Ebene tauchte in der Ferne auf:” Dort ist sie, Dolgin, alles wartet darauf, was du zu sagen hast. Tatsächlich, dort waren Zelte aufgeschlagen, viele Zelte - damit hatte Dolgin nicht gerechnet - dass es so viele waren, die seinem Ruf folgten. Hagar setzte zur Landung an. Auf dem Boden angekommen, ging Dolgin durch die Reihen der Ankömmlinge, die ihn mit fragenden Augen beobachteten. Dolgin überlegte sich, wie er am besten mit seiner Rede anfangen könnte. Es wird bestimmt nicht leicht sein, die Leute zu überzeugen. Schon der Anblick könnte manchen erschaudern lassen. Grimmige, wilde Krieger waren es, die - obwohl sie furchterregend aussahen, doch Sorge um das Wohlergehen ihrer Völker hatten. Hoch über ihnen flogen die Adler weite Kreise, auf Hagars Adler konnte Dolgin sich verlassen, ihren Augen entging nicht die kleinste Bewegung . “ Hagar, es sind viel mehr, als ich erwartet habe! Wie viele mögen es wohl sein?” “Diese Frage kann ich euch auch nicht beantworten, aber wenn ich mich so umschaue, müssen es weit über sechs Dutzend Völker sein, die eurem Ruf gefolgt sind. Was wollt ihr ihnen sagen? Sie warten alle voller Ungeduld.” Dolgin hatte mit einer handvoll Völker gerechnet, aber das übertraf all’ seine Erwartungen. Wenn sie alle sich ihm anschliessen, müssten es Tausende von Kriegern sein. Nun es gab kein zurück, er musste zu ihnen sprechen. Dolgin sah in der Nähe eine kleine Anhöhe. Das war der richtige Platz, um alles zu überblicken. Dort musste er hin, gefolgt von Hagar, der ihm nicht von der Seite wich. Auf der Anhöhe angelangt, hob er beide Arme nach oben und nach einer Weile war es still, niemand sprach ein Wort, alle wollten hören, was Dolgin zu sagen hatte. “ Mein Namen ist Dohlam Schagkira Poulgimtin und ich bin auf der Suche nach Kämpfern für die große Schlacht gegen den Dunklen Magier................” Dolgin fuhr fort und erzählte vom Einfall und Angriff der Orks auf das Land der Bakaar, und dass er nun den Widerstand gegen diesen Tyrannen aufstellen wollte, und dass die Bakaar auf Hilfe angewiesen waren.( Dolgin wusste zu dieser Zeit nichts von der Flucht und dem Leid, dass die Bakaar ertragen mussten) Auch dass er bei den Elfen war, verschwieg er nicht. Darauf riefen einige, dass ihre Völker nicht Seite an Seite mit diesen hochnäsigen und überheblichen Elfen in den Kampf ziehen würden. Da diese nur verachtend auf die anderen Völker schauen würden. Dolgin aber sprach weiter und erklärte, dass er aus der Stadt der Elfen flüchten musste, da sie sich selbst bekämpften und dass er den Verdacht hatte, dass der dunkle Magier seine Macht bis dorthin gebracht hatte. “ Die Elfen werden nicht mit uns kommen!” Darauf hin beruhigten sich die Abgesannten wieder und Dolgin sprach weiter. Es vergingen Stunden und am Ende seiner Rede hörte Dolgin, dass man sich nun zur Beratung zurück ziehen würde. Sie würden ihn rufen wenn es ein Ergebnis gab. So verließ Dolgin die Anhöhe in der Hoffnung, dass sie ihm folgen würden.

Kapitel 37

Johann stand an der Seite von Handei und hielt den Speer vor Anspannung so fest, dass seine Handknochen weiß hervor traten. Doch nichts war zu sehen . Es herrschte eine gespenstische Stille. Immer noch wurden Brandpfeile abgeschossen, um die Wasseroberfläche zu erhellen, doch nichts war zu sehen. Doch mit einem Mal wurden vier, fünf, sechs Brandpfeile direkt auf sie abgeschossen. Johann und Handei konnten im letzten Moment den Pfeilen ausweichen und verfolgten ihren Flug - und sie sahen das Ungeheuer, das lautlos hinter den Schiffen der Bakaar auftauchte. Sie schauten in zwei rotglühende, wilde Augen. Im Licht der Brandpfeile zeichnete sich auch der Körper des Untieres ab, es war kein Fisch und kein Landtier, es hatte einen Kopf, der einer Echse glich, mit scharfen Zacken, die sich vom Kopf über den Nacken und den ganzen Rücken erstreckte. An seinen Beinen befanden sich große scharfe Klauen. Das Ungeheuer kam bedrohlich näher und plötzlich hob Johann den Speer, den er noch vor wenigen Augenblicken verkrampft umklammerte, zielte einige Sekunden und schleuderte den Speer mit gewaltiger Kraft dem Ungeheuer entgegen und dieser drang dem Monster genau in das rechte Auge. Ein Schrei, der an Lautstärke alles übertraf, was die Bakaar kannten, stießt das Monster aus , dann kippte es nach hinten über und versank in der Tiefe der Sees. Handei stand neben Johann, schaute ihn an und konnte nicht glauben, was er da sah. Er - der noch nie eine solche Waffe in der Hand gehabt hatte, rettete vielen Bakaar das Leben durch seinen Einsatz. Auch Johann, der auf seine Hand schaute, konnte nicht glauben was eben geschehen war. Ungläubig schaute er Handei an:” Habe ich das getan?” “ Ja Herr, das habt ihr getan” antwortete Handei und kniete mit Achtung vor Johann. Dieser schaute sich ein wenig unsicher um und sah, dass alle, die sich auf dem Schiff befanden, sich vor ihm verbeugten. Handei schaute zu Johann :” Ihr seid es Herr! Ihr seit der Auserwählte, von dem unsere Bücher berichten. Ihr seid der mächtige Krieger, der gegen den Drachen zu Felde zieht!” - “ Ich? Nein ihr täuscht euch alle, es war doch nur ein glücklicher Zufall, das ich traf. Ich bin der Waffenkunst doch nicht kundig!” Alle schauten zu ihm und er war es überhaupt nicht gewohnt, so im Mittelpunkt zu stehen. Johann hatte das Gefühl von aufsteigender Hitze, die in seinen Kopf zog. Ich werde bestimmt puderrot, ist das peinlich, dachte Johann. Plötzlich rief jemand:” Schaut - dort die Sonne geht auf und in der Ferne ist Land!” Jeder versuchte zu erkennen, was sich dort in der Ferne befand - war es Land oder wieder eine der vielen Illusionen, die sie bis hierher begleiteten. Und wirklich am Horizont tauchte ein schmaler dunkler Streifen auf. War es das Land von der Seherin? Plötzlich waren auch die Seeleute wieder da, keiner von ihnen antwortete auf die Fragen der Menschen, wo sie waren in der Stunde der Gefahr. Sie gingen an den Menschen vorbei ohne sie zu beachten. Und alle wünschten sich den Augenblick herbei, dass sie die Schiffe verlassen konnten. Nach Stunden war es dann so weit. Die Schiffe liefen in eine Art Hafen und die Bakaar konnten endlich wieder festen Boden betreten. Kaum war der letzte Mensch von Bord, legten die Schiffe ab und verschwanden nach einiger Zeit am Horizont. Da standen sie nun allein in einem fremden Land Wohin mussten sie nun gehen, welche Richtung sollten sie einschlagen? Aus dem Unterholz hörten sie Geräusche und es schien als käme da etwas auf sie zu. Schwerter und Pfeil und Bogen wurden bereit gehalten um der Gefahr zu begegnen. Ein riesiger Löwe, auf dessen Rücken sich Flügel befanden, trat aus dem Unterholz und ging auf die Menschen zu. Er schaute mit seinen großen dunklen Augen die Reihen der Menschen ab und fing zur Verwunderung der Bakaar an zu Reden :” Folgt mir, wenn ihr die seid, die meine Herrin erwartet. Ich zeige euch eure neue Heimat, eine Stadt, die der euren gleicht, wurde für euch erschaffen. Wer von euch hört auf den Namen Johann? Ihn erwartet meine Herrin. Nun folgt mir”. Mit diesen Worten wandte der Löwe sich um und die Bakaar folgten ihm mit einigem Abstand und mit einer gesunden Portion Misstrauen. Der Weg, den der Löwe nahm führte genau in den Wald. es war dunkel und nur an einigen Stellen gelang es der Sonne, ihre Strahlen durch die dicht aneinander stehenden Bäume zu schicken. Plötzlich ..ein Geräusch, einige der Bakaar griffen zum Schwert, doch was sie dann sahen - das hatten sie schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen. Ein Hirsch - kräftig, stark mit einem mächtigen Geweih auf dem Kopf. Er hatte die Menschen aus dem Dickicht des Waldes beobachtet. Doch ein Geräusch, das für ihn ungewöhnlich war, ließ ihn die Flucht ergreifen. Auch der Löwe sah, dass die Menschen zu ihren Waffen griffen. Es folgte ein tiefes gefährliches Fauchen des Löwen. “ Lasst die Waffen stecken, nehmt sie in diesem Land nie wieder in die Hand, um etwas ohne Grund zu töten. Meine Herrin duldet in ihrem Land keinen Mord. Haltet euch daran und ihr werdet hier in Frieden leben können.” Er schaute mit seinen Augen die Reihen der Menschen an, wandte sich erneut dem Weg zu und ging weiter, sie zu ihrer neuen Heimat zu führen. Nach einiger Zeit endete der Wald an einer Wiese. Als Johann sie sah kamen die Erinnerungen an seine Kindheit. Johann blieb ich Gedanken versunken stehen und sah sich im Geist, wie er als Kind über die Wiese bei seinem Dorf lief. Er versuchte Schmetterlinge zu fangen, schaute den Flug der Libellen zu, die sich am kleinen Bach tummelten Dann stieß ihn jemand in die Seite und Johann kehrte in die Wirklichkeit zurück. “Hallo - junger Herr! Schlaft ihr mit offenen Augen? Oder sind eure Beine nicht mehr in eurer Gewalt?” Grinste Johann an, und ging seiner Wege. Johann schaute ihm nach, als ob er einen Geist gesehen hätte. Sein Gang ähnelte dem von Dolgin. Aber das war doch nicht möglich, der war doch wer weiß wie viel Tagereisen von hier entfernt. Johann sah sich um und niemand war hinter ihm. Während er hier stand und an die Vergangenheit dachte, sind alle an ihm vorbei gegangen. Nun dann , dachte er , gehen wir weiter! Und folgte den Bakaar. Weit war der Weg und es schien kein Ende zu nehmen. Immer wenn man meinte, dass es der letzte Hügel war über den man ging, öffnete sich eine weitere Ebene, die noch prachtvoller war als die zuvor. Noch den einen Hügel, dann mache ich Rast, einmal muss Schluss sein mit der Lauferei dachte Johann. Er merkte, dass seine Kraft langsam nachließ. Johann sah, dass die Menschen stehen geblieben waren, als ob dort oben eine unsichtbare Mauer ihnen das Weitergehen verweigerte. Je näher er den Bakaar kam, um so mehr bemerkte er, dass alle nur in eine Richtung schauten, als wären sie Hypnose. Johann folgte ihren Blicken, und in diesem Moment verschlug es auch ihm das Atmen. Vor ihnen lag sie - eine Stadt, schneeweiß mit gold leuchtenden Dächern auf den Häusern. Umgeben von hohen Wehrmauern, deren Zinnen in einem kräftigem rot gehalten waren. Der Löwe wandte sich nun zu den Menschen:” Das ist eure neue Heimat geht in die Stadt und sucht euch ein Haus nach eurem Geschmack. Nun möge er zu mir kommen, den man Johann, den Auserwählten, nennt!” Die Reihen der Menschen teilte sich und Johann schritt durch das Spalier, das die Menschen bildeten. Etwas verloren stand er nun vor dem Löwen.” Seid ihr bereit, mit mir zu meiner Herrin Elke vom See zugehen ? Sie möchte euch sehen und sprechen. Schaut, dort oben ist das Schloss der Seherin, lasst uns aufbrechen. Johann schaute in die ihm gezeigte Richtung. Dort war ein gewaltiger Gebirgszug:” Dort müssen wir hinauf?” Ungläubig wandte er sich zu dem Löwen, doch der war verschwunden. An seiner Statt stand dort, wo er eben war, ein großer Albatross :” Setzt auf, wir haben nicht ewig Zeit, man lässt die Seherin nicht warten. Johann kletterte auf den Vogel und ehe er sich versah, erhob dieser sich in die Lüfte. Was würde ihn dort oben erwarten und was wollte sie ausgerechnet von ihm? Nun quälten ihn doch Zweifel, so einfach mit diesem Wesen zu gehen und die Menschen verlassen zu haben.

Kapitel 38

Sie stiegen immer höher. Tury und Narim übernahmen die Führung. Der Zustand von König Xatur war sehr bedenklich, von Zeit zu Zeit erlangte er das Bewusstsein, schreckt kurz auf und sank dann erneut in Bewusstlosigkeit. Die Zwerge hatten ihn auf der Trage festgebunden, so das er nur die Möglichkeit, hatte seinen Kopf zu bewegen. Es vergingen Stunden , dann zeigte Tury auf die Stelle, an der sie aus der Höhle geklettert waren, doch Narim schüttelte den Kopf:” Nein Tury, das können wir nicht, dort unten ist der Gang verschüttet, hast du es vergessen? Wir müssen einen Weg über den Berg finden.” - “ Aber es wird zu lange dauern, der König wird sterben, wenn wir weiter klettern -lass es uns versuchen. Wir machen hier Rast und ich gehe wieder in die Höhle und suche einen Weg, der sicherer ist als der über den Berg. Ich denke, wenn mich zehn Krieger begleiten, ist die Möglichkeit einen Weg zu finden, besser als wenn ich allein gehe.” nach einigen Überlegungen willigte Narim ein. Tury suchte sich zehn Freiwillige und sie stiegen durch die Öffnung zurück in die Höhle. Er war sich sicher, einen Weg zu finden, der sie auf die Grasebene bringt. Narim gab unterdessen Anweisungen, das Lager aufzuschlagen und einen sicheren, geschützten Ort für den König zu suchen. Einfach war es nicht, denn der Raum für ein Lager war doch schon sehr begrenzt und das Lager zog sich daher weit auseinander. Das war für einen Überfall ihrer Feinde ideal, Narim und die Zwerge waren somit so gut wie wehrlos. Aber Narim war ein erfahrener Kämpfer und stellte überall da Wachen auf, wo er es als gefährlich erachtete. Langsam senkte sich die Nacht über die Zwerge. Tury der mit seinen Getreuen indes die Höhle untersuchte, um einen Gang zu finden, der sie schneller aus der Gefahr brachte, war sehr aufmerksam und wies die Zwerge an, so leise wie möglich zu sein. Niemand sollte auf die Anwesenheit der Zwerge aufmerksam gemacht werden. Die Fackeln die sie mitgebracht hatten, wurden angezündet und unter den flackernden Lichtern sahen sie den großen “Dom” in dem sie sich aufhielten. Es gab viele Nischen und etliche Spalten im Fels, die auch ein Eingang eines Ganges sein könnten. Nun gab es nur eine Möglichkeit, sie mussten an einer Seite anfangen und sich nach und nach an der Wand vorarbeiten und hoffen, dass sie einen Gang finden würden, der nicht nach ein paar Metern endete. Bei jedem Geräusch, das sie hörten erstarrten sie in ihrer Bewegung. Doch es waren die Wassertropfen die von der Decke auf den Felsboden fielen und manchmal einen Ton erzeugten, der einem Schritt oder der Anwesenheit eine Wesens glich, das sich ihnen näherte. Narim drehte sich von einer Seite auf die andere, er konnte keine Ruhe finden, lauschte immer wieder in die Ferne. Waren sie wirklich in relativer Sicherheit ? Passten die Wachen auf oder übermannte sie der Schlaf? Immer wieder stand Narim auf und überprüfte die Wachen . Doch sie waren wachsam - nicht ein Geräusch entging ihrem Gehör. Narim sah in den Sternenhimmel, der in seiner ganzen Pracht funkelte und er erinnerte sich an seine Kindheit, seinen Vater mit dem er auf die Jagd ging , der ihm das Innere der Berge zeigte und ihm Frieden für sein Leben wünschte. Als Narims Vater starb endete auch die Jugend von Narim. An all’ das dachte Narim in dieser Nacht und die eine oder andere Träne trat aus seinen Augenwinkeln, ungesehen von seinen Begleitern. Es war eine Nacht der Träume und Erinnerung. So leise, wie es ihnen möglich war, bewegten sie sich durch die Höhle. Tury sah einen der Zwerge, der sich über irgend etwas beugte und dann hörte er ein polterndes Geräusch, das nicht enden wollte, etwas fiel in eine bodenlose Tiefe und schlug immer wieder an die Felswände. Tury lief so schnell er konnte zu dem Zwerg und sah, was geschehen war. Der Zwerg hatte einen Brunnen oder etwas ähnliches gefunden und hatte einen Stein hinein geworfen um die Tiefe zu prüfen. “Was hast du getan ! Habe ich euch nicht gesagt, ihr sollt leise sein! Ihr Narren, mit eurer Neugier werdet ihr uns ins Unglück stürzen” ! Dann versetzte er dem Zwerg einen Schlag, so dass der sofort zu Boden ging. Dann herrschte Stille jeder der Zwerge lauschte in die Dunkelheit. Doch sie hörten nichts - alles schien ruhig zu sein...oder? Da war ein Geräusch, etwas schien durch das Loch im Boden nach oben zu kommen, sie hörten ein tiefes Fauchen. Tury schaute in das Loch und sah in der Tiefe eine Bewegung, jemand oder etwas schien sehr schnell nach oben zu kommen, denn der kleine Lichtpunkt in der Tiefe wurde schnell größer und heller. “ Da kommt etwas, das ist das Ergebnis eurer Neugier, die wir nun alle mit dem Leben bezahlen müssen?! “ Die Gruppe der Zwerge machte sich auf einen Kampf bereit. Dann sahen sie es, ein Dämon aus alter Zeit trat hervor, umgeben von Feuer und langen Fangarmen - ein Kampf über Leben oder Tod begann. Hoch oben auf dem Berg bemerkte niemand die Gefahr, die sich in der Tiefe befand, alles war ruhig, man hörte sogar einige der Zwerge schnarchen. Narim ging zu seinem König und schaute nach seinem Befinden. Doch es hatte sich nicht geändert. Schweiß stand auf seiner Stirn, den Narim vorsichtig mit einem feuchten Tuch entfernte. Eine zeitlang verweilte Narim noch bei ihm, bevor ihn wieder die Furcht vor einem Überfall der Orks zu den Wachen trieb. Tief unter ihm kämpfte Tury um sein Leben. Keine Sekunde hätte Narim gezögert, in der Stunde der Not an seiner Seite zu kämpfen. Furcht breitete sich unter den Zwergen aus. Tury hatte Mühe, sie zu beruhigen und sagte ihnen, sie sollten sich zur Felswand begeben, so hatten sie sich nur in eine Richtung zu verteidigen. Als der Dämon ihnen gegenüber stand richtete dieser sich zu seiner vollen Größe auf. Es war ein mächtiges Wesen und Tury ahnte, dass sie keine Chance gegen dieses Wesen hatten. Der Angriff kam schnell - eine Art Peitsche sauste ihnen entgegen und verfing sich in dem Zwerg, der neben Tury stand, dieser wurde aus den Reihen der Zwerge gerissen und verschwand in den Flammen, die den Dämon umgaben. Als ob das ein Zeichen war, gingen die Zwerge zum Angriff gegen dieses Wesen der Hölle über. Mit gezogenen Schwertern liefen sie auf ihn zu, wurden aber dann von der Hitze der Flammen, die aus diesem Monster zu kommen schienen, gestoppt. Sie hörten wieder dieses Sausen und es waren weitere vier Zwerge verschwunden. Es bestand keine Möglichkeit dieses Monster zu besiegen. Tury gab den Befehl zum Rückzug, jeder sollte sein Heil in der Flucht suchen. Nur wohin sollten sie fliehen, sie waren umgeben von Felswänden, der einzige Weg war hoch oben an der Felsendecke, doch dazu müssten sie an der Wand nach oben klettern und es wäre ihr sicherer Tod. Die einzige Möglichkeit war, sich in den Felsnischen und Vorsprüngen zu verstecken und hoffen, dass sie nicht entdeckt werden. Sie liefen in alle Richtungen auseinander und der erste Zwerg, der ein Versteck fand wurde in letzter Sekunde doch von dem Dämon mit der Feuerpeitsche zurückgezogen. Dann geschah unerwartetes, alle hatten in dem Augenblick, da der Zwerg sein Leben beendete, ihre Verstecke erreicht und sie sahen .... : Der Dämon folgte ihnen nicht, er stand da ,.. völlig regungslos stand er da, er konnte sie nicht wahrnehmen. Nur Bewegungen waren für ihn sichtbar. Immer wieder drehte sich der Dämon um sich selbst und lauerte auf irgend eine Bewegung. Tury - dem es auffiel, dass er sie nicht wahr nahm, hob einen Stein auf und schleuderte ihn in Richtung der Öffnung, aus der der Dämon gekrochen kam. Mit ein bisschen Glück fiel der Stein in die Öffnung und mit lautem Getöse in die Tiefe. Das Glück war auf der Seite von Tury - zwar traf er nicht ganz das Loch, kurz davor fiel der Stein zu Boden, der Dämon bemerkte die Bewegung und lief mit schnellen Schritten zu dem Stein, der immer langsamer auf das Loch zu rollte und doch mit einer letzten Drehung in die Tiefe fiel...gefolgt von einem wütenden Dämon . Nach kurzer Zeit des Wartens herrschte Stille. Die Zwerge verließen vorsichtig ihre Verstecke. Nichts war zu hören, der Dämon war verschwunden. Aber einen Weg durch den Berg, der sicherer wäre, als darüber hinweg zu klettern, den gab es wohl nicht, hier gab es nur den Tod zu finden. Tury fiel es nicht leicht, aber er gab den Befehl nach oben zum Ausgang zu klettern. Hier starben schon zu viele umsonst!

Kapitel 39

Der Albertross trug Johann immer höher, als er in die Tiefe sah, konnte Johann niemanden von den Menschen mehr erkennen. Endlich wurde der Flug des Vogels langsamer und setzte schließlich zur Landung an. Nun glaubte Johann, dass es ein Palast war, in dem die Herrin vom See sich aufhielt, doch was er sah, war eine kleine, armselige Hütte, die an einigen Stellen schon ziemlich einer Ruine ähnelte. “ Wie ? Hier wohnt die Seherin ? Seid ihr sicher, dass wir hier richtig sind?” Daraufhin wandte sich Johann zu dem Vogel um und sah ihn ungläubig an. „Glaubt nicht das, was euch eure Augen zeigen. Dort die Tür - seht ihr sie? Geht durch sie hindurch, ihr werdet erwartet.“ Johann sah den Albertross fragend an, doch dieser breitete seine mächtigen Flügel aus, stieß sich von der Felskante ab und flog davon. Johann wandte sich erneut der Hütte zu und begann sich der Tür zu nähern. Vorsichtig und zögernd drückte Johann die Türklinke nieder. Mit einem knarrenden Geräusch öffnete sie sich, Johann trat ein und traute einen Augen nicht, was er sah. Plötzlich stand er in einer großen Halle, mächtige Säulen aus purem Marmor stützten die Gewölbedecke, an den Wänden waren große Bilder vergangener Schlachten aufgehängt. Große Fenster, die das Licht der Sonne hinein ließen und auf diese waren farbige Glasmosaiken eingelassen. Es war eine prachtvolle Empfangshalle, dazu geeignet, gekrönte Häupter zu empfangen. Johann kam sich klein und unbedeutend vor bei soviel Prunk. “ Seid ihr es, den die Bakaar den Auserwählten nennen?” Johann wirbelte erschocken herum, wie aus dem Nichts stand sie plötzlich da - eine Frau im weißen Gewandt mit Haar, schwarz wie Ebenholz. Johann verbeugte sich, doch die Herrin vom See bedeutete ihm, er solle stehen bleiben. “ Sagt, wie ist euer Name?” “ Man nennt mich Johann, nur warum mich alle den Auserwählten nennen, das weiß ich nicht. Ich kam in dieses Land, weil mich die Neugier hierher trieb. Ich weiß nicht, was man von mir erwartet. Ich bin doch nur ein Bauer, wie mein Vater Bauer war. Und meine Nachkommen Bauern sein werden.!” “Nein, ihr seid es, von dem die alten Legenden erzählen. Es wird ein Recke aus einem fernen Land kommen und die Menschen von dem Bösen befreien.” “ Dann sagt mir, wie ich das anstellen soll? Ich habe weder Waffen, noch weiß ich genug über die Kampfkunst, um zu bestehen. Nein, ihr müsst euch irren. Ich bin ganz gewiss nicht der, über den die Bücher erzählen!” Die Herrin von See sah ihn schweigend an, schließlich begann sie, Johann die Geschichte der Bakaar zu erzählen. Es war eine lange und leidvolle Geschichte, die in Wohlstand und Glanz ihren Anfang nahm und in Leid und Elend endete. Johann hörte ihr, ohne sie auch nur einmal zu unterbrechen, zu. „Verstehst du nun, warum dieses Volk so sehr auf die Erfüllung der Prophezeiung hofft?” Ihr seid es, der zu ihnen kam, als der dunkle Magier erneut seine Hand nach den Bakaar ausstreckte. Als er ihnen die Drachen schickte, die der Anfang erneuten Leids für sie bedeutete.” “ Aber es waren doch nur Zufälle, die mich zu den Bakaar führten. Ich weiß nur noch, dass ich vor einem Drachen die Flucht ergriff und dieser mich am Rücken verletzte, so dass ich in einem See versank. Als ich wieder zu mir kam, lag ich in einem Bett, die Wunde verbunden. Doch erinnern kann ich mich nicht, was dann geschah.” antwortete Johann. “ Die Angriffe der Drachen häuften sich, bis schließlich die Stadt aufgegeben werden musste. Aber wie lange ich mich noch gegen den dunklen Magier wehren kann? Das vermag ich nicht zu sagen. Nur eins ist gewiss, Krieg steht vor unserer Tür, der Tyrann greift nach uns und er wird täglich stärker. Geht dort durch diese Tür, da werdet ihr einen Weg finden, folgt ihm, bis er an einem Höhleneingang endet, begebt euch in die Höhle, dort werdet ihr Schild, Schwert und Rüstung finden. Diese besitzen eine ganz besondere Magie! Eilt euch junger Johann, Eilt euch, schaut - dort der Himmel verdunkelt sich. Die Zeit, sie fließt schnell wie ein Fluss ! Geht !” Johann sah zu den Fenstern und wirklich, es zog Dunkelheit herauf, doch als er sich wieder der Herrin vom See zuwenden wollte, war diese verschwunden . Was hatte sie gesagt, die Tür da ? Es war aber nicht die Tür die er eben benutzt hatte. Viele Dinge gingen Johann durch den Kopf, es war alles so rätselhaft. Johann öffnete die ihm zugewiesene Tür und was er da sah, war genau so wunderlich wie das, was er eben erfahren hatte. Johann sah auf eine Wiese, wieso - war er doch eben noch auf einem Gipfel der Berge gewesen und wie gelangte er nun hierher? Es war eher eine Lichtung, auf der er sich befand, aber auch ein Weg war da. War es der, von dem die Frau dort oben gesprochen hatte? Johann schaute sich noch einmal um, und er sah eine alte, halb verfallene Hütte, die der auf dem Gipfel ähnelte . Und da Johann noch immer seine Neugier besaß, ging er zurück zu der Hütte. Zu gern hätte er gewusst, wo er war, wenn er auf der anderen Seite der Hütte wieder hinaus ging. Doch als Johann die Tür öffnen wollte ...war sie verschlossen, nicht einmal die Türklinke ließ sich bewegen. Auf ihr befand sich der Rost von vielen Jahren. Johann beschloss, nun doch dem Weg zu folgen, wo er endete, wusste er ja - nur wie weit er laufen musste, das hatte sie ihm nicht gesagt. Die Wiese war schnell durchquert, nun führte der Weg durch einen Wald mit dunklen hohen Bäumen. Sie erinnerten ihn an den Wald, durch den er ging, als er dieses Land betrat. Vielleicht hatte er ja Glück und er fand die Stelle wieder, dann würde er keine Minute zögern, um von hier fort zu kommen. So in Gedanken vertieft stand Johann plötzlich vor einem Höhleneingang. Eisiger Wind blies ihm entgegen und ein unheimliches Jammern drang an sein Ohr. Es hörte sich an, als wenn ein alter Mann irgendwo im Dunkel der Höhle Qualen erleidet. Johann ging Schritt für Schritt ins Dunkel der Höhle. Die Kälte der Höhle kroch an dem Körper von Johann hoch. Er glaubte, je tiefer er in die Höhle ging, desto kälter wurde es. Dann wieder dieses unheimliche Jammern, es müsste eigentlich lauter werden, denn Johann war schon recht weit in die Höhle eingedrungen. Es war wohl doch nur der Wind, der durch irgend welche Lücken und Risse im Fels diese Töne formte. Vorsichtig und immer darauf bedacht, wenig Lärm zu machen, tastete sich Johann weiter. Und er gewöhnte sich immer mehr an diese Dunkelheit, manchmal meinte er, etwas gesehen zu haben - etwas, das nicht weit vor ihm durch die Gänge huschte. Ob ich hier jemals wieder nach Draußen finde? Das und vieles andere schoss durch sein Gehirn. Manchmal glaubte er Farben zu sehen, Spiralen, die sich drehten, tanzende Fackeln in der Ferne. Seine Sinne spielten ihm etwas vor, es war dunkel, wo sollte also so etwas her kommen. Dann sah er einen kurzen Augenblick ein Funkeln, das er aber schon nicht mehr beachtete, da… - war es wieder, es blitzte auf und es war Johann, als wäre es schon ein bisschen näher als das erste Mal , als es aufblitzte. Dann sah Johann, was dort von Zeit zu Zeit aufblitzte - es waren Waffen, die das Licht einfingen, das von hoch oben durch einen Felsspalt eindrang. Johann sah ein Schwert, ein Schild, einen Speer, ein Geer, einen Morgenstern und....eine Rüstung. Johann nahm Schwert , Schild und Rüstung, so wie die Seherin ihm gesagt hatte. Nur die Rüstung - Johann hatte eine andere Vorstellung von einer Rüstung. Das, was er da in den Händen hielt, sah nach allem anderen aus, als nach einer Rüstung, die eher einem ledernen Lappen glich, als einer Rüstung. Doch als Johann die Rüstung anzog, passte sie ihm, als wenn diese extra für in angefertigt worden wäre. Ein Geräusch, das er hinter sich hörte, ließ ihn erstarren. Johann umschloss den Schwertgriff mit fester Hand, dann wandte er sich um. Etwas großes, dunkles, mit rot glühenden Augen aus den tiefsten Abgründen der Hölle, stand plötzlich hinter Johann. In seiner Pranke hielt das Ungeheuer eine Art Morgenstern, den er langsam ins Schwingen brachte. Da stand Johann nun vor einem Gegner, der viermal so groß als er selbst war. Jedes Stampfen seiner Füße bewirkte ein kleines Beben auf dem felsigen Untergrund. Das war so heftig, dass Johann leicht ins Schwanken kam. Das Ungeheuer ging auf Johann zu und dieser hob Schwert und Schild zur Verteidigung. Wie gut nur, dass ich die Rüstung anprobiert habe, dachte Johann noch , da kam der Angriff des Monsters. Der Aufprall seines Morgensterns auf die Rüstung war so stark, dass Johann viele Meter durch die Luft geschleudert wurde und hart gegen die Felswand schlug. Mit schmerzverzerrten Gesicht fiel er zu Boden. Doch was war das ? Der Schmerz des Schlages und der Aufprall gegen die Felswand blieben ohne Folgen. Johann spürte nichts, keinen Schmerz. Auch die Rüstung, die hätte Schaden nehmen müssen, blieb unversehrt. Kein Riss oder Schlagspuren des Morgensterns waren zu erkennen. Johann stand auf und ging nun zum Angriff über. Mit wütendem Gebrüll das Schwert schwingend lief er dem Ungeheuer entgegen. Dann holte Johann zu einem mächtigen Schlag aus. Seine ganze Kraft legte er in diesen einen Schlag. Als sein Schwert das Monster traf war es so, als träfe er auf Luft, denn das Ungeheuer löste sich in Rauch auf und verschwand. Verwundert stand Johann da und versuchte zu verstehen was da vor ihm geschieht. “ Hast du nun alle Zweifel abgelegt und ist dir die Kraft der Rüstung , des Schildes und des Schwertes bewusst? Dann geh’ stelle eine Armee zusammen und befreie das Land von dem Tyrannen.” Johann schaute sich nach allen Seiten um, doch es war niemand hier. Woher kam die Stimme der Seherin? Hier geschehen wunderliche Dinge, dachte Johann und begab sich auf den Weg ins Freie.

Es hat nun doch 15 Jahre gedauert das es nun doch weiter geht mit Johann und seinen Kameraden ihren
Kampf weiter führen

Es würde mich sehr freuen wenn ihr mir etwas schreiben würdet wie euch die Geschichte gefällt
vielen Dank euer Michael
Michael Dreblow, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.10.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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