Die Nacht war kalt. Mehrfach erwachte ich mit dem Wunsch, mir eine weitere Decke über die Bettdecke zu legen.
Aber ich tat es nicht, denn aus dem Mindestmass an Wärme mochte ich mich nicht herausschälen.
Sechs Uhr dreissig. Noch vor ein paar Wochen erhellte die Sonne schon die Landschaft vor dem Fenster.
Nun aber blicke ich in eine trübe Suppe, die wabernd an den Scheiben vorbeizieht.
Herbstnebel – der erste in diesem Jahr. Wie lange er sich wohl zäh an den Boden klammern mag?
Mit der Hoffnung, dass es nicht sehr lange sein würde, trinke ich meinen Kaffee.
Als ich den Blick hebe, sehe ich meine Hoffnung erfüllt, denn die Sonnenstrahlen haben noch Kraft.
Nur in kleinen Fetzen noch hängen die Nebelreste über den Feldern und in der Ferne teilt ein wie Seide anmutendes Wolkenband das Bild in Berg und Tal.
Zu keiner Jahreszeit ist das Licht so wunderbar und die Farben strahlen so satt und künden von Reife.
Die samtige Helle lässt mich vergessen, dass bald schon Stürme über die Gipfel toben und deren Brüder auch im Tal mit eisigem Atem die Blätter von den Bäumen reissen würden.
Doch noch - so als will sie für die kommende kalte Zeit eine Erinnerung schaffen – wehrt sich die Natur mit Üppigkeit und Fülle.
Bald schon werden die letzten Früchte und der Wein geerntet, die Keller gefüllt sein.
Über stoppeligen Äckern liegt schon ein kühler Hauch von Vergänglichkeit.
Ein roter Traktor zieht einsame Bahnen übers Feld, bereitet den Boden für die Saat.
Tief verborgen in der nährenden Erde wird sie bis zum Frühjahr schlummern um dann mit zarten grünen Fingern einen neuen Kreislauf zu beginnen.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.10.2021.
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Morgendämmerung - Gedichte und kurze Geschichten
von Andrea C. Heyer
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