Reiner Mayr

Die schönen Kühe

Ein reicher Bauer hatte neben seinem anderen Getier
zwei besonders schöne Kühe und liebte sie daher sehr,
sie wurden jeden Tag gewaschen, gebürstet und auch sonst gepflegt,
ihre Kuhaut war daher glatt wie Seide, sie wurden einfach immer umhegt.
Der Bauer schaffte sich auch einen Pfau für seien Kühe an,
damit er ihnen vormachte, wie eine Kuh auch graziös gehen kann.
Wenn die Kühe es gut nachmachten an einem Tag, 
schlug er für sie noch ein besonders schönes Pfauenrad.

Der Bauer verfolgte aber natürlich mit seinen Kühen einen besonderen Zweck,
er fuhr mit ihnen zu Schönheitswettbewerben für Kühe ins letzte deutsche Eck,
diese verzückten die Preisrichter immer wieder mit ihrem graziösen Gang,
viele meinten sogar, das wäre auch etwas tolles am Kurfürstendamm!
Die Siegerplaketten nahm er dann natürlich stolz entgegen,
jeder sollte sie dann angebracht an seiner Stalltüre sehen.

Da erfuhr er, dass seinem Nachbarn, einem wirklich armen Bäuerlein
seine letzte Kuh ging ein.
Der reiche Bauer hatte dann doch Mitleid und vermachte dem Nachbarn
eine von seinen schönen Kühen, er soll sich halt nur um die Milch bemühen,
Für die beiden Kühe ist ja jetzt nur der Grundstückszaun dazwischen,
sie werden sich also weiterhin sehen und sonst nichts vermissen.

Na ja, das mit dem vermissen ist natürlich nicht bei allen gleich,
wie bei den Menschen ist es auch bei den Kühen, ist man arm oder reich,
die Kuh vom reichen Bauern bildete sich jetzt auf einmal ein,
ich war doch schon immer die schönere und intelligenter noch dazu,
für mich ist jetzt die beim armen Bäuerlein auch eine blöde Kuh!
Noch dazu stinkt sie erbärmlich und ist immer voller Dreck,
nein, von der wende ich mich jetzt ab, mit der hat es nie mehr einen Zweck. 

Wer jetzt gedacht hätte, die arme Kuh wäre beleidigt, der hat sich geirrt,
endlich kann sie wieder normal gehen und mich nicht mehr wie ein eitler Pfau bewegen
Wie sie das auf einmal kann, na ja, ihre neuen Freunde bewegen sich im Schlamm,
auf der Weide am Waldesrand haben nämlich Wildschweine ihre Kuhle,
da suhlen sie sich jeden Tag und bewerfen sich mit Schlamm und Dreck,
das tut der Gesundheit gut und sie müssen ja nicht achten auf ihren Speck.

Als die Wildschweine die Kuh erblickten, grunzten sie, komm doch näher,
du darfst auch einmal durch unsere Kuhle gehen, dann wirst du sehen,
das tut dir gut, musst nur haben ein bisschen Mut.
Und tatsächlich, die Kuh wagte es, es war natürlich völlig ungewohnt für sie,
aber wer wagt gewinnt. Sie versank bis zum Bauch im Schlamm und was war dann?
Ein wohliges Gefühl umschmeichelte sie und als sie herausstieg blieb er dran der Schlamm,
das war wie eine Fangopackung an ihren Gelenken, an Schmerzen war nicht mehr zu denken.

Wer jetzt gedacht hat, es gibt keine Steigerung mehr, der hat sich geirrt,
es könnte höchstens sein, das der Dichter und Denker ist etwas verwirrt.

Die Widschweine, das ist ja bekannt, sind beliebt im ganzen Land
und weil sie sich so gut vermehren, werden ihnen zuteil alle Ehren.
So kommen auch jedes Jahr beim armen Bäuerlein viele Schweinchen auf die Welt
und als die süßen Frischlinge zum ersten mal eine Kuh sahen und die machte Muh,
hatten diese nicht anderes zu tun, als sofort auf ihren Rücken zu springen,
sie tollte begeistert mit ihnen umher, ach, wie ist das Leben auf einmal nicht mehr schwer.
Die Kuh muhte dann glücklich, ach ihr Racker, rutscht mir mal fest auf meinem Buckel runter,
das tut meinem Rückgrad gut ich werde dadurch richtig munter.

Beim reichen Bauern dagegen, bekam die schöne Kuh Probleme mit ihren Gelenken,
der ewig eitle Pfauengang griff ihre Knochen an,
sie musste sich öfters hinlegen, kam fast nicht mehr auf, oh Schönheit, was musst du leiden,
die besten Tierärzte kamen auf den Hof, sie konnten aber nichts mehr machen,
sie rieten dem Bauern, gib ihr das Gnadenbrot, wir packen unsere Sachen.

Tja, liebe Leser oder Zuhörer, was sagt uns also die Moritat oder die Geschicht,
man glaubt es ja fast nicht,
auch bei den Tieren ist arm oder reich nicht immer gleich,
aber ob sie so stimmt die Geschicht, man weiß es eben nicht!
Aber der Mensch muss ja nicht alles wissen,
aber wenn es die Tiere nicht gäbe, würden wir sie doch alle vermissen!

Copyright Reiner Mayr
November 2021
















 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.11.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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