Klaus Mattes

Brief an die Rumtöpfe

Okay. Diese Idee ist nicht übel. Dies kann zur Unterhaltung werden! Dieser Text breitet sich aus wie der Wein über den Paletot von Vincent van Gogh. (Englisch aussprechen, damit der Reim gewahrt bliebt.) Wäre er nicht schludrig geschrieben, würde ich ihn empfehlen. Ist aber egal, wie’s aussieht, gibt’s schon genug Andrang, hat wohl gejuckt, Kumpel. Aber der Text kann eben nur: LAUT. Hunde, die LAUT bellen, beißen nicht. Temporär hat der Text was bewirkt. Und erreicht, nämlich laue Aufmerksamkeit. Bellen getretener Hunde: LAUT kann nur lau. Unterhaltsam ist dein Text eher nicht. Wenn es einer besser halt nicht kann, aber öffentlich rumsust. April is the cruellast moth! April, April, alles Affengeschiss. Es ist zu billig gestrickt. Ich reagiere kritisch: „Kübeln!“

Bin in letzter Zeit hier aber sehr wenig geworden. Also dachte ich, es könnte spannend werden, mal wieder zu lasern. Mhm, wurde eines Böseren belehrt. Ich lachte und zwar herzlich. Ha. Ha. Ha. Ho. Da schreibt jemand, der seinem eigenen Führerkult zu Opfer gefallen ist.

Das ist normal, dass sich die Leute ordentlich vorstellen. Zehntausend Morgen waren als Mischung aus jüngeren und älteren Autogrammen gedacht. Qualität hat rein nichts mit dem Alter dieser Schaffenden zu tun. Hier melden die Mitglieder sich zu zirka fünfundsechzig Prozent an, Sparte über fünfzig, weil sie zum Kraulen nur die Katze vor der Kerze haben. Der einzige, der Mut hatte, ist jetzt schachmatt. Ihm gehört noch eine Kaltschale in Malle. Fehler und Absichten sind auch oft Methode. Wer lesen kann, ist meist im Vorteil. Ansonsten nur Jammertal. Die Masse etwas passiv. Nicht unbedingt die Besten stoßen ins Vakuum. Öffentlich seine Meinung kundtun, warum denn nicht? Das soll in der offenen Gesellschaft nicht aussterben. Mit Schaum vor dem Mund schreibt es sich so schön, ob anonym oder apokryph. Was für’n Untergrund ist’s anyway im Virtuellen? Am Ende gleicht der romantische Rebell immer ihm, den er verdrängt hat, dem leeren Raum nämlich.

Es gibt wieder einen, den man nicht ernst nehmen sollte. Grundsätzlich empfinde ich es mies, ohne deren Genehmigung namentlich Autoren zu nennen. Woher kommt so etwas? Gras? Koks? Crystal Meth? Badesalz? Blumfeld? Porno? Von der Freundin verlassen? Die einen essen Müsli, die anderen atmen die Dämpfe von ihren unteren Körperregionen ein. Toppe Empfehlung für die kalten Herbstabende: Weckeln, da wirst du gleich munter.

Erleuchtung findet sich in vielen Stücken. Meine Empfehlung: Halte doch nur dreißig Minuten die Luft an! Dann erledigt das Problem sich quasi von selbst. Um noch das der mangelnden Bildung, auf die man einfach schließen musste, zu erläutern: Der April ist die Clownrolle unter den Monaten! Die Frage stellt sich: Wie unterscheidest du dich von „denen“? Denen, die mir manchmal etwas sympathischer waren, weil sie dem grassierenden Ich-bin-so-anti-und-will-die-Wahrheit-sagen-Strom nie nachgeben. Letztlich immer nur billig und feige ist Kritik an einem nach subjektiver Einschätzung schlechten Autor, wenn sie unter dem magischen Umhang eines eigenen Werks eingestellt wird. Groß tönen, aber nicht seine Kommentare beantworten! Schon riecht’s geschmäcklich. Merkst du das? Wir wären bei der Selbstkritik und da wird’s rutschig. Warum liest du hier, was dich angeblich noch nie interessiert hat? Und wie willst du wissen, dass es nichts taugt, wenn du es nicht liest. Intelligenz sieht wohl anders aus, so auch der Tenor unseres letzten konstruktiven Werkstattgesprächs.

„It’s All Over Now Baby Blue“ war zwar mal ein Song, den man unter manche Texte schreiben müsste, weil man über sie verfügen möchte. Meine Meinung ging dazu online. So steht’s geschrieben an weisem Ort.

Seit wann hast du eigentlich Vertrauen? Du bist ja kein Hund. Wie auch! Wer „ob sich dies mit unabhängiger Literatur verträgt“ in seine Tastatur hämmert, hat zuvor wenig nachgedacht. Anhand der Schreibart verrät sich jeder irgendwann. Ich habe da eine Ahnung, wer es war, ohne guten Textern was zu unterstellen. Wie Obsala hört es sich jedenfalls nicht an. Obsala schreibt nicht bollerig, sondern glänzend poliert. Natürlich könnte Obsala sich mal tarnen. Vielleicht hat er sich sogar rasiert. Aber in dem Fall wäre seine Tarnung dennoch aufgeflogen wegen der vielen Fehler. Ich traue selbst das ihm zu! Obsala ist sehr oft hoppsala. Aber er würde niemals unter seinem Niveau posten. Seine Hornbrille mag er ab und bisweilen verliehen oder verloren haben. Das könnte sein. Du schreibst übrigens dermaßen im Sinne des bis zum Überdruss Gesagten, dass man dich zu den Müslis rechnen darf. Dann schwankt man zwischen Metzlich, Der Mahr und Horst-Dieter, unserer Heiligen Dreifaltigkeit. Bei Dr. Seybold könnt’s auch hinkommen. Aber die Auswahl ist so groß nicht.

Habt ihr Probleme, so klärt sie, schrieb der Heilige Apostel an die Korinther und die Kleinen Knacker. Es wäre Ausweis von Ehrlichkeit, wenn du deine Identität offenlegen würdest, also, wer du bist. Anonym, wie du stänkerst, finde ich es besserwisserisch. Fairerweise sollte man erfahren, unter welchen Avataren du schon mal angemeldet warst. Dann ließe sich auf Augenhöhe sprechen. Nutzt euer Hirn, hieß es im Brief an die Rumtöpfe. Lies über deine Zeilen am Ende immer noch mal drüber! Lösche nur die Punkte A bis Z! Punkt D könntest du gekonnt umformulieren. Reflektiere dein Handeln! Solltest du Ideen haben – aber wirklich nur, wenn es so ist -, dann melde dich bei mir. Wenn du nur auffallen willst, mach es mit etwas, das widerlich ist, sodass keiner kommentiert, aber tausend Aufrufe entstehen und Albträume in den Birnen und dann deine Sperrung. Am besten wirkt immer ein Plagiatsvorwurf.

Du musst denken, hier ist in vorderster Front ein Freizeitforum. Fast so wie Quizfragen und Kochrezepte. „Marlowe, ich flehe Sie an, Marlowe, finden Sie Mabel!“ Genau so fangen die Geschichten hier in den meisten Fällen an. „Ich nahm einen Schluck, aber das Glas war leer.“ So hören sie auf. Karg, kaltschnäuzig und desillusioniert. An das Homunculus-Theorem, das du mal ins Feld führtest, musste ich zwischendrin oft denken. Setzt du da noch einen drauf, mutiere ich zur ehrfurchtsvollen Kartoffel.

Ich habe übrigens gar niemand Speziellen im Sinn. Mag zwar dennoch sein, ich habe einige Schreiber beleidigt. Dich frage ich auch nur: „Hast du dein Müsli gegessen?“ Ich sprach kontrovers von denen, die es hier nicht geben kann. Und es tut mir leid. Auch ein Baguette hat sein Recht, wenn es nicht ewig virtuell bleibt. Meinetwegen ist Heiner wahrhaftig dein Klarname. Deine Aufmerksamkeit hast du gehabt, jetzt heim zum Daumenlutschen! Schick mir die Adresse und ich schicke dir eine schöne blaue Donauwelle mit großen runden Kirschen drin. Trost steigt ein ins Fettgewebe. Koch auch mal was Neues in dein Müsli! Yes Sir! Und schon lassen wir uns wieder provozieren und sitzen einem Narzissten auf.

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Klaus Mattes).
Der Beitrag wurde von Klaus Mattes auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.11.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  Klaus Mattes als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Blinzle mit den Augen ... und alles kann anders sein von Martin Huber-Siegl



Blinzle mit den Augen … und alles kann anders sein

Seine Lebenssituation zu verändern von jetzt auf gleich,
das wäre manchmal ganz praktisch.
Auch für Gunther Marsch.

Burn-out, Probleme mit Frauen, die Frage nach dem Sinn …

Spielt Gott eine Rolle?

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Skurriles" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Klaus Mattes

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Auch der Pretzlein war dann tot / 1677 von Klaus Mattes (Lebensgeschichten & Schicksale)
Der Liebesbeweis von Rainer Tiemann (Skurriles)
Fühlte mich wie ein Neandetaler von Rüdiger Nazar (Autobiografisches)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen