Andreas Rüdig

Paraguay

Paraguay heißt ein Land in Südamerika. Da viele Zuwanderer aus Europa und insbesondere aus Deutschland stammen, ist Paraguay - wie Argentinien auch - sehr deutschen- und deutschlandfreundlich. Paraguay, Argentinien und Deutschland bilden zusammen die Deutsch-Südamerikanische Union.

Die 3 Länder sind ja bekanntlich ziemliich weit voneinander entfernt. Da sind Verwaltungsangelegenheiten schwierig zu erledigen, Politik und Wirtschaft sehr arbeitsintensiv.

Doch wie dieses Problem lösen? Genau: mittels Trilokation. Alle wichtigen An- und Gesprächspartner aus beiden Kontinenten sind gescannt und digitalisiert worden.

Bei Bedarf werden die Daten zu dem gewünschten Ort auf dem jeweils anderen Kontinent geschickt, jeweils mittels elektrischer Leitung, und dann in ein Tisch-Hologramm umgewandelt. Gestik sowie Worte werden von den analogen Originalen vorgegeben: Die Hologramme sind quasi ihre Atavare.

Hard- und Software stammen aus Uruguay. Auch dieses Land möchte der Union beitreten. Schließlich gibt es auch dort eine starke großdeutsche Gemeinschaft.



Herr Regierungschef?

Ja, Herr Oberregierungsschreiber?

Uruguay möchte zu unserer südamerikanischen Staatengemeinschaft stoßen!

So, tatsächlich? Mit welcher Begründung denn?


Die dortige Regierung begreift sich als großdeutsches Siedlungsgebiet.

Stimmt das denn?

Ja, in Maßen. Es gibt eine große deutschsprachige Gemeinschaft.

Und welchen Vorteil würde uns Uruguay bieten?

Uruguay könnte uns helfen, die Pseudowissenschaften zu revolutionieren und sie zu seriösen Wissenschaften zu machen.

Haben Sie ein Beispiel dafür, Herr Oberregierungssekretär?

Spontan fä#llt mir nur ein schlechtes Beispiel ein, nämlich die Homöopathie. Uruguay eignet sich hervorragend dazu, unser Wissen über die Alternativmedizin zu verbessern. Dort wachsen exotische Pflanzen, die hervorragend für Forschungszwecke eingesetzt werden können.


Gibt es denn noch weitere Argumente für eine Zusammenarbeit, Herr Oberregierungssekretär?


Aber natürlich, Herr Regierungschef. Nämlich die Exobiologie.


Was ist das, Herr Oberregierungssekretär?


Exobiologie meint die Existenz außerirdischen Lebens, Herr Regierungschef. Historisch-germanische Archäologen behaupten, uns Germanen würde es schon viel länger geben, als die Geschichtsbücher behaupten. Die Alterturmsforscher behaupten, unsere Urahnen wären schon in vorgeschichtlicher Zeit aus den Tiefen des Weltalls zu uns auf die Erde eingewandert.

Ja, und? Was hat das mit Uruguay zu tun?


Oh, sehr viel. Unsere Vorfahren müssen wohl in den Steppen und Pampas Südamerikas, vor allem Uruguays gelandet sein. Ihr Forschungen, Forschungsergebnisse und vor allem: Funde und Ausgrabungsergebnisse sollen das nahelegen. Die historisch-germanischen Aurchäologen brauchen Uruguay als Forschungsgebiet.


(Zeitungsberich, einige Zeit später)

Es war ein Gewinn für Uruguay, dem Staatenbund mit Deutschland, Paraguay sowie Argentinien eingegangen zu sein. Angeregt durch viele europäische Verschwörungstheoretiker, Esoteriker, Deutsch- und Germanengläubige sowie Neuheiden und Pantheisten entstanden viele Forschungseinrichtungen, die sich mit Alternativ- und physikalisch für unmöglich erachtete Welten beschäftigen.


Sie entdeckten, daß es auf dem Planeten Quarkistan geologische Strukturen gibt, die prinzipiell menschliches Leben ermöglichen - es soll dort sogar menschenähnliche Lebewesen gegeben haben. Die irdischen Forscher meinen sogar, Startrampen für Raumschiffe entdeckt zu haben.

Exobiologisch orientierte Forscher gehen jetzt der Frage nach, ob die Quarkistaner nicht längst auf der Erde angekommen sind und als Formwandler zu den Vorfahren der edlen Germanen wurden.



Sensation in Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay. Dort gibt es eine Schloßanlage, die noch aus der Aztekenzeit stammt.

Archäologen entdeckten dort eine eingemauerte Leiche. "Wir waren gerade dabei, die Räumlichkeiten zu vermessen, als wir in einem Schlafzimmer Unstimmigkeiten hinsichtlich der Maße entdeckten," berichtet Baldur, der Ausgrabungsleiter. "Als wir vorsichtig eine Wand öffneten, blickte uns ein böses, weil erzürntes Gesicht entgegen. Es war offensichtlich, daß wir einen Quarkisten in seiner Ruhe gestört hatten."

Er berichtete vom Leben auf dem Planeten Quarkistan, der langen und weiten Reise von Planet zu Planet, den Kämpfen mit den südamerikanischen Indianern sowie der Auswanderung nach Nordeuropa. "Ich bin eigentlich hier, um Stellung zu halten und Nachricht zu geben, wenn eine Rückkehr nach Uruguay wieder gefahrlich möglich ist," berichtet Quark1. "Belagern die feindlichen Truppen immer noch das Schloß? Oder sind sie wieder unverrichteter Dinge abgezogen?"

Es ist wohl an der Zeit, die Geschichte der Welt um- und neu zu schreiben....

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