Claus Reessing

Toast verkohlt, Milch verdorben, Morgen sind wir ausgestorben

Der Toast verkohlt, die Milch verdorben, keine neue geholt. Heute egal, vielleicht morgen. Nicht mehr verborgen, treten die Sorgen welche sich angesammelt, langsam zu Tage. Tür verrammelt, unter die Klinke den Besen geklemmt, die Lage ist fatal, ich stinke, mein Leben vergammelt ungehemmt. Tag verpennt. Bild hat sich digital aufgehängt. Gesenkt die Kontakte, mit denen ich früher mal Zeit verbrachte. Die Situation der Isolation betrachte ich als einzelne Person noch mit der mir angemessenen Gelassenheit. Seit einer Weile macht sich keine tägliche Eile mehr breit, und das verleiht der notwendigen Einsamkeit ihren ungewöhnlichen Charakter. Natürlich frage ich mich schon, was ist überhaupt noch machbar? Und ob nun wirklich alles so fakt war, ... oder vielleicht nicht? Richtig ist, ist gibt einiges was sich widerspricht. Denn aus Sicht von verkannten Experten, habe ich gelesen, wollen nicht die kleinen Wesen von den Tieren, also die Viren uns vernichten, sondern laut den Berichten der verquerten Gelehrten, vermehren sich die Zeichen, ein paar von den Reichen wären nicht länger bereit, auf ihre Weltherrschaft zu verzichten. Ebenso heißt es, verdichten sich Hinweise, dass Kinder, alte Greise, und sogar tote Leichen in Bereichen verschwinden, welche sich unter der Erde befinden. Und inmitten der weitsichtigen Blinden wird verkündet, die da oben hätten sich verbündet, und unsere Existenz wäre längst dabei zu versinken, ... also unterzugehen! Doch alles nur gelogen, um die Menschheit mit einem Chip zu verlinken!? Will man uns wohlmöglich hintergehen? Einige finden, man müsste die Dinge aus ihrer Perspektive sehen, fühlen sich betrogen, und zogen deswegen Konsequenzen. Sie sind jetzt über alle Grenzen hinweg völlig selbstlos bereit, uns zu jeder noch so unmöglichen Zeit, die weit verbreitete Ungerechtigkeit und deren Zweck zu erklären. Wir müssten uns wehren gegen das Begehren vom Staat, und das in der Tat fremde Wesen unter uns leben, natürlich verkleidet, ... oder verwandelt, ... so genau weiß ich das nicht mehr, auf jeden Fall handelt es sich angeblich um Aliens von sehr weit her. Die Reisen also quer durch die Galaxie, so habe ich das verstanden, um dann bei uns zu landen? Haben die ne'n Knall? Warum? Weil sie im Nachbar Quadranten keinen Landeplatz fanden? Ich meine, im Universum sind doch bestimmt noch viele andere interessante Trabanten vorhanden, die in ihren verschiedenen Variationen deutlich mehr einladen zum Klonen und wohnen. Selbstverständlich sollten sich für die Insassen von fliegenden Untertassen solche aufwändigen Aktionen lohnen. Denn so bedauerlich das auch ist, letztendlich verschonen können wir derzeit eh keiner Lebensform, egal woher, die enorm bittere Erkenntnis, hier auf der Erde, hat bis auf weiteres niemand Verständnis für die Anliegen von irgendwelchen interstellaren Fremden. Wir verschwenden im Moment, allerdings voneinander getrennt, mit ne'm Lappen vor's Gesicht gehängt, unsere ganze Energie mit dem Beenden dieser blöden Pandemi. Also unter uns, ich glaube ja, das schaffen wir nie. Aber mal ehrlich, nicht nur Corona ist gefährlich, sondern Die, die Ignoranz von Distanz und noch anderen Blödsinn propagieren, dumme Phrasen formulieren, und so probieren künstliche Blasen zu konstruieren, in denen es nicht um Realität geht, wobei in der Euphorie der Menge jedem einzelnen durch die Enge im Gedränge ganz offensichtlich der Verstand nicht mehr zur Verfügung steht, sind Die, um die sich meine Sorge dreht. Vieles ist inzwischen durch Tatsachen widerlegt, und doch bewegt einige von den diversen Protagonisten ihr vermeintliches Wissen immer noch dermaßen, dass sie uns auch weiterhin, auf alle erdenklichen Arten verraten, was hinter ihren Theorien steckt, und dass die verkalkten Paten von den alten Berliner Syndikaten den Virus Plan mit dem Wahn-Spahn und den Keimen schon vor langer Zeit in einem geheimen Versteck gut verdeckt ausgeheckt. Soweit gecheckt? Okay, perfekt. Nur schlecht, wenn in dem Haufen die als Demonstranten nebeneinander laufen, sich doch mal jemand angesteckt, und welch Pech, daran wider Erwarten verreckt, aber natürlich vorher noch den nahen Verwandten die bekannten Mutanten, zur heiteren Weiterverbreitung vertrauensvoll überlässt. Der Rest läuft anschließend wie immer, die Infektionen werden schlimmer, und keiner hat einen Schimmer warum. Wieder mal! Zu dumm. Ach was soll's, zahlt ja Scholz. Den stolz auf ihr Handeln, sind die Folgen scheinbar egal, was in diesem Fall aber leider nicht schlau, sondern fatal, glauben sie, es bliebe ihnen einfach keine andere Wahl. Aber dann, genau in diesem einen besagten Quartal, hieß doch mal die Devise, mit Krawumm aus der Krise. Jedenfalls schlug der kleine blütenweiße Riese diese, so habe ich das noch im Ohr, als clevere Lösung mal vor. Oder kam das mit voller Dröhnung aus dem Chor derer, die mit dem Lehrer vom Nebengebäude für das Pflegepersonal in Unterzahl, wo sich über normal die Hütte gefühlt, voller Freude vom Balkon gebrüllt. Jetzt aber hüllt sich jeder für seine Inbrunst in Schweigen, und auch die verstimmten Geigen sind wieder zurück im Schrank. Gott sei Dank. So bleiben von den viereinhalb Jahren Quarantäne jene Zeiten besonders in Erinnerung, wo kein streiten von allen Seiten durchdrungen, weil die Nachbarn nicht zu Hause waren. Dadurch ist mir aber zum Glück erspart geblieben, zu erfahren, wer bei wem an den Nerven gesägt, dabei die Wohnung zerlegt und deswegen jetzt geschieden. Oder, wo jemand weiter Aluhut trägt, aber trotzdem mit dem Kopf unterm Arm übertrieben oft immer noch den Kram der anderen zusammenfegt. So schlägt sich eben jeder auf seine Weise durch diese Zeit, der eine schreit leise, der nächste ist noch breit, und wiederum andere waren trotz alledem irgendwann endlich soweit, dass sie sich doch friedlich zu zweit die elendige Langeweile vertrieben. Ich allerdings habe es lieber vermieden rauszugehen, und auch bei den Wellen Neun und Zehn konnte ich dem Drang noch problemlos widerstehen. Erst nach der dreizehnten habe ich aufgehört zu zählen, um dann aber langsam für mich einzusehen, die Abgeschiedenheit macht mich auf Dauer fertig, mein Körper wehrt sich, und mir fehlen langfristig neu Ideen um noch weitere Zeiten geistig unbeschadet zu überstehen, was bedeutet, so kann das nicht weitergehen. Zudem erreichten mich endlich geheime Informationen, man hätte festgestellt das Geschehen hätte sich gewandelt, und ich müsste nicht länger in Einzelhaft wohnen. Fast jeder wäre jetzt geschützt und gegen Keime behandelt. Außerdem ist meine Bude inzwischen derart vermüllt und verschandelt, dass mich hier sowieso nichts mehr hält. Aber die Welt außerhalb meiner knapp zwanzig Quadratmeter Zelle stellt sich jetzt völlig neu dar. Draußen ist nichts mehr wie es war. Es sind zwar an alter Stelle noch Läden da, aber diese ähneln nun eher einen Billig-Basar. Was ich sah irritierte. Es dauerte bis ich kapierte, die Pandemi grassierte nicht mehr. Wirklich, die Quelle allen Übels war nicht mehr da, wie nie existent, und mir wurde auf einmal klar, ich habe viel zu viel Zeit meines Lebens vergebens in völliger Einöde verschwendet, und dann, als der Ausnahmezustand tatsächlich beendet, den Schlussapplaus, wie man das so von mir kennt, leider in voller Länge komplett im Bett verpennt. Na fein! Wie sollte das wohl auch anders sein.
Ach ja, da fällt mir noch was ein. Wer kennt den Verfasser, oder macht sich einen Reim auf ein Dokument, das mit folgendem Text auf dem Papier, anscheinend schon sehr lange hier, ganz unbemerkt an meiner Haustür hängt, ...

"Machen Sie sich keine Sorgen, morgen sind sie ausgestorben. Deshalb noch heute mit unserem einmaligen Angebot versorgen, Ihr persönliches Multi Survival Paket für übermorgen"

"Nur jetzt, innerhalb von 14 Tagen mit kostenlosem Rückversand, auch wenn der Weltuntergang für Sie bereits vor langer Zeit schon stattfand"

Toll ..., 'Schön Dank'

Na dann ... schau ich mal, was die neue Zukunft so alles für mich machen kann ...

... bin wieder ganz nah dran.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.11.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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