Helmut Wurm

Zwei gegensätzliche Ansichten zum Wolf in deutschen Wäldern

Der Wolf-Gutmensch: Ich liebe diese Tiergattung Wolf, ich bin fasziniert von ihr. Diese Wildheit, diese Kühnheit, diese Physiognomie... Und an den Wölfen haben wir viel gut zu machen. Wir Deutsche haben in der Vergangenheit den Wolf ausgerottet, haben uns eines Tier-Genozids schuldig gemacht, so wie an den Wiesenten, Bären, Luchsen, Kreuzottern… Dieses Genozid müssen wir wieder gut machen, dafür dürfen uns keine Kosten, Mühen und Anpassungen zu viel sein. Die Wölfe helfen uns, dass der Wald kaum noch durch Wildtiere verbissen wird. Weidetiere kann man ja durch 10 m hohe Zäune schützen. Aber wir brauchen eigentlich keine Weidetiere mehr, wir produzieren sowieso zu viel Fleisch und über die Tierhaltung zu viele schädliche Umwelt-Gase. Die freien Wölfe reduzieren außerdem den übersteigerten Besucherdruck der Menschen in die Wälder. Die Menschen sollen Erholung in Gärten und Parks suchen, nicht in den Wäldern. Und außerdem kann man über neue Tier-therapeutische Kurse aggressive Wölfe sicher umerziehen. In solche tierpsychologischen Kurse bei Jungwölfen müssen natürlich die Eltern-Wölfe*innen mit einbezogen werden. Denn die haben vermutlich ihren Jungwölfen die Wildtierjagd nicht genügend angelernt. Und wenn mal ein Wolf ein Menschenkind beißt, dann soll man das tierpsychologisch verstehen, dann hat sicher ein Jungwolf mit dem Menschenkind nur gespielt, hat Fangen geübt. Und weiterhin kann man Wölfe durch Medikamente, die man in ausgebrachte Futterbällchen versteckt, milder machen – so wie das bei Menschen auch geht. Nur eine Methode kommt für mich nicht und niemals in Frage, nämlich Wölfe abschießen. Jäger, diese Tiermörder, konnte ich sowieso noch nie leiden…

Der Wolf-Bösmensch: In unsere dicht besiedelte Zivilisation gehören keine Wölfe. Diese grausamen, mobilen, unberechenbaren Tierjäger schaffen nur Unruhe in den Wäldern und bei Waldbesuchern, schaden den Weidetierhaltern, gefährden Menschen und Tiere in kleinen Weilern und Ortschaften. Gerade die Weidetierhaltung ist doch die artgerechteste Tierhaltung, die muss gefördert werden und darf nicht durch Wölfe gefährdet sein. Die Wiederansiedlung von Wölfen ist reine Natur-Gefühlsduselei und Wildtier-Spinnerei. Die Wolf-Fans sollen sich doch auf ihren Grundstücken kleine Gehege mit Wölfen anlegen. Dann können sie sich Tag und Nacht an diesen Tieren und ihrem Geheul erfreuen. Ich aber möchte mit meinen Kindern unbeschwert in den Wäldern wandern können. Man kann allenfalls über eingezäunte größere Wolfsgehege in einsamen Gebieten nachdenken. Dann haben die Wolfsfans die Möglichkeit, wilde Wölfe vom Zaun aus zu beobachten. Für das Kurzhalten des Rehwildes sind die Jäger zuständig. Die machen das weniger grausam als die Wölfe. Aber manche Jäger wissen schon gar nicht mehr, wie ein Reh aussieht. Ich warte nur darauf, bis die ersten Menschen, sicher Kinder, von Wölfen angefallen werden…

 

Der Verfasser: Jeder mag sich aussuchen, was er für richtig hält und wie er sich in der Wolfsdiskussion entscheidet.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.11.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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