Martin Hünemöller

Der Palast aus Sand

Beim ersten Anblick könnte man es für eine Fata Morgana halten, doch es war real. Als Archäologe konnte ich bereits vieles unerforschtes entdecken aber dieser Fund übersteigerte all meine vorherigen Erlebnisse. Es geschah alles vor zwei Monaten, mitten in der ägyptischen Wüste sah ich einen Palast bestehend aus reinem Sand. Da ich gerade mit meinem Team von einer Ausgrabung zurück kam, blieb keine Zeit für einen genaueren Blick auf dieses merkwürdige Gebäude. Nach meine Heimreise wälzte ich in allen möglichen Büchern, fragte befreundete Kollegen doch nichts schien mir eine Antwort auf dieses Mysterium zu geben. Kurzerhand beschloss ich der Sache selber auf den Grund zu gehen, zum Glück notierte ich mir die Koordinaten des Standortes genau. Dieser war auch schnell wieder gefunden aber dort wo das Gebäude eigentlich stehen müsste befand sich nichts außer Sand. Das ergab keinen Sinn, selbst wenn ich mich um ein paar Grad verrechnet hätte, so ein großes Bauwerk zu übersehen war unmöglich. Ich untersuchte die lehre Stelle genaustens doch es gab keinerlei Spuren. Plötzlich näherte sich ein Sandsturm von Westen, schnell versuchte ich zum Jeep zu rennen und als wäre das nicht schlimm genug, fing auch noch der Boden an zu beben. „Ein Erdbeben, hier in der Wüste?“, dachte ich verwundert. Da erhob sich ein gewaltiges Gebäude aus dem Boden, mit erschienene Säulen baten mir zum Glück Schutz vor dem Sturm. Nach ein paar Minuten entspannte sich die Lage wieder und endlich sah ich es in all seiner Pracht, ein ägyptischer Palast bestehend aus reinem Sand, wie eine überdimensionale Sandburg. Am Eingang befanden sich links und rechts zwei riesige Katzen Statuen welche für die Göttin Bastet stehen mussten. Über einer großen Tür stand außerdem in Hieroglyphen Schrift "Amunets Palast" geschrieben, dieser Frau schien das wohl zu gehören. Während ich schnell ein paar Beweis Fotos mit meiner Kamera schoss hörte ich nicht wie sich auch noch hinter mir zwei Körper aus den Boden erhoben. Gerade noch rechtzeitig bemerkte ich die Schritte und rannte schnell nach drinnen. Hinter einer Wand konnte ich mich verstecken, da viel mir erst auf das diese laufenden Statuen ebenfalls komplett aus Sand bestanden. Nach einer Weile erschienen noch mehr dieser mysteriösen Wachen, sie fingen an sich überall auf dem Grundstück zu verteilen. Jeder normale Mensch würde sich spätestens jetzt aus dem Staub machen aber mein abenteuer Wille war geweckt. Durch eine Tür gelangte man zu einem langen beleuchteten Korridor an dessen Ende dieses mal zwei kleine Katzen Statuen standen. Vorsichtig öffnete ich die Tür und betrat eine Art Thronsaal an dessen Ende sich ein etwas erhöhter ägyptischer Thron befand, auf ihm schien eine weibliche Statue einer Pharaonin zu sitzen. Vorsichtig näherte ich mich um festzustellen das auch diese aus reinen Sand bestand “Was zum Teufel ist hier los?“ ,fragte ich mich “Alles in diesem Palast besteht ja aus Sand, dafür muss es doch eine Logische Erklärung geben.“ Ich wollte gerade mein Team bescheid geben um den Ort genauer untersuchen zu können, da fing die Sandstatue langsam an sich zu bewegen. Jetzt war auch mir klar geworden, hier sind eindeutig andere Kräfte am Werk. Plötzlich rannten mehrere dieser Sand Wachen in den Thronsaal, bevor ich auch nur einen Gedanken fassen konnte umzingelten sie mich. Die Pharaonin ließ langsam ihre Sand Hülle fallen und leuchtete nun strahlend hell wie ein Geist, ihre Beschützen hingegen behielten ihre Sandige Form bei. Sie hob ihre Hand in meine Richtung und sagte etwas in altägyptisch, was selbst für einen erfahrenen ägyptologen nur schwer zu verstehen war. Ihre gelben Augen durch drangen mich als könne sie tief in meine Seele blicken, ein Schauer lief über meinen Rücken. Die Situation hätte jede Sekunde aus dem Ruder laufen können, ich musste hier irgendwie raus kommen. Da viel mir wieder ein das ja alles aus Sand bestand, ich nutzte einen günstigen Moment und schleuderte einen der Wachen mit voller Wucht gegen die anderen, diese Kettenreaktion verwirrte alle anderen offenbar. Ohne groß weiter nachzudenken rannte ich wie vom Blitz getroffen zum Ausgang, "der pharaonin Geist konnte jeden Augeblick mit seiner Armee um die Ecken kommen", war mein einziger Gedanke. Die Gefahr ließ mein Adrenalin hoch pumpen, ich sammelte meine ganze Kraft und rannte einfach immer weiter bis ich schließlich nach draußen gelangte, dabei stoß ich noch eine Sand Säule um was meine Verfolger aufhalten sollte. Ich erreichte meinen Jeep und sauste mit Vollgas über die Dünen zurück zum Camp, ein letzter Blick ging von mir zum Palast aus Sand. Bis heute weiß ich nicht genau was da eigentlich passiert ist aber eines wurde mir bewusst, ich weiß noch längst nicht alles über Ägypten.....


 

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