Jürgen Malodisdach

Qualiens ( 1 )

Qualiens Auftritt

 

 

Sechs Uhr früh am Morgen. Natürlich Wochentags. Ein trockener Herbsttag deutet sich an. Die Temperatur ist erträglich aber nicht mehr besonders hoch. Der Hausmeister kommt noch etwas verschlafen, also langsam auf dem Weg zum Erfüllungsort seiner täglichen Aufgaben heran. Geht zur Tür des Raumes für die Abfallcontainer. Will sie aufschließen um die fahrbaren Behälter heraus zu holen.

Da sieht er , so ein paar Meter weiter an der Hauswand, etwas liegen. Sieht aus, wie ein zusammen geknautschtes Etwas, Undefinierbares, unbestimmter Farbe und Größe. Könnte ein 50 kg Kartoffelsack sein. Farbe stimmt auch etwa.

Er stößt mit dem Fuß zur ersten Prüfung gegen diese daliegende Masse. Ist erstaunt, daß er sein Bein plötzlich nicht mehr bewegen kann. Kann auch nicht mehr zurück gehen. Er steht wie angewurzelt mit einem Bein in dieser farblosen breiigen und halbfesten Masse.

Dann hat er das Gefühl, als würde er unter Strom stehen. So , als hätte er einen kleinen Stromschlag bekommen. Mit aller Gewalt zieht er seinen Fuß zurück. Es gelingt ihm frei zu kommen. Allerdings muß er feststellen, daß zwar sein Bein wieder ihm gehört, der dazu gehörende Schuh aber nicht mehr dran ist. Der steckt jetzt in der Masse und verschwindet langsam in ihr. Er hat ihm seinen Schuh ausgezogen, trotzdem es keine Gliedmaßen oder Ähnliches hat .Dieses Kartoffelsachgroße Ding hat auch ein bißchen Ähnlichkeit mit einer großen Qualle aus einem Meer aber ohne Arme, Kopf und sonstigen Gliedern.

Er weiß im Moment nicht, was er tun soll. Braucht aber nun wieder neue Schuhe. Also erst einmal seinen Chef anrufen und den Vorfall berichten.

Der will vorbei kommen und sich die Sache ansehen. Viel zu sehen wird er nicht bekommen, denn diese Quallen ähnliche Masse bewegt sich plötzlich. Halb rutschend, halb rollend und auch kriechend aber ohne erkennbare Füße oder ähnliche Fortbewegungsmittel . Dieses ominöse Ding bewegt sich über den Weg und auch über alle Steine und Grasflächen langsam zur Straße. Als würde es den Weg gut kennen geht es bis zu einem Gully und verschwindet dann direkt in diesem Abflußkanal.

Daß der Deckel des Abflusses klein und schmal ist ,interessiert diesem Ding anscheinend überhaupt nicht. Es verändert schnell seine Form , wird plötzlich ganz dünn und gleitet ab in den Untergrund. Der Hausmeister steht wie versteinert da, mit nur einem Schuh . Begrüßt dann seinen Chef, der gerade angekommen ist.

Der hört sich die Geschichte vom Hausmeister an. Sehen kann er nichts mehr, außer einem dunkelblauen Streifen, der von der Hauswand in ungerader und schmieriger Bahn bis in den Gully verläuft.

Na gut, meint er dann. Wenn du wirklich nichts getrunken oder Unrechtes gegessen hast und gut geschlafen hast, gehe mal schnell nach Hause. Wirst ja noch andere Schuhe haben. Ich mache inzwischen hier deine Arbeit.

Der Hausmeister, also Karsten, überlegt noch beim Schuhe anziehen, ob er wirklich heute so etwas erlebt hat oder ob er doch ein bißchen spinnt. Na mal sehen , was dieser Tag noch so bringt.

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