Ramon Kania

Fall

Der Himmel brennt in Höllenfeuern. Schwarze Federn rieseln wie Asche die Wolken hinab. Der makellose Glanz von Schönheit, Erhabenheit und Anmut zerbricht im Antlitz der plötzlich eintretenden Weltlichkeit.

Luft zischt an meinen tauben Ohren vorbei. Blitze zucken vor meinen blinden Augen. Ich falle in den Abgrund, den du in Wolken und Erde gerissen hast.

Ich falle...

Und dein stummer Blick begleitet mich bei meinem Sturz in die Tiefen. Aber, und das verspreche ich dir bei meinen Gezeiten überdauernden Zorn, es ist nicht vorbei.

Du kannst mich verbannen, du kannst mich verscheuchen, du kannst mich in Ketten legen und ein ganzes Reich über meinem Gefängnis errichten. Doch ich werde wiederkommen und den Thron, der in Asche und Blut begraben ist, emporsteigen, deine selbstgerechte Krone hoch über mein Haupt.

Deine Pläne enden mit mir. Ewigkeit mag zwar den Göttern vorbehalten sein, aber auch Berge werden von der Zeit zu Staub zermalmt. Und ich bin die Zeit. Ich bin das, was Imperien überdauert, was zusieht, wie Meere zu Wüsten vergehen.

Wirf mich nur in den Käfig aus Feuer und Dunkelheit, bald schon wird es dein eigener sein und ich werde lächelnd über dir stehen, während die Vergänglichkeit jede Erinnerung an dich ausgelöscht hat.

Dein Name mag in Stein gemeißelt und in unzählige Bücher gekritzelt sein, aber meiner ist in die Leere selbst gemalt, die es vor allem anderen gab. Mein Name bedeutet Ewigkeit, mein Name bedeutet Unumgänglichkeit. Ich bin der Mond am Sternenzelt. Ich bin die Sonne am Himmelsrand. Ich bin das Chaos, das die Welt regiert.

Ich bin DEIN Gott.

Und nichts wird mich aufhalten können, wenn ich Himmel und Erde in Stücke reiße. Blut wird vom Himmel regnen und Feuer aus der Erde quellen, bis nichts mehr von deiner Schöpfung übrig ist.

Du bist der Anfang, ich bin das Ende. Du bist das Flüstern des Windes, ich bin der tosende Sturm. Was vor dir steht weicht zu Seite, was mir im Weg steht zerfällt zu Staub. Und ich werde nicht weichen, also musst du vergehen. Das Spiel, das wir spielen, lässt nur einen Sieger zu und das wirst nicht du sein.

Einer steht, der andere fällt. Diese eine Schlacht hast du gewonnen, aber den Krieg wirst du verlieren. Das… verspreche ich dir.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.12.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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