Jürgen Malodisdach

Teufelei zum 1.

Teufeleien

 

Na schön, es ist wieder einmal Freitag. Also so kurz vorm Wochenende. Was soviel bedeutet, daß ein Großeinkauf zum Wochenende fällig wird. In der ganzen Woche wurde nur selten und dann auch noch wenig besorgt.

So stellt man fest, daß es an Vielem fehlt. Zucker und Salz , Käse, Eier Wurst, Honig, Gemüse, Obst und noch eine Menge anderer Dinge. Getränke fehlen, Kaffee, Milch und noch Einiges mehr. Das ist nur erst einmal das Normale.

Was braucht der Mensch , oder auch nicht? Na vielleicht ein Fläschchen klaren Belustigungswasser. Na nicht für mich. So harte Sachen sind mir meistens unangenehm. Manchmal kommen aber Gäste oder auch eine liebenswerte Gästin ( !! ), die so etwas zur Aufmunterung oder Beruhigung brauchen. Ich bevorzuge eher einen Schoppen trockenen Rotweins. Die Betonung liegt dabei auf Einen.

Da fiel mir aber ein, das ich mir durchaus am Wochenende wieder einmal zum Abendbrot eine schöne Platte hauchdünn geschnittenes frisches Fleisch mit Gemüse und Käse garniert und feinen Gewürzen und Saucen behandelt, zu Gemüte führen könnte. Man sagt dazu auch Carpaccio.

Diese plötzliche Idee ließ mir schon mal das Wasser im Munde zusammenlaufen. Dazu passt natürlich für mich nur ein trockener Roter aus dem Süden Spaniens. Andere bevorzugen mehr einen Klaren aus europäischen Landen. So hat eben jeder seine Vorstellungen vom Genießen.

Also wandere ich mit großem Einkaufswagen durch die Gänge des Einkaufszentrums. Immer in der Hoffnung , dass ich das Auto nach Beendigung der Rundgänge nicht überladen habe. Jetzt bin ich noch beim Suchen der gewünschten Artikel. Das klappt eigentlich ganz gut. Meinen Wein habe ich schnell gefunden. Die Regale sind ja voll davon in allen Preislagen und Geschmacksrichtungen.. aber der gewünschte Klare macht mir Sorgen.

Ich habe da nicht so große Erfahrungen, bezogen auf den Geschmack des Getränkes. Ich wandere so an den Regalreihen hinundher, ohne mich entschließen zu können. Und da geschieht noch ein Wunder. Was man sonst kaum einmal erlebt geschieht jetzt. Ein Angestellter des Hauses hatte mich schon eine Weile beobachtet. Hallo mein Herr. Kann ich Ihnen helfen? Ich sehe doch, daß sie etwas suchen und nicht so richtig wissen was. Ja so ist es , meinte ich.

Und erzählte ihm nun von meinen Wünschen, bezogen auf eine Flasche guten und auch schmeckenden farblosen , also Klaren. Die Getränkestrecke war offenbar auch die Lieblingsstrecke des Verkaufsexperten. Er erläuterte mir deshalb gleich die Vorzüge und Nachteile der verschiedensten Spirituosen. Sagte mir dann die Prozentzahlen der Flascheninhalte, die alle sehr niedrig ausfielen. Auch die Farben und die Süßegrade wurden mir erläutert. Das wollte ich aber überhaupt nicht wissen. Mein Auftrag lautete, einen Klaren, nicht zu schwach für Kehle und Magen zu besorgen.

Warum denn das nur meinte der Verkäufer. Warum denn nur einen Klaren trinken. Ich erwiderte nur, daß man davon mehr trinken könne, weil der Klare von der Leber nicht so gesehen wird und sich deshalb heimlich durch einen Körper schleichen könne. Und je mehr Umdrehungen, also Prozente, das Getränk hat, desto schneller und sicherer wandert er zum Ausgang. Bloß gut, daß ich nicht von meinen Argumenten überzeugt war sondern eben nur einen Auftrag ausführen sollte.

So führte mich der Verkäufer zu den Regalen mit den klaren Spirituosen. Wir waren schon am Ende angekommen, als er mir eine Besonderheit empfahl. Eine schön geformte bauchige Flasche mit gehörntem Ausgusshals sah eben anders aus als die anderen Flaschenformate.

Das große Etikett zeigte neben den notwendigen verordneten Informationen zum Inhalt, einen sehr bunten, gehörnten und grimmig lachenden Teufel . Der hatte sogar richtige Klumpfüße. Hufe von Wildpferden die über weite bewachsene Graslandschaften toben, können nur besser aussehen.

Dazu war ein dunkelbrauner buschiger Schwanz zu sehen.

Dieses Ding hing aber in das Innere der Flasche und bewegte sich , wenn man das Ganze schüttelte.

Ich amüsierte mich über das Bild . Besonders auch deshalb, weil man, von wo aus man auch den Teufel ansah, er immer zu einem sah und jedes mal einen anderen Gesichtsausdruck zeigte.

Die Flasche kaufe ich, das Ding ist ein Geck.

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Fortsetzung folgt

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