Brigitte Thielmann

Neues von Birgit und Gillian Teil 6

Die darauf folgenden anderthalb Wochen, bis zur Hochzeit, waren nur so verflogen.


Dem Gekreische draußen nach zu Urteilen, kam Gillian gerade vorgefahren. Dann würde die Show ja wohl bald losgehen, denn ehrlich gesagt empfand ich es als nichts anderes. Zumindest im Moment, aber vielleicht änderte sich das ja noch. Da ihm diese Trauung sehr viel bedeutete, würde ich auch geduldig mitmachen. Zumindest war mein Teil hier einfacher zu erfüllen, als seiner in einer Woche, bei unserer Bindungszeremonie

Also wartete ich hier, in einem Nebengebäude dieser Kirche, nervös bis zum Anschlag, auf Dad. Der mich zur Trauung geleiten sollte.
Um mich meinem zukünftigen Ehemann zu übergeben. Blöde Tradition, irgendwie hatte ich den Verdacht, das Gillian sich diese Tradition nur ausgedacht hatte, aber wissen tat ich es nicht. Den Terranern war alles zuzutrauen.
Auch das sie ihre Frauen den Männern übergaben, als ob sie nichts dazu zu sagen hätten.
Also auf diesen Teil hätte ich gut und gerne verzichten können. Ich kam mir vor wie ein kleines Kind.
Aber wer weiß was heute noch alles auf mich zu kam. Als ich vorhin ein Fenster dieses Raumes geöffnete, hörte ich Gerd und meine Brüder, die ganze Zeit miteinander Flüstern. Konnte zwar nichts verstehen, aber andererseits kann ich mir auch nicht vorstellen, das dabei, was gescheites heraus kommen würde. Die heckten bestimmt irgendeinen Unsinn aus.

Aber zu meine Freude waren Chaila und Charly aufgetaucht. Sie meinten, sie wollten sehen, wie ich mich bei einer terranischen Hochzeit machen würde. Ich schätze nicht anders wie jede andere Frau, oder wie es hier hieß Braut, auch.
Chaila hatte sich so schminken lassen das ihre grüne Hautfarbe nicht zu sehen war. Charly würde wohl nur durch ihre Größe etwas auffallen, denn bei dem Hut den sie trug konnte man ihre Ohren unmöglich sehen.
„Birgit? Die Kleine da, mit den langen blonden Haaren, ist das deine und Sam´s Tochter?“ hörte ich Charly fragen. „Ruf doch mal ihren Namen. Wenn sie auf Ivon hört, wird sie es wohl sein!“ antwortete ich ziemlich gereizt. Wie sollte ich denn wissen, wenn Charly sah und ob noch mehr Kinder, mit langen blonden Haaren herumliefen.
„Mensch Kleine, krieg dich wieder ein, versuchte Keil mich zu beruhigen, die gemerkt hatte, das ich von Minute zu Minute unruhiger wurde. Ich haßte diese Warterei. „Es ist eine Hochzeit, deine Hochzeit. Etwas schönes, du solltest glücklich sein und nicht so gereizt, das sich bald keiner mehr in deine Nähe traut. Und soweit ich gesehen hab ist Gillian gerade vorgefahren und kein Frog. Also reg dich ab.“
Vom Fenster her hörte ich Charly sagen: „Es wird gleich los gehen. Billy geht gerade mit Miri und Ivon in die Kirche.“
Dann hörte ich nur noch wie die beiden mir Glück wünschten und mich dann mit Ginny allein ließen.

„Na Ginny, ich glaube du bist einer der wenigen Hunde, die bei einer kirchlichen Hochzeit dabei sind.“ So wie sie mich, mit ihrer Schnauzte schubste merkte ich, das sie wollte, das ich mich zu ihr heruntersetzte. Aber mit diesem Kleid ging das denkbar schlecht, also streichelte ich sie so noch etwas. „Aber Ja sagen soll nur ich. Kannst du mir mal sagen warum ich so kribbelig bin. Wegen der Hochzeit bestimmt nicht, da freue ich mich ehrlich drauf. Ich glaube es ist wegen der vielen Leute die da sind, die ich aber nicht sehen kann.
Percy soll bloß sehen, das er das mit diesen Augen hinbekommt. Diese ewige Dunkelheit ist nicht zum Aushalten. Aber ich glaube da kommt Dad.“
Da hörte ich ihn auch schon sagen: „Na mein Kleines, wie geht es dir? Du siehst so blaß aus. Bist du dir auch sicher, das du das hier auch willst? Noch ist es früh genug. Du brauchst nur ein Wort zu sagen und Gillian muß sich eine andere suchen.“ Das war mal wieder typisch Dad. Als ob ich in letzter Sekunde noch einen Rückzieher machen würde.
„Dad glaubst du wirklich, ich wäre jetzt hier, wenn ich das nicht wirklich wollte?
Komm lassen wir die anderen nicht noch länger warten. Es ist wirklich ganz anders wie damals, mit Molan. Oder siehst du Mutter hier irgendwo?
Außerdem sind die Zeiten, in denen ich mich zu etwas zwingen ließ, längst vorbei. Komm bring mich in die Kirche, sonst glaubt Gillian am Ende noch, ich wollte nicht mehr.“

Wenn ich ehrlich war, machte es mir auf einmal, auch nichts mehr aus, von meinem Vater in die Kirche geführt zu werden. Mit einem Arm hatte ich mich bei ihm eingehackt und an der anderen Seite war Ginny. Sie war eigentlich nur für den Notfall bei mir.
Während Dad mich nach vorne führte, beschrieb er mir leise die Kirche. So wie er erzählte war sie wunderschön geschmückt. Naja Gillian war die letzten Tage ja oft genug fort gewesen um sich drum zu kümmern das alles so war, wie es sein sollte. Nicht mit den üblichen Blumen , sondern mit Tulpen und Nelken. Meinen Lieblingsblumen!
Irgendwo über mir hörte ich einen Chor singen.
„Dad ich hoffe nur daß, das hier einer filmt. Ich möchte mir das später mit Gillian zusammen ansehen,“meinte ich zu ihm und bekam zur Antwort. „Was glaubst du eigentlich von uns? Die Vorbereitungen hat Mike gefilmt und jetzt hat Piet die Kamera. Denn irgendwie hatten wir das Gefühl, das bei Mike fast nur Gillian´s Schwester, auf dem Film zu sehen sei. Eigentlich wollten wir dich und deinen Partner als Hauptperson haben.
Ich glaube, das Mike sich in deine Schwägerin verguckt hat.
So mein Kleines wir sind da und jetzt tu uns allen einen Gefallen. Antworte nur das was du wirklich willst, hörst du?“

Legte meine Hand in Gillians der den letzten Satz also mitbekommen hatte. Meinte dann auch prompt zu Dad: „Sie glauben doch wohl nicht das ich sie zwingen könnte oder würde. Sie wäre ganz bestimmt nicht hier wenn sie es nicht wollte.“
Als ich merkte, das er wütend wurde sagte ich beschwichtigend zu den beiden: „Wenn ihr mir meine Hochzeit nicht versauen wollt, hört auf zu streiten und wartet einfach ab.“ Und als Endschädigung gab er mir, einen langen zärtlichen Kuß.
Bis wir den Priester leise, aber doch deutlich sagen hörten: „Mr Willi´s, damit wird eigentlich, bis nach der Trauung, gewartet.“

Gerd und Marc unsere Trauzeugen standen direkt hinter uns, als wir uns das Ja-Wort gaben. Wenn ich ehrlich war, fühlte ich mich nicht anders als vorher auch, nur wesentlich glücklicher.
Es war mir auch relativ egal, das ich jetzt etliche Frauen oder besser gesagt Mädchen, unglücklich gemacht habe, weil Gillian nun Officel zu mir gehörte oder ich zu ihm. Ganz wie man wollte.
Sollten sie sich doch selbst jemanden suchen oder finden lassen.
Wenn ich´s so recht bedachte hatte Sam mich auf Nostra gefunden und Gillian auf Terra.
Ich merkte an der Art wie er mich festhielt, das er die nächste Zeit nicht vorhatte mich wieder loszulassen.

Gerade als ich mich mit Billy und seiner Freundin Miri unterhielt, kamen Charly und Cheila an und meinten ich solle mal mitkommen.
Laß Ginny ruhig mit Ivon spielen, du brauchst sie jetzt doch nicht, wir sind doch bei dir. Eigentlich hätte ich bei Charly´s Stimme stutzig werden müssen. Sie hatte immer so einen eigenartigen Klang wenn sie etwas ausheckte.
Aber ich war einfach zu guter Stimmung, um mir darüber Gedanken zu machen. So ließ ich mich auch plaudernd von ihnen rausführen. “Charly, was soll ich eigentlich hier draußen? Bring mich lieber zu Gillian. Er wollte mir seine Mutter vorstellen und wird mich bestimmt schon suchen. “
“Hey Kleines, haben die zwei dich mal von Gillian loseisen können?” war Mike nicht zu überhören der auf einmal neben mir auftauchte. Das hörte sich gar nicht gut an. Auch wurde mir schlagartig bewußt, das hier etwas vor sich ging. Und ich glaube nicht das es etwas war was mir gefiel. Denn
nun war die ganze Klicke hier versammelt.

Es waren meine Brüder, Gerd, Charly und Cheila. Bei denen war alles zu erwarten, nur nichts gescheites.
„ Was habt ihr vor? Kann es sein das ich Ginny doch brauche? Irgendwie traue ich euch im Moment nicht so ganz. Los sagt schon.”
Da bemerkte ich, wie Piet mich in seine Arme nahm und meinte: “ Das darfst du nicht sagen Kleines, das du uns nicht traust, du weißt doch ganz genau, das wir immer auf dich aufpassen. Glaub mir es ist nur ein Spiel, ein harmloser Streich. Wir lassen Gillian ja Ginny da, dann hat er dich Ruck-Zuck gefunden.”
Mit schiefgelegten Kopf fragte ich verständnislos nach: „Hat er dich gefunden? Wieso soll er mich finden? Ich brauch doch nur wieder rein zugehen. Dann braucht er mich doch gar nicht zu suchen!“
Da konnte ich mich doch nur verhört haben, oder?

„Nun komm schon es ist wirklich nur ein harmloser Spaß,“ sagte Gerd und wollte mit mir irgend wohin verschwinden. Da mir das aber gar nicht, in die Vorstellung des heutigen Tages paßte, versuchte ich ihn von mir fortzuschubsen. Nicht mit Gewalt, aber so das er schon merkte, das mir die ganze Sache nicht gefiehl.

„Hört mal Jungs, meint ihr nicht auch das er mich schon genug gesucht hat?“ versuchte ich wenigstens meine Brüder zu überzeugen.
Die meinten aber nur: „Mensch komm schon, stell dich nicht so an. Es ist ein terranischer Hochzeitsbrauch, er wird ihn kennen.
Die Braut, also du, wird von einigen Leuten der Hochzeitsgesellschaft entführt. Das heißt, sie ziehen mit der Braut, durch verschiedene Gaststätten und ihr Mann muß sie suchen und auslösen.“ erklärte mir Mike.
„Toll nicht wahr, das hat uns Gerd erzählt.“ Charly schien es wirklich gut zu finden. Wenn ich ehrlich war, ich weniger, eigentlich gar nicht.

Aber im Moment blieb mir nichts anderes übrig, als mitzumachen. Zumindest nachdem mir Mike, ein paar eigentlich sehr hübsche Ohrringe in die Hand legen wollte, die ich leider nur zu gut kannte. Sie waren eigentlich keine Schmuckstücke, obwohl sie sehr schön aussahen. Ihr eigentlicher Zweck bestand darin, den telephatischen Kontakt zu verhindern.

Ich wüßte nur zu gerne, wie sie daran gekommen sind. Denn eigentlich lagen sie gut verschlossen in meinem Tresor auf der Sunshine.
Aber sowas konnte schon mal passieren, wenn man nicht alleine den Code für seinen Tresor kannte. Sondern meinte man könnte seinen Brüdern vertrauen. Nunja vielleicht hätte ich ihnen etwas genauer erklären sollen, was für Mistdinger diese Ohrringe waren. Dann wäre mir diese Situation sehr wahrscheinlich erspart geblieben. Tja damit war ich es ja, mehr oder weniger, selbst schuld.
Aber trotzdem fuhr ich die Jungs reichlich wütend an: „ Das ist doch wohl nicht euer Ernst? Das wagt ihr nicht! Die zieht ihr mir nicht an,“ und hätte mir am liebsten die Ohren, unter meinen Händen versteckt. Aber das kam mir doch ein bißchen blöd vor. Es war einfach eine unmögliche Situation.
„Nur wenn es sein muß. Stell dich doch nicht so an!“ meinte Mike zu mir. „Früher hast du doch auch jeden Unsinn mitgemacht.“ Gerd meinte auch noch: „Außerdem hat Gillian ja noch Ginny. Wie ich die zwei kenne, haben die dich schneller gefunden wie es uns recht ist. Nun komm schon. Ehe er zu früh merkt das du fort bist.“

Nun was sollte ich tun? Ein Spielverderber wollte ich nicht sein, auch ohne die besagten Ohrringe. Aber ein ungutes Gefühl hatte ich trotzdem.
Nunja außerdem wollten Charly und Cheila, Gillian darüber informieren daß, das Ganze ein Spiel war. Falls er diesen Hochzeitsbrauch nicht kannte. Wer weiß ob er überall üblich war. Er sollte sich mit dem Auslösen, wie Gerd so schön gesagt hat, nur beeilen. Ich hatte keine Lust, meinen Hochzeitstag nur mit meinen Brüdern und Gerd zu verbringen.
Warum konnte eigentlich nichts so verlaufen wie ich es wollte, noch nicht mal mein Hochzeitstag.
Naja dann wollen wir mal das beste daraus machen und mit den dreien durch die Gegend ziehen, wie Mike es so schön genannt hat.

„Kleines, komm hier zieh das an,“ und drückte mir einen Sturzhelm in die Hand. „Gerd hat Motorräder organisiert. Mit wem willst du fahren?“
„Mit Mike, du fährst mir zu langsam. Wenn ich schon nicht hierbleiben darf will ich wenigstens meinen Spaß haben.“ antwortete ich Piet und wußte haargenau, das er jetzt leicht bockig sein würde. Weil ich nicht mit ihm fahren wollte. Wenn schon wollte ich auch meinen Spass haben und wie Gerd fuhr wußte ich nicht. Da wir immer nur mit dem Auto unterwegs gewesen sind.

„Achso, habt ihr euch mal überlegt wie ich mit diesem Kleid, auf ein Motorrad kommen soll?“ fragte ich sie, während ich damit beschäftigt war, das Brautkleid irgendwie zwischen mir und Mike so einzuklemmen, das es nicht störte. Ein reichlich mühseliges Unterfangen.
Wenn ich das auch nur im geringsten geahnt hätte, hätte ich mir für heute doch besser den Hosenanzug ausgesucht.
Aber irgendwie fand ich, das dieses Hochzeitskleid, besser zu Gillian´s Smoking passte. Zu gerne hätte ich gesehen, wie er darin aussah. Denn ich kannte ihn nur in reichlich verwaschenen Jeans und T-shirt.

Trotz allem war es schön, so mit Mike unterwegs zu sein. Früher hatten wir das öfters gemacht.
„Mike, fährt einer vor uns?“
„Nee Kleines, wieso? Bin ich dir zu langsam?“
„Da kannst du wohl für. Da könnte man ja glatt auf die Idee kommen, du hättest dich in einen alten Opa verwandelt.“
„Ich hab Piet versprechen müssen, ganz vorsichtig mit dir zu fahren,“ antwortete er mir. „Piet meinte Gillian würde mir, oder ihnen, den Hals umdrehen, wenn dir oder den Kindern etwas passieren würde.“
„Gegen vorsichtig hab ich ja nichts. Aber mußt du deshalb gleich, das Motorrad in ein Dreirad verwandeln? Gib mal ein bißchen Gas. Piet wird sich schon wieder beruhigen.
Da die Verständigung etwas schwierig war, nahm ich mit ihm auf gedanklicher Basis Kontakt auf. Dabei mußten wir nur etwas vorsichtig sein, das Piet nichts davon mitbekam. Er hätte für meine Wünsche bestimmt nichts übrig gehabt. Mal nicht dafür.
So fragte ich ihn, ob es hier in der Gegend, eine Strecke gab, auf der man etwas erleben konnte.
Da meinte er eine Rennstrecke, durch eine natürliche Landschaft, mit ein, zwei Sprungschanzen. Ich hab sie mir gestern Abend angesehen, nachdem Piet und ich die Gegend erkundet haben. Nicht das was wir sonst so gefahren sind, aber da sahst du ja auch nicht schwanger und im Kleid, hinter mir. Meinst du das geht? Ich meine damit nicht den Ärger den Piet uns machen wird. Ich denke da mehr an die Zwillinge und Gillian.
Um Gillian mach dir mal keine Gedanken, den übernehme ich und außerdem bin ich im sechsten Monat und nicht kurz vor der Entbindung.
Also fahr schon, mach das du auf die Bahn kommst. Eh ich hier vor Langeweile einschlafe und bevor Piet merkt was wir vor haben. Denn der hat bestimmt etwas dagegen.
Da bemerkte ich wie er sich zu mir umdrehte und sagte: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, aber halt dich um Gottes willen gut fest. Sonst bringt Piet uns beide um. Da braucht dein Mann gar nicht für aufzu tauchen.“
„Piet wird mich schon nicht umbringen und Gillian auch nicht. Denn sonst ist er schneller Witwer wie Ehemann.“
„Weißt du was Kleines, du bist ein ganz schönes Früchtchen. An mich denkst du wohl gar nicht.“
„Doch unentwegt, wenn ich Zeit habe. Jetzt fahr endlich.“
Die Fahrt war herrlich, aber sie wäre noch schöner wenn ich dieses Kleid nicht ewig festhalten müßte. Es wollte einfach nicht zwischen Mike und mir bleiben.
Uppss, diese letzte Sprungschanze war wohl doch nichts für Schwangere, ich hatte gerade so das Gefühl, das die Zwillinge unbedingt schon jetzt auf die Welt wollten. Sie wollten anscheinend nachschauen was die Mama so trieb.
Wenn sie nur ein bißchen nach mir kamen, würden sie dann einen rießen Spaß haben. Gillian würde diese Fahrt wohl auch gefallen, ihm würde nur der Zeitpunkt nicht so zu sagen.

„Mike, was ist los?“ er wurde schlagartig langsamer und riß dann die Maschine in sekundenschnelle herum. So das wir jetzt in die entgegen gesetzte Richtung fuhren und zwar sehr schnell. Als ob der Teufel hinter uns her wär.
Kleines halt dich gut fest sonst können wir unser Testament mache, vernahm ich seine Gedanken in mir. Als ich nachfragte, ob ich Piet zu Hilfe rufen sollte, bekam ich nur zur Antwort. Brauchst du nicht er ist knapp hinter uns. Er hat am anderen Ende der Strecke gewartet.
„Mike kann es sein das nicht nur du, die Strecke, gestern erkundet hast?“
„Scheint so,“ hörte ich ihn Antworten. Aber du hättest sein Gesicht sehen sollen. Also wütend ist friedlich gegen ihn.
„Oh Schiet, da vorne wartet dein Ex-Lover. Die zwei scheinen sich verabredet zu haben und jetzt? Aufgeben?“
„Aufgeben?“ ich glaubte nicht recht gehört zu haben. Wenn die zwei uns haben wollten mußten sie sich halt ein bißchen anstrengen. „Nee, die zwei werden wir schon irgendwie los. Vergiß einfach das ich schwanger bin! Ich versuch es auch zu ignorieren. Also wie sieht´s aus, entkommen wir ihnen ohne aufzugeben?
Mensch Mike bisher haben wir ihn doch auch immer ausgetrickst, wenn wir es wollten. Streng dich an.“
„OK, hier ist ein kleiner Fluß. Wir zwei kommen da rüber. Das haben wir schon öfters gemacht, er nicht. Dafür reichen seine Fahrkünste nicht.“
Nach einigen Minuten äußerst holpriger Fahrt und einigen fast Stürzen, kamen wir endlich glücklich auf der anderen Seite an. Wenn ich auch patschnaß war.
„Kleines , wir sind ihn los und jetzt? Was schlägst du vor? Wir können uns nicht den Rest des Tages vor ihm verstecken.“
„Das hatte ich auch gar nicht vor. Außerdem holt er sonst noch Gil, als Verstärkung und dann sind sie schon zu dritt.

Also fahren wir erst mal zu der Gaststätte, die ihr euch als erstes ausgesucht habt. Dann werd ich ihn schon irgendwie beruhigen. Schließlich ist es mein Hochzeitstag und wenn ich ehrlich war, machte ich mir mehr Gedanken über Gillian´s Reaktion, wie die von Piet. Der brauste zwar schnell auf, beruhigte sich aber wieder genauso schnell und seine Standpauken war ich ja mehr oder weniger gewöhnt.“
Nach mal knapp fünf Minuten Fahrt hielt er dann an und meinte: „Wir sind da. Du kannst absteigen.“
Da merkte ich erst mal wie Naß ich war. Ich sah im Moment bestimmt alles andere wie vorzeigbar aus.
So fragte ich Mike auch: „Ich seh doch bestimmt schlimm aus? Oder?“
Worauf er mir antwortete: „Du siehst toll aus, wirklich! Nur dein Kleid ist wohl reif für den Müll. Ich kann mir nicht vorstellen, das da noch was zu retten ist.“
„Ach, das Kleid ist doch egal. Ich hab mal nicht vor, öfters zu heiraten und auf Volan kann ich es sowieso nicht gebrauchen. Aber weißt du was, die Fahrt war einfach unbeschreiblich, einfach Toll.
Ich glaub so eine Brautentführung, hat nicht jede Frau. Glaub mir, an diesen Tag werden wir uns noch in hundert Jahren erinnern.
So und jetzt komm, ich brauch was zu trinken. Mein Kleid ist zwar klatschnaß, aber ich fühl mich wie ausgetrocknet.
Außerdem muß ich Piet noch auf einen halbwegs normalen Pegel zurück bringen, bevor er hier auftaucht.
Ich hab mich vorhin mal kurz in seine Gedanken eingetastet. Glaub mir, wenn es nicht Piet wäre, würde ich um diese Person, besser die nächste Tage einen weiten Bogen machen.
So sauer hab ich ihn wirklich noch nicht erlebt.“

Nach so den zweiten Cappuccino, tauchten dann auch Piet und Gerd auf.
Piet polterte auch gleich los: „Mike, was hast du dir eigentlich dabei gedacht? Mit ihr diese Strecke zu fahren und dann noch durch diesen bescheuerten Fluß. Wolltest du euch umbringen?“
Oh Mann war er wütend und schob die ganze Schuld auf Mike. Als ob ich gar nicht da wäre.
„Piet bitte, laß Mike in Ruhe. Er kann doch nichts dafür. Ich hab ihm gesagt er soll diese Rennstrecke fahren, sonst würde ich vor Langeweile einschlafen.“ und suchte tastend nach seiner Hand.
Denn wenn ich ehrlich war, konnte ich ihn ja auch verstehen. Denn einige Sprünge waren schon etwas heftig gewesen. Aber das war die Sache werd gewesen. Wer weiß wann Mike und ich noch mal zusammen fahren würden.

„Gut Birgit, wir reden später. Jetzt geht´s weiter.“
Irritiert fragte ich: „Weiter? Wieso? Ihr zwei seit doch gerade erst angekommen?“
Bis mir auf einmal ein Licht aufging. Gillian war aufgetaucht. Kurz darauf bemerkte ich auch Ginny, die neben mir auftauchte. Anscheinend glücklich darüber, mich gefunden zu haben.
Gerade als ich ihr Geschirr nehmen wollte, das Gillian ihr vorsorglicherweise umgelegt hatte, um zu ihm zu gehen. Hielt Piet mich fest und meinte: „So nicht Madam, mit dir bin ich noch nicht fertig. Schick Ginny wieder zu Gillian, wir fahren weiter. Aber diesmal steigst du bei mir auf. Damit wir auch da ankommen, wo ich will.“
Da half alles nichts, diesmal mußte ich mich fügen. Blind hatte ich gegen Piet nicht den Hauch einer Chance, da war er halt im Vorteil.
Und Gillian, auf den ich wartete, tauchte auch nicht auf. Männer!! Was machte er nur so lange?

Piet der meinen wütenden Gesichtsausdruck bemerkte, meinte nur zu mir: „Tja, meine Kleine! Dein Mann hat so einige Probleme mit dem Kommen. Könnte es sein, das er das erste Mal, nicht begeistert von seinen Fans ist?“
Ich konnte mir so richtig sein grinsendes Gesicht vorstellen, dieser Schlawiner. „Tja, das kommt halt davon, wenn man sich mit einem bekannten Künstler bindet. Jemand anderes wäre schon bei dir,“ und nahm mich, um mich mehr oder weniger hinter sich her zu ziehen.

So war ich, mal wieder damit beschäftigt, mein noch immer nasses Kleid, diesmal zwischen Piet und mir festzuklemmen.
Seine Frage, ob ich gut saß, bekam ich nicht mit. Da ich gerade damit beschäftigt war, mit Gillian Kontakt aufzunehmen.

Gillian, wo bist du? Piet ist schon wieder unterwegs mit mir.
Tut mir leid Sweedheard, ich häng hier fest. Möcht nur mal wissen wo die ganzen Menschen auf einmal her kommen? Vernahm ich seine Antwort.
Bitte Gillian beeile dich! Piet hat nee stink Wut auf mich...... Weiter kam ich nicht, denn Piet war so geschickt in meine Gedanken gefahren, mit: Du hast jetzt genug geflirtet, ein bißchen wirst du schon noch ohne ihn auskommen.
Das meine Verbindung zu Gillian unterbrochen war. Nunja, lang würde er das nicht mehr schaffen. Wenn wir erst mal richtig gebunden waren, konnte uns so ein kleiner Schubser nicht mehr trennen. Dann könnte ihm höchstens passieren, das er von uns einen gedanklichen Schubs bekam. Aber das trauten sich auch nur die wenigsten, Bindungspartner beim Gedankenaustausch zu stören. Da wir aber erst in einer Woche richtig gebunden wurden, hatte Piet noch einige Tage freie Hand oder freie Gedanken.

„Mensch Piet, du bist echt gemein,“ beschwerte ich mich auch darauf bei ihm, aber es schien ihm relativ egal zu sein.

„Kleines sei friedlich, wir sind gleich da, dann können wir uns unterhalten. Glaub mir, wir haben was zu klären!“ hörte ich ihn wütend vor sich hin brummen. Wie ein alter Brummbär

Aber Geschmack hat er. Das Hotel vor dem wir hielten, lag an einem kleinem See im Wald. Es war einfach wunderschön. Ein richtiges kleines Romantik Hotel. Aber um es richtig genießen zu können war ich einfach in der falschen Begleitung und dazu hatte er auch noch miserable Laune. Nur gut das Mike und Gerd noch dabei waren.

Als wir zum Hotel hochgingen, es lag auf einer kleinen Anhöhe, hatte er sich anscheinend schon etwas beruhigt. Zumindest machte es den Eindruck, als er zu mir sagte: „Komm Kleines ich such uns einen Platz in der Sonne. In deinem nassen Kleid frierst du doch bestimmt?“
„Nee, ich schwitze immer so komisch,“ irgendwie konnte ich es nicht lassen, ihn auch noch ein bißchen zu zanken. Aber Recht hatte er, mir war kalt und ich konnte nur hoffen das ich mir nicht noch eine Erkältung einfing. Das konnte ich jetzt gar nicht gebrauchen. Ich hätte jetzt wer weiß was für ein warmes Bad und trockene Klamotten gegeben.
„Wenn Gillian nicht die nächste halbe Stunde auftaucht, fahre ich dich nach Hause. Damit du dich umziehen kannst.
Aber du und Mike, ihr wart ja auch verrückt, in deinem Zustand, diese Fahrt zu machen. Egal von wem die Idee war. Ihr hättet euch den Hals brechen können und dann auch noch durch den Fluß. Was habt ihr euch dabei eigentlich gedacht? Nichts nicht war?“ Aha jetzt bekam ich mein Fett weg. Mike der mir helfen wollte, wurde nur angebafft, er solle bloß die Klappe halten.

„Ich nehme an, das du dein Gesicht nicht sehen konntest, als Mike auf dich zu fuhr? Ich hab leider nur gehört wie er zu mir sagte: Halt dich gut fest , sonst können wir unser Testament machen. Es wäre ja nicht das erste Mal das du ausrastest, nur weil wir ein bißchen Spaß haben wollen, nicht war? Du kannst nämlich ein richtiger Spielverderber sein.“
„Kleines, das darfst du nicht sagen,“ hörte ich ihn leise antworten, wie er sich ganz nah zu mir setzte und seinen Arm um mich legte. „Weißt du denn nicht, wie furchtbar das für mich ist, wenn ihr kein bißchen an eure Sicherheit denkt? Ich hab euch doch bestimmt schon oft genug, aus irgendwelchen Schwierigkeiten rausholen müssen und meistens durfte Percy euch dann wieder zusammenpuzzeln. Glaubst du, das geht einfach so an mir vorbei?“ Wenn er wollte das ich ein schlechtes Gewissen bekam, hatte er das erreicht. Ich wette Mike würde jetzt krampfhaft in eine andere Richtig sehen, denn ihm ging es bestimmt nicht besser wie mir.
„Ach Piet, ich weiß das wir manchmal furchtbar sein können. Aber wir brauchen halt ab und zu ein bißchen Nervenkitzel. Einfach spüren das man lebt. Daß, das nicht immer ganz ungefährlich ist, wissen wir selber. Aber glaub mir, ich brauch das einfach zwischendurch und Mike auch.“
„Meinst du ich weiß das nicht? Aber außer mir traut sich doch keiner euch zu stoppen, wenn ihr zwei mal wieder am ausflippen seit. Außer vielleicht Gillian, hoffe ich mal. Dann mach wenigsten, nicht immer nur ich, mich unbeliebt.“

„Piet du alter Brummbär, komm her,“ sagte ich zu ihm, während ich ihn ganz nah zu mir ranzog und etwas tat was ich schon lange nicht mehr getan hatte.
Gab ihm einen Kuß und lehnte mich ganz fest an ihn. „Weißt du Großer, wir passen schon auf uns auf. Nur bleiben wir nicht immer auf der sicheren Seite. Wir wollen auch schon mal unsere Grenzen austesten und das geht halt schon mal daneben.
Außerdem Wissen wir doch, das du uns, wenn es sein muß uns wieder raushaust!“
Nun wenn man es von seinem Standpunkt aus sah, waren wir schon manchmal eine echte Plage. Aber ich wußte nur zu genau, auch wenn es mir jetzt ehrlich Leid tat, würde ich mich trotzdem nicht viel ändern. Vielleicht Gillian zuliebe, aber ganz würde ich auf ein bißchen Action nicht verzichten können und Mike noch weniger.
Für ihn war es schon schlimm genug, das er die Sunshine jetzt alleine führen mußte. Ich wußte nur zu genau, das er wie ich, darauf wartete das wir uns das Kommando wieder teilen würden.
Das heißt einige Monate ich und einige Monate er. Das kam aber ganz, auf die Aufträge an.

„Piet?“ fragte ich ihn vorsichtig. „Bist du wieder friedlich? Lach mal wieder dann siehst du viel besser aus. Bitte!“ Darauf lachte er mich laut an und erwiderte: „Ach Kleines, keine Sorgen ich wollt dir deinen Hochzeitstag nicht verderben. Aber ich war vorhin so was von sauer. Du hast ja nicht gesehen, wie ihr über den Fluß geschlittert seit.“
Ich grinste ihn an, meinte dann noch: „ Gesehen hab ich es nicht. Aber ich war mit dabei und weißt du was? Es hat Spaß gemacht. Ich würde es jederzeit, wenn die Zwillinge da sind, wiederholen.“

„Was würdest du jederzeit wiederholen, Sweedheard?“ hörte ich Gillian neugierig fragen. Der es endlich geschafft hatte, mich zu finden.
„Was ist eigentlich mit dir passiert? Du bist ja ganz nass?“ und legte mir seine Smokingjacke über die Schultern.
„Biggi komm, ich bring dich nach Hause. Da kannst du dir was Trockenes anziehen. Zu meinen Brüdern und Gerd meinte er nur kurz angebunden: „Wir reden uns später noch meine Herrn!“

Na da stand mir ja noch ein Aufklärungsgespräch ins Haus. Wie heißt es so schön, wer A sagt muß auch B sagen. In meinem Fall, hieß es Gillian erklären, das ich diese blöde Situation mehr oder weniger selber schuld war.
Aber jetzt war es einfach nur schön ihn bei mir zu haben.
Zuhause verschwand ich erst mal in der Badewanne, um wieder warm zu werden. Wenn ich ehrlich war war ich bis auf die Knochen durchgefroren.

„Sweedheard, hast du noch ein bisschen Platz für einen einsamen, frischgebackenen Ehemann,“ und dabei bemerkte ich auch schon, wie er zu mir stieg. Das er dabei das Badezimmer unter wasser setzte, schien ihn nicht weiter zu stören.

„Schatz, was hast du vor? Wenn mich nicht alles täuscht, müßen wir gleich noch auf eine Hochzeitsfeier! Schon vergessen?“

„Nein ganz bestimmt nicht. Aber jetzt will ich erst mal sehendas meiner Frau wieder warm wird.“

, hörte sich irgendwie ungewohnt und doch gut an. Ich glaub da kann ich mich dran gewöhnen. Während ich noch so vor mich hin träumte, zog er mich immer näher zu sich ran und schien erst zufrieden zu sein wie mein Kopf auf seiner Brust zum liegen kam.

Wie gerne würde ich ihm jetzt in die Augen schauen, in diese Augen die mich vom ersten Augenblick an verzaubert hatten.

„Du Gillian, ich muß dir was beichten....“ hob meinen Blick zu ihm, während ich eine kurze Pause machte. „Das vorhin, mit dem patschnassen Kleid. War ich eigentlich mehr oder......“ mitten in meiner Erklärung, hörte ich ihn „Psst,“ sagen und gleichzeitig legte er mir seinen Zeigefinger über die Lippen.

„Sag nichts Sweedheard, es ist nicht wichtig. Die Hauptsache ist nur, das du wieder bei mir bist. Nur für den Fall, das wir gleich nochmal auf diese Feier gehen sollten. Werde ich aufpassen, wie ein Schießhund, das du mir nicht wieder abhanden kommst. Mach dir mal keine Sorgen wegen deiner Brüder, die Sache ist vergessen. Aber bitte nicht wiederholen.“

„Keine Sorgen mein Schatz, für heute hab ich genug Action gehabt.“ meinte ich zu ihm,während er damit beschäftigt war, mich überall wo er ran kam,abzurubbeln. Es war richtig schön zu merken, wie ich überall wieder warm wurde.


„Du Gillian hilfst du mir mal? Ich brauch deine Augen!“ fragte ich ihn als wir wieder aus dem Bad raus waren. „Tut mir leid Sweedheard, geht leider nicht.“ Als er meinen fragenden Gesichtsausdruck sah, hörte ich ihn lachend antworten: „Die sind festgewachsen. Also kann ich sie dir auch nicht geben, noch nicht mal leihweise.“

Dieser verrückte Kerl. „Ohh du, du ..... Mir fällt gerade nichts passendes ein,“ und rannte in seine Richtung, um ihm zu zeigen was ich davon hielt wenn er mich veräppelte. Dabei hatte ich aber nicht bedacht, das unsere Sachen einfach so herumlagen. So stolperte ich auch über seine oder meine Schuhe. Landete zum Glück aber nicht der Länge nach auf der Nase sondern in seinen Armen.

So wurde ich auch recht neckend gefragt: „Na Biggi, wolltest du was?“

Schlang meine Arme um seinen Hals und meinte dann im gleichen Tonfall zu ihm: „Ja, von dir aufgefangen werden. Wollte nur mal deine Reflexe überprüfen.“

„Wofür brauchst du denn meine Augen? Mal sehen vielleicht kann ich dir ja doch helfen?“

„Gib mir bitte mal meinen hellbraunen Hosenanzug und die Bluse mit der Goldstickerei dazu.Denn einer von uns sollte wenigstens entsprechend gekleidet sein. Denn wie ich dich kenne, hast du wieder deine heißgeliebten Jeans und Tshirt an!“

„Ja hab ich, was dagegen?“ fragte er im leicht fratzigen Ton.

„Nein, mein Schatz. Wenn sie dich in diesem Aufzug nicht auf deine eigene Hochzeitsfeier lassen, selber schuld.“ Dabei wußte ich nur zu gut, das er sich im Smoking alles andere wie wohl fühlte. „Na und, wenn schon? Wer will da schon hin. Ich wäre jetzt viel lieber mit dir alleine. Mensch Biggi du bringst mich noch um das letzte bisschen Verstand, weißt du das?“


„Willst du wirklich wieder auf diese Party? Wir könnten doch direkt auf die Jacht gehen und jetzt schon abhauen. Nur wir zwei, ohne die ganze Meute. Die haben doch alles was sie wollen, gute Musik, Essen und Trinken, ohne Ende. Die merken doch gar nicht das wir nicht da sind. Bitte!!“

Jetzt war es raus. Er hatte keinen Bock mehr auf die Feier.Aber ich wußte nur zu gut, das ich noch mal hin mußte, etwas holen.

„Gillian, wenn du willst kannst du ja schon mal die Jacht klar machen. Aber ich muß noch mal hin.Mike hat noch etwas von mir, das ich unbedingt wiederhaben will, sonst hab ich keine Ruhe.“


Nicht auszudenken das die Ohrringe, die Mike jetzt hatte, in falsche Hände gerieten. Nicht nur das sie den telephatischen Kontakt verhinderten, sie sorgten auch dafür, das man das Gefühl hatte ohne seine Bindungspartner zu sein und gleichzeitig nahmen diese einen auch nicht mehr wahr. Das war für mich noch schlimmer. Denn man kam sich wahnsinnig einsam vor. Einfach furchtbar für jemanden, der mit dem Kontakt zu seinen Bindungspartnern aufgewachsen war. Es war so als wäre die betreffende Person, die diese Ohrringe trug, nicht mehr da.


„Denkst du vielleicht, ich lass dich da alleine hin?“ Ich schaute ihn ungläubig an und sagte dann lachend zu ihm: „ Schau mich mal an. Ich bin glaube ich schon erwachsen genug um alleine, zu unserer Hochzeitsfeier zu gehen. Ich will ja auch nur was holen oder kommst du mit?“ Anstatt einer Antwort hörte ich ihn mit den Autoschlüsseln klimpern.

„Sweedheard, Auto und Chauffeur stehen bereit.“

„Gut Mr Willis, dann lassen sie uns mal fahren. Ich möchte nämlich so schnell wie möglich wieder bei meinem Mann sein.“

„Werde mich bemühen, Mrs Willis,“ und reichte mir seinen Arm, den ich auch nur zu gerne nahm.


Sehr vermisst worden waren wir wirklich nicht. Zumindest merkte man nichts mehr davon, wie wir wieder bei den anderen eintrafen. Es herschte eine locker ausgelasene Stimmung. Aber besonders viel Lust noch hier zubleiben hatten wir beide nicht und so machten wir uns auch direkt auf die Suche nach Mike. Ich hoffte nur das er noch da war.

„Du, wenn uns einer anspricht, sagst du kurzerhand ich wäre dein Chauffeur und du hättest nichts mit der Hochzeit zu tun. Dann kommen wir viel schneller hier fort.“ Also so ein Einfall konnte wirklich nur von Gillian kommen. Sich auf seiner eigenen Hochzeitsfeier verleugnen zu lassen um schnell wieder fort zu komme. Aber ohne mich. „Das hättest du wohl gerne, aber nicht mit mir. Aber ich glaube uns beachtet sowieso keiner. Das Brautpaar erwarten sie wohl etwas anders angezogen.“


„Mensch Kleines, wo wart ihr denn die ganze Zeit?“ War Mike auf einmal hinter uns zu vernehmen.

„Das geht dich gar nichts an! Gut das du da bist, dich hab ich gesucht.“ Wandte mich zu Gillian, denn ich wollte wissen, ob es hier einen Ort gab an dem ich mich ungestört mit Mike unterhalten konnte.

„Biggi, was hast du vor? Lass dir geben, was du haben willst und wir verschwinden wieder, hörst du?“ Drehte er sich, aber dennoch, in Mike´s richtung und meinte dann: „Gut kommt mit.Verdammt nochmal was habt ihr zwei vor.“ Mike hatte jetzt den selben sturen Gesichtsausdruck wie Birgit auch, wenn sie unbedingt etwas wollte und es nicht so ging wie vorgesehen.Was Biggi vorhatte wußte sie eigentlich auch nicht so recht. Also zuckte sie erst mal mit den Schultern. Vordringlicherweise diese Ohrringe wiederhaben, aber andererseits auch sicherstellen, das sie zumindest von Mike damit nicht mehr unter Druck gesetzt wurde.


„Biggi wir sind da. Wir drei sind unter uns.Ich bleib hier, nur damit du es weißt.“

Die ganze Situation gefiel ihm kein bisschen. Denn die zwei sahen alles andere als friedlich aus. Zumindest schien Birgit reichlich wütend auf ihren Bruder zu sein. Naja das zum Thema, ich will nur was holen.Manchmal fragte er sich, ob bei ihr und ihren Brüdern, überhaupt etwas ganz einfach ging.Das er sie nicht allein lassen würde hatte sie sich schon gedacht. Drückte kurz seine Hand und lächelte ihn an und zu Mike gewandt, hörte man sie sagen: „So mein Freund, du hast etwas was mir gehört! Das möchte ich wieder haben. Außerdem wer ist eigentlich auf die Idee gekommen mich damit unter Druck zu setzen?“

„Nicht unter Druck setzen! Nur ein bisschen deiner Entschlusskraft nachhelfen,“ rechtfertigte er sich. „Man, stellst du dich heute an! Mach die Hand auf ich, geb sie dir ja.“ Bloss bei dem Gedanken daran sie mit blosen Händen anzufassen, erfasste mich so ein Wiederwillen, das ich meine Hände schlagartig zurückzog und fast hysterisch ein Nein ausstieß.

Als ich Mike sagte er solle sie Gillian geben, merkte ich auch schon wie dieser neben mir stand.

„Kleines, endweder du nimmst diese Dinger selber oder ich behalte sie. Stell dich nicht so an. Die tun dir doch nichts. Ich hab sie die ganze Zeit angefasst und lebe noch. Es ist auch sonst nichts negatives von ihnen zu spüren. Man, was ist los mit dir? Du benimmst dich als wären sie giftig.“

Ehe ich Antworten konnte, hörte ich Gillian zu ihm sagen: „Mike gib sie mir und lass Biggi in Ruhe.“

Da gab ich mir einen Ruck und meinte dann zu den beiden, eigentlich mehr an Mike gewandt: „Gut Mike, wenn du es unbedingt so willst. Ich nehme sie von dir. Aber erst lernst du sie kennen, von wegen ich stell mich an. Glaub mir, das brauchen wir dann kein zweites mal mehr zu tun.

Gillian tust du mir einen Gefallen und lässt mich mit Mike so fünf Minuten alleine? Und sorg bitte dafür das keiner zu uns kommt. Bitte Darling! Wenn ich das hier hinter mir habe, werde ich, mehr als glücklich sein, hier fort zu dürfen.“ Er schüttelte zwar reichlich ungehalten den Kopf, ließ die beiden aber trotzdem alleine, blieb aber im Raum. Denn er wußte jetzt mit ihnen rumzudiskutieren hätte nichts gebracht. Das einzige was er tun könnte, wäre einfach zu gehen, in der hoffnung, das sie dann mitkam. Aber daran glaubte er nicht . So fand er es besser in der Nähe zu bleiben. Ausserdem interessierte ihn die Wirkung dieser hübschen Ohrringe auch und gleichzeitig war er zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Piet schien schon Recht zu haben, wenn er sagte, die beiden brauchen einen der auf sie aufpasst.

So hörte er auch wie sie zu ihrem Bruder sagte: „Mike, nein setz dich so vor mich damit du mich sehen kannst. Dann wird es etwas einfacher und versuch gleichzeitig daran zu denken, ich war wirklich alleine, wie ich sie anbekam. Allein mit einem Mann, den ich hasste wie die Pest. Keine Angst ich nehme sie dir nach ein paar Minuten auch wieder ab.“

Mike saß im Schneidersitz vor ihr und meinte nur: „Mensch mach es nicht so spannend. Steck mir die Dinger endlich an.“

Biggi saß jetzt in der selben Stellung vor ihm und sagte noch: „Kannst du eigendlich gar nichts ernst nehmen? Das ist bestimmt kein Spiel. Weder für dich noch für mich.“

Das ihr diese Schmukstücke absolut zuwieder waren, konnte man daran sehen wie sie, sie anfasste. Fast nur mit zwei Fingern und ein Gesicht zog als ob sie etwas ganz wiederliches wären. Nur als sie, sie Mike an die Ohren steckte, faßte sie, sie mal richtig an. Für Gillian sah es so aus als ob sie glühende Kohlen in den Händen hielt.

Aber mit dem was jetzt passierte hatte er nicht gerechnet.

Denn sein Schwager war in sich selbst zu sammen gebrochen und hielt sich nur noch etwas aufrecht, dadurch das er seinen Kopf mit den Händen etwas abstützte. Er stönte als hätte er starke Schmerzen.

Seine Aufmerksamkeit wendete er erst wieder Biggi zu, als er einen unangenehm ziehenden Schmerz im Hinterkopf verspürte. Das hatte er das letzte mal erlebt, als sie im Koma auf der Sunshine, gelegen hatte und er auf der Suche nach ihr war. Im Gegensatz zu damals wußte er heute was das bedeutete. Ihr ging es anscheinend auch nicht viel besser wie Mike. Obwohl von ihr kein Ton zu hören war.

Gerade als Gillian ihr hoch helfen wollte, bemerkte er wie sie sich innerlich anspannte und sich langsam wieder aufrichtete. Jetzt saß sie wieder. Zwar mit zusammen gebissenen Zähnen, aber immerhin aufrecht.

Nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände und strich im zärtlich die Haare aus den Augen.

Jetzt konnte man sie auch auf ihren Bruder einreden hören: „Mike schau mich an. Komm schon du Heißsporn. Ich weiß das du mich hörst, denn sie haben keinen Einfluß auf die Ohren. Mike....“ sagte sie jetzt, in schon fast flehenden Ton. „Mike, schau mich an, dann wird es leichter. Du bist nicht alleine. Du glaubst es nur. Mike bitte, nur noch ein kleines bisschen.“ Als dieser endlich die Augen öffnete, sah es so aus, als würde er nicht glauben was er sah. Schloss sie kurz darauf auch wieder, um sie einige Augeblicke später wieder zu öffnen und seine Schwester nochmals ungläubig anzuschauen. Als wäre sie ein Gespenst.

Gillian wußte nur zu gerne warum sie das tat? Es kam ihm sehr grausam vor, er verstand sie im Moment einfach nicht. Aber sein Schwager anscheinend auch nicht wenn auch aus anderen Gründen, er sah sie an als würde er sie nicht erkennen oder nicht glauben was er sah. Über eins war sich Gillian im Klaren wenn das vorbei war hatte er diese Ohrringe und sie kamen so unter verschluß das keiner mehr dran kam.

Da hörte er auch endlich wie sie zu Mike sagte: „So das reicht. Ich werde sie dir wieder abnehmen. Dann geht´s dir wieder besser,“ und hatte in sekundenschnelle die Ohrringe wieder in den Händen.

In diesem Augenblick, öffnete sich auch die Tür und Piet sowie Gillian Schwester kamen herein gestürmt.


Biggi und Mike bekamen das alles noch nicht mit und hörten so auch nicht wie Piet zwar wütend, aber doch erleichert fragte: „Was habt ihr denn jetzt schon wieder angestellt? Gott im Himmel, kann man euch nicht mal alleine lassen?“

Aber an die zwei kam er nicht ran. Gillian stand so vor ihnen, das Piet erst mal an ihm vorbei mußte und er sah zur Zeit alles andere wie friedlich aus. Denn er merkte das die beiden noch etwas Zeit für sich brauchten.

Wie zu seiner Bestätigung konnten sie jetzt der Unterhaltung der beiden Geschwister folgen.

„Kleines es tut mir leid. Wenn ich das gewußt hätte hätte ich sie nie genommen. Warum hast du nie was gesagt?“ und nach einer kurzen Pause, es schien ihm schon wieder etwas besser zu gehen. „Wie lange hast du sie getragen?“ Da schaute sie ihn an und meinte sehr leise. „Fast ein Jahr! Bis Sam kam. Glaub mir, ich hätte wer weiß was dafür gegeben, wenn ich euch wenigstens ab und zu gesehen hätte. Aber das, aber das was ich gesehen hab hat mir gar nicht gefallen.“


„Na Piet, auch schon da? Keine Angst uns geht es gut.“ Dieser Antwortet ihr reichlich sarkastisch. „Ach, euch geht es gut! Denkt ihr auch ab und zu an eure Bindungspartner?“ Wütend fauchte sie ihn an: „ Ach ich soll an dich denken? Wer wollte mir denn heute Mittag dieser Ohrringe anziehen wenn ich nicht mitspiele? Gillian war bei mir und hat gesehen das eigentlich nichts passiert ist. Aber wenn du willst, kann ich sie dir ja anziehen. Weißt du ich hab heute so meinen großzügigen Tag........ oder lieber mir?“ Aber sio schnell konnte sie die Ohrringe nicht anstecken, wie Mike und Gillian zugriffen um sie ihr fort zunehmen.

„Biggi es reicht für heute. Diese Ohrringe werde ich fortschließen. Das keiner mehr von euch dreien dran kommt.“ und brummte etwas vor sich hin was fast so klang wie, wie kleine Kinder.

„Gut Jungs ihr könnt euch wieder abregen. Aber kommt mir nie mehr mit diesen Dingern an!“ Gab Birgit schnell nach als sie merkte, das Gillian kurz vor der Explosion stand. Das wollte sie wirklich nicht kennenlernen mal nicht heute. Mit dem Satz. „Wenn du die Ohrringe hast können wir von mir aus verschwinden.“ hackte sie sich bei ihm ein um ihm zu zeigen das sie bereit war zu gehen.

„Gut dann verschwinden wir mal wieder,“ sagte Gillian erleichert „Und ihr Amüsiert euch mal noch gut.“ Während er dachte das werden Biggi und ich auch. Und zwar friedlich und ohne störungen, eine ganze Woche lang.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.10.2003. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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