lePoete Nelia

Einkauf

Als mein Sohn klein war hatte er, die Kindern scheinbar angeborene Gabe mich ständig in Situationen zu bringen, die entweder peinlich, total lustig oder überraschend waren oder für die ich mich für ihn entschuldigen musste. Er war selten ungehorsam oder bockig, aber eben sehr vorwitzig und neugierig. Blonde Locken, blaue Sternchenaugen, der Mund plapperte und fragte ständig, die Beinchen standen selten still und er war ein Herzensbrecher. Das Grösste war für ihn wenn wir zusammen einkaufen gingen.

Er war drei Jahre alt und es war wieder so ein Tag der für ihn Abenteuer hieß. Die grosse Einkaufsrunde hatten wir hinter uns und das Kerlchen hüpfte munter an meiner Hand. Plötzlich fiel mir ein, das ich noch Kleinigkeiten aus dem Kaufhaus haben muss und ging mit ihm in die Kurzwarenabteilung. Parkte das muntere Söhnchen nebenan bei den Spielsachen, ermahnte ihn keinen Blödsinn zu machen und flitzte schnell zum Nähgarn. Ich sah mich um, der Zwerg hatte sich nur ein wenig weiter bis zur Unterwäscheabteilung geschlichen und wartete brav.

Solange ich ihn sehen konnte und seine Hände auf dem Rücken waren, war alles super. Vertieft in meinen Einkauf hörte ich plötzlich eine laute, sehr laute, helle Stimme rufen " Maaaamaaaaa, kuuuuck mal... da hast du was für deeeine Bauch " Schon rannte dieses Kind was doch tatsächlich zu mir gehörte, freudestrahlend auf mich zu. Arme in die Luft, in den Händen ein BH Grösse mindestens doppel D und hautfarben, gesteppt ( ich trug zur der Zeit Konfektion Gr.XS ) . Die Köpfe der Kunden rundum gingen nach oben und ich hörte einige Leute lachen. Mir war heiß, sehr heiß und ich wußte nicht so recht wie ich reagieren sollte. Es war so peinlich und ich wünschte mir ein Mauseloch in das ich mit Kind und ohne BH reinkriechen konnte.

Es gab aber keins, daher lächelte ich bischen gequält, bedankte mich bei meinem aufmerksamen Sohn dafür das er an mich gedacht hatte, legte das Stück der Begierde wieder auf seinen Platz, übersah das schmunzelnde Gesicht der Verkäuferin an der Kasse und suchte schnellstens den Ausgang.
Das immer wieder für Überraschung sorgende Kind, hüpfte noch immer ohne Anzeichen von Müdigkeit an meiner Hand. Ich ließ ihn sicherheitshalber bis wir Zuhause waren, nicht mehr los und aus den Augen.

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