Liane Kitzmann

Therapie

6 Monate waren es nun schon das Alex mein Physiotherapeut und Masseur dreimal in der Woche abends zu mir nachhause kam um die Verkrampfungen meiner Körpermuskulatur zu lösen. Er vollbrachte Wunder und ich freute mich auf diese Abende. Nie war irgendein anderes Gefühl dabei gewesen, dazu war Alex zu professionell und ich zu vernünftig. Er wäre allerdings schon ein Mann den ich mir in meinem Leben vorstellen konnte. Das Alter stimmte, er war ledig, er hatte ähnliche Vorstellungen von einer Partnerschaft und wir hatten den gleichen Humor.

Doch dieser Abend war ungewöhnlich, er kam schon später als sonst, war bereits in Freizeitkleidung und sah irgendwie ganz anders aus, weniger professionell. Wie immer legte ich mich auf die Couch...lang ausgestreckt auf dem Bauch und er fragte was ich möchte, Massage oder Physio. Ich entschied mich für die Massage. Er zog mein Shirt aus, schob meine Jeans etwas tiefer und ich schloss die Augen. Dieser Moment wenn ich hörte das er seine Hände vorbereitete, war jedesmal spannend und dann wenn er sie warm auf meine Schultern legte, der Duft des Massageöls mich wie ein leichte Wolke umschloss, dieser Moment war ein kleiner Himmel. Ich habe mich nie gefragt warum ich in der letzten Zeit all das viel stärker fühlte. Es war einfach so. Er fing wie immer bei meinem Nacken und den Schultern an. Ich lag entspannt und meine Gedanken flogen auf meiner Wohlfühlwolke. Ich spürte den Druck seiner Finger, hörte seine Frage ob es mir gut geht, konnte meinen Herzschlag spüren und stellte mir nun doch die Frage was denn heute los ist. Es war anders, ganz anders. Seine Hände kamen tiefer, massierten den Rücken, die Finger glitten an meinen Seiten runter und berührten meine Brüste, verweilten einen Moment dort und ich konnte fühlen wie sich die Härchen auf meinem Körper aufstellten. Was ein schönes Gefühl. Er verstärkte seinen Griff als er meinen Rücken weiter runter massierte und fragte mich dann ob wir die Beine heute auch mitmachen oder ob er aufhören soll. Aufhören?!...meine Antwort kam wohl etwas zu schnell und erschreckt, er lachte als ich mit Nein antwortete, denn er wußte nun trotzdem nicht was ich wollte. Mein Gott was stotterte ich rum, bis ich endlich alles zusammen brachte. Nicht aufhören natürlich. Alex streifte meine Jeans runter, zog sie aus und begann mit den Oberschenkeln, erst ganz sanft, dann wurde der Griff fester und er versuchte gar nicht erst nicht vom Weg abzukommen. Meine Gefühle überschlugen sich und ich konnte nicht wirklich entspannen, aber das wollte ich auch nicht mehr. Mein Atem wurde schneller und ich konnte nicht mehr verbergen was seine Berührungen auf den eigentlich verbotenen Wegen bewirkten. Seine Stimme klang ein wenig rauh als er fragte ob er weitermachen darf, ich nickte nur, denn ich hätte in dem Moment kein Wort raus bekommen. Er schob meinen Slip runter, zog ihn mir aus und führte seine Massage fort. Von den Füssen zu den Fesseln, weiter zu den Waden. Seine Lippen küssten meine Kniekehlen, er machte weiter als ob nichts war und ich lächelte und tat als ob ich es nicht bemerkt hatte. Seine Hände verschwanden auf den Innenseiten der Oberschenkel, seine Küsse bedeckten meinen Po und ich war in einer riesigen Wolke aus Gefühlen, dick und duftig. Wir sprachen kein Wort und verstanden uns trotzdem. Auf die restlich Massage verzichtete ich jetzt gerne, er küsste meinen Rücken, zog feuchte Linien mit der Zungenspitz, sein Atem in meinem Nacken, es war der Himmel. Er drehte mich um und ich konnte ihn endlich ansehen. Er zog sein Shirt aus, küsste mich zärtlich, zog seine Jeans aus und lies sie auf den Boden fallen. Zum ersten Mal sah ich seinen sonnengebräunten, kräftigen Körper, keine aufgeblasenen Muskelpakete, sondern Muskeln die sich durch seinen Beruf und Sport aufgebaut hatten. Seine braunen Augen waren warm und hatten ein eigenes Lächeln. Mir gefiel was ich sah und ich wünschte mir, er würde bleiben. Meine Hände legte ich in seinen Nacken, drückte ihn zu mir runter, ich wollte ihn endlich küssen. Lange, feucht, zärtlich, bestimmend, gierig, heiss, es lagen alle Gefühle und Wünsche in diesem Kuss. Ich flüsterte , das er endlich seinen Slip ausziehen sollte, er schmunzelte und tat es. Wow, was ein schöner knackiger Po und über alles andere schweige ich. Immer wieder küssten wir uns, umarmten, streichelten, entdeckten und spürten die Sehnsucht und Lust aufeinander. Ich wußte das er nichts erwarten würde was ich nicht bereit war zu geben und konnte mich fallen lassen. Als ich spürte wie er in mir war, hatte ich nur einen Wunsch...es möge nicht so schnell vorbei sein. Wir fühlten und erlebten uns mit so viel Nehmen und Geben und gemeinsam konnten wir erfahren wie es wäre wenn es Sterne regnet. Als er mir dann sagte, das er mich schon seit einer Weile liebt, wußte ich weshalb ich in der letzten Zeit alles anders empfand als am Anfang der Therapie. Ich hatte seine Liebe gespürt und konnte sie erwidern. Wir hatten Vernunft und Professionalität eingetauscht gegen Liebe.

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