lePoete Nelia

Mister Right

Es war so ein Abend, einer an dem alles passieren konnte. Mit Freunden feierte ich übermütig mein Studienende in einer romantischen Bar. Wir tanzten, lachten,tranken und ich hätte die Welt umarmen können. Vom Nachbartisch aus wurde ich beobachtet, ich spürte den Blick im Rücken und schaute mich um.

Wow, was ein Mann, mich durchzuckte es wie ein Stromschlag. Eigentlich war so eine Reaktion eher ungewöhnlich für mich. Aber diese Augen, dieses Lächeln, diese Haare, dieser wahnsinnig gut aussehende Mann... . Nein nur nicht anmerken lassen das sein Lächeln mich voll getroffen hat, wohin ?...überall. Angestrengt schaute ich in eine andere Richtung, hörte auf die leise Musik, lachte mit meinen Freunden, bis mich eine dunkle Stimme ansprach „Komm tanz mit mir“. Wie in Trance ließ ich mich von ihm auf die Tanzfläche ziehen. So ein bischen merkte ich die Drinks oder war er es der mich schwindelig machte, genau wußte ich es nicht. Sein Gesicht war ganz nah und ich spürte seinen Atem. Wortlos tanzten wir, er nahm mein Gesicht in seine Hände und küsste mich sehr zärtlich. Tausend Schauer und Glücksgefühle durchströmten mich und ich traute gar nicht meine Augen zu öffnen, vielleicht wäre dann der Traum vorbei gewesen. Lass uns gehen hörte ich und ich war nur zu gern bereit ihm zu folgen. Abschied von meinen Freunden und ich ging Hand in Hand mit Mister Right.

Zu hause bei ihm angekommen merkte ich das mein alkoholischer Pegelstand abfiel und ich trotzdem nicht klar denken konnte. Er zog mich auf die große Kuschelcouch, küsste mich fordernd und lies die Hände nicht mehr von mir. Er lag auf mir, küsste mich noch immer und ich schaute ihm dabei in die Augen. Seltsam, sie waren gar nicht mehr so schön und sein Haar ein wenig zu pomadig. Er zog und zerrte an meiner Hose um sie zu öffnen, strahlte mich an.

-Moment ist das Petersilie zwischen den Zähnen und überhaupt, diese Haarbüschel in der Nase, geht gar nicht.-

Er zerrte und zuppelte immer noch an mir rum, die Hose war für ihn eine sichtliche Herausforderung. Ich half ihm etwas und hoffte das er den Rest allein schafft.

Das ich ihn noch nicht berührt hatte, außer als seine pomadige Haarsträhne mir ins Gesicht fiel, bemerkte er nicht. Er war so mit den Geheimnissen meiner unteren Körperhälfte beschäftigt, das er wohl vergessen hatte das es auch noch eine Obere von mir gab. Mein Alkoholspiegel war fast auf Null und so leise schlich sich die Frage ein was ich bei Mister Right eigentlich mache. Seine Hände streichelten die Innenseite meiner Schenkel und ich bereute die Frage aus meinem Kopf, es war schön und ich merkte wie so langsam die Lust in mir aufstieg. Ich öffnete die Augen, mein Blick auf die Decke gerichtet, eine Gänsehaut bis zwischen die Zehen überflutete mich. Mister Right merkte es und verbuchte eindeutig einen Sieg.

Meine Augen fixierten die schwarze Spinne die über mir an der Decke saß und erneut erschauderte ich. Ich hörte seine Frage, ob ich Lust verspürte und sah das Petersilienlachen. Die Antwort blieb ich ihm schuldig. Seine Finger suchten etwas zwischen meinen Schenkel,

- was sucht er denn, es ist doch alles da-

Ungelenk legte er sich zwischen meine Beine, scheinbar hatte er jetzt alles gefunden, er drang in mich ein, stöhnte einmal auf und fragte mich ob es mir gefallen hatte. Nun war ich endgültig stocknüchtern, wieder blieb ich ihm die Antwort schuldig weil ich so schlecht lügen kann. Mister Right lag mit geschlossenen Augen und schien eingeschlafen zu sein. Ich nutzte die Gelegenheit, sammelte meine Kleidung ein und verschwand im Bad. Dort duschte ich mir den Mister Right vom Körper, zog mich an und verschwand heimlich.

Nie mehr habe ich mir einen Mann schön getrunken und verzichte bis heute auf einen Mister Right.

©le poète Nelia

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