Heinz-Walter Hoetter

Vier Kurzgeschichten zum Nachdenken


1. Über den Sinn des Leben
2. Über Nachtgedanken nachgedacht
3. Wo ist das verlorene Paradies?
4. Wir wissen nichts über das Unerforschliche


 


 

1. Über den Sinn des Lebens

 

 

 

Leider begreift der Mensch seine eigene Existenz nicht (vollumfänglich).

 

Woher kommen wir? Was sollen wir (hier)? Wohin gehen wir?

 

Hinter diesen drei Fragen verbirgt sich Frage nach dem eigentlichen Sinn unseres Daseins, dem Werden und Vergehen und zuletzt die Frage nach dem Ursprung allen Lebendigen (allen Existenten).

 

Die meisten Menschen stellen sich diese drei Fragen wohl nicht, die weit über das normale Tagesgeschehen hinaus gehen. Zu tief sind diese Gedanken über die Schöpfung und den gesamten Erscheinungen innerhalb dessen, was wir das Universum nennen.

 

Aber es gibt auch Menschen, die nach Antworten suchen, um speziell für sich (vielleicht auch für ihre Mitmenschen) Erkenntnisse zu sammeln. Sie wollen die Zusammenhänge und die des Lebens (auch des eigenen) besser verstehen und ihr Wissen damit erweitern.

 

Am Ende aber, so befürchte ich rein persönlich, kommt jedoch nur wenig für uns dabei heraus, denn alle Erkenntnisse und all unser Wissen sind der Welt um uns herum, also der Natur und (erweitert) dem Universum, wohl völlig egal bzw. gleichgültig.

 

Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Der Sinn des Lebens, falls es überhaupt einen gibt, scheint nur das Leben selbst zu sein.

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

 

 

***

 


 

2. Über Nachtgedanken nachgedacht


 


 

Draußen dunkle Winternacht und eisig kalt.

Ich denke übers Denken nach und mach’ bei den Gedanken halt.


***

 

Schon vor über 2000 Jahren beschäftigten sich Philosophen und Denker mit dem menschlichen Denken.

 

Die lange Zeit gültige Definition von Denken lautete: “Richtiges Denken beruht auf der sauberen Definition von Begriffen, und deren Kombination nach den Regeln der Logik.”

 

Denken, Weisheit und Kritik

 

Die Liebe zur Weisheit bedarf zugleich der Liebe zum Denken und die Liebe zum Denken beinhaltet auch die Liebe zur Kritik.

 

Was ist Weisheit?

 

Die Tugend schlechthin wird im aristotelischen Sinn als Weisheit bezeichnet.

 

Im platonischen Sinn ist damit die Erkenntnis der realen Welt um uns herum gemeint.

 

Richtiges Denken bedeutet immer „folgerichtiges Denken“ (Logik).

 

Denken ohne Kritik bleibt allerdings nutz- und wirkungslos.

 

Kritik ist das Infragestellen von Sachverhalten, das Trennen und Auseinanderhalten von Fakten.

 

Kritisches Denken ist und bleibt fruchtbar, da ganz allgemein das Infragestellen von (gegebenen) Sachverhalten zwingend zu einer neuerlichen, prüfenden Beurteilung führt.

 

Kritik zwingt sozusagen zur Differenzierung. Sie muss der Wahrheit willen hinterfragen.

 

Die Grundlage für die Entwicklung neuer Gedanken entsteht erst aus dem kritischen, hinterfragenden Denken. Dieses Denken ist wie ein Zwiegespräch mit sich selbst. Wer nicht selbst denkt, lässt auf Dauer sein eigenes menschliches Potential ungenutzt, weil er sich selbst die Möglichkeit des (eigenen) Erkennens nimmt. Er reflektiert seine Umwelt nicht, mit der er sich eigentlich innerlich beschäftigen sollte. Ein Mensch, der nicht denken will (oder kann), versteht die Welt nicht und wird auch letztlich wohl mit vielen (modernen) Lebenssituationen nicht fertig, weil er die (kausalen) Zusammenhänge nicht erkennt, die man nur durch Wissen und Erfahrung bekommt. Das alles setzt Denken voraus.

Das unbewusste Denken

Das „stille, in sich gekehrte Denken“ ist das unbewusste Denken. Das unbewusste Denken ist das Reifen der Gedanken im Unterbewusstsein, womit auch die Träume gemeint sind. Große wissenschaftliche Erkenntnisse und Einsichten wurden im Traum (Visionen) quasi ausgearbeitet.

Nur zwei Beispiele:

 

Der Traum des Dmitri Iwanowitsch Mendelejews

 

Mendelejew, geboren 1834 und gestorben im Jahre 1907, beschäftigte sich lange Zeit mit der Ordnung der Elemente und der Aufstellung eines Periodensystems. Ebenso lange Zeit wollte es ihm nicht gelingen.

Dann erschien Mendelejew in einem Traum eine Tabelle. In dieser Tabelle waren die Elemente nicht wie bisher ausschließlich nach ihrer Größe geordnet, sondern nach dem Gewicht ihrer Atome. Als er aus dem Traum erwachte notierte er sofort alles. Wie sich später herausstellte, erwies sich nur an einer Stelle eine kleine Änderung als notwendig.


Der Traum Albert Einsteins

Jeder kennt ihn, ein Name über den schon so viel geschrieben wurde. Ich persönlich verehre Albert Einstein sehr.

Albert Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren und ist am 18. April 1955 in Princeton gestorben. Sein unvergleichliches Lebenswerk ist angefüllt voll wissenschaftlichen Schaffens. Wie man seinen Biografien entnehmen kann, soll Einstein in späteren Jahren behauptet haben, das sein ganzes kreatives und wissenschaftliches Schaffen durch einen Traum motiviert wurde.


Dieser Traum hatte etwa folgenden Inhalt.

Einstein raste in einer Nacht mit einem Schlitten einen Abhang hinab. Als er dabei immer schneller wurde und beinahe Lichtgeschwindigkeit erreichte, geschah etwas sehr merkwürdiges. Die Sterne über ihn brachen ihr Licht in Farbspektren.

Diesen Traum und dieses Bild soll Albert Einstein sein Leben lang nicht vergessen haben.

 

Nachdenken ist besser als Nachplappern

 

Descartes sagte einmal: „Ich bin, weil ich alles hinterfrage.“

Jede Frage, jedes noch so geartete Problem, jedes kleine und große Geheimnis, was uns im Leben begegnet, hat seine eigene Wirklichkeit. Aber es ist wichtig, dass wir diese Wirklichkeit auch in uns suchen.

Wir sollten uns nicht darauf verlassen, was jemand zu uns sagt oder andere zu uns sagen. Oft wird es keine Übereinstimmung geben, weil wir es hier mit anderen (gedanklichen) Wirklichkeiten zu tun haben, die nicht in uns hineinpassen.

Man hört oft die Worte: „Glaub’ mir. Ich weiß es ganz genau. Du musst erst gar nicht darüber nachdenken.“

Man sollte also vorsichtig sein, wenn man jemanden begegnet, der von einem verlangt, dass man ihm glauben (schenken) soll. Das ist die Art von Betrügern. Nicht selten wird man enttäuscht, weil man zu „gutgläubig“ war.

 

Denken und Realität

 

Was ist eigentlich Realität?

 

Realität ist ein Konzept. Der Unterschied zwischen Realität und Wirklichkeit besteht darin, dass sich Realität ereignet, sich also in der Gegenwart und im Rahmen von Raum und Zeit abspielt.

Wirklichkeit hingegen gehört nicht ausschließlich nur in die reale Welt.

Wenn eine Gruppe von Menschen etwas für zutreffend hält, wenn also eine Menge gleicher (übereinstimmender) Aussagen über jemand oder etwas gemacht wird, spricht man ebenfalls von Wirklichkeit

Die Realität ist die Gesamtheit aller objektiv wahren Aussagen, unabhängig davon, ob sie einem einzelnen Menschen oder der Menschheit als ganzem bekannt oder auch nur erkennbar sind.

So ist beispielsweise ein Axiom eine fundamental gegebene, direkt wahrgenommene Identifizierung eines grundlegenden Faktums der Realität. Axiome sind in sich schlüssig.

Beispiel eines Axiom (unmittelbar einleuchtendes Prinzip):

Sind zwei Größen einer dritten gleich, so sind sie auch untereinander gleich.

Was ist Wirklichkeit?

Vieles, was wir für Realität halten, ist eigentlich eine Illusion.

Gefühle zeigen uns, was wir glauben und denken und nicht die Wirklichkeit.

Es ist allerdings so, dass wir mit unseren Gefühlen unsere eigene Realität erzeugen.

Auch mit unserem Denken erkennen wir die Wirklichkeit meist nur begrenzt. Wir haben bestimmte Glaubensvorstellungen (z.B. "Ich bin nicht liebenswert.", "Morgen geht die Sonne wieder auf.", etc.) und richten daran unser Denken aus.

Jeder erlebt die Welt auf seine eigene Weise und jeder hat (für sich) recht. Theoretisch könnte sich so gesehen jeder sein eigenes Bild von der Welt machen.

Auch die Quantenphysik zeigt uns, dass es nicht eine feststehende / objektive Realität/Wirklichkeit gibt, sondern nur Wahrscheinlichkeiten. Das Ergebnis hängt immer von den Beteiligten und ihren Einstellungen ab.

In Wirklichkeit gibt es auch nichts Negatives, sondern nur Erlebnisse, die wir nach unserem Belieben (bzw. unserer Gewohnheit) als gut oder schlecht beurteilen. Je nach Blickwinkel können wir ein Erlebnis ganz unterschiedlich beurteilen.

Fast jeder hat auch schon einmal eine unangenehme Erfahrung gemacht, wo er das Positive erst später erkannte. Manchmal haben wir auch etwas bekommen, das wir wollten und sind damit doch nicht glücklich geworden.

Was immer wir uns vorstellen bzw. für wirklich halten, ist nur ein Ausschnitt aus der Gesamtheit.

Was wir als Realität erleben, hängt davon ab, was wir für möglich halten, was wir erleben wollen. Wir erleben immer das, was wir wirklich wollen.

Und was willst du wirklich erleben?

 

© Heinz-Walter Hoetter

 

 

 

 

***

 

3. Wo ist das verlorene Paradies?


 

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, der wird schnell feststellen, dass unsere Gesellschaft langsam und schleichend zerfällt. Viele Menschen spüren es instinktiv, dass sie sich in einem Endstadium bzw. kurz vor dem Kollaps befindet. Wer sich mit der Geschichte auskennt wird darüber nicht verwundert sein. Ein Historiker z. B. kann viele Beispiele aufzeigen, wo Kulturen im Laufe ihrer geschichtlichen Entwicklung einen Höhepunkt erreichten und dann untergingen.

Unsere westlichen Gesellschaften (aber auch viele nicht westliche), die sich immer noch für die besten halten, suggerieren ihren Bürgern Schreckensbilder wachsender Gefahren durch Krankheit, Armut, Unglück und Gewalt. Wir scheinen in jedem Augenblick unseres Lebens sozusagen „gefährdet“ zu sein.

Und in der Tat. Angst scheint die Klammer zu sein, welche auch unsere marode BRD-Gesellschaft zusammenhält. Doch sie ist politisch gewollt.

Es läuft ein gigantisches Programm ab, die Bewusstseinsebene der Menschen in diesem Land gleich- und fremd zu schalten, so dass wirkliches Eigeninteresse nicht mehr definiert werden kann. Das führt dazu, dass viele Menschen labil werden und zur Fremdbestimmung nicht mehr NEIN sagen können.

Bei George Orwell können wir nachlesen, dass solcherart veränderte Menschen, die permanent der von außen gesteuerten Bewusstseinsveränderung ausgesetzt sind, sich sogar mit dem Manipulateuren identifizieren. Ja, er liebt sie geradezu. Der manipulierte Mensch setzt sich letztendlich mit seinem Peiniger gleich und erkennt ihn obendrein noch als Freund und Vorbild. Die Manipulateure haben jetzt ihr Ziel erreicht. Sie werden von ihren Opfern bewundert, die dadurch zu Tätern in der gesellschaftlichen Hierarchie nach unten werden.

In unserer Gesellschaft ist der einzelne Mensch einer fortwährenden Gehirnwäsche ausgesetzt, der sich Individualisten, wie ich und viele andere mit mir, ganz bewusst entziehen.

Ich habe erkannt, dass der Mensch in seiner evolutionär vorgesehenen Form gestört oder sogar mit voller Absicht zerstört wird. Staaten, wie z. B. die vom internationalen Geldkartell gesteuerte BRD und ihre schwachsinnigen Helotenpolitiker, werden zu reißenden Bestien. Ihre Menschenopfer sind das Fundament, worauf sie ihre skrupellose Macht bauen. Doch wer begreift das schon oder nimmt das real wahr? Ganz bewusst bestimmt nur wenige.

Um ihre Macht nicht zu verlieren erhöhen sie permanent den staatlichen und wirtschaftlichen Druck auf die Menschen, was letztendlich dazu führt, dass sich Aussichtslosigkeit, Sinnlosigkeit, Lustlosigkeit, Freudlosigkeit und Energielosigkeit immer mehr unter den Bürgern verbreitet. Der Mensch ist aber ein Naturwesen. In künstlich erschaffenen Systemen geht er auf Dauer zugrunde. Auch die Selbstmorde nehmen zu, weil die Menschen so ein „Leben“ nicht mehr aushalten können. Wir leben nur eine kurze Zeit hier auf der Erde. Doch wozu? Um den Profit der Unternehmen und Banken zu steigern? Um den eigenen Wohlstand ins Unendliche zu vermehren? Das kann doch das Ziel nicht sein! Versinkt der Mensch im Materialismus, geht seine Spiritualität verloren. Er wird ein seelenloses Wesen ohne Gefühl und Mitleid.

Wenn die Hoffnung aber stirbt, tritt die Selbstzerstörung an ihren Platz. Diesen zerstörerischen gesellschaftlichen Zustand haben wir heute in der kaputten BRD, die ihre Bürger immer mehr drangsaliert (sinnlose Gesetzesflut, steigende Arbeitslosigkeit, Krankheiten aller Art, Drogensucht, Bevormundung durch staatliche Willkür, Justizterror, Erschaffen einer Scheinwirklichkeit, Streuung von Falschinformationen, schleichender Demokratieabbau, Informationsüberflutung, sukzessive Einschränkung bürgerlicher Freiheiten, Armutsverwaltung durch Hartz IV usw. , usw.).

Um aus diesem Teufelskreis herauszukommen, müssen wir damit anfangen, ein neues Bewusstsein, ein neues Denken zu schaffen, das Mutter Natur wieder in den Mittelpunkt aller Bewusstseinsinhalte rückt. Mutter Natur hat eine viel längere evolutionäre Erfahrung als der sog. „moderne Mensch“, der in seinen zerfallenen Gesellschaften von Krankheit und Siechtum geplagt wird, weil er sich von Mutter Natur „entfernt“ hat. Unsere ursprüngliche Identität liegt ausschließlich bei ihr und in ihr. Sie ist das eigentliche Paradies, das wir suchen sollten, solange noch Zeit dazu ist, bevor wir alle dem Untergang unumkehrbar geweiht sind und die Erde zu einem gigantischen Friedhof für die Menschheit wird.

***

Das persische "Pairidaeza" (Paradies) war ein Zaubergarten, in dem der Lebensbaum mit der Frucht der Unsterblichkeit wuchs. Das hebräische Wort "pardes" bedeutet "Garten" und hat denselben Wortstamm. Pairidaeza war auch die göttliche Jungfrau, die das göttliche Kind zur Welt brachte - die persische Variante der ägyptischen Isis (Horuskind) oder unserer vertrauten Jungfrau Maria. Eine doppelte Vision vom Paradies als blühendem Garten und dem blühenden Garten als dem weiblichen Körper zieht sich durch die Symbolwelt aller Religionen.

Psychologisches Vorbild des Paradieses war die erste Lebenserfahrung liebevoller Geborgenheit bei der Mutter, die das Kind unmittelbar nach der Geburt wärmt und nährt - das Land wo Milch und Honig fließt.

Ein ältester Kikuyu-Häuptling erinnert sich an den mütterlichen Körper:

Zuerst war sie immer da; ich erinnere mich an das angenehme Gefühl ihres Körpers, als sie mich auf dem Rücken trug, und an den Geruch ihrer Haut in der Sonnenhitze. Alles kam von ihr. Wenn ich hungrig oder durstig war, schwenkte sie mich nach vorne vor ihre vollen Brüste. Noch jetzt fühle ich, wenn ich heute die Augen schließe, dankbar das Behagen, das mich erfüllte, wenn ich meinen Kopf in ihrer weichen Fülle barg und die süße Milch trank. Nachts, wenn die Sonne nicht mehr wärmte, traten ihre Arme, ihr Körper an ihre Stelle, und als ich älter wurde und mich für andere Dinge zu interessieren begann, konnte ich diese ohne angst von ihrem Rücken aus betrachten. Wenn ich schläfrig wurde, brauchte ich nur die Augen zu schließen.

Die westlich-patriarchale Kultur machte dieses Paradies - das Geburtsrecht eines jeden Kindes - zum verlorenen Paradies. Keine andere Kultur hat so viele Entschuldigungen erfunden, eine Mutter von ihrem Kind fernzuhalten wie die der westlichen.

W. Wickler erklärte dazu, dass ein menschliches Baby, wie ein Affenbaby, von Natur aus ein "Mutterhocker" sei, der in der ersten Lebenszeit ununterbrochen am Körper der Mutter getragen werden sollte, so wie das noch heute bei den Naturvölkern der Fall ist. Darauf ist das ganze Verhalten des Neugeborenen abgestimmt. Dass wir die Säuglinge in Bettchen ablegen ist unbiologisch. Anzeichen dafür sind das abnorm häufige Schreien des Verlassenseins, das man von Kindern der Naturvölker kaum je hört.

So stellen wir also fest, dass der Paradiesgarten, aus dem die Menschheit "fiel", zu Anfang ein genitales Symbol war: Garten, Tor, Höhle, heiliger Berg. Das deutet schon das Wort Eden an, das im Hebräischen "Ort der Freude" heißt.

Im Mittelalter war die gebräuchliche Metapher für das Paradies der Garten der Lüste, ein Begriff, der weniger charakteristisch ist für den christlichen Himmel als für jenes andere Paradies, das Feenland oder Avalon, in dem Sexualität erlaubt und beliebt ist.

Was haben die drei monotheistischen Religionen daraus gemacht (z. B. die Christen)?

Die Christen übernahmen das Wort Paradies als Synonym für ihren eigenen Himmel und bestanden darauf, dass das heidnische Paradies eigentlich die Hölle sei, die mit ihrem trügerischen Schein der Schönheit Sünder verlocke.

Aus Rebellion gegen diese Theorie brachten die Barden offen ihre Vorliebe für die Hölle zum Ausdruck. So sagt zum Beispiel Aucassin:

Denn ins Paradies geht niemand ein als die, welche ich Euch nennen will: es kommen die alten Priester hinein und die alten Lahmen und Einäugigen, welche Tag und Nacht vor den Altären und Krypten hocken und mit alten Lappen bekleidet sind und alten zerrissenen Mönchskutten. Die gehen ins Paradies ein und mit denen will ich nichts zu schaffen haben. aber in die Hölle will ich gehen, dort hin kommen die schönen, höfischen Damen, welche zu ihren Eheherrn zwei oder auch drei Freunde haben. Und dort gibt es Gold und Silber und köstliche Stoffe, und Harfenspieler und Sänger und die Könige dieser Welt. Mit diesen will ich hausen, wenn ich Nicolette, meine Herzliebe Freundin bei mir habe!

Andere Balladen und Romanzen des frühen Mittelalters verwarfen das christliche Paradies wegen seines Mangels an weiblicher Gesellschaft.

Die gute Nachricht: Es gibt überall auf der Welt Völker und ethnische Gruppen, die niemals das Paradies verlassen haben: Die auch als matriarchale Gesellschaften bezeichneten Gemeinschaften wurden vom Patriarchat nicht daraus vertrieben.

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

 

***

 

 

4. Wir wissen nichts über das Unerforschliche


 


 

Nicht nur Zweifel sind gefährlich.

Glaubensgewissheiten sind es nicht minder.



 

Wir wissen nichts über das Unerforschliche, und wer dennoch zu wissen glaubt, täuscht sich.

Wir wissen nichts über Gott, über das Leben nach dem Tode oder über die ferne Zukunft. Kein Mensch auf der Welt kann etwas darüber wissen. Trotzdem gibt es viele Gläubige, Priester und religiöse Führer, die behaupten, im Besitz der Wahrheit und des Wissens zu sein. Aber sie wissen nichts. Sie täuschen sich und andere. Wer ihnen nicht glaubt, wird als „Ungläubiger“ abqualifiziert und mit der Strafe Gottes bedroht, von den Gläubigen ausgegrenzt, und, wie die Geschichte lehrt, verfolgt, misshandelt und getötet. Aber nicht die Ungläubigen sind die Gefahr, sondern die Gläubigen. Ihre Intoleranz, ihr Fanatismus, ihre Selbstgerechtigkeit und ihre Überheblichkeit, und vor allem: ihr Machtanspruch stellen eine Gefahr für den Frieden, die Sicherheit, den Fortschritt und das Wohlergehen der Menschheit dar.


Das Göttliche bleibt unergründbar

Wer oder was Gott ist, welche Eigenschaften, welche Pläne und welche Motive er hat, kann niemand wissen. Wir wissen nicht einmal, ob das Göttliche eine Person ist. Die drei monotheistischen Religionen behaupten, dass Gott eine Person sei, mit der man in eine persönliche Beziehung treten kann. Aber woher wissen sie das ? Woher kennen sie all die Eigenschaften und Pläne Gottes ?

Gott bleibt unerforschlich. Alle religiöse Offenbarungen und alle Glaubensgewissheiten beruhen auf Täuschung – sei es auf Selbsttäuschung oder auch auf bewusster Täuschung anderer. „Frommen Betrug“ nennt man das.


Nicht der Glaube ist eine die Tugend, sondern der Zweifel.

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.01.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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