Norbert Wittke

Krankenhausessen

Ende August 2021 hat mich Corona voll erwischt. Ich bin mit dem Retttungswagen und 
Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert worden.  War dort 54 Tage, davon 19 Tage im Koma
mit flüssiger Ernährung. Die Betreung und die Behandlungen waren sehr gut im Vergleich
zu dem miesen Essen. Bei den 19 Tagen im Koma auf der Intensivstation habe ich nichts
mit bekommen, war praktisch schon halb tot.

Nach 31 Tagen war ich zweimal negativ getestet. Ich ließ mich in die Privatstation verlegen,
weil dort das Essen besser sein sollte.  Gut es stimmte zum Teil, aber man hätte auch
einiges besser machen können. Auf der Privatstation warb man damit, dass man sich mit
prominenten Köchen zusammen getan habe. Es waren 6 Köche mit Namen aufgeführt und
jeder war mit 2 Gerichten beteiligt. Die Dame, die die Essenbestellungen aufnahm, machte
mich daraut aufmerksam. Ich sagte zu ihr :" Ich habe die Speisenkarte schon gelesen.
Ich sage dazu nur 12 Speisen, 12 Verbrechen." Gut das war sehr hart, aber in meinen
Augen hätten die 6 Köche mehr leisten können.
Ich habe das Essen und die Covid 19  überlebt, leide immer noch stark unter den  Folgen.
Ich muss vieles neu lernen. Das Gedächtnis geht schon teilweise wieder. Als ich nach
dem Koma wieder aufgewacht bin, wußte ich nicht wie ich heiße, wie alt ich bin, wo ich
wohne und ob ich verheiratet bin. Als ich wieder telefonieren konnte, hat mich meine
Frau aufgeklärt. Laufen ohne Rollator kann ich immer noch nicht.
Ich danke den Pflegern und Ärzten, dass sie nicht an meiner Meckerei verzweifelt sind
und mich trotzdem am Leben gelassen haben. Immerhin sind zu dieser Zeit etwa
5O Prozent der schwer Erkrankten gestorben. Ich war zweimal geimpft, habe wohl
deshalb überlebt und war so bei den Gewinnern.
Übrigens zum Krankenhausessen hat einmal ein Arzt in Bad Ems gesagt:"Wollen Sie
gutes Essen oder gute Äzte. Beides zusammen geht nicht.Irgendwo müssen Einsparungen
sein."

Norbert Wittke

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