Irene Rabenbauer

Winterwunder ☃ 🌨

Winterwunder

„Tüß Mutti“. Kleinlaut und mit einem sehr wehleidigen Ton verabschiedete Klein-Reni ihre Mutter. Manche Buchstaben auszusprechen vielen ihr manchmal noch schwer. „Tschüss, meine Süße. Mutti ist bald zurück. Edith spielt so lange mit dir“. „Was mitbing!“ rief sie ihrer Mutter noch rasch hinterher. Berta drehte sich kurz um, nickte der Vierjährigen lächelnd zu und warf ihr noch rasch eine Kusshand zu.

Reni, das 4-jährige Nesthäkchen der Familie, hing sehr an ihrer Mutter. Sie schlürfte mit hängendem Kopf zu ihrer Schwester Edith. „Puppentube pielen“ forderte sie ihre 16-jährige Schwester auf.

Beide gingen ins Nebenzimmer, in dem Renis Puppenstube, welche ihr das Christkind brachte, aufgebaut war. Einträchtig spielten die beiden miteinander. War schon toll, eine große Schwester zu haben. Reni war ein ruhiges, folgsames Kind und Edith war eine sehr verantwortungsbewusste und verlässliche große Schwester. Sie kümmerte sich rührend um ihre kleine Schwester, wenn Mutter Berta ab und an Besorgungen ohne Klein-Reni erledigen wollte.

An diesem Freitag, dem 13.Februar 1959, wollte die Mutter Geschenke für Renis Geburtstag kaufen. Sie wusste sehr wohl, was sie besorgen wollte. Sie hatte die Küchenausstattung für die neue Puppenstube im Spielzeugladen vorbestellt. „Edith, ich denke, ich bin spätestens bis zum Anbruch der Dunkelheit wieder hier.“ Edith verabschiedete ihre Mutter: „Ist in Ordnung, Mutti. Ich werd‘ mir mit Reni die Zeit schon vertreiben. Wir werden spielen und Kakao kochen. Vielleicht hat Reni auch Lust, einen Schneemann zu bauen. Du brauchst nicht zu hetzen, wir werden viel Spaß haben.“  Mit einem Kuss auf die Wange verabschiedete Edith sich von ihrer Mutter.

Es war ca. 13 Uhr, die Küche war nach dem Mittagessen wieder aufgeräumt, als Mutter Berta sich zu Fuß auf den Weg ins Stadtzentrum machte. Im Winter brauchte sie für die Strecke ca. 45 Minuten. Der Weg vom außerhalb, auf einer Anhöhe gelegenen Wohnort, war im Winter beschwerlich, da der Räumdienst nicht sehr zuverlässig war. Bei starkem Schneefall musste man schon mal durch Schneeverwehungen waten und ungeräumte Fußgängerwege und Straßen passieren.

„Oh, das tut mir sehr leid, aber es wurde nichts zurückgelegt.“ Entsetzt lauschte Berta den Worten der Verkäuferin. „Das kann nicht sein! Bitte sehen Sie nochmals nach. Ich habe die Puppenstubenmöbel bereits vor Weihnachten bei Ihrer Kollegin, Frau Mittermeier, bestellt. Sie meinte, bis Ende Januar seien die Artikel bei Ihnen im Haus. Jetzt haben wir Mitte Februar.“ Die Verkäuferin durchsuchte nochmals das Lager. Kleinlaut klangen die Worte, die sie an Berta richtete: „Ich kann nichts finden. Ich werde nun im Hauptgeschäft anrufen und dort nachfragen. Leider ist ja die Kollegin, die Ihre Bestellung angenommen hat, im Krankenstand. Aber vielleicht kann mir vom Hauptgeschäft jemand weiterhelfen.“ Bereits während sie mit Berta sprach wählte sie die Nummer der Zentrale. Während des Telefonats stellte sich heraus, dass sich die von Berta reservierten Puppenstubenmöbel in der Filiale des Nachbarorts befanden. „Oje, da wurden die Möbelchen statt in Filiale 2 in Filiale 1 hinterlegt. Gerne veranlasse ich, dass die Artikel zu uns hergebracht werden. Sie könnten sie dann Morgen, ab 9:00 Uhr, hier abholen.“ Der Verkäuferin war die Situation sichtlich unangenehm und peinlich. „Das ist zu spät! Für morgen habe ich keinen Babysitter. Außerdem müsste ich dann erneut den weiten Gehweg auf mich nehmen.“ Berta war entsetzt. Was sollte sie tun? „Sie könnten die Artikel auch direkt in Schmidhausen abholen.“ „Da bleibt mir wohl nichts anderes übrig.“ Berta war den Tränen nahe. „In 8 Minuten geht der nächste Bus. Denn könnten Sie noch erreichen.“ Berta überlegte nicht lange, verabschiedete sich kurz bei der Verkäuferin und eilte zur Bushaltestelle.

Zuhause hing Edith gerade Klein-Renis Schneeanzug zum Trocknen in den Heizkeller. Sie hatten sich fast eine Stunde draußen im Schnee vergnügt und dabei völlig die Zeit vergessen. Reni hatte so viel Spaß beim Schneemannbauen mit Edith, dass sie gar keinen Gedanken an Mutti hatte. „Magst du Kakao und Plätzchen?“ Edith griff bereits zur Kasserolle, um die Milch zu wärmen, als Reni ein begeistertes „Jaaaaaa!!!“ von den Lippen kam. Eingehüllt in wohlig warme Flauschdecken fläzten die beiden Schwestern kuschelnd und kakaoschlürfend auf dem Kanapee.

Reni war so ausgelaugt von der frischen Luft, dass es ihr die Äuglein zuzog. Sie schlief auf dem Schoß der Schwester ein. Sanft schob Edith Renis Köpfchen beiseite, holte ihre Stricksachen und machte es sich auf dem Sessel bequem. Sie wollte Reni im Schlaf nicht stören. Ihr Anblick jagte ihr einen wohlig warmen Schauer über den Rücken. Sie liebte ihre kleine Schwester.

Berta war nach einer halben Stunde Fahrzeit mittlerweile im Nachbarort angekommen und machte sich umgehend auf den Weg zum Spielwarengeschäft Schmitz. Das Geschäft war brechend voll. ‚Da hab‘ ich ja ‚nen tollen Tag erwischt‘ grübelte Berta. „Ich möchte die für Mattei reservierten Puppenstubenmöbel abholen. Ihre Kollegin aus Daging hat vorhin mit Ihnen telefoniert.“ „Oh, dass muss eine meiner Kolleginnen gewesen sein. Wir hatten vor fünf Minuten Schichtwechsel. Ich weiß leider nicht Bescheid.“ Umständlich kramte die Verkäuferin minutenlang in Regalen und Schubkästen herum. „Das ist es!“ Berta zeigte auf eine Schachtel mit Puppenmöbeln. In großen Lettern stand „Abholung Mattei“ auf dem Karton. „Ok. Soll ich es als Geschenk verpacken?“ „Nein danke“ antwortete Berta angesäuert, „ich möchte rasch bezahlen, denn ich hab’s eilig.“

An der Kasse hatte sich mittlerweile eine Schlange gebildet. Berta reihte sich ein. ‚Das ist doch heute wie verhext. Hoffentlich schaffe ich den nächsten Bus noch‘ schoss es ihr durch den Kopf.

Nach endlos langer Wartezeit konnte Berta endlich zahlen. Eiligst verließ sie das Geschäft und spurtete zur Bushaltestelle. Dort sah sie gerade noch den Linienbus nach Daging um die Ecke biegen. Deprimiert stellte sie ihre Tasche im Bushäuschen ab und wartete geduldig 30 Minuten auf den nächsten Bus. ‚Bis ich nach Hause komme ist es dunkel‘, grübelte Berta. ‚Edith macht sich sicherlich Sorgen, denn ich habe ihr doch gesagt, dass ich noch vor Anbruch der Dämmerung wieder zurück bin.‘ Berta war am Verzweifeln und tippelte unruhig hin und her. Die halbe Stunde Wartezeit fühlte sich an wie eine Ewigkeit. Berta war zwar nicht abergläubisch, aber in dieser Situation begann sie doch darüber zu sinnieren, ob das Pech, das sie heute verfolgte, mit dem Datum zusammenhing, denn schließlich war Freitag, der 13.

Edith blickte von ihrer Handarbeit auf, denn sie hatte am Fenster jemand vorbeilaufen sehen. ‚Das wird Mutti sein‘ dachte sie und schlich aus dem Zimmer. Sie öffnete rasch die Haustür, denn sie wollte vermeiden, dass Reni vom Klingeln geweckt wird.

„Ach, Sie sind es, Frau Haber“. Vor der Tür stand nicht Berta sondern die Handelsfrau, die in vierwöchigem Abstand von Haus zu Haus zog und ihre Wäsche feilbot. „Guten Tag Edith. Ist deine Mutti da?“. „Nein, leider nicht. Sie sollte eigentlich längst vom Einkauf zurück sein.“ „Macht nichts, Edith. Darf ich dir denn meine neue Ware zeigen? Ich hab‘ die neue Bettwäsche dabei, die dir letztens so gut auf den Prospekten gefallen hat.“ Edith wurde neugierig und führte die Handelsfrau in die Küche.

Die beiden Frauen waren schon bald vertieft in einen Dialog über Mode und neue Trends. Edith war so begeistert von der neuen Kollektion an Haushaltswaren, dass sie die Zeit vergaß.

„Mutti da?“ Reni schlug die Äuglein auf. Sie setzte sich auf und rieb sich die vom Schlaf noch schweren Äuglein. Es war bereits dunkel. Ängstlich fragte sie erneut: „Mutti? Bin wach, aufteh.“ Reni räkelte sich kurz und wankte schlaftrunken zur angelehnten Wohnzimmertüre. Durch den Spalt war ein schmaler Lichtschein zu erkennen, an dem sich Reni orientierte. Sie schlich auf Zehenspitzen zur Küche und öffnete die Türe ganz zaghaft gerade mal so weit, dass sie in den Raum spähen konnte. Mit piepsiger Stimme fragte sie erneut nach ihrer Mutter.

Edith reagierte nicht auf Reni. Sie nahm ihre Schwester in dem Moment gar nicht wahr. Die Handelsfrau beherrschte ihr Handwerk. Wortgewandt pries sie ihre Ware feil und ihr Gegenüber vergaß kurzzeitig völlig ihr Umfeld.

Reni machte kehrt und schlürfte auf leisen Sohlen Richtung Haustüre. ‚Wenn Mutti nicht in der Küche ist, ist sie wahrscheinlich draußen‘, schoss es Reni durchs Köpfchen.

Fatalerweise hatte Edith vergessen, die Haustüre wieder abzuschließen, nachdem sie die Handelsfrau ins Haus gelassen hatte. Und so nahm das Schicksal seinen Lauf.

Reni öffnete geräuschlos die Haustüre und begann nach ihrer Mutter zu suchen. Das Gerätehäuschen war abgeschlossen, der Besen und die Schneeschaufel standen an Ort und Stelle. Von Mutti keine Spur. Reni verließ das Grundstück und stieg die Zugangstreppe hinab zur Straße. Wie in Trance begann sie zu laufen. Bekleidet war sie nur mit ihren pinkfarbenen Hausschühchen, ihrem grau-rot-karierten Lieblingskleidchen aus Flanell und einer Strumpfhose. Es war bitterkalt, eisig und die Wege waren frisch verschneit, doch Reni spürte keine Kälte. Sie hatte nur den einen Gedanken im Kopf: ‚ich muss meine Mutti finden, sie hat mich einfach vergessen.‘

Versunken in den Gedanken, ihre Mutti zu finden, schlug sie automatisch den Weg in Richtung Kindergarten ein. Den war sie schon oft mit Mutti gelaufen und kannte ihn auswendig. Sie nahm die Abkürzung, die auch ihre Mutti immer mit ihr ging. Über einen schmalen Weg gelangte sie zu dem kleinen Steg, der über die Kösseine führte und dessen Überquerung sie sonst immer fürchtete, weil man zwischen den Querbalken hinabsehen konnte auf das Gewässer. Die Höhe machte ihr heute keine Angst und sie passierte furchtlos die vereiste Brücke.

Immer wieder rief sie nach ihrer Mutti, aber ihre Worte verhallten im Schneesturm. Keine Menschenseele begegnete ihr auf ihrer Suche nach ihrer geliebten Mutter. Ihr kleines blondes Köpfchen war mittlerweile schneebedeckt und ihr Kleidchen klebte nass an ihrem schmalen Körper.

Kurz vor ihrem Ziel, dem Kindergarten, musste sie die Hauptstraße überqueren. Niemand nahm das kleine Mädchen wahr, das mutterseelenallein und dünn bekleidet auf der Suche nach ihrer Mutti war.

Nach endlos langen 25 Minuten hatte sie endlich den Kindergarten erreicht. Sie stieg die Anhöhe empor, die zum Eingang führte. „Reni!“ tönte es ihr entgegen, „Kindchen, was machst du denn hier?“ Schwester Amalie, eine Betreuerin des katholischen Kindergartens Herz Jesu, die gerade auf dem Kindergartenvorplatz Schnee räumte, hatte Reni entdeckt. Eilig nahm sie sich des Mädchens an. Reni liefen unentwegt Tränen übers Gesicht. Sie begann zu schluchzen und brachte kein Wort über die Lippen.

Berta stürmte in die Küche und fand dort Edith im Gespräch mit der Handelsfrau vertieft. Der Küchentisch glich einer Verkaufstheke.  „Wo ist Reni?“ Grußlos und aufgebracht wie sie war, kamen ihr die unfreundlichen Worte über die Lippen. Sie hatte schon den ganzen Rückweg über ein ungutes Gefühl. „Hallo Mutti. Reni schläft im Wohnzimmer“. Edith starrte verdutzt ihre aufgebrachte Mutter an. Berta schlich zum Wohnzimmer, in der Hoffnung, Reni dort schlafend vorzufinden. Erschüttert stellte sie fest, dass das Mädel nicht da ist. Sie rief nach Edith und beide durchsuchten eiligst das Haus. „Oben ist sie nicht“, „im Keller auch nicht“ erwiderte Edith. Den beiden wurde es mulmig zumute. Edith begann zu weinen. Ihr schlechtes Gewissen plagte sie. „Mutti, es tut mir so leid. Ich hatte vor einer halben Stunde noch nach ihr gesehen und da lag sie ganz friedlich auf der Couch. Sie lächelte sogar im Schlaf.“ „Ihr Mäntelchen hängt an der Garderobe und ihre Stiefelchen stehen auch noch zum Trocknen neben dem Ofen. Weit kann sie ja nicht sein, leichtbekleidet wie sie ist.“

Eilig zogen sich die beiden an. „Du suchst in der Siedlung, ich gehe in die andere Richtung. Bei Ines frag‘ ich auch nach. Und bei Uwe. Bei denen ist sie ja öfter und sie kennt die Wege dorthin.“

Gesagt, getan. Unglücklicherweise hatte der Schneefall an Intensität zugenommen, sodass auch keine Spuren mehr sichtbar waren. Berta machte sich die größten Sorgen und vermochte sich gar nicht vorzustellen, was alles passiert sein könnte.

Schwester Amalie zog dem verängstigten, völlig verstörten Mädel die triefend nasse Kleidung aus. „Zum Glück haben wir ja immer Reservekleidung im Kindergarten vorrätig“ deutete sie ihrer Mitschwester Samantha an. Die machte sich flugs auf den Weg, um trockene Kleidung für Reni zu holen. Amalie wickelte Reni derweilen in flauschige Wolldecken und redete beruhigend auf das Kind ein. Schluckweise nahm Reni den wohlschmeckenden Tee zu sich, den die Köchin des Schwesternheims für sie zubereitet hatte. Allmählich hörte sie auf zu zittern und beruhigte sich. „Mutti da?“ Zaghaft streckte Reni ihr kleines, zartes Köpfchen aus der wärmenden Decke und blickte Schwester Amalie mit großen, fragenden Äuglein an. „Gleich bist du wieder bei deiner Mutti“. Amalie streichelte liebevoll über Renis Köpfchen und das Mädel lächelte zuversichtlich. Schwester Samantha hatte zwischenzeitlich Pfarrer Hübner von dem verirrten Mädchen berichtet. „Ich organisiere rasch ein Fahrzeug, damit die Kleine schnellstmöglich nach Hause kommt. Bei diesem Schneesturm ein Taxi zu organisieren, würde die Heimkehr Renis nur unnötig in die Länge ziehen. Es dauerte nicht lange und der Pfarrer stand mit dem Organisten vor der Tür. Ohne zu zögern hatte sich Herr Türmer bereit erklärt, die kleine Reni nach Hause zu fahren.

Schwester Amalie nahm Reni auf den Arm und trug sie zum Auto. Reni umklammerte Amalie und ließ nicht mehr los. „Ich würde gerne mitfahren, Herr Pfarrer. Reni ist sehr verängstigt und ich würde sie jetzt ungern im Stich lassen. „Selbstverständlich fahren Sie mit, Schwester Amalie. Gar keine Frage.“

Edith und Berta hatten sich mittlerweile wieder zu Hause eingefunden. „Wie erklär‘ ich das nur Vati, wenn er nach Hause kommt.“ Zu Ediths Sorgen um Reni kamen nun auch noch die Gewissensbisse gegenüber ihrem Vater mit ins Spiel. „Ich mach‘ mich jetzt auf zu den Grillparzers. Die haben ein Telefon und ich kann von dort aus die Polizei informieren. Allein finden wir Reni nicht. Die Zeit drängt.“ Ohne weitere Worte und der Verzweiflung nahe eilte Berta mit Tränen in den Augen davon.

Herr Türmer steuerte das Auto umsichtig und den Straßenverhältnissen angepasst über die eisglatten und schneeverwehten Straßen. Plötzlich tauchte im Scheinwerferlicht der Schatten einer Person auf. Sie näherte sich mit eiligen Schritten dem langsam fahrenden Auto. Als die Person in Höhe des Wagens war rief Reni aufgeregt: „Mutti! Mutti!“ Sie presste ihre Stirn an die Scheibe der Fondtüre und begann wild gestikulierend auf die Person zu zeigen. Das Mädel hatte ihre Mutter an ihrem Mantel und dem schicken Hut, den Mutti zu Weihnachten von ihrem Gatten geschenkt bekam, erkannt. „Bitte halten Sie an, Herr Türmer“, bat Schwester Amalie. Sie stieg rasch aus und lief Berta hinterher. „Frau Mattei, bitte warten Sie!“ Als Berta ihren Namen hörte hielt sie inne und drehte sich um. Erst als sie ganz dicht vor Amalie stand, erkannte sie die Ordensschwester. Aufgebracht rief sie der Schwester zu. „Guten Abend, Schwester Amalie. Ich bin so verzweifelt, meine Reni ist weggelaufen.“ Die Tränen, die ihr übers Gesicht liefen, schimmerten im Licht der Straßenlaterne. „Ich habe gute Nachrichten für Sie. Reni sitzt im Auto.“ Berta traute zunächst ihren Ohren nicht und brauchte einige Sekunden, um das Gehörte zu verarbeiten. Als sie sich gefangen hatte, stürmte sie sogleich ins Auto. „Reni, mein Engel, ich bin so glücklich, dass du wieder da bist!“ Sie herzte und küsste die Kleine ohne Unterlass, während Herr Türmer den Wagen besonnen die letzten Meter zu Berta und Renis Heim lenkte.

Zuhause angekommen bat Berta ihre Glücksbringer in die Wohnstube. „Renis Unversehrtheit grenzt an ein Wunder“ konstatierte Pfarrer Hübner. Bei einer guten Tasse Tee und selbstgebackenen Plätzchen feierten Berta, Edith, Vater Klaus, der mittlerweile von seiner Schicht nach Hause gekommen war mit Schwester Amalie, Pfarrer Hübner und Herrn Türmer das glückliche Ende von Renis ungeplanten Ausflug, der leider durch eine Verkettung unglücklicher Umstände möglich wurde. Reni war indessen erleichtert und überglücklich, endlich ihre Mutti wiederzuhaben und schlief glückselig in deren Armen ein. Völlig unversehrt und ohne bleibenden Schaden hatte die Vierjährige das Abenteuer überstanden. Da hat ein Schutzengelchen ganze Arbeit geleistet.

© Januar 2022 Irene Rabenbauer

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Irene Rabenbauer).
Der Beitrag wurde von Irene Rabenbauer auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.01.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Die Autorin:

  • Autorensteckbrief
  • irene.rabenbauerweb.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)
  • 3 Leserinnen/Leser folgen Irene Rabenbauer

  Irene Rabenbauer als Lieblingsautorin markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Der Mensch denkt, der Tod lenkt von Waltraud Wickinghoff



Ein Ruhrgebietskrimi mit Blick über den Tellerrand (Mordversuch, Mord und Kidnapping eines Kindes)

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Kindheit" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Irene Rabenbauer

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Kimmi - die Leidensgeschichte eines Hundemädels / Ein Hundekrimi von Irene Rabenbauer (Spannende Geschichten)
Russisch Brot von Norbert Wittke (Kindheit)
Verfressen von Norbert Wittke (Wahre Geschichten)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen