Elke Müller

Amerika....

Heika saß seit einiger Zeit sinnend am Feuer, bis es fasst heruntergebrannt war und ihm erneut kalt wurde. Er stand lustlos auf, nahm einige gesammelte trockene Äste und warf sie in die Glut. Gleich darauf loderten Flammen auf. Griff nach einer Wolldecke und legte sie sich um die Schultern. Auf seiner Stirn lag ein leichter Schweißfilm. Er versuchte etwas zu schlafen. Aber er schlief schlecht. Ein raschelndes Geräusch lies ihn aufhorchen. Doch dann war es wieder still. Heika war beunruhigt, stand auf und lauschte. Auf leisen Sohlen huschte etwas heran. Er zog sich leise in den Schatten zurück. Plötzlich, stand er sich mit Redmon Aug in Aug gegenüber. „ Oh, … froh dich zu sehen.“ Heika hob abwehrend die Hände. Machte gar einige Schritte zurück. „ Was ist los? Was hast du plötzlich?“ „ Komm nicht näher.“ Heika schwankte und stolperte, taumelte einige Schritte zurück. „ Du siehst elend aus.“ Heika seufzte tief. „ Ich habe jetzt immer öfter Fieber und dann sind immer alle voller Sorgen und verbieten mir alles, behandeln mich wie ein kleines Mädchen. Dies will ich nicht. Aber danke, es geht schon wieder.“ Doch dann gaben seine Kräfte erneut nach. Redmon konnte ihn gerade noch auffangen. Trug ihn zurück ans Feuer, wobei er die Hitze von seinen Körpers spürte und zog ihn aus. Was er sah, bestätigte seine Ahnung. Pocken! Er hatte nicht gewusst, wie schlimm es war. Deckte Heika wieder vorsichtig zu. Holte seinen Rotfuchs aus seinem Versteck, entnahm aus der Satteltasche eine etwas verbeulte Suppenschale und eilte zum Wasser hinunter. Heika wälzte sich hin und her, fuhr plötzlich hoch und fiel völlig entkräftig wieder zurück. Redmon sprach ständig beruhigend auf ihn ein. Wusch ihn mehrfach am Tag, von Kopf bis Fuß, mit einem feuchten Tuch ab. Heika delirierte und schwitzte, obwohl sein ganzer Körper von Schüttelfrost bebte. Ab und zu war sein Zustand normal und im nächsten Augenblick war alles dahin. Ein hartnäckiger quälender Husten kam hinzu. Remon versuchte alles mögliche. Hoffte, das Heika genug Abwehrstoffe hatte, diese heimtückische Krankheit zu überwinden. Seine Nahrung bestand hauptsächlich aus Trockenfleisch und kleinem Niederwild, dazu etwas Kaffee oder Wasser. Endlich, nach einer gefühlten langen Ewigkeit, lies das Fieber allmählich nach. Der Atem wurde ruhiger. Redmon war mager geworden, besonders die Müdigkeit traf ihn hart. Der Schlafmangel zeigte deutlich seine Spuren. Er war müde und niedergeschlagen. Lächelte, als Heika langsam seine Augen öffnete und weinte stumm. Es war für ihn fasst wie ein Wunder, hatte er nicht geglaubt, das Heike je wieder gesund wird. Dennoch dauerte es noch ein paar Tage, bis die Krise endgültig überwunden war. Langsam ging es Heika besser. Immer noch blass aber seine Augen zeigten wieder Leben. Er betrachtete Redmon nachdenklich. Dieser stand über einen dampfenden Topf gebeugt, summte leicht vor sich hin und ein herrlicher Duft verbreitete sich. Er wandte sich bald um, sah Heika unverhohlen an. Er erwiderte den Blick. „ Alles hat sich verändert, nicht war ?… Ich bin froh, das du es warst der gekommen war. Nun mach dir keine großen Sorgen, alles in Ordnung.“ Redmon schöpfte heiße Suppe aus den Kessel, reichte eine Schale an Heika weiter. Es war eine Weile ruhig. Dann erzählte Redmon seine erlebte Geschichte. Bis zum Ende hörte Heika aufmerksam zu. Er sah nachdenklich aus, schüttelte den Kopf. „ Roger gefällt mir nicht, er hat einen Blick wie eine Schlange.“ „ Ja. Ein furchtbares Geheimnis umgibt Roger. Er ist in schlimme Sachen verwickelt, sehr schlimme. Ich habe gesehen was er mit seinen Männern getan hat, sie schrecken vor nichts zurück. Tyrannisiert die Leute. Mich hätten sie auch umgebracht, aber ich konnte fliehen. Ihm gefällt es die Schwächen von anderen für seine Zwecke auszunutzen. Das Leben besteht für ihn nur aus einer ewigen Jagd.“ „ Es sind schlechte Zeiten. Ein Krieg, den niemand gewinnt und der den letzten Tropfen Blut aus dem Land presst und gute Männer leiden und sterben, verlieren gar ihr Hab und Gut. Aber erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.“ Redmon nickte. „ Ich habe die Absicht, nach Hause zu gehen.“ Heika bedauerte und verstand es, das Redmon zurück zu seiner Familie wollte. Er hatte es täglich sehr genossen, einen Freund zu haben mit dem man über alles reden konnte. Sie sprachen noch lange miteinander.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.02.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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