Hartmut Wagner

Panzerschütze in Hessisch-Lichtenau 1966/67

Panzerschütze in Hessisch-Lichtenau 1966/67

 

Der Theologiestudent Ödipus Lustig hatte mit einer Gruppe Jugendlicher aus Ergste, einem damals etwa 5000 Einwohner großen Dorf am Südufer der Ruhr, die letzte Augustwoche 1966 in Paris verbracht. Die Reise hatte der Ortsausschuss für Jugendpflege organisiert. Sein Vorsitzender Gerling, außerdem Leiter der Ergster Volksbühne und Wäschereibetreiber war als Begleitperson mitgefahren.

 

Alles entsprach den Erwartungen der Besucher- innen und -besucher: Pastellblauer Himmel, Arc de Triomphe, Notre Dame, Eiffelturm, Sacre Coeur wie auf Postkarten, die Markthallen, zu der Zeit noch mitten in Paris, viele nette junge Damen und Herren Mitfahrer(innen).

Die Reiseleiterin, eine hübsche junge Französin namens Helén mit starkem Berliner Akzent, studierte Deutsch in Berlin. Ödipus verliebte sich sofort in sie, ihre großen blauen Augen, die blonden Locken, das charmante „Berlinisch“ und die zarte, kleine, wohl gerundete Figur. Sie erregte den Reisenden bei gelegentlichen Kurzberührungen ungeheuer, zufälligen oder „unabsichtlich“ herbeigeführten.

 

Er schrieb sogar sieben Verse auf Helén, diese Bilderbuchpariserin, die Balzacs, Maupassants, Flauberts, Julien Greens Phantasie oder direkt dem Märchenbuch zu entstammen schien.

Das Gedicht kann man nach dem Lied: „Das machen nur die Beine von Dolores“ sogar singen.

Ein paar wenige Worte hat der Autor übrigens aus diesem Schlager plagiiert. Das poetische Werk heißt:

 

Das machen nur die Beine von Helene“

 

Das machen nur

die Beine von Helene,

dass ich mich sehne,

so sehr nach ihr.

 

Sie hat die schönsten,

ach, so blauen Augen,

von allen Frauen

auf dieser Welt.

 

Sie funkeln hin und wieder

wirklich blitzig,

ja, richtig hitzig,

tiefblauer Glanz.

 

Und dann die blonde

blonde, blonde Mähne,

so weiße Zähne,

dazu der Mund.

 

Er glüht so rot, so rot

wie eine Rose,

und diese Pracht

blüht Tag und Nacht.

 

Auf ihren

weißen, zarten, glatten Füßen,

ja, ja ganz süßen,

schwebt sie dahin.

 

Möge sie lang noch

schweben, tanzen, singen,

ins Leben springen

mit Glück und Mut.

 

Das dicke Ende kam, als der Student sein mütter-liches Wohnhaus in Ergste betrat.

Von dort pflegte er während der Studiensemester mit dem Zug nach Bochum zur gerade, 1965, gegründeten ersten Universität des Ruhrgebietes zu pendeln.

Auf Ödipus' Schreibtisch lag ein Einberufungsbefehl zur Bundeswehr, der Ausbildungskompanie 14/II des Batallions der Panzeraufklärer in Hessisch-Lichtenau bei Kassel, für die erste Oktoberwoche 1966.

Die Einspruchsfrist war ausgerechnet während der Parisreise abgelaufen.

So ein blöder Mist! Geht gar nicht! Ich bin Theologiestudent und stehe auf der Liste der ev. Landeskirche von Westfalen. Theologiestudenten und ausgebildete Pfarrer brauchen in der Bundesrepublik Deutschland keinen Kriegsdienst zu leisten. Das ist Gesetz!“, dachte der 22jährige Zwangsverpflichtete. „Außerdem ist mein Vater 1943 an einer Kriegsverletzung gestorben, kurz bevor ich zur Welt kam. Und die einzigen Söhne von Kriegerwitwen dürfen gegen ihren Willen nicht zur Bundeswehr eingezogen werden. Das können die doch mit mir nicht machen. Mich einziehen, den größten Individualisten und leidenschaftlichsten Uniform- und Militärhasser, den ich kenne. Mich den heißen Verehrer Albert Schweitzers und seiner Philosophie der Ehrfurcht vor dem Leben, der „großen Seelen“, Gandhis und Martin Luther Kings, alle drei radikale Streiter für Gewaltlosigkeit, Frieden, Fremde, Witwen und Waisen, alle Erniedrigten und Beleidigten dieser Welt! Schon mein Name müsste den Bundeswehr-heinis doch klar machen: Der wird niemals Soldat!“

Da fiel Ödipus ein, dass er ja gar nicht der einzige Sohn war, sondern noch zwei ältere Brüder und Schwestern zu seiner Familie gehörten!

 

Er als Theologiestudent war allerdings erstens vom Kriegsdienst befreit und konnte aber deswegen zweitens nicht den Kriegsdienst verweigern, von dem Theologiestudenten ausdrücklich ausgenommen waren. Trotzdem war die Einspruchsfrist gegen den Einberufungsbescheid abgelaufen und er musste Soldat werden. Anscheinend ging etwas doch, das eigentlich nicht ging.

Das ist total und völlig unmöglich! Ein juristischer Teufelskreis! Man darf mich nicht einziehen, weil ich Theologie studiere und auf der Liste der Theologiestudenten der ev. Landeskirche von Westfalen stehe. Ich bekomme aber trotzdem diesen verflixten Einberufungsbefehl, und zwar ausgerechnet in meinem Parisurlaub!

Und jetzt fehlt mir, gerade mir, dem absoluten Militär- und Kriegsgegner, die gesetzliche Möglichkeit, das rechtliche Verfahren zur Kriegsdienstverweigerung zu nutzen. Das ist der nackte Wahnsinn! Ich drehe noch durch!“

Lustig rannte rast- und ziellos in seinem Zimmer auf und ab.

Aber dann fiel ihm ein, was zu tun war: „Ich muss auf alle möglichen Hebel drücken, um nicht in diese Militärhölle zu kommen. Irgendeine Möglichkeit besteht ganz bestimmt.“

Vom Ergster Pfarrer „GAG“, Gustav Adolf Goeke, erwartete er nicht die geringste Hilfe. Den hatte einst im Nazireich die SA mit klingendem Spiel in sein Pfarramt eingeführt.

Im kirchlichen Katechumenen- und Konfirmanden- unterricht pflegte er die Zuhörerschaft mit Kriegsgeschichten aus dem „Kessel von Demjansk“ in der Sowjetunion einzuschläfern.

Dort hatte sich der Pfaffe im Dienst für Heimat, Volk, Vaterland und vor allem für die braunen Nazimassenmörder angeblich die Zehen abgefroren.

GAGs“ Spezialschuhe knarrten bei jedem Schritt höchst nervig.

Ödipus jedenfalls musste sofort telefonieren und Maßnahmen ergreifen, die ihm das drohende Bundeswehrverhängnis ersparten.

Der Präses des Landeskirchenamts in Bielefeld und der Superintendent im nahen Iserlohn, dieser Sauerländer kleinstädtischen Großstadt, konnten vielleicht helfen.

Aber beide Kirchenfunktionäre hatten den Jungergster

schon früher einmal zurecht gewiesen. Er hatte ein Schreiben auf einer Klopapierrolle an das Unnaer Kreiswehrersatzamt angefertigt und die Anrede: „An das Sch..sswehrersatzamt Unna“ benutzt.

Der von den Ersatzamtsbürokraten daraufhin informierte Chef der Landeskirche und gleichfalls in Kenntnis gesetzte provinzielle sauerländische Superintendent forderten ihren unbotmäßigen studentischen Kollegen sofort zu mehr Höflichkeit und christlicher Demut auf. Mit viel Gegenliebe und christlicher Hilfe war also nicht zu rechnen.

Am Telefon jedoch versicherten dem Studenten ein landeskirchlicher Mitarbeiter und ebenfalls der Superintendent, sie würden sich um wirksame Hilfe bemühen.

Mitte September trafen dann jeweils aus dem Landeskirchenamt in Bielefeld und der Superintendentur im waldreichen Iserlohn zwei Schreiben mit fast wortgleichem Text ein: „Wir bedauern, am vorliegenden Sachverhalt nichts ändern zu können. Zwar darf der Staat Theologiestudenten der Landeskirche von Westfalen nicht zum Kriegsdienst einziehen, aber in diesem Fall liegt ein Konflikt zwischen Militär- und Kirchenrecht vor, der nicht vorgesehen und zur Zeit nicht justiziabel ist. Ihr Pariser Ferienaufenthalt hat zu einem versäumten Widerspruch gegen die Einberufung geführt und so erst einmal juristische Fakten geschaffen.

Die Bemerkung sei gestattet, Sie persönlich hätten vielleicht besser vor Ihrer Paristour die Bundeswehr kontaktieren sollen. Es wird Ihnen also wahrscheinlich wohl nichts anderes übrig bleiben, als zur Bundeswehr einzurücken und dort vorläufig Militärdienst in einer Form abzuleisten, die Sie mit Ihrem Gewissen und Ihrer pazifistischen Einstellung vereinbaren können. Das tut uns für Sie und Ihr Bestreben sehr leid, den Weltfrieden durch Verweigerung des Kriegsdienstes zu fördern. Aber die Bundesregierung in Bonn hat den Generalinspekteur der Bundeswehr nachdrücklich angewiesen, die heiklen Fälle der Soldaten, die erst nach der Einberufung den Kriegsdienst verweigern wollen oder können, mit besonderer Rücksichtnahme und großem Taktgefühl zu behandeln. Außerdem werden wir in Ihrer Angelegenheit weiterhin mit Bundeswehr und Militärverwaltung in Verbindung bleiben. Auch wir glauben nämlich, dass Sie dem Frieden durch die schnellstmögliche Kündigung Ihrer aufgezwungenen Bundeswehrmitgliedschaft und eine baldige Wiederaufnahme Ihres Theologiestudiums mehr und besser dienen als durch das Einüben militärischer Fähigkeiten und Abläufe.“

 

,Militärdienst in einer Form abzuleisten, die Sie mit Ihrem Gewissen und Ihrer pazifistischen Einstellung

vereinbaren können', wie soll das denn gehen?“, fragte sich Ödipus, als er die Briefe gelesen hatte.

Und dann der Hinweis auf die Bundesregierung, auf den Altnazi Kiesinger aus dem Propaganda- ministerium des ,Dritten Reiches', den Bundeskanzler!“

Aber immerhin teilten sowohl der Präses der Landeskirche wie der Superintendent seine Ansicht, Kriegsdienstverweigerer hülfen dem Frieden mehr als Soldaten.

Der Angeschriebene überlegte und versuchte alle Möglichkeiten zwecks Vermeidung der Bundeswehrkatastrophe zu ermitteln und abzuwägen.

Achtzehn Monate kann mich die Einberufung im schlechtesten Fall kosten. So lange dauert die Wehrpflicht. Aber abgesehen von dem lästigen Zeitverlust! Was ist mit meiner ethischen Einstellung?

Die Vorgesetzten bilden ihre Soldaten nun einmal zu Tötungsmaschinen aus. Das ist das Ziel der Rekrutenzeit: Zu lernen, wie man am schnellsten möglichst viele Feinde tötet. Soldaten erschießen im Krieg Gegner, die sie nicht kennen, rammen ihnen Bajonette in die Bäuche, legen Städte in Schutt und Asche, werfen Bomben auf Säuglinge, Greisinnen und Greise, Witwen und Waisen, Schuldige und Unschuldige.

Zu den wenigen gerechten Kriegen in der Geschichte der Menscheit gehörten die der Befreiungskämpfer in der ,Dritten Welt', Afrika, Asien und Lateinamerika, gegen ihre kolonialistischen Unterdrücker in Europa,

Deutsche, Spanier, Engländer, Franzosen, Portugiesen, Holländer, Belgier und Italiener, und der Verteidigungskrieg der Roten Armee, der US-Armee,

der Engländer, Franzosen und ihrer Verbündeten gegen die barbarischen deutschen Nazihorden der Wehrmacht, die den Holocaust und die Vernichtung der halben Erde auf dem Gewissen haben.

Und heute noch gibt es zahlreiche ehemalige Nazisoldaten und Nazioffiziere in vielen hohen und untergeordneten Positionen bei der Bundeswehr!

Und selbst diese gerechten Kriege! Wie viel Zerstörung und wie viele unschuldige Opfer!

Nun, ich könnte einfach vor der Bundeswehr und dem Kriegsdienst flüchten. Dann muss ich mich in Deutschland oder im Ausland verstecken.

Mit Sicherheit werden mich die Polizei und die Feldjäger der Bundeswehr suchen. Käme ich nach einer Festnahme ins Gefängnis oder zur Bundeswehr? Wer kann das wissen? Ist aber alles aufwändig und ungewiss! Auch nach Westberlin könnte ich umziehen. Für Berliner gilt die Wehrpflicht nicht.“

Der Jungtheologe stöhnte vor sich hin: „Das geht doch nicht! Die ganze Zeit die Feldjäger und die Polizei am Arsch! Nein, nein! Da denke ich mir besser etwas Anderes aus.“ Lustig grübelte: „Was ist für mich wichtiger, mein christliches Gewissen, ein paar Unbequemlichkeiten oder eine Vorstrafe?

Die christlichen Märtyrer der Urkirche sind lieber in den Tod gegangen, als nur einen Millimeter von ihrem pazifistischen Glauben abzuweichen und für den römischen Kaiser Militärdienst zu leisten!

Machtgierige, brutale Unterdrücker sperrten einst Nelson Mandela, Martin Luther King und Gandhi wegen ihrer politischen Überzeugungen, Äußerungen und Aktionen völlig schuldlos in Gefängnisse ein.

Luther King und Gandhi fielen obendrein mörderischen Attentätern zum Opfer. Den weisen Sokrates verurteilten vor über 2000 Jahren ungerechte Richter zum Tode, weil ihnen seine philosophischen Gedankengänge und Erkenntnisse samt seinem Lebenswandel nicht gefielen. Gandhi, Luther King, Mandela, Schweitzer, Sokrates! Andere wahre Heldinnen und Helden! Und die Deserteure der Naziverbrecherarmee! Widerstandskämpfer gegen die braune Pest wie der protestantische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, den die Nazischufte in Plötzensee ermordeten!

Und ich? Vom ersten Gegenwind lasse ich mich um blasen? Wo bleibt da der zivile Ungehorsam!?Irgendwo in der Bibel steht doch: „Ihr sollt Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ Ich selbst bewundere gerade die Leute am meisten, die sich ungerechten Gesetzen, Verhältnissen und Maßnahmen widersetzen, egal, welche Nachteile, Stellungs- samt Vermögensverlust , manchmal sogar den Tod oder eine ewig lange Haftstrafe plus Folter, ihnen das einbrachte.

Wenn es darauf ankommt, ziehe ich, gerade ich, den Schwanz ein und unterstütze die verlogenen Argumente der Nazihelfer und -mitläufer im Nachhinein, die ihre Schandtaten mit dem Befehlsnotstand und allen möglichen anderen vorgeschobenen Gründen entschuldigten?

Was bedroht mich denn schon, wenn ich nicht zum Bund gehe? Weder Tod noch Folter! Schlimmstenfalls ein Strafverfahren mit anschließenden Sozialstunden, Geldstrafen oder Bewährungshaft!

Na ja, eine Karriere in der Kirche fördert das sicherlich nicht. Gerade die Kirche sollte aber eigentlich Mut vor Königsthronen belohnen.

Martin Luther jedenfalls gilt als Vorbild, weil er einst angeblich vor dem deutschen Kaiser, den Kurfürsten, Kardinälen, Erz- und Weihbischöfen, Professoren, Gelehrten, den reichsten und angesehensten weltlichen und geistlichen Machthabern und Würdenträgern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, auf dem Reichstag in Worms ohne Rücksicht auf äußerst gefährliche Konsequenzen aus-gerufen hat: „Hier stehe, ich kann nicht anders!“

Ich glaube zwar nicht, dass dieser fanatische Judenfeind, der zusätzlich mit hasserfüllten Hetzreden und -schriften zu kriegerischer Gewalt gegen arme rebellische Bauern aufrief, die kühnen Wort vor der ,erlauchten' Versammlung des Kaisers, der Kurfürsten und anderer macht- und geldgieriger Strolche benutzte, aber wenn... Dann lüfte ich den Hut ein wenig.

Obwohl, unter dem Schutzschirm des sächsischen Kurfürsten, der ihn in dem Unterschlupf Wartburg verbarg und versorgte, konnte der „tapfere“ Luther schon mal die eine oder andere dicke Lippe relativ risikolos riskieren.

Nun denn! Ich gehorche der Vernunft, meiner friedlichen Gesinnung samt den Empfehlungen des Präses beziehungsweise des Superintendenten und versuche das Unmögliche: ,Militärdienst in einer Form abzuleisten, die ich mit meinem Gewissen und meiner pazifistischen Einstellung vereinbaren kann.' Wenn das nur gut geht.

Allerdings: Ein Gewehr nehme ich keineswegs an und schießen werde ich erst recht nicht. Da bleibe ich knallhart! Irgendwo muss ich eine Grenze ziehen. Ich will nicht zu den vielen Menschen gehören, die als kleine Genies zur Welt kommen und als überangepasste Konsum- und Kapital-Vollidioten enden!

Ich hasse alle Waffen, ihre Produktion und das Macho-Getue der Pistolen- und Revolverhelden, Gewehre- und Kanonenliebhaber!

Ansonsten vertraue ich auf eine baldige Befreiung von der Bundeswehr und eine schnelle Entlassung aus ihrem Waffen- und Strammstehdrill dank kirchlicher Hilfe und meiner eigenen Standfestigkeit.

Denn was soll die Armee der demokratischen Bundesrepublik Deutschland mit einem Rekruten anfangen, der sich weigert, ein Gewehr anzunehmen?“

Also bestieg Ödipus in der ersten Oktoberwoche des Jahres 1966 im Bahnhof Schwerte einen Sonderzug, der eine Menge Rekruten zu ihrem Standort Hessisch-Lichtenau, einer idyllischen Kleinstadt inmitten friedlicher nordhessischer Hügel- und Waldlandschaft beförderte.

In seiner Stube mit ungefähr 15 Mitrekruten war der 22 Jährige der älteste.

Im April 2017, mittlerweile beinahe dreiundsiebzig Jahre alt, kann er sich fast noch an alle genau erinnern. Schässler, einen stämmigen mittelgroßen Typen, hatte es aus Bayern nach Hessen verschlagen. Er entsprach dem Klischeebayern so perfekt wie nur wenige seiner Landsleute. Gesund, vital, ja kernig, freute er sich meist des Lebens, kalauerte mit bayrischem Dialekt über die „Saupreißn“ in die hessische Umgebung und wusste unendlich viele andere bayrische Schimpfworte, von denen „Bazi, damischer“, das bei Weitem harmloseste war.

Dann gab es noch den sauerländischen Panzerschützen Wurnke. Mit ähnlicher Figur wie Schässler, verkörperte er den durchschnittlichen Gebirgler aus den heimischen Wäldern und Bergen, in denen viele Flüsse plätschern und zahlreiche Stauseen leckeres Trinkwasser bereit halten. Er war ein passionierter Fußballer und kickte in Nachrodt für die dortige Spielvereinigung.

Dazu kam der BMW-Fahrer aus dem nahen Witzenhausen, den seine Halbglatze ärgerte und junge Damen erfreuten.

Der kleinste der Stubeninsassen war ein rundlicher Maurer aus dem hessischen Rotenburg an der Fulda.

Er glänzte mit heißen Geschichten über die hitzige

Teenagertochter seines Chefs. Sie hatte angeblich einmal zwecks Eigenproduktion sexuellen Vergnügens den Hals und den Rumpf einer Cocaflasche in ihre Vagina gepresst. Anschließend konnte sie leider das Trinkgefäß nicht mehr ohne ärztliche Hilfe aus seinem feuchtwarmem Gefängnis entfernen und musste deswegen ins Krankenhaus.

Haha! Haben wir gelacht!

Fragte einer seiner Mitsoldaten: „Wer hat dir denn diesen Bären aufgebunden? Oder bist du etwa selbst dabei gewesen?“, schmunzelte der Stubenzwerg nur geheimnisvoll und antwortete: „ Das werde ich gerade so einem alten Quatschkopf wie dir erzählen. Der Kavalier genießt und schweigt.“ Ja, natürlich!

 

Der lange, hagere Audifahrer aus dem Ergste benachbarten Schwerte ist auch noch zu erwähnen. Er nahm manchmal Ödipus und den Sauerländer Wurnke in seinem weißen Audi zur hessischen Kaserne mit. Ansonsten fiel er durch Gutmütigkeit auf.

An einem Wochenende hatte er neben seinen zwei Stubengenossen, dem Nachrodter Wurnke und dem Ergster Lustig, einmal den Neuenrader Panzerschützen Willi Müller aus Hessisch-Lichtenau in die Sauerländer Kleinmetropole transportiert.

Der verbrachte die Rekrutenzeit in einem anderen Raum an dem langen Kasernenflur.

Panzerschütze Willi veranlasste den Chauffeur zu einem gewaltigen Umweg über haarsträubende, endlose sauerländische Serpentinen und Spitzkehren, auf dem Wurnke und Lustig die Mitsoldaten

notgedrungen begleiteten.

Noch einige andere Stubengenossen verblieben bis zur Gegenwart im Erinnerungsberg Lustigs.

Ein Rekrut erhielt nach wenigen Tagen den Spitznamen „Harzer“. Nicht etwa, weil er diesen wohlschmeckenden Käse in gewaltigen Mengen vertilgte, sondern sein Geruch in streng riechenden Dunstwolken aus seinen Socken und Schuhen quoll.

Harzer konnte sich die Füße am Tag drei Mal gründlich waschen, so wie kein anderer seiner Waffenbrüder und genauso oft saubere Socken anziehen. Alles half nicht. Seine Füße müffelten penetrant. Ob vor fünf Sekunden gesäubert und in gerade gewechselten Socken oder drei Tage ungewaschen und ebenso lange getragen. Die Gehgliedmaßen stanken zwar nicht wie die Pest, aber nach Harzer und zwar nicht nach jungem, sondern sehr, sehr altem.

Trotz der unangenehmen Düfte seiner Füße genoss Harzer Respekt, weil er, groß und kräftig, nicht davor zurück schreckte, Spötter und wortgewandte Witzbolde mittels starker Worte und Fäuste in die Schranken zu weisen.

Schrubber“ war das Stubenopfer. So hieß ein Frankfurter Soldatenlehrling wirklich und deswegen brauchte er keinen Spitznamen. Über und über mit Pickeln gespickt, hatte er kein leichtes Leben. Außerdem bedeckte seinen Kopf langes, fettiges, schmutzig blondes Haar. Beide Körpermängel, für die er nichts konnte, brachten ihm die verächtlichen Titel „Pickelhering“ und „Ölig“ samt dem Ruf ein, es mit der Körperhygiene nicht allzu genau zu nehmen.

Obwohl Ödipus als Alterspräsident, die anderen zählten alle erst neunzehn oder zwanzig Jahre, wegen seiner Unbeugsamkeit als Kriegsdienstverweigerer, seiner Wortgewandtheit und aufgrund seines Status als Abiturient und Student recht hohes Ansehen unter den Rekruten genoss, schaffte er es nicht, sie gänzlich davon abzuhalten „Schrubber“ zu quälen.

Das verhalf dem Jungtheologen zu Gewissensbissen und Erwägungen über die Gerechtigkeit Gottes sowie die sadistischen Eigenschaften der Mitmenschen.

Deren Innenleben glich anscheinend Schwämmen, die literweise Essig aufgesaugt hatten. Aufgrund seines nicht gerade alltäglichen Namens waren Ödipus Veräppeleien seit frühester Kindheit vertraut. Als er sich aber nach einiger Zeit darauf eingestellt hatte, und weil er ziemlich stark und redegewandt war, vermochte er rasch damit umzugehen, ohne sie als seelische Belastungen zu empfinden. Auch bei der Bundeswehr hatte man ihn schnell in Ödipussi umgetauft.

Neben dem Unglücksraben Schrubber belegte die „Jungfrau Maria“ ebenfalls einen eher unteren Platz in der Rekrutenhierarchie. Man meine nun nicht, in dem Kasernenzimmer habe wirklich ein weibliches Wesen des Namens Maria mit der Eigenschaft der Jungfräulichkeit residiert, oh nein!

Jungfrau Maria“ lebte vor „ihren“ Bundeswehrtagen in einem unbekannten nordhessischen Kaff namens Lennerad und in „ihr“ bzw. ihm, einem hübschen Jüngling mit dem Namen Edwin Schenkel, verarbeitete eine naive Seele erschrocken die vielen brutalen Geschehnisse der gottverlassenen Alltagswelt. Marias Gesicht krönte ein goldblonder Lockenschopf. Große blaue Kulleraugen blickten erstaunt und neugierig in die grobe militärische Umgebung. Schnell lernte er, Bier zu trinken, Zeit totzuschlagen und in Diskotheken abzuhängen.

Der lebenslustige bayrische Panzerschütze Schässler vermittelte der „Jungfrau Maria“ schon bald freundschaftlich eine ortsansässige Nichtjungfrau, sodass ganz plötzlich nicht mehr von „Jungfrau Maria“, sondern nur noch von „Maria“ die Rede war.

Ödipus übrigens war damals selbst noch Jungfrau, bei

einem frommen Jungtheologen immerhin halbwegs selbstverständlich, vermied es aber, diesen bedauerlichen Zustand der sehr interessierten Öffentlichkeit mitzuteilen. Er wünschte keineswegs, auf „Jungfrau Maria II“ umgetauft zu werden.

Die Kaserne in Hessisch-Lichtenau besaß 1966 noch keinen Namen. Kurz nach dem unfreiwilligen Bundeswehraufenthalt Lustigs benannte man sie 1967 um in „Blücherkaserne“.

Blücher war der preußische Generalfeldmarschall gewesen, der zusammen mit seinen und den Soldaten des englischen Generals Wellington Napoleon endgültig besiegte und somit die letzten Reste der französischen 1789er Revolution beerdigte. Damit war der vorläufige Erhalt des ausbeuterischen europäischen Feudalsystems im Europa des neunzehnten Jahrhunderts besiegelt. Das reaktionäre europäische Königs- und Zarengesindel samt weiteren überflüssigen Adelscliquen behielten ihre parasitären Privilegien auf Kosten der unterdrückten Mehrheit der Erniedrigten und Beleidigten.

Vielen ehemaligen Gymnasiasten ist noch heute der – angebliche – Spruch des von Napoleons Soldaten schwer bedrängten Wellingtons erinnerlich: „Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen!“

Wegen der mörderischen Befehle und Aktivitäten der Militärschlächter Napoleons, Blüchers und Wellingtons schlachteten Tausende junger Männer einander ab,

starben elend unter wahnsinnigen Schmerzen oder blieben bis an ihr Lebensende elende Krüppel.

Narkose, Schmerzmittel und auskömmliche Renten? Fehlanzeigen! Hauptsache erst einmal die Demokratie verhindert!

Trotz all dem bewaffnete sich die demokratische Regierung der westdeutschen Bundesrepublik nur kurze Zeit nach der totalen und verheerenden Niederlage im zweiten Weltkrieg mit der Bundeswehr und benannte ihre Kasernen nach Militärs, die feudalem Adel, rückwärtsgewandten Demokratiefeinden und meistens sogar den Verbrecherhorden der Naziwehrmacht gedient hatten.

Heute, am 17.4.2017 gibt es in Hessisch-Lichtenau keine Kaserne mehr. Wo sie stand findet man ein Gewerbegebiet.

Nach der Schließung 2006 war bis 2013 das letzte Grundsück des ehemaligen Kasernengeländes verkauft (Angaben des Internetlexikons Wikipedia vom 18.4.2017)!

Wo während Lustigs Rekrutenintermezzo Panzerketten ratterten, Schüsse krachten und Gefreite, Uffze. (Unteroffiziere), Stuffze. ( Stabsunteroffiziere), Feldwebel und so weiter Befehle blökten und Soldaten anbrüllten, findet man gegenwärtig Unternehmen für Kosmetikprodukte, Logistik, Telekommunikation, einen Solarpark und die Einrichtungen eines Luftsportvereins.

Lippenstifte statt Kanonen“, „Lastwagen statt Panzern“, „Handys statt Granaten“, „Sonne statt Giftgas“ und „Segelflugzeuge statt Maschinengewehren“!!!

Ja, geht doch, und zwar ganz leicht und gut! Warum nicht gleich und nur noch so!?

In den ersten Tagen bei der Bundeswehr empfing der Panzerschütze Lustig seine Ausrüstung: Uniform, Kampfanzug, Mantel, Stahlhelm, Schuhe, Hemden Unterwäsche, Socken, aber soweit er sich erinnert, noch kein Gewehr.

Morgens schon sehr früh, es war noch dunkel, begann die Dressur zum reibungslos funktionierenden Befehlsempfänger.

Am Ende des Kasernenflurs, nahe beim Eingang und dem Büro des Wachhabenden, erschien eben der, angetan mit eine Affenschaukel, einer dicken weißen oder blauen Kordel über der Schulter und einer Trillerpfeife.

Der Stuffz., Uffz. oder sonstwas Militärisches stellte sich breitbeinig in die Mitte des Flurendes und donnerte, als habe er es mit Insassen eines Schwerhörigenheims, aber nicht mit Jungrekruten zu tun: „Pahaschützään!“, „Aufstääähn!“

Pahaschützään!“, aus dem Schrei- ins Normaldeutsch übersetzt, bedeutet: „Panzerschützen!“, „Aufstääähn!“, „Aufstehen!“

Danach blies er mit vollen Backen in die Trillerpfeife.

Unartikulierter Lärm hallte durch den Kasernenflur. Selbst der letzte freudig erregte Palmwedler ließ erschrocken von der Palme ab, sprang mit einem Satz aus dem schmalen Bett und zog blitzschnell seinen Kampfanzug über. Nur Ödipus träumte weiter von Pommes rot-weiß, rehäugigen Südseeprinzessinen oder dem Kölner Dom, in dem er gerade eine saftige Predigt hielt. Gegen alle reichen Kamele, die nicht durch Nadelöhre passten, Heuchler, Lügner und kapitalistische Betrüger.

Schließlich riss ihn die mitleidlose Pratze Schässlers unsanft aus den Träumen. Ödipues sprang mechanisch auf die Beine und torkelte ein paar Sekunden schlaftrunken umher. Dann schoss er in seine Kleidung und war gerade mit dem Anziehen fertig als ein Ausbilder, Ober-, Hauptgefreiter oder Sonstwas, in die Stube eindrang. Der erste Rekrut, der ihn erblickte, brüllte: „Aaacccchtunkkk!“

Alle standen neben ihren Betten still.

Der Vorgesetzte spazierte raumgreifenden Schrittes durch die enge Miefbude, und musterte Soldaten samt Betten. „Pahaschützääh Lustig! Hemd in die Hose! Wir sind hier nicht auf dem Lumpenball!“ „Rührt euch! Vor der Stube nach Größe antreten! Aber ein bisschen plötzlich!“

Alle rannten auf den Kasernenflur hinaus und stellten sich links von der Tür an der Flurwand auf.

Der Ausbilder baute sich mitten vor den Stubeninsassen auf und schrie: „Rechts um! Mit dem Gesicht zur Wand!“

Die Bundeswehrlinge blickten auf mehr oder weniger weißen Anstrich mit kleineren Löchern, Flecken und Rissen.

Rechter Fuß hoch!“, schallte es durch die Kaserne. Lustig und die Mitsoldaten knickten ihre Füße nach hinten bis in Kniehöhe ab. Der Hauptgefreite marschierte vor der Gruppe auf und ab, wobei er auf die Schuhe blickte. Bei Lustig fand er etwas auszusetzen: „Mann, Pahaschützääh Lustig! Du bist doch Abiturient! Trotzdem hast du den Steg nicht geputzt! Da klebt ja noch der Lehm von tausend Jahren. Was Nützliches habt ihr anscheinend auf der Penne nicht gelernt! Ab in den Waschraum! Säubern!“

Nach den Maßnahmen zur Stärkung des Verteidigungswillens, der Einsatzbereitschaft und des Zusammenhalts in der militärischen Wohlfühlgruppe rannten anschließend alle Mitglieder der Ausbildungskompanie 14/II auf den Vorplatz der Kaserne und traten dort in Züge und Gruppen aufgeteilt zum Esssenfassen an.

Die Soldaten aßen in einem geräumigen hallenartigen Saal und saßen an Tischen die größeren Gruppen Platz boten.

Das Essen teilten junge Frauen aus „He-Li“ (Hessisch-Lichtenau) oder umliegenden Orten aus.

Eine kleine Dunkelhaarige und -äugige mit knallrot lackierten Fingernägeln gefiel Ödipus besonders gut.

Sie lachte fast immer und babbelte lebhaft Hessisch.
Hatte die Schöne ihm das Essen ausgehändigt, schmeckte es dem Panzerschützen Lustig immer ganz besonders gut.

Auch eine großgewachsene Blondine mit sehr attraktiver Figur wirkte an der Küchentheke. Angeblich verschwand sie mit dem Chefkoch, einem Stuffz., gelegentlich in den Keller, natürlich nur, um dort Kartoffeln oder Zwiebeln zu holen.

Andere gehässige Gerüchte beinhalteten Informationen über die Büstenhalter gar mancher Küchenfee. Darin sollten gelegentlich nicht nur weiche Rundbrüste verborgen sein, sondern auch Butter, Joghurt, Marmelade oder sonstige Leckereien aus Bundeswehrbeständen.

Ödipus hatte leider niemals Gelegenheit gehabt, das genauer zu untersuchen und konnte den Tatsachengehalt des bösartigen Klatsches deshalb auch niemals bestätigen.

Er war allerdings mit der Qualität seiner täglichen Mahlzeiten sehr zufrieden. Sie gehörten zu den Highlights des Bundeswehraufenthalts wie die Frauen in der Küche und seine Stubenkollegen, mit denen er meist recht gut auskam.

Nach dem Frühstück fanden auf dem Exerzierplatz manchmal Marschübungen oder sonstige Trainingseinheiten statt. Zunächst lernten die Rekruten in Gruppen zu marschieren. Das brachte Ödipus der Stuffz. Pupul bei, oder versuchte es jedenfalls. Ein schlankes, hochgewachsenes Ekelpaket, das mehr goldene als natürliche Zähne in seinem Mund trug.

Man munkelte, ein erboster, bis aufs Blut gequälter Soldat habe Herrn Pupul einst wutentbrannt einen gut gezielten Jagdhieb verpasst. Dem Pupulsche Zahnarzt seien in dessen Folge hohe Einnahmen aus einem kieferorthopädischen Großauftrag zugewachsen. Von Pupul wird übrigens noch des öfteren die Rede sein.

Er spielt eine Hauptrolle bei den drei Aufenthalten Lustigs in einer der Zellen der Wachstube am Tor der Kaserne He-Lis während seines Bundeswehrdienstes.

Die zwei ersten Male landete der widerspenstige Soldat dort, weil er sich weigerte, militärische Handlungen durchzuführen, die für jedes Mitglied einer Armee unumgänglich sind.

Welche werden wir noch sehen.

Den letzten Einzug in den Kasernenknast hatte Ödipus seiner Wahrheitsliebe und der Respektlosigkeit gegenüber Stuffz. Pupul zu verdanken.

Nach einigem Hin- und Hermarschieren befahl der Stuffz.: „Stillgestanden! Pahaschützääh Lustig, vortreten! Allein drei Mal an mir vorbeimarschieren! Mann, nicht so lahmarschig!“

Lustig marschierte, so gut er konnte. Die anderen lachten.

Dann bemerkte Pupul: „Lustig, ist Ihr rechtes Bein länger als Ihr linkes?“ „Suffz., oh, ...schuldigung, Stuffz. Pupul, weiß ich nicht. Habe bisher noch nie nachgemessen!“ Erneut grinste die Rekrutenschar und freute sich.

Na, die Kreiswehrersatzämter schicken uns ja heutzutage alles Mögliche! Krüppel, Abiturienten und so weiter. Lustig, abtreten und wieder in die Gruppe eingliedern!“

Lustig, zufällig der Längste seiner Gruppe aus sechs Leuten kränkte die Verleumdung als Krüppelabiturient keineswegs. Aber er wollte sie auch nicht so ohne weiteres hinnehmen.

Da fiel ihm etwas ein. Er marschierte als Größter an der Spitze und war gut zu sehen. Nach dem psychologischen Angriff Pupuls zeigte er es dem goldmundigen Quälgeist jetzt und führte eine neue Art des Marschtritts ein.

Nicht mehr den rechten Arm nach vorn, das linke Bein nach hinten beziehungsweise den linken Arm nach vorn und das rechte Bein nach hinten marschierte er jetzt, nein, nein.

Lustig warf immer beide Arme gleichzeitig nach vorn, egal, welches Bein gerade hinten zu finden war. Unterdrücktes Gelächter Schässlers und Wurnkes sowie anderer Lachtauben ließ Pupul ausrasten: „Pahaschüzääääh Lustig! Was soll das Gorillagehaabe? Sie schaukeln in der Gegend herum wie ein besoffener Leichtmatrose! Maaarrrsch ab! Sofort ans Ende der Gruppe! Und marschieren Sie vernünftig, oder...?“

Ödipus hätte gern gefragt: „Oder was?“ Und was ein „Gorilla“ mit einem „besoffenen Leichtmatrosen“ zu tun hatte, das hätte er auch gern gewusst.

Der Panzerschütze war aber froh, seinen normalen Gang wieder aufnehmen zu können.

Denn das Geschaukel eines Gorillas, besoffenen Leichtmatrosen oder gar hirnlosen Brüllaffen bzw. „Blödstuffzes“ zu kopieren, war auf die Dauer eher unlustig.

Das Exerzieren galt als Urlaub verglichen mit den militärischen Aktionen auf dem Truppenübungsplatz. Der Platz bestand aus schlammigem Untergrund. Mehr oder weniger Pfützen übersäten ihn und boten zusammen mit der klebrigen Bodenmatsche Stuffz. Pupul viele Möglichkeiten die Untergebenen zu schikanieren und zu tyrannisieren. Das Kommando: „Rrrrrunter, aber zackzack!“, brüllte er meist, wenn die Rekruten irgendwelche Riesenpfützen oder -wasserlöcher zu überwinden hatten. „Pahaschütze

Lustig! Rrrrunter! habe ich gesagt, und nicht: Um die Pfütze 'rumlaufen. Sofort wirfst du dich darein!“

Lustig fühlte sich so richtig wohl in dem Schlammloch, und noch viel wohler, als kurz darauf ein Panzer ungefähr eine Daumenbreite von ihm entfernt mit Höchstgeschwindigkeit vorbei dröhnte.

Doch das Beste kam erst noch. Schlurften die Rekruten dreckig wie die Schweine in die Kaserne zurück, mussten sie anschließend ihre Sachen waschen. Die bestanden nur noch aus Schlamm!

 

Doch einmal! Welche Gelegenheit! Rache ist süß! Obwohl! Eigentlich singen ja in Mozarts Oper: „Die Entführung aus dem Serail“ die Tenöre Belmonte und Pedrillo zusammen mit den Sopranistinnen Konstanze und Blondchen: „Nichts ist so hässlich als die Rache!“

Natürlich haben sie recht. Aber, aber, aber!

Beim Hallenhandballspiel der Rekruten gegen ihre Ausbilder gelang es dem „Pahaschützäään“ Lustig, mehrmals, den rechten Fuß des Stuffzs. Paul richtig derbe zu betreten, den Ekelklops einmal vor der Siebenmeterlinie brutal umzureißen und ihm zum Schluss mit dem Ellenbogen noch einen gut gezielten

Stoß in den Magen zu verabreichen.

Der Stuffz. wollte danach den militärisch Auszubildenden in eine Zelle des Wachlokals verschleppen. Das aber verhinderte der Schiedsrichter, der Spieß Oberfeldwebel (Oberfeld.) Prüner.

Er bemerkte: „Mann, Stuffz., sei mal nicht so ein Weichei! Das war nur gesunde Härte! Wir sind hier schließlich beim Bund und nicht in einer Klosterschule!“

Spieß Prüner ritt leidenschaftlich gern und organisierte gelegentlich Reitturniere. Ausgewählte Rekruten, zu denen der Bayer Schässler, der Sauerländer Wurnke und der Schwerter Lustig zählten, nahmen deswegen an einem sonnigwarmen Herbsttag eine Auszeit vom Militärdienst und marschierten mit dem Oberfeld. zum Turnierplatz. Dort legten sie unter sachkundiger Anweisung ihres Vorgesetzten einen Parcours an, der fast olympischen Ansprüchen genügte. Ödipus gefiel die friedliche Arbeit. Er wusste allerdings: Kein Pferd springt aus eigenem Antrieb über ein Hindernis.

 

Im staatsbürgerlichen Unterricht sollten die Wehrpflichtigen sich mit politischen, gesellschaftlichen wirtschaftlichen und historischen Tatbeständen und Entwicklungen auseinandersetzen. Die Vorgesetzten hatten ihnen wichtiges Wissen über Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte im Rahmen der „inneren Führung“ zu vermitteln. Dies durchaus demokratische Konzept hatten die Bundeswehrgründer erfunden, um Rückfälle in braune Kommisszeiten, militärischen Missbrauch an Untergebenen und Bildung rechtsradikaler Bundeswehrnester zu verhindern.

Bis heute ist das leider nicht gelungen, wie der gegenwärtige schwierige Kampf der Bundesverteidi-gungsministerin von der Leyen gegen die starken Naziseilschaften in der Bundeswehr zeigt. Immerhin ist die Frau couragierter als ihre ausnahmslos männlichen Vorgänger. Kein einziger von denen hat das Dauerproblem der Bundeswehr mit der „Inneren Führung“ und Alt- und Neonazis bisher so deutlich angesprochen.

Demokratische Politiker hätten es viel früher erkennen und verhindern müssen. Keinem ehemaligen Soldaten und erst recht keinem Ex-Offizier aus den Barbarenhorden der Naziwehrmacht hätte man dann jemals erlaubt, in die Bundeswehr einzutreten.

Aber das Gegenteil geschah.

Die ersten Bundeswehroffiziere stammten fast alle aus dem Verbrecherhaufen der vormaligen Naziarmee. So hatte der Kommandeur des Panzeraufklärungsbataillons Hessisch-Lichtenau, Oberstleutnant von Cramm, wo Ödipus Lustig ab dem Herbst 1966 einen Teil seiner kostbaren Lebenszeit zwangsweise verbrachte, im letzten Weltkrieg den Durchschuss seiner rechten Hand erlitten.

Vor dem brutalen Gemetzel, das die deutschen Mordbuben ab 1939 anzettelten, hatte der Adelsmann als Zahnarzt gearbeitet. Damit war es nun vorbei. So wurde er Leitungsoffizier bei den Panzeraufklärern, einer Nachfolgeeinheit der Kavallerie, und deswegen im Offizierskorps mit Adeligen gespickt.

Allerdings empfand Ödipus seinen Bataillonschef als einen Menschen, der ihn nicht schikanieren wollte, sondern den politischen Dialog mit seinem Rekruten suchte.

Als der später 21 Tage Haft im Bundeswehrknast verbringen musste, weil er sich geweigert hatte, ein Gewehr anzunehmen, suchte ihn sein Chef dort auf. Er wies Ödipus auf die Möglichkeit der Bibliotheksnutzung hin und brachte ihm Luthers Schrift: „Ob auch Kriegsleute in dem seligen Stand sein können“ mit in die Zelle.

Lustig teilte natürlich Luthers Ansicht überhaupt nicht, nach der sie das sehr wohl sein können. Er fühlte sich aber durch den Besuch des Oberstleutnants zumindest als Demokrat und Staatsbürger ernst genommen.

Der evangelische Standortpfarrer übrigens hat kein einziges Mal das Gespräch mit seinem studentischen Kollegen gesucht.

Dass natürlich ehemalige Soldaten der mörderischen Nazibanden Schwierigkeiten mit „demokratischer innerer Leitung“ bekommen, versteht jeder Mensch mit Leichtigkeit, der zumindest bis drei zählen kann.

Die heutigen Nazipestbeulen in der Bundeswehr, die unsere gegenwärtige Verteidigunsministerin von der Leyen recht mutig zu entfernen trachtet, sind also einem Struktur- und Gründungsfehler der Bundeswehr zu verdanken.

Die häufigen Personalunionen von Gründungsoffizieren der Bundeswehr mit Nazioffizieren mussten zwangsläufig zu den vielen braunen Entgleisungen in der Bundeswehr führen.

Ähnlich wie beim Aufbau der Justiz und der neuen Parteien bestimmten viele alte Nazis auch in den Anfangsjahren der Bundeswehr Denken und Handeln.

Innere Führung“, schon diese Bezeichnung, völlig daneben! Nach diesem „Führer“, „Gröfaz“, Banditenhäuptling, Rotzbremser und Massenmörder H. das Wort „Führung“ ausgerechnet für die Benennung eines grundlegenden Organisationsprinzips der demokratischen Ablösearmee der Wehrmachtskinder-, frauen- und judenmörderarmee zu verwenden! Was für ein Unding!

War es so schwer auf „Innere Leitung“ zu kommen oder die Sache wenigstens auf diesen Begriff schnellstmöglich umzutaufen? Hätte zur Zeit des Panzerschützen Lustigs allerdings ein Anhänger der demokratischen Grundsätze der „Inneren Führung“ den staatsbürgerlichen Unterricht der Rekruten in der Kaserne Hessisch-Lichtenau besucht, ihn hätte das nackte Grauen gepackt.

Und dass der Bataillonskommandeur eine derartige Soldatenverdummung duldete und kein einziges Mal in diesem sogenannten staatsbürgerlichen Unterricht auftauchte, widersprach dem positiven Eindruck Lustigs von seinem Oberchef total.

Das Lehrpersonal bestand meistens aus dem in der Wolle braun eingefärbten Feldwebel Schmado. Der benutzte als Hauptlehr- und -lernmittel das schmierige Hetz-, Lügen- und Verdummungsblatt „Bildscheißung“.

Der Führer hatte immerhin die Autobahnen gebaut, die Arbeitslosigkeit beseitigt und fast sogar den Krieg gewonnen. Ja, wäre da nicht die sowjetisch-amerikanische Übermacht gewesen, die jüdische sozialistisch-kapitalistische Weltverschwörung, die Sabotage der deutschen Wunderwaffen: Messerschmidt Düsenjäger, V1, V2 Raketen durch völkisch minderwertige Zwangsarbeiter, dieser verfluchte russische Winter samt den höllischen Stalinorgeln, den russischen Einfachst-Billigpanzern plus der hinterlistigen höchst treffsicheren, tapferen Scharfschützen der Roten Armee.

Erziehung zum mündigen Staatsbürger, Soldaten und Dmokraten mit „dem Pädagogen“ und „jenem Lernmittel“? Komplett unmöglich!

Warum sich kein einziger Soldat über diese greuliche Unterrichtssimulation beschwert hat?

Die meisten Soldaten hatten in der Schule so gut wie gar nichts über die jüngste Vergangenheit gelernt. Außer den Schlachtruf der alten Nazilehrer: „Dieser Spektakel hier hört sofort auf! Wir sind hier doch nicht in einer Judenschule!“

Ödipus war mit der Arbeit an seiner vorzeitigen Entlassung schwer beschäftigt und einige hatten Angst wie der Soldat Bessinghaus.

Ich würde am liebsten verweigern wie du“, teilte er Lustig mit. „Dieser Unterricht ist kaum auszuhalten. Aber ich will Germanistik studieren. Und eine eventuelle Vorstrafe, nein, die bringt meine Karriere in Gefahr.“

Nach späteren Studienaufenthalten in Berlin während des heißen Sommers der heftigen Anti-Schahdemonstrationen und in Hamburg während der zahlreichen winterlichen Massendemonstrationen gegen den Vietnamkrieg 1967/68 sah Ödipus den Ex-Rekruten Bessinghaus noch einmal im Jahr 1970 an der Ruhr-Uni in Bochum. Seitdem ist er aus dem Blickfeld Lustigs verschwunden.

Vielleicht hat Bessinghaus Kariere gemacht und geheiratet oder ist bereits aus dem Leben geschieden.

Bald sollte Ödipus auf den Befehl des Stuffzs. Pupul zur Gewehrausgabe und zum Schießen antreten.

Pahaschützäääh Lustig zur Annahme des G3 vortreten!“ Das G3 diente als Standardgewehr der Bundeswehr. „Jetzt oder nie!“, ging es durch Lustigs Kopf. Alle Soldaten starrten den Angeschrieenen an und warteten.

Der knickt ein. Ich wette einen Kasten Bier.“ „Nein, der ist störrisch wie ein alter Esel.“ Wir werden ja sehen!“, so raunte man hier und dort. Der Theologiestudent fühlte sich überhaupt nicht wohl. So im Mittelpunkt zu stehen, das behagte ihm gar nicht.

Im kleinen Kreis, ja, da konnte er reden wie ein Wasserfall. Aber jetzt vor den vielen Neugierigen.

Ach, Scheiß drauf!“

Der Rekrut brüllte: „Stuffz. Pupul Ich nehme kein Gewehr an! Ich verweigere den Kriegsdienst!“ Das war unerhört, weder in He-Li und womöglich bisher in keiner einzigen Kaserne der Bundesrepublik Deutschland je vorgekommen. Dem Stuffz. fiel die Kinnlade hinunter. Leiser Beifall war zu vernehmen. Pupul fasste sich und blökte: „Sofort Rrruhää! Oder ihr exerziert, bis ihr schwarz werdet! Rrruuuhäää!

Pahaschützäääh Lustig, ich nehme Sie wegen Befehlsverweigerung zunächst für 24 Stunden vorläufig fest und lasse Sie zum Nachdenken über Ihr Fehlverhalten in eine Arrestzelle sperren, bis das Truppendienstgericht in Ihrem Fall endgültig entschieden hat! Wahrscheinlich bekommen Sie die Höchststrafe von 21 Tagen!“

Danach brüllte er „Maria“ an, die bzw. der schon ein Gewehr empfangen hatte: „Pahaschützääh Schenkel, Gewehr über! Begleiten Sie den Pahaschützääähn Lustig zur Wachstube am Kasernentor und über- geben Sie ihn dem Wachhabenden! Pahaschützäh Schenkel! Sie folgen dem Gefangenen in fünf Schritten Abstand! Ohne Tritt marsch!“ Jawohl, Stuffz.

Pupul!“ Beide entfernten sich in Richtung Wachstube. Einige zeigten Ödipus mit erhobenem Daumen der rechten Hand Unterstützung an.Nach dem Maria und Lustig außer Sichtweise Pupuls gelangt waren, verringerten die zwei den Abstand und schlenderten gemütlich nebeneinander der Wachstube zu.

Maria meinte: „Der Pupul spinnt doch. ,Fünf Schritte Abstand zum Gefangenen.' Ist ja überhaupt keine Munition in der Knarre. Und morgen kommst du auch schon wieder raus. Das hast du gut gemacht.“

Habe ich auch. Bis auf eins. Ich hätte diesem Idioten Pupul kräftig in den Hintern treten sollen. Aber als Kriegsdienstverweigerer wäre ich dann unten durch gewesen und außerdem halte ich wirklich nichts von Gewalt. Auf solche Leute sollte man intelligent reagieren.Im Übrigen fürchte ich dieses Affentheater mit meiner Verweigerung dauert noch ewig. Die werden mich hier schon noch ein bisschen schmoren lassen. „Ach was, das schaffst du ganz schnell, pass mal auf.“

Der Trost Marias erfreute Lustig. Der Wachhabende nahm dem Panzerschützen das Koppel und die Schnürbänder der Schuhe ab, um einen Selbstmord zu verhindern, und führte ihn danach in seine Zelle. Die maß etwa 2,5 mal 4 Meter, also zehn Quadratmeter. Darin fanden ein Klotrichter, ein Spülbecken, ein Tisch und ein Stuhl Platz. Abends schob ein Wachsoldat eine etwa zwei Meter lange Holzliege mit Keil am Kopfende in den Raum, die ein anderer morgens um sechs Uhr wieder hinaus zog. Zum bequemeren Schlafen erhielt der Arrestant eine grüne Schaumgummiunterlage samt Bettwäsche und Zudecke.

Der Arrest sollte dem Gefangenen mittels erzwungener Tatenlosigkeit und intellektueller Sendepause dazu bringen, sein Fehlverhalten in Zukunft abzustellen. Nun hatte aber Lustig sich genau richtig verhalten. Davon war er fest überzeugt und deswegen fühlte er sich vollkommen ungerecht behandelt. Sein Vorgesetzter hatte ihn widerrechtlich einsperren lassen und damit das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung verletzt. Er wollte es Pupul zeigen. Deswegen blieb Ödipus nicht untätig. Zunächst untersuchte er seinen Aufenthaltsort. Das war wegen dessen Kleinheit nicht schwer.

An Tisch, Stuhl, Lokustrichter fand Lustig nichts Auffälliges. Er wandte sich dem kleinen Fenster zu, das oben in einer der beiden Schmalseiten der Zelle eingelassen war. Vor der Wandaussparung für das Fenster sollte eine dicke, eingemauerte Eisenstange Ausbruchsversuche verhindern.

Der Theologiestudent kletterte auf den Stuhl rüttelte an der Stange. Er konnte sie zwar nicht aus der Wand ziehen, aber drehen. Sie saß an den Enden locker in den Mauerlöchern. Man hätte das Eisen leicht aus seinen Halterungen entfernen, damit einen Wächter erschlagen oder sich durchs Fenster davon amchen können.

Aber was sollte das? Immerhin gewann der Eingesperrte die Erkenntnis: „Bundeswehrzellen sind anscheinend alles andere als ausbruchssicher.“

Auch die Tür machte keinen besonders stabilen Eindruck. Ödipus wollte in der Zelle nicht versauern.

Deswegen absolvierte er seine gewohnte Gymnastik:

55 Liegestütze, 35 mal Kopf und Oberkörper aus der Bauchlage aufrichten, 35 mal auf dem Rücken die Beine nach oben heben und senken und ebenfalls 35 mal aus der Rückenlage Rumpf und Becken hoch schwingen und wieder zurück bringen, zwischen den Übungseinheiten den Körper durch Dehn- und Streckübungen entlasten.

Von wegen durch Mangel an Beschäftigung über nicht begangene Verfehlungen nachdenken!“

Anschließend ging er wie ein gefangener Tiger in seinem Zimmerchen auf und ab. Dabei dachte er über seine Situation nach.

Das Truppendienstgericht wird mich sicher zur Höchststrafe von 21 Tagen Arrest verurteilen, Lebenstage in fremdbestimmter Haft. Das hasse ich und will es nicht. Sollte nichts anderes möglich sein, bleibt mir nichts übrig, als mich an die Internationale der Kriegsdienstverweigerer zu wenden und mir einen Anwalt zunehmen.

Mit Anwälten und der Öffentlichkeit drohen, das bringt manchmal was. Ich könnte jetzt schon ein Schreiben aufsetzen.

Im Knast werde ich mit Sicherheit nicht ewig verweilen. Mich einzusperren, eine Unverschämtheit. Ich, ein freier mündiger Mensch und Staatsbürger, ein Demokrat!“

Ödipus wusste einiges über juristische Verfahren und öffentlichkeitswirksame Maßnahmen, weil er bereits mit sechzehn Jahren den Jungsozialisten in der SPD Ergste beigetreten war und also über sechs Jahre kommunalpolitische Erfahrungen verfügte. Auch in der studentischen theologischen Fachschaft hatte er bereits politisch gearbeitet.

Lustig stoppte das Umhergehen und pochte laut an die Zellentür.

Der Wachhabende kam, ein Uffz. (Unteroffizier).

Er teilte dem Delinquenten auf Befragen mit: „Wer hier länger als drei Tage bleibt, hat das Recht, Papier und anderes Schreibgerät zu nutzen oder die Kasernenbibliothek zu besuchen und dort Bücher auszuleihen. Da Sie nur bis morgen einsitzen, dürfen Sie weder schreiben noch Bücher lesen.“ Was für ein Blödsinn! Drei Tage herumsitzen und erst dann schreiben und lesen dürfen! Aber nun ja! Ich kann im Augenblick nichts machen. Das raubt mir noch die Nerven! Gehe ich eben so lange auf und ab und denke nach, bis ich keine Lust mehr habe.

Irgendwann langweilte den Gefangenen das Auf und Ab und außerdem kam er an seine körperlichen Grenzen. Er lehnte sich auf seinem Stuhl an die Wand und begann zu singen: „Aus grauer Städte Mauer“, „Das Wandern ist des Müllers Lust“, „Am Brunnen vor dem Tore“, Wenn alle Brünnlein fließen“, „Der Mond ist aufgegangen“, „Abendstille überall“ und das Marschlied, das er bei der Bundeswehr gelernt hatte: „Ist alles duhunkel, ist alles trühübe, dieweil mein Schatz einen anderen liebt Ich hab geglaubt, sie liebet mich. Ich hab geglaubt sie liebet mich. Aber nein, aber nahahein, aber nein, aber nein, sie hasset mich!“

Das Gesangsrepertoire schien dem Wachhabenden nicht gefallen zu haben: „Hör auf mit dem schrägen Gejaule oder ich stelle dir das Licht ab!“ „Na und! Kann ich immer noch singen!“

Das Licht ging aus und Pahaschütze Ödipus sang weiter: „Die Gedanken sihind frei, wer kann sie erraten. Sie fliegen vorhabei wie finstere Schahatten!“

Da droben auf dem Berge, da steht ein Soldat, der hat in der Buchse Kartoffelsalat, holladihia, holladiho,

holladihia, holladiho! Da droben auf dem Berge da steht eine Fabrik, da werden die Frauen usw.usw.“ und als letzte Zugabe mit viel Gefühl: „Oooooh Soooole mioooo! Oooooho meiheine Wohonnne! Die bihist nuhur duuuuuuuuh!

Danach verstummte Lustig. Aber noch hatte man Holzgestell samt Bettwäsche und Schaumgummimatratze nicht in die Zelle gebracht. Vorläufig quetschte er sich auf den Zellenstuhl, der allerdings nur sehr unzureichend als Bettersatz diente. Schließlich aber öffnete der Wachhabende selbst die Zellentür und ein Soldat schob das Holzbett plus den anderen Schlafutensilien in Lustigs Käfig. Am anderen Tag zog man dem Häftling das Bett um sechs Uhr morgens unter dem Hintern weg.

Kurz nach zwölf Uhr erschien der Rekrut Wurnke mit einem dampfenden Essgeschirr, darin das Mittagessen. Ödipus sprach: Das ist aber nett, dass ihr mich hier jetzt bedient und mit Essen versorgt.“ „Ja, da hast du Glück gehabt.! Fast hätte ich alles aufgegessen. Das ist nämlich heute besonders lecker,

Pommes und Currywurst, rotweiß!“

Weißt du was, Panzerschütze Wurnke, wenn du willst, kannst du noch die Hälfte abhaben!“

Ach,was, iss du das! Du brauchst das mehr als ich. Ich soll dich nach dem Essen zum Schießen mitnehmen. Da will dich die olle Goldkauleiste Pupul sicher wieder schikanieren.“ „Na ja, dann lasse ich es mir jetzt mal richtig gut schmecken!“

Nach dem Festmahl blieb das Essgeschirr in der Wachstube. Man händigte Lustig Schnürbänder und Koppel wieder aus. Der Wachhabende entließ ihn aus der Zelle und Wurnke leitete seinen Mitrekruten zum Schießplatz.

Dort blökte Stuffz. Pupul schon herum: „Pahaschützäh Schässler, sind Sie eigentlich blind! Das sitzt ja überhaupt kein Schuss!“ Dann richteten die Umstehenden ihre Blicke auf Pupuls Lieblingsrekrut, der schrie: „Stuffz. Pupul, Pahaschützäääh Lustig meldet sich aus dem Gefängnis zurück! Hat mir richtig gut gefallen!“ Alle lachten. Pupul brüllte: „Ja, warum sind Sie dann nicht drin geblieben?“

Wieder gab es Gelächter, dass zum Lachorkan anschwoll, als Ödipus antwortete: „Konnte es nicht aushalten ohne Sie, Stuffz. Pupul!“ Der pumpte sich auf: „Auch, wenn Sie kein Gewehr annehmen und den Kriegsdienst verweigern. Sie werden heute trotzdem schießen, Pahaschützäääh Lustig, Sie Abiturient, Sie!“

Die Bezeichnung brachte er nur mit Mühe und größtem Ekel hervor. Dann fuhr der Stuffz. den Rekruten Schrubber an: „Schrubber , Sie holen den langen dicken Ast von dahinten! Aber dalli!“ Der Panzerschütze tat wie ihm geboten und kehrte mit dem Holzprügel zurück: „Habe Ast hier, Stuffz. Pupul!“

Gut Pahaschütze Schrubber! Übergeben Sie ihn dem Pahaschützääähn Lustig. Schrubber führte Pupuls Befehl aus und Ödipus nahm den Ast an. War ja schließlich kein Gewehr! Doch Pupul belehrte den Rekruten: „Pahaschützäääh Lustig! Den Ast betrachten Sie als G3! Sie bringen ihn in Anschlag und schießen auf den Pappkameraden dahinten! Zwar keine Munition in dem Ast, aber trotzdem Gewehr. Sie rufen: Bummbumm! Haben Sie das verstanden?“ „Ja, Stuffz. Pope...äh, Pupul, aber Ast immer noch kein G3! Bummbum, krachkrach, pengpeng!“ Diesen Gewehrast und Bummbum, krachkrach, pengpeng! glaubte Ödipus mit seinem pazifistischen Gewissen vereinbaren zu können.

Himmel, Herrgott, Sakrament!“ „Nur Bummbum! Nicht

Krachkrach, Pengpeng! Mann, bin ich das leid mit Ihnen Pahaschützääh Lustig! Zu blöd, um mit einem Ast zu schießen! Zurücktreten ins Glied. Und gehen Sie mir bloß nicht länger auf die Nerven! Sie wissen ja, wo das Gefängnis ist!“ „Ins Dings zurücktreten! Jawoll, Stuffz. Pupul!“ „Ins Glieeed, Sie, Sie, Sie....Dings, Sie!“

Nach drei Tagen in Freiheit , geprägt von widerwilligem „Militärdienst in einer Form, die Lustig vor seinem Gewissen zu vertreten in der Lage war“, hatte das Truppendienstgericht ein Urteil gefällt. Es verurteilte ihn zu 21 Tagen Haft, weil er den Befehl, ein Gewehr anzunehmen, nicht befolgt hatte. Während der Haft von Mitte November bis Dezember 1966 mussten die Mitrekruten eine Manöverwoche in den umliegenden Wäldern bei arktischen Temperaturen überstehen.

Ödipus saß währenddessen in einer warmen Zelle und erfreute sich an dem reichhaltigen Essen, das man ihm regelmäßig brachte. Nach drei Tagen Bücherverbot las er nach Herzenslust einige Bücher der Bundeswehrbibliothek: Tolstois „Krieg und Frieden“, Turgenjews „Väter und Söhne“, Dostojewskis „Der Spieler“ und andere.

Später machte Ödipus im Bundeswehrknast die Bekanntschaft eines Fähnrichs, der mir einer geladenen Waffe unglücklich hantiert und deswegen einem anderen Soldaten das rechte Ohrläppchen abgeschossen hatte. Wegen dieser Fahrlässigkeit saß der Offiziersanwärter nun 21 Tage Arrest ab.

Das geschah ihm ganz recht, weil er außerdem den prätentiösen reaktionären Schund des Militaristen und Nazis Ernst Jünger las. Diesen Mist hätte Ödipus am liebsten im Lokustrichter seiner Zelle entsorgt.

Einen Höhepunkt des Aufenthalts in der Bundeswehrzelle stellte der bereits erwähnte Besuch des Bataillonskommandeurs dar. Der erkundigte sich freundlich nach dem Befinden Lustigs, diskutierte mit ihm über Sinn und Zweck des Soldatseins und überreichte ihm das schon genannte Lutherbuch, in dem der Reformator behauptet, auch Soldaten könnten Zugang zur ewigen Seligkeit besitzen.

Kurz vor dem Abschied teilte Ödipus seinem Chef noch mit: „Ich habe Kontakt zu einem Anwalt der Internationale der Kriegsdienstverweigerer aufgenommen. Sollte ich nach meinen 21 Tagen Arrest noch ein einziges Mal eingesperrt werden, erhebe ich Klage gegen die Bundeswehr und trete in den sofortigen Hungerstreik!“ „Ja, Herr Lustig, das kann ich verstehen. Ich glaube aber nicht, dass es dazu kommt. Wir werden schon eine vernünftige und schnelle Lösung finden.“

Der Soldat und der Kriegsdienstverweigerer trennten sich, ja wahrhaftig, friedlich und mit Händedruck.

Jeden Tag durfte Ödipus eine Stunde auf dem Kasernengelände spazieren gehen und einmal in der Woche, freitags, sogar duschen. Auf seinem Gang begleitete ihn meist ein Rekrut aus der Ausbildungskompanie mit geschultertem, aber ungeladenen Gewehr.

Bei einem Spaziergang und während eines Badetages kam es zu Zwischenfällen. Panzerschütze Harzer schlenderte als Wache mit Gewehr neben dem gefährlichen Gefangenen lässig einher, roch zwar streng, blickte, aber gar nicht so, sondern sehr entspannt und freundlich. Da erblickten sie Pupul, der das Säubern eines Panzers beaufsichtigte.

In seinem gewöhnlichen leisen Tonfall blökte er: ,Pahaschützäh Harzer, sofort zehn Schritte zurück bleiben! Den Gefangenen genauestens im Auge behalten! Sie beaufsichtigen einen unberechenbaren Drückeberger!“ Harzer wollte erst protestieren, weil der Stuffz. ihn mit seinem Spitznamen angeredet und Lustig beleidigt hatte. Aber dann sprach er zu Ödipus: „Ach, Arschlöcher können mich nicht beleidigen!“ Der sagte gar nichts.

An einem Freitag benutzte Lustig gerade genüsslich die heiße Dusche. Wurnke, der ihn gerade mit ungeladenem G3 bewachte, wartete auf dem Kasernenflur. Plötzlich vernahm Ödipus Gebrüll, das sich nach Feldwebel Schmado anhörte, dem Dozenten des staatsbürgerlichen Unterrichts: „Pahaschützääh Wurnke, was stehen Sie hier faul herum? Nichts Besseres zu tun?“ „Nein, Feldwebel Schmado, bewache Panzerschütze Lustig beim Duschen!“ „Bewache? Mann, der hat sich längst verdünnisiert! Sofort ab in den Duschraum mit Ihnen!“

Nach den 21 Tagen Haft musste der Ergster tatsächlich nie wieder, bis auf ein einziges Mal, widerrechtlich zwei Stunden.

Zunächst fuhr er jedoch zusammen mit Oberleutnant von Schreck mit dem Zug zur Kommission für Kriegsdienstverweigerer nach Gießen. Warum nach Gießen? Vielleicht weil die Stadt in Hessen liegt und in ihr so viele Gerichte zu finden sind.

Aber auch dort blieb das juristische Dilemma bestehen.

Lustig kehrte unverrichteter Dinge wieder zurück, weil ein Theologiestudent weder eingezogen werden noch den Kriegsdienst verweigern konnte.

Man setzte ihn in der Küche ein. Dort musste er Zwiebeln schälen, im Kreis mit den netten Küchenfrauen, die sich über seine Tränen lustig machten. Andrerseits saß er an der Quelle so mancher Leckerei und die Damen waren fast alle sehr hübsch.

Danach verlor er seinen nahrhaften Job und man beschäftigte ihn in der Turnhalle, wo er die Geräte aus gab. Außerdem kämpfte er da als Sparringspartner mit dem boxenden Hauptmann von Driest, dem er so manche Abreibung verpasste.

Besonders genoss Ödipus die Besuche der weiblichen Gymnastikgruppe des Hessisch-Lichtenauer Turnvereins. Sie übte in sehr sexy Gymnastiktrikots.

Renate Praissler, eine schöne Automonteurin, die im Kasseler VW-Werk arbeitete, kam immer mit ihnen.

Ödipus hatte sie bei der Silvesterfeier 1966/67 in einer Diskothek He-Lis kennen gelernt. Renate war schlank, langhaarig, verschmust und anschmiegsam. Sie trug ein straff anliegendes, kurzes knallrotes Kleid.

Der BMW-Fahrer und Lustig forderten Renate gleichzeitig zum Tanzen auf. Lustig schlug vor, eine Münze zu werfen. Er warf sie äußerst schummelig und gewann. Der BMWling protestierte, aber vergebens! Lustig siegte und tanzte äußerst eng mit Renate unter der glimmrigen Diskokugel, sein rechtes Knie ganz oben in der weichen Feuchte ihrer Oberschenkel, Wange an Wange. Beide schwitzten ein wenig und klebten, angenehm nach Hormonen, Chanel 95 und dem Rasierwasser Tarr duftend, so eng wie möglich aneinadner.

Welche Wonne! So süße Haut! Der mit 77 Jahren am Ende seines schönen Lebens angelangte Ödipus denkt gelegentlich immer noch mit Dankbarkeit und Freude an Renate, hofft dass sie noch lebt, gesund ist, mit Humor und Lebenslust auf ihren schönen Beinen durch den Tag schwebt und vielleicht sich hin und wieder noch an diese wunderbare Silvesternacht in He-Li erinnert.

Der BMW-Rekrut wollte Renate unbedingt alleine nach Hause bringen, aber Lustig und Maria ließen sich nicht abschütteln und nahmen die anziehende Nordhessin auf der Hinterbank des Luxusschlittens in die Mitte.

Lustigs Fingerspitzen spazierten unter dem Kleid zärtlich über heiße Strumpfseide bis zu sehr weichem,

warmem Fleisch. Dort trafen sie auf jene Marias. „Nimm deine Griffel da sofort weg oder es gibt einen Toten!“ So blaffte wahrhaftig ein Kriegs-dienstverweigerer.. Maria zuckte eingeschüchtert zusammen und Ödipus beherrschte bis zum Ausstieg vor dem Haus Renates das höchst reizvolle Revier ganz alleine. Es hatte sich sanft immer näher zu seiner Hand hin bewegt.

Die Familie Renates saß vor dem Fernseher, hörte dem kubanischen Schlagerfuzzi Roberto Blanco zu und aß Rollmöpse aus einem großen Glas. Ödipus gab eine Vorstellung. Er breitete den Mantel seiner Ausgehuniform mitten im Wohnzimmer aus, legte sich rücklings darauf, streckte alle Viere von sich und Renate wollte sich gerade auf ihm ausstrecken, da hielt sie ihre Mutter besorgt zurück. Nun, was blieb dem etwas angesäuselten Rekruten Lustig da noch übrig?

Er begann zu singen: „Ach, ach, ach, oh ach! Ich liebe ja so sehr, so sehr, die super tolle Bundeswehr! Aber die ober süße, ach so süüüüüüße Renate, diese herrlich wiedergeborene Rehenatäääh noch viihiiel mehr!“

Der Gesang gefiel allen Anwesenden, sogar Maria und dem BMW-Fritzen. Eine Weile sangen sie deswegen zwar sehr unharmonisch, aber umso fröhlicher mit, besonders gefühlvol Renate.

Dann angelte Lustig einen dicken Rollmops aus dem Glas, teilte ihn mit Renate und beide sanken sich in die Arme. Sie küssten sich heiß und innig, verschmolzen und erlebten den aller süßesten sauren Kuss ihres Lebens. So was dauert leider, leider, leider niemals ewig.

Nach dem Bundeswehraufenthalt sah Ödipus Renate nie wieder. So schade, schade, schade! Ach wie schade!

An einem Freitag Anfang Februar 1967 erschien Oberstleutnant von Cramm bei seinem Rekruten in der Turnhalle. Das musste die Entlassung sein! Der Offizier übergab dem Soldaten ein Schreiben: Das kam gestern. Morgen ist Ihr letzter Tag als Soldat! Hier lesen Sie!“ Ödipus überflog den Brief. Der Ergster sprang in die Luft! „Auf eigenen Wunsch vorzeitig entlassen!“ Fast hätte er seinen Chef umarmt. Der wünschte ihm alles Gute für die Zukunft und verabschiedete sich dann.

Die Befreiung Lustigs sprach sich schnell herum. Am anderen Morgen hatte Ödipus bereits alles gepackt und seinen Spind gründlichst gereinigt. Bis zum Mittagessen musste er aber noch Soldat bleiben Danach wollte er mit dem langen Schwerte Autofahrer und Wurnke nach Hause fahren. Der letzte Spindappell stand bevor.

Maria schrie: „Achtung!“ und Stuffz. Pupul trat ein: „Annträätäänn zum Spindappell!“

Alle traten gehorsam neben ihre Spinde. Nur Schässler fehlte. Der musste irgendwas vom Spieß holen.

Alle Spinde außer Lustigs kontrollierte Pupul mit Argusaugen. Den nahm er sich jetzt vor. Der Stuffz. Prüfte alles. Fuhr mit dem Zeigefinger der rechten Hand über alle Flächen des ausgeräumten Schlichtmöbels und noch in die letzte Ecke.

Dann hielt er Ödipus den Finger unter die Nase. In dem Moment trat Schässler ein, eine geöffnete Colaflasche in der Hand. Er hatte gerade einen Schluck genommen und Pupul noch nicht gesehen.

Der stach Lustig mit dem Zeigefinger fast ins Gesicht und blökte: „Pahaaschützääääh Lustig, was ist das!“

Ödipus sah nichts, außer einem höchst sauberen Zeigefinger und schrie genauso laut zurück: „Stuffz. Popul, ach Pupul, das ist Ihr Zeigefinger!“ Der bayrische Panzerschütze Schässler, den Mund voller Cola prustete vor Lachen laut auf und eine Colafontäne spritzte gut verteilt auf die schicke Uniform Pupuls.

Auch alle anderen wieherten schadenfroh, obwohl sie Ihren Wochenendurlaub aufs Spiel setzten. Nur einer nicht!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.02.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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