Christian Scheffel

Airfighter: Overwatch (Teil 2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

AIRFIGHTER – OVERWATCH

 

 

 

Teil 2



 

  • 1 –

  •  

Im Anflug auf Washington, dessen Silhouette, in der Nacht leuchtend, schon am Horizont jenseits der Cockpitscheibe auftaucht, bestätigt Airfighter:

Ich empfange einen weiteren Funkspruch auf der von Schwartz´ Trupp benutzten Frequenz.“

Jessica: „Ich stelle ihn durch.“

Bill und Jessica hören die Stimme des Truppenleiters in der Galerie:

Mister Schwartz, das Airfighter-Team hat uns verraten: sie haben sich gegen uns gestellt und nehmen uns zusammen mit einem Trupp des CIA unter Beschuss, der uns hier in einen Hinterhalt gelockt hat.“

Plötzlich bricht die Verbindung ab.
Jessica: „Airfighter, kannst du noch ein EM-Störfeld errichten, so dass der Funkspruch nicht durchkommt?“

Auf den Anzeigen im Cockpit ist zu sehen, wie Airfighter entsprechende Frequenzen aussendet, die sich, als Wellen dargestellt, in alle Richtungen ausbreiten.

Airfighter: „Ich bin schon dabei, Jessica: dieses Vorgehen hatte ich bereits antizipiert.“

Bill beobachtet auf der schematischen Darstellung, wie beim Treffen der richtigen Frequenz die Trägerwelle des Funkspruchs an Schwartz gebrochen und entsprechend gestreut wird.

Bill: „Wenn es früh genug war, kommt das Funksignal niemals in London an.“

Airfighter: „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit können wir davon ausgehen: das Funksignal war noch nicht zu weit gefächert, als es auf die Blockade-Welle traf.“

Bill: „Jessica, wir setzen direkt zur Landung auf der Galerie an – zu tarnen brauchen wir uns jetzt sowieso nicht mehr!“

Jessica: „Und wie das abrupte Ende des Funkspruchs vermuten lässt, ist schon wieder irgendetwas Explosives geschehen, wie ich Chris, Juan und Manuel kenne!“

Jessica und Bill wechseln und ein kurzes Grinsen miteinander, besinnen sich dann aber wieder mit angespannten Blicken auf den bevorstehenden Einsatz, um Chris, Manuel und Juan zu unterstützen.

 

Im überfluteten Kaufhaus schwimmen Juan, Manuel und Chris unter vollem Körpereinsatz gegen die Wasserströmung, während die Schützen aus Schwartz´ Trupp immer noch versuchen, ihre Waffen unter Wasser zu bedienen: tatsächlich gelingt es ihnen, unter Wasser noch eine Granate abzuschießen, die durch die Treppen donnert und am gegenüberliegenden Ende einen Teil der Wand zerfetzt – das Wasser läuft für kurze Zeit ab, während von oben aber bereits neues nachströmt. Juan schwimmt die Rolltreppe hinauf und nimmt einen der Agenten Schwartz´ in den Würgegriff, um dessen Kopf gegen das Geländer zu schlagen, bevor dieser weitere CIA-Agenten erschießen kann. Manuel lässt sich nach unten sinken und kommt somit ebenfalls zu einem von Schwartz´ Männern, der bereits mehrere CIA-Agenten ausgeschaltet hat, und reißt ihn hoch, wirft ihn einmal über sich und lässt ihn dann in die Tiefe sinken. Chris hat Schwimmkurs auf den Anführer des Trupps genommen, der nun auch Chris ins Visier eines Granatenwerfers nimmt. Chris taucht einmal unter und kann tatsächlich der Granate, die noch abgeschossen werden konnte, ausweichen: ebenfalls schlägt diese im Hintergrund durch die ganze Kaufgalerie und durch die Rückwand ein Loch nach draußen. Chris lässt sich vom abfallenden Wasserstrom die Rolltreppe hinunter mitreißen, so dass er mit voller Wucht gegen den Truppführer prallt. Inmitten des Wasserstromes klammern sich beide aneinander fest und prügeln aufeinander ein, indem sie durch die gesamte Etage hin zur Brüstung in den Innenhof der Galerie mitgerissen werden. Die aus Sicherheitsglas bestehende Brüstung wird von den Wassermassen gesprengt, und ein großer Wasserfall stürzt in den Innenhof hinunter. Im Kampf mit seinem Kontrahenten sieht Chris, wie das Ende der Etage und der unweigerliche Sturz den Wasserfall hinunter in den Innenhof rasendschnell näher rücken: Chris schlägt dem ihn würgenden Truppführer seine Stirn brutal mitten ins Gesicht, rollt sich im mitreißenden Wasserstrom einmal rückwärts ab und springt dann hoch, als sie gerade über die Kante am Rande der Etage gerissen werden. Indem der Truppführer mit blutüberströmtem Gesicht schreiend den Wasserfall hinunter in den Innenhof stürzt, hält sich Chris an der Kante der nächstoberen Etage fest, überschlägt sich dabei im Schwung des Wasserstroms einmal nach oben und durchschlägt dann hier das Sicherheitsglas der Brüstung, sodass er direkt im Sehen auf der nächsthöheren Etage aufkommt, wo er sich zurück in den Innenhof dreht. Chris, Manuel, Juan und Thorndike sehen von ihren unterschiedlichen Positionen aus, wie sich die restlichen Schützen oben im abebbenden Wasserstrom erneut um den Granatwerfer versammeln und das Team bereits ins Visier genommen haben, als Jessica und Bill mit der Airfighter-Haupteinheit durch das gesprengte Loch in der Gebäudefassade im vollen Gegenschub der Manövriertriebwerke herein gedonnert kommen und nach Warnung durch das Megaphon selbst eine Rakete auf die Schützen abschießen, die diese mitsamt dem Raketenwerfer durch die rückwärtige Wand inmitten eines Explosionsballs hinaus schmettert.
Chris, Juan und Manuel winken Bill und Jessica, während Juan und Manuel die Treppen wieder hinauf klettern und Chris auf der oberen Etage zum Treppenaufgang geht: alle drei atmen, am Ende ihrer Kräfte angekommen, tief durch; im Hintergrund laden Bill und Jessica unten im Innenhof, indem die restlichen Wassermassen wie ein Sprühnebel aufgewirbelt werden.

Am Treppenaufgang treffen sie wieder mit Thorndike zusammen:

Ich sehe mich nicht enttäuscht darin, Ihnen vertraut zu haben.“

Chris: „Vielen Dank für Ihr Vertrauen, Mister Thorndike. Nun wird es einfacher zu verhandeln – wir haben allerdings nicht viel Zeit, bevor Carl Schwarz hiervon erfahren wird.“

Chris wendet sich zu Airfighter unten im Innenhof, und Jessica bestätigt über Funk:

Wir haben mit einem EM-Störfeld das ausgehende Funksignal von Schwartz´ Trupp gestört – demnach sollte er noch keine Information hierüber erhalten haben!“

Manuel blickt auf: „Noch nicht..."

Juan und Chris nicken, Manuel mit vorahnendem Blick zustimmend.
Jetzt beginnt Bill zu grinsen, indem er Chris, Juan und Manuel ohne die Uniform mit nacktem Oberkörper und völlig durchnässt inmitten der Kulisse der totalen Zerstörung dastehen sieht:

Habt ihr eigentlich schon wieder zu viele Actionfilme geschaut?“

Das kurze aufatmende Grinsen in Anbetracht der gesamten Situation tut allen gut und lässt für den Moment die Anspannung von ihnen abfallen.
Nach und nach läuft das Wasser wie über kleine Wasserfälle aus der gesamten Galerie ab und draußen über den großen Parkplatz in den schönen künstlich angelegten, beleuchteten See vor der großen Galerie mitten in Washington D.C. unter dem mittlerweile sternenklaren Nachthimmel.

 

  • 2 –

  •  

Colin Bancroft nimmt Deckung unter einer Metallkonsole, ebenso bringen sich alle Mitglieder seines Trupps in Deckung, während die Wassermassen aus der Themse durch die in Folge der Explosion zerborstene Glasdecke das unterirdische Hauptquartier Carl Schwartz´ fluten. Die Wellen tosen über den Trupp hinweg, reißen teilweise das Mobiliar aus dem Boden und reißen Computerterminals mit sich, woraufhin einige Kurzschlüsse einsetzen. Als auch die Metallkonsolen den Wassermassen nicht mehr standhalten, werden Bancroft und sein Trupp mitgerissen: Collin holt mit dem letzten Adrenalinschub noch einmal tief Luft und hält den Atem an. Inmitten wirbelnder Wassermassen werden Collin Bancroft und sein Trupp rasendschnell wieder bis an die Oberfläche der Themse gespült: aber inmitten des Weggespült-Werdens hat Collin noch einen geheimen Ausgang sehen können, der hinter einem ebenfalls weggerissenen Terminal zum Vorschein gekommen war.

 

 

Einige Minuten zuvor:

 

Carl Schwartz´ Trupp verlässt das geheime Hauptquartier, nachdem ein Signal ertönt ist und alle Posten sich reaktionsschnell zu gedreht Carl haben.

Dieser blickte gefasst auf: „Wie es aussieht, tritt in genau diesen Sekunden Phase_3 in Kraft.“

Auf Carls Nicken hin aktiviert Bastian an seinem Terminal sämtliche Lautsprecher in der großen Halle, aus denen allen nun gleichzeitig Carls Stimme in ruhigem, aber trotzdem durchhallendem Tenor erklingt:

Phase_3 tritt augenblicklich in Kraft – wir haben eine Minute!“

Ohne Hektik, aber absolut präzise schalten sämtliche von Schwartz´ Posten ihre Computerterminals in den Standby-Modus und verlassen die große Halle durch den getarnten Ausgang. Carl und Bastian gehen als letzte aus der nun völlig verlassenen Zentrale und gelangen durch einen kurzen, dunklen Korridor in einen unterirdischen, großen Flughangar: hier stehen mehrere Gleiter bereits startbereit, in die das gesamte Personal aus dem Hauptquartier bereits eingestiegen ist; Bastian und Carl begeben sich an Bord des letzten Gleiters, und nacheinander starten sämtliche der Gleiter durch einen langen Tunnel hindurch, zunehmend an Tempo gewinnend, bevor sie an einem zurzeit brach gelegen Industriezweig die Oberfläche der Themse durchbrechen und beinahe senkrecht nach oben ziehen. In dem Cockpit, in dem sich unter anderem Carl und Bastian befinden, zeigt ein Blick auf die Flugkontrollen, wie die Funkwellen von den Gleitern aufgrund ihrer Stealth-Beschichtungen so reflektiert werden, dass sie sich in Interferenzen gegenseitig auslöschen. Nach nur wenigen Minuten des Steigfluges erreichen die Gleiter eine hoch über London patrouillierende, ebenfalls Stealth-geschütze Flugeinheit, die einem riesigen Speichenrad gleichkommt: alle Gleiter docken peripher im gleichen Abstand an dieser Flugeinheit an und ergänzen diese nun zu einer großen Flugstation.

 

Carl und Bastian betreten durch die Andockschleuse einen hell beleuchteten Korridor, der sie in eine Steuerzentrale führt, die sich in der Mitte des Speichenrades befindet: auch hier besteht das Dach aus einer transparenten Glaskuppel, über der der blaue Himmel scheint. Carl begibt sich zusammen mit Bastian zu den Computerkontrollen auf der Rückseite.

Carl: „Von hier aus können wir den Global Login starten, Mister MacByron!“

Bastian strahlt vor Begeisterung: „Ich bin ein großer Fan von Globalisierung!“

Carl begibt sich nach vorne zu dem Posten, der den Kurs der Flugmaschine steuert:

Kurs wie eingegeben fortsetzen zu den abgesprochenen Koordinaten!“

Aye, Sir – sind auf dem Kurs.“

Carl setzt sich mittig in einen Kommandositz und faltete seine Hände mit zufriedenem Blick auf den großen Hauptschirm im vorderen Teil der Zentrale, der den schnellen Kurs mitverfolgen lässt.
 

  • 3 –

  •  

Airfighter, nun wieder aus Haupteinheit und Beigondel vereint, ist zusammen mit einigen Flugmaschinen des Militärs nach Langley geflogen, wo sie vor dem CIA-Hauptquartier landen. Thorndike folgend, werden Chris, Jessica, Bill, Juan und Manuel vom Sicherheitsdienst in eine der oberen Etagen des großen Gebäudes in einen Konferenzsaal geführt.
Thorndike beginnt das Briefing: „Das Airfighter-Team hat uns gegen den bewaffneten Trupp in Washington D.C. tatkräftig zur Seite gestanden und tatsächlich vor dem Hinterhalt gerettet; Commander Hawk hat uns plausibel dargelegt, dass das Überlaufen zu der geheimen Organisation Mister Schwartz´ nur vorgetäuscht war und President Brunt in Wirklichkeit noch am Leben ist.“

Thorndike wendet sich auffordernden Blickes an Chris: „Commander Hawk?!“

Chris fährt fort, indem er vom Besprechungstisch aufsteht:

President Brunt erwartet uns in Section Omega, deren Koordinaten bisher noch geheim gehalten sind.“

Der wechselnde Blick zwischen Thorndike und den anderen CIA-Agenten zeigt Chris, dass dem Geheimdienst Section Omega noch nicht bekannt ist.

Chris fährt fort: „Wir gehen davon aus, dass sich Schwartz´ und seine Posten inzwischen auf dem Weg zu einem zweiten Hauptquartier befinden, dessen Koordinaten uns noch übermittelt werden. Wir gehen ferner davon aus – oder hoffen –, dass Schwartz´ Organisation nichts von der Affäre in Washington mitbekommen hat.“

Bill ergänzt: „Den Funkspruch haben wir mit einem geeigneten EM-Störfeld abgefangen.“

Thorndike: „Vom britischen MI6 haben wir erfahren, dass das geheime Hauptquartier von Schwartz´ Organsiation unter der Themse verlassen war und vollkommen zerstört worden ist.“

Jessica: „Das geht mit der Theorie einher, dass Schwartz sich nun auf dem Weg zur nächsten Bastion befindet.“

Thorndike fragt angespannt: „Sie müssen Carl Schwartz Rapport erstatten, richtig?“
Chris: „Und genau das werden wir tun und werden ihn glauben lassen, dass wir nach wie vor für ihn arbeiten.“
Thorndike: „Wie haben Sie das vor? Außerdem ist es für Sie gefährlich, wenn er Ihnen nun doch auf die Schliche kommt!“
Bill, Jessica, Juan und Manuel erwidern Chris´ draufgängerisches Grinsen:

Das ist eine unserer leichtesten Übungen, Mister Thorndike.“

Zur großen Überraschung des Airfighter-Teams tritt unerwartet Agent Luke Rimes hinzu:

Zur Erhöhung unserer Gewinnchancen kann ich Ihnen ein Ass im Ärmel anbieten, meine Herren, meine Dame.“

Chris, Jessica, Bill, Juan und Manuel widmen sich aufmerksam Agent Rimes, sich nach wie vor fragend, wie er hierher gelangen konnte.

Luke fährt mit verschwörerischem Grinsen fort: „Offenbaren Sie Schwartz die Existenz von Section Omega, dem letzten Rückzugsort für den Präsidenten mit Lage in Alaska – dies wird ihn sofort hellhörig machen, da er aufgrund seiner Informanten bereits über Teilinformationen diesbezüglich verfügen sollte. Damit werden Sie sein Vertrauen wieder gesichert haben.“
Das Airfighter-Team und Mister Thorndike hören gespannt den weiteren Ausführungen Rimes´ zu.

Luke Rimes ergänzt:

„Der taktische Grund für die Stationierung ihrer Waffenbasis über Green-Stone-Town leuchtet ein: Neutralisation der Airfighter-Basis. Offensichtlich ist Schwartz´ Hauptquartier unter der Themse aber nicht seine Schaltzentrale für die Global Overwatch. Dementsprechend muss das Airfighter-Team herausfinden, wo nun Schwartz´ Schaltzentrale liegt.“

Luke widmet sich ganz dem Airfighter-Team:

„Sie sind für unseren nächsten strategischen Zug unsere wichtigste Infiltrierungseinheit!“

Jessica: „Das pusht uns doch ungemein!“

  • 4 –

  •  

Airfighter schießt überschallschnell von Washington Richtung Alaska.

Im Cockpit wird ein Signal registriert.

Jessica: „Ein Homing Beacon.“

Bill: „Wie zu erwarten, weist Schwartz uns den Weg.“

Chris: „Dann schlagen wir den Kurs genau auf die Quelle dieses Beacons ein.“

Airfighter: „Kurs ist modifiziert worden.“

Die einem riesigen Speichenrad gleichende Flugbastion Schwartz´ koppelt einige der peripheren Flugmaschinen ab, die überschallschnell Airfighter entgegen schießen und ihn eskortieren.

Über die Bordfunkanlage meldet sich Carl Schwartz: „Schön, Sie alle zurück zu sehen.“

Chris: „Wie abgesprochen, ist die Message in Washington rübergekommen, Mister Schwartz.“

Schwarz grinst unheilvoll: „Dann erwarte ich Sie an Bord unserer neuen Bastion.“

Als der Funkspruch abbricht, blickt Bill die anderen an:

Ich nehme an, wir nehmen Kurs auf die Quelle des Beacons.“

Dem ironischen Unterton Bills antwortend, weist Chris mit einem Blick durch die Cockpitscheibe nach draußen auf die bewaffneten Flugmaschinen:

Unsere galante Eskorte wird unseren Kurs schon bei Bedarf korrigieren...“

Nach ein paar Minuten des Überschallfluges merkt Bill auf und weist durch die Cockpitscheibe Richtung Horizont: „Da taucht etwas auf.“

Juan: „Die Sensoren zeigen nichts an.“

Manuel: „Wieso verwundert mich das jetzt nicht?“

Chris: „Airfighter, vergrößere Sektor Beta-3 auf dem Hauptschirm!“

Aye, Chris.“

Direkt auf die Cockpitscheibe wird ein vergrößertes Bild des Objektes am Horizont projiziert, so dass jetzt die große Flugbastion Schwartz´ zu erkennen ist.

Jessica: „Darf ich raten? – Das sind unsere Zielkoordinaten!“

Auf Geheiß der Flugeskorte hin verlangsamt Airfighter zusammen mit den übrigen Jägern und steuert Schwartz´ Bastion an.

Am Speichenrad angedockt, wird das Airfighter-Team direkt von bewaffneten Posten Schwartz´ in Empfang genommen und in die dunkle Metallzentrale geführt.

Im Hintergrund sitzt Bastian McByron nach wie vor am Hauptrechner und hebt einmal kurz seinen funkelnden, eiskalten Blick: auf seinem Bildschirm ist zu sehen, wie Airfighter durchgescannt wird.
Carl tritt dem Airfighter-Team aus der Mitte der Zentrale entgegen:

Ich war verwundert, als ich aus Washington nichts mehr von ihnen hörte!“
Chris, kühl: „Die CIA war leider unkooperativ, und wir mussten uns den Weg aus dem Meeting hinaus frei schießen.“
Carl: „Und wo ist nun mein restlicher Trupp?“
Juan, Chris´ Tonfall in nichts nachstehend: „Der hat es nicht geschafft.“

Carl: „Etwas kontraintuitiv, dass nur Sie es geschafft haben.“

Chris „Hätten wir auch nicht, wenn nicht Jessica und Bill mit Airfighter zur Unterstützung gekommen wären.“

Bill: „Und wir hatten uns eigentlich auf den Weg nach London gemacht, um Chris, Juan und Manuel zu folgen – doch über den Zentral-Computer der Airfighter-Basis wurden wir auf das Rescue-Signal aus Washington aufmerksam gemacht.“

Jessica: „Standard-Ausrüstung der Watchcomms im Airfighter-Team.“

Jessica hält ihren Uhrenkommunikator demonstrativ hoch.“
Carl: „Unser Hauptquartier in London ist allerdings gestürmt worden.“
Jessica, breit grinsend: „Umso charmanter, dass Sie entkommen konnten, wie es mir den Eindruck macht! – Wo ist das Problem, Mister Schwartz?“

Carl blickt das Airfighter-Team immer noch skeptisch an:

Das hängt davon ab, welche Informationen Sie jetzt für mich haben.“
Chris: „Die letzte Rückzugsmöglichkeit des Vizepräsidenten – sofern schon aktiv – und seine neue Schaltzentrale befindet sich in Section Omega – wir werden Sie zu den Koordinaten bringen!“
Bastian hatte unauffällig im Hintergrund bereits eine schallgedämpfte Waffe unter seinem Computer-Terminal gezogen und in Richtung Airfighter-Team gerichtet.
Carl strahlt: „Damit wäre alles wieder bestens zwischen uns: jetzt bin ich mir über Ihre Loyalität nach wie vor im Klaren. Das bestätigt das, was unsere Quellen noch vage erfahren haben.“

Carl wendet sich zu den Posten an den Steuerkontrollen der großen Flugbastion:

Der Kurs nach Alaska, wo sich Section Omega befinden soll, ist bereits gesetzt.“
Bastian steckt im Hintergrund die Waffe unauffällig wieder ein, indem sich seiner und Carls Blick kurz getroffen haben.

 

  • 5 –

  •  

Die ringförmige Flugbastion Carl Schwartz´ hat den Luftraum Alaskas erreicht und senkt sich nun – immer noch im Schutze ihrer Stealth-Beschichtung – auf ein schickes, großes Anwesen herab, das mitten in der verschneiten Wildnis liegt. Beim Herabsenken trennen sich die einzelnen Flugmaschinen von der zentralen Sektion wieder ab und landen im Umfelde des Anwesens in der Schneelandschaft. Die zentrale Sektion, in der sich Carl Schwartz´ Einsatzzentrale befindet, landet auf dem flachen Dach des Anwesens und wird hier fest verankert, so dass sie nun in das Anwesen integriert ist und die Schaltzentrale dieses Anwesens darstellt. Durch die Ausstiegsluke, die nun mit dem Obergeschoss des Hauses verkoppelt ist, verlassen Carl und das Airfighter-Team die Zentrale und gelangen in das Obergeschoss des Anwesens. Juan und Jessica wechseln einen Blick miteinander: „Kommt uns irgendwie bekannt vor!“

Jessica nickt.
Als sie die schicke Holztreppe in das zweitoberste Geschoss hinunter gehen, tritt ihnen über die sich halbkreisförmig nach unten drehende Treppe Walter Granger entgegen.

Mit einem breiten, einladenden Lächeln begrüßt ihn Carl:

Herzlichen Dank, Mister Granger, dass wir Ihr Anwesen zu unserer Zentrale ernennen durften!“

Walter Granger lächelt ebenfalls herzlich:

Aber sehr gerne, Mister Schwartz – so war selbstverständlich unsere Abmachung!“
Granger widmet sich an das Airfighter-Team, insbesondere an Juan und Jessica: „Auch Sie heiße ich herzlich willkommen – auch wenn ich Sie dies damals schon einmal tun durfte!“

Er grinst breit: „Diesmal kann ich Ihnen versichern, wird kein bewaffneter Trupp hinter Ihnen her jagen, so dass Sie auch nicht aus dem Fenster des Obergeschosses springen müssen!“
Juan grinst breit und ironisch: „Ach, diesmal nicht? Ich hatte mich jetzt schon drauf eingestellt!“
Jessica ergänzt: „Ich hoffe, Sie sind in keiner Hinsicht nachtragend, Mister Granger!“
Walter Granger: „Aber mit Nichten – alles ist damals nach Plan verlaufen. Ich kann Ihnen versichern, ich habe keinerlei Nachteile gehabt – es ist alles in bester Ordnung zwischen uns!“

Chris fragt: „Und Ihre Zeit, die sie im Gefängnis verbringen mussten, Mister Granger?“
Granger grinst noch breiter und leicht verschwörerisch:

Ich kann Ihnen versichern, ich habe keinen einzigen Tag im Gefängnis verbracht, Commander Hawk – auch wenn die Außenwirkung eine andere war, aber auch das gehörte zum Plan!“
Schwartz grinst ebenfalls und wendet seinen Blick zurück zum Airfighter-Team.

Bill, sich versichernd: „Also war das alles ein abgekartetes Spiel, und Sie haben hier in Ruhe die Zentrale für Mister Schwartz´ Organisation vorbereitet!“
Walter grinst immer noch und wendet seinen Blick an Carl, der antwortet:

Ganz genauso ist es. Wir haben alles sehr weit im Voraus geplant und die politischen Wirrungen zu unserem Nutzen genommen.“
Juan: „Faszinierend. Und wie geht es jetzt weiter – oder wird das nun zu kompliziert?“
Carl: „Sehr schöne Überleitung – folgen Sie mir bitte: genau das wird jetzt unser Thema!“
Manuel: „Jetzt kommt das Highlight, Freunde!“
Sie begeben sich in das schicke Wohnzimmer Walter Grangers.
Oben in der Einsatzzentrale hat Bastian sich bereits an sein Terminal gesetzt.
Walter Granger instruiert die versammelte Mannschaft in seinem Wohnzimmer vor einem riesigen Flatscreen, der eine Weltkarte anzeigt mit darauf schematisch eingezeichnetem digitalem Netzwerk: „Unter dem Deckmantel eines Anbieters für weltweiten Datenaustausch ist es uns im Laufe der Zeit gelungen, ein weltweites Netzwerk zu etablieren, in das sich nun Mister MacByron hinein hacken kann!“

 

  • 6 –

  •  

Im großen Redaktionsbüro der London Times sitzt eine nicht unbekannte Reporterin vor einem Bildschirm, auf dem gerade ein live Kanal geöffnet wird:

Mister Wright sitzt in der großen Überwachungszentrale der Zwischenbasis im schicken Anzug vor einem Computerterminal, auf dessen Bildschirm gerade das Gesicht der Reporterin erschienen ist:

Guten Morgen, Ms. Parson – schön, Sie von Metro City nach London versetzt zu wissen!“
„Vielen Dank, Mr. Wright – ich wünsche Ihnen auch einen guten Tag. Meine Beförderung verlangt natürlich immer die aktuellste Berichterstattung!“
„Und eben deshalb profitieren wir beide von unserer redaktionellen Zusammenarbeit!“
„Und ich dachte schon, Sie wollten investigativ sagen, Mr. Wright.“
Wright lacht breit und sympathisch: „Sie haben mich wieder einmal durchschaut, Ms. Parson, und wissen, was Sie von mir bekommen werden...“
„Mein Gefühl sagt mir, Sie werden mir eine Enthüllung über das Airfighter-Team oder die Präsidentschaft in den USA liefern.“
Wright antwortet stumm mit einem verschwörerischen Grinsen.
„Und das Ganze könnte womöglich noch gekrönt werden von einer etwaigen Verbindung zu den terroristischen Vorgängen hier in London im Zusammenhang mit der Politiker-Delegation bestehend aus Premierminister Farrell, Bundeskanzlerin Meitner und President Brunt.“
Wright: „Genau das ist es: wie enthüllend klingt für Ihre Ohren – oder Newsletter –, wenn ich Ihnen mitteile, dass das Airfighter-Team in der Tat Staatsfeind Nummer 1 geworden ist und sein eigenes Spiel treibt?!“
Ms. Parson zeigt einen ungläubigen und zugleich nach weiteren Informationen gierenden Blick: ihre Augen sind weit geöffnet und sie sagt kein Wort mehr.
Wright: „Das Airfighter-Team betreibt ein perfides Doppelspiel, und es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit dies erfährt – das ist der einzige Weg, ihre Machenschaften zu stoppen!“
Ms. Parson: „Aber das muss untermauert werden Mister Wright!“
Wright hebt einen Stick auf dem Bildschirm demonstrativ hoch, den er in seinen Computer einsteckt: „Genügt es Ihnen, einen Datentransfer zu bekommen – eine ZIP-Datei, die ich Ihnen nun senden werde, in der sich die Belege für meine Behauptungen befinden?!“

Wright sendet eine Email ab.

In der Hightech-Zentrale in Walter Grangers Anwesen empfängt Bastian die Mail Mr. Wrights mit dem Inhalt „Go.“ und initiiert augenblicklich den Uplink ins World Wide Web.
Walter Granger grinst das Airfighter-Team triumphierend an: „Alle großen Multimedia- und Telekommunikationskonzerne sind in Wirklichkeit Tochterunternehmen von Global Cybercom, meiner Firma!“
Schon ist auf einer schematischen Übersicht des Voranschreitens des Uploads auf dem großen Bildschirm mitzuverfolgen, wie der Uplink nun die Server von Debitel, Nokia, Telekom, Samsung, 1 & 1... nach und nach übernimmt.

 

Im großen Archiv der London Times hat Ms. Parson soeben die von Mister Wright gesendete ZIP-Datei geöffnet: sogleich werden sämtliche Firewalls überrannt und Ms. Parson bleibt ungläubig der Mund offen stehen.
Auf dem großen Bildschirm in Grangers Zentrale ist parallel zu verfolgen, wie Bastians Uplink nun innerhalb von Sekunden sämtliche Datennetze auf der ganzen Welt unterwandert und immer mehr Systeme übernimmt.
Überall auf der Welt fallen Handys aus, bleiben Aufzüge stecken, dunkeln komplette Stadtteile ab, fahren auf den Straßen elektronisch gesteuerte Autos gegeneinander, explodieren Computerterminal an den Airports und spucken Bankautomaten ununterbrochen Geld aus!
Bastian dreht sich mit einem kalten Grinsen zu Schwartz um: „Wir sind jetzt worldwide online, Mister Schwartz, und haben Zugang zu sämtlichen Computersystemen!“
Carl Schwartz dreht sich den stummen Blicken des Airfighter-Teams entgegen und hebt in einer langsamen, triumphierenden, Allmacht suggerierenden Geste die Arme: „Global Overwatch!“

Dabei hebt Carl verführerisch eine Augenbraue.
 

  • 7 –

  •  

Im CIA-Hauptquartier ertönt sogleich ein lauter Alarm.

Einer der Agenten blickt von der Station der Computerüberwachung sofort zu Mr. Thorndike: Hackerangriff, Sir – interne Firewall stabil!“

Thorndike, beunruhigt: „Über was für eine Tragweite reden wir bei diesem Hackerangriff?“

Der Agent hat gerade die Computerauswertung gelesen und schluckt: „Global, Sir.“

Thorndike dreht sich großen Augen zu Luke Rimes, der gefasst antwortet: „Es hat begonnen.“

  • 8 –

  •  

In der Überwachungszentrale von Grangers Anwesen ertönt ein Sensorenalarm, und im Nu hat Bastian McByron ein Überwachungsbild durch einen im Erdorbit befindlichen Satelliten herein gezoomt: „Mister Schwartz, die Regierung stattet uns bereits ihren ersten Besuch ab.“

Auf dem Überwachungsbild sind die vermittels Infrarot georteten Mitglieder eines bewaffneten Skitrupps erkennbar, der sich aus dem verschneiten Wald dem Anwesen nähert.

Granger: „Sogar einen Tick schneller, als ich mit den Agenten der Regierung gerechnet hätte – beeindruckend!“

Schwartz wendet sich zunächst an Granger:

Leiten Sie bitte unsere Verteidigungsmaßnahmen ein, Mister Granger!“

Walter Granger nickt und verlässt den Raum.

Carl wendet sich an das Airfighter-Team: „Ich möchte, dass Sie unseren Verteidigungstrupp anführen, um die Agenten Ihrer Regierung zu terminieren!“

Chris kneift die Augen kalt zusammen: „Wie Sie wünschen, Mister Schwartz.“

Bill, Jessica, Juan und Manuel zeigen den gleichen Blick wie Chris, indem sie einvernehmlich nicken. Indem die fünf hinter Walter Granger her den Raum ebenfalls verlassen, tauschen sie untereinander ungesehen einen Blick des Verstehens aus, in welcher verzwickten Lage sie sich gerade befinden.

Als das Airfighter-Team den Raum verlassen hat, dreht sich Carl zu Bastian am großen Computerterminal: „Das wird der ultimative Vertrauensbeweis, ob das Airfighter-Team wirklich auf unserer Seite steht!“

Bastian zieht skeptisch eine Augenbraue hoch und steckt die schallgedämpfte Waffe wieder ein, die er erneut, hinter seinem Bein versteckt, vorsichtshalber gezogen hatte: „Meine Intuition sagt mir, weiterhin das Airfighter-Team sehr genau zu beobachten, Mister Schwartz.“

Carl erwidert nachdenklich: „Ich weiß, dass ich mich dann auf das Airfighter-Team absolut verlassen kann, wenn ich sie überzeugt habe, dass sie mit uns zusammen für das Recht eintreten – gegen ihre Regierung, die ihre Loyalität nicht mehr verdient. Ansonsten ist das Airfighter-Team ein nicht zu unterschätzender, gefährlicher Gegner: da gebe ich Ihnen vollkommen Recht, Mister McByron!“

Walter Granger kehrt gerade in den Raum zurück und hat die letzten Worte mitbekommen:

Ich kann bestätigen, dass wir uns auf das Airfighter-Team zu einhundert Prozent verlassen können, wenn sie erst einmal von einer Sache überzeugt sind!“
 

  • 9 –

  •  

Im Erdgeschoss von Grangers Anwesen hat sich ein bewaffneter Skitrupp zusammengefunden, der auf die jetzt ebenfalls in Skiausrüstung befindlichen Chris, Jessica, Bill, Juan und Manuel gewartet hat. Aus dem rückseitigen Garagentor fährt der Trupp nun aus dem großen Kellerraum los.

 

Die Agenten, die sich auf ihren Skiern im Wald unweit von Grangers Anwesen bereithalten, haben soeben auf einer kleinen Anhöhe inmitten der verschneiten Landschaft eine antennenartige Vorrichtung in den Schnee gesteckt, bei der deren Aktivierung auf dem Display zu lesen war, dass ein EM-Störfeld aktiviert wurde.

 

Chris sieht auf seinem Watchcomm sogleich den Signalausfall und nickt Bill inmitten der langsamen Skifahrt durch den verschneiten Wald zu: Bill gibt das Zeichen an Jessica weiter und diese wiederum an Juan und Manuel. Die fünf trennen sich jetzt langsam auf ihren Skikursen, und jeweils ein Begleiter von Schwartz´ Bewaffneten fährt hinterher, während der übrige Trupp den Hinterhalt für den Regierungstrupp stellt.

Chris verlässt nun plötzlich die Schneise, durch die er fuhr, und fährt querfeldein: sofort muss er über ein Hindernis aus verschneitem Gestrüpp aus dem Stand in einem hohen Bogen hinweg springen. Dahinter lässt er sich aber in den Schnee fallen, rollt sich sofort zwei Meter zurück und streckt seine Beine mit den Skiern in die Luft, so dass der hinterher springende Bewaffnete stürzt und sich mehrfach im Schnee überschlägt – Chris schlägt ihn sofort k.o.

Jessica fährt ebenfalls plötzlich querfeldein durch ein dichtes verschneites Geäst, durch das der Bewaffnete ihr folgt, bis er sie durch den immer wieder ihm entgegen wirbelnden Schneestaub aus den Augen verloren hat. Als er noch ein paar Meter weiter fährt, schnellt ihm plötzlich Jessicas Ski entgegen, mit dem Jessica hinter einem verschneiten Gestrüpp zum Schlag ausgeholt hat.

Bill fährt zunehmend dichter an der Reihe schneebedeckter Bäume vorbei, die sich rechts seiner Schneise befinden. Als der Bewaffnete schließlich dicht hinter Bill fährt, hält sich Bill abrupt an einem der Baumstämme fest, wird sofort um 270 Grad um den Baum herum zurückgedreht und schlägt mit voller Fahrtwucht gegen den Bewaffneten, der Meter weit in den Schnee katapultiert wird.

Juan fährt dicht an ein Gestrüpp heran und balanciert seine Fahrt dann nur noch auf einem Bein, wobei er aus den verschneiten Ästen Schnee aufwirbelt, der dem Bewaffneten hinter ihm die Sicht erschwert: Dieser verliert plötzlich das Gleichgewicht und erkennt zu spät, dass es durch das dicht verschneite Gestrüpp eine kleine Böschung hinunter geht – der Bewaffnete fällt hinunter, und sofort springt Juan auf seinen Skiern zu ihm und schlägt den im Schnee Liegenden k.o.

Manuel setzt scheinbar auch zum Kurs in ein Waldstück an, springt aber in letzter Sekunde hoch und zurück auf das freie, verschneite Gelände, auf dem er gefahren war: sein Begleiter fährt in voller Fahrt aber mitten in das Gestrüpp hinein und wird innerhalb von zwei Sekunden von etlichen Zweigen ausgepeitscht, bis er, die Kontrolle verlierend, mit vollem Tempo in den Schnee stürzt und noch einige Meter weit hindurch schleift.

Alle fünf treffen auf einer Waldlichtung wieder aufeinander, wie perfekt getimet. Chris nickt ihnen kurz zu, und sie fahren durch ein weiteres Waldstück, durch dessen schneeweiße Zweige die Lichter eines Dorfes zunehmend deutlich schimmern.
 

  • 10 –

  •  

Das Airfighter-Team erreicht das in einem kleinen Tal liegende Dorf, und Chris, Jessica, Bill, Juan und Manuel beenden ihre Skifahrt an der Rückwand eines der ersten Häuser: hier ziehen sie die Skier aus und wechseln auf normale Schuhe, die sie an ihren Gürteln getragen haben; ihre dunkle Kleidung fällt auch nicht auf. Mit der verschneiten Waldlandschaft im Rücken begeben sie sich über die ihren Weg hier kreuzende einzige Straße ins Dorf hinein.

Chris weist ihnen den Weg: „Der Treffpunkt liegt 500 Meter in diese Richtung.“

Jessica blickt sich um:

Weiterhin macht es den Eindruck, dass wir Schwartz´ Trupp erst einmal abgeschüttelt haben.“

Manuel sieht sich ebenfalls einmal prüfend um.

Die fünf gelangen die Straße entlang um einige Biegungen in dem verschlafenen Dorf zum zentral gelegenen Platz vor dem Rathaus, wo ein den ganzen Platz ausfüllender Wintermarkt aufgebaut ist: zwischen den zahlreichen Buden hält sich augenscheinlich die gesamte Einwohnerschaft des Dorfes auf. Inmitten der übrigen Marktbesucher begeben sich die fünf unauffällig in das entspannte Getümmel, bis sie bemerken, wie sie von einer der Buden aus von einem Mann so lange angesehen werden, bis sie reagieren und der Mann wieder wegschaut. Die fünf verteilen sich über den Markt, während der Mann langsam an zwei weiteren Buden vorbei schlendert und sich dann auf die Rückseite begibt: In diesem abrupten Atmosphärenwechsel vom hell erleuchteten, bunten und vielbesuchten Markt auf die vergleichsweise ruhige, verlassene und dunkle Rückseite der Buden treten Chris, Jessica, Bill, Juan und Manuel nun aus verschiedenen Richtungen zu dem Mann.

Ich sehe, Ihnen ist es gelungen, Ihren Begleitertrupp abzuschütteln.“

Juan: „Fragt sich nur, für wie lange.“

Das von unserem Trupp aktivierte Störfeld blockiert jedenfalls sämtlichen lokalen Funkverkehr.“

Chris: „Bleibt es bei dem invasiven Vorgehen, wie geplant?“

Ja, Commander. Unser Trupp hält sich bereit.“

Bill: „Also Ansturm auf das Zielobjekt.“

Der Agent nickt.

Chris: „Dann fahren wir mit unseren Skiern zurück.“

Als das Airfighter-Team von der Rückseite der Buden auf den Markt zurückkehren will, bemerken sie, dass eine weitere Handvoll von Schwartz´ Bewaffneten unauffällig mitten unter den Besuchern den Wintermarkt absuchen.

Manuel: „Ratet mal, wer auch noch einen Glühwein wollte...“

Jessica: „Immerhin haben sie zurzeit keinen Funkkontakt untereinander oder mit Schwartz.“

Chris mustert einmal den kompletten Wintermarkt, dann blickt er herausfordernd zu Manuel, Juan, Jessica und Bill zurück.

 

Schwartz´ Trupp erblickt plötzlich das Airfighter-Team im Getümmel auf dem Wintermarkt und sieht, wie die fünf unauffällig zwischen den Buden verschwinden. Ohne Aufsehen zu erregen, setzt der Trupp-Anführer seine Leute sofort auf das Airfighter-Team an.

Der erste Bewaffnete folgt Jessica an einer Bude entlang, bis diese nicht mehr zu sehen ist: der Bewaffnete sieht sich suchend um, als ihn plötzlich von der Rückseite der Bude her Jessica mit einem Ruck zu sich heran zieht und ihn sofort mit dem Kopf gegen die Bude k.o. schlägt.

Zwei weitere der Bewaffneten haben Juan und Manuel an den Buden entlang verfolgt, bis auch sie die beiden aus den Augen verloren haben. An einer leeren Bude, die die beiden Bewaffneten etwas verwundert, kommen ihnen plötzlich Juan und Manuel aus dem Inneren über die Verkaufstheke entgegen gesprungen, werfen die Bewaffneten nieder und schlagen sie ebenfalls k.o. – auch ohne Aufsehen zu erregen.

Ein viertes Mitglied des bewaffneten Trupps folgt Bill unauffällig an den Buden entlang, aus denen immer wieder Dampf durch die Sicht zieht, bis Bill hinter eine der Buden abgebogen sein muss. Bills Verfolger sieht sich suchend um und geht ebenfalls auf die ruhige und menschenleere Rückseite der Bude. Plötzlich schnellt von innen die Hintertür der Bude auf und Bills Verfolger frontal gegen den Kopf. Bill kommt aus der Hütte und lässt seinen Verfolger k.o.liegen.

Chris ist abwechselnd auf der Vorder- und Rückseite an einer Reihe der Buden vorbeigegangen, um aus dem Sichtfeld seiner Verfolgers zu verschwinden. Dann nimmt Chris kurz und schnell gewaltigen Anlauf an und springt mit einem Satz aus dem Lauf heraus auf eines der Budendächer hoch. Hier lässt er sich auf die Rückseite rollen, wo unter ihm bereits sein Verfolger entlang läuft: Chris springt vom Dach aus auf den Bewaffneten und wirft diesen mit voller Wucht zu Boden, so dass auch sein Verfolger k.o. geht.

Unauffällig treffen Chris, Juan, Manuel, Bill und Jessica auf dem Wintermarkt wieder zusammen und begeben sich über die verschneite Straße zurück zum Dorfrand, wo sie ihre Skier abgestellt haben. Dann fahren sie in die verschneite Natur zurück und lassen die Dorflichter hinter sich.

 

  • 11 –

  •  

Chris, Jessica, Bill, Juan und Manuel fahren durch den Schnee in eine kleine Talsenke. Hier gehen sie am Ende des Waldstückes hinter ein paar verschneiten Büschen in Deckung und suchen mit konzentrierten Blicken ihre Umgebung ab.
Bill: „Trupp gesichtet auf 2 Uhr.“
Die fünf sehen ein paar Bewaffnete auf einer Anhöhe hinter den weiß verschneiten Büschen.
Juan: „Ebenso auf 10 Uhr.“
Sie sehen weitere Bewaffnete in einem anderen Waldstück hinter den Bäumen postiert.
Jessica: „Ich biete noch genau auf 12 Uhr.“
Dort sehen sie die Bewaffneten am Fuße eines großen Schneehanges postiert stehen.
Manuel: „Dann haben wir uns ja perfekt postiert!“
Bill: „War natürlich so geplant!“
Juan flüstert Manuel zu, aber natürlich hörbar für alle:Glaub nicht alles, was die Profis behaupten!“
Bill grinst.
Chris: „Aber du hast völlig Recht: besser hätten wir uns nicht postieren können.“
Chris blickt auf seinen Watchcomm, auf dem zurzeit nur noch die Zeitanzeige aufgrund des Störfeldes funktioniert: „In einer Minute schlägt der Regierungstrupp zu.“

Jessica: „Alles klar.“

Da wird das Airfighter-Team von hinten ins Visier eines Trupps genommen, der plötzlich aus der Schneedecke herausgebrochen kam: „Keine Bewegung – Ihr falsches Spiel ist jetzt zu Ende!“

Bill: „Okay, damit hatten wir jetzt doch nicht gerechnet...“

Mit einem Blick verständigen sich die fünf:

Indem Juan sich einfach zu Boden wirft und gleichzeitig einem der Schützen, der schon das Feuer eröffnet, die Beine wegkickt, nutzen Jessica, Manuel und Bill die Ablenkung, um drei weitere Schützen niederzuschlagen; Chris hat einen weiteren der Schützen überwältigt, reißt dessen Gewehr herum und wirft sich, das Automatikfeuer eröffnend, auf den Rücken und rutscht so über das Eis, dass er in einer 180°-Drehung im Bogen eine ganze Reihe der das Feuer eröffnenden Schützen ausschaltet. Sogleich werfen sich auch Bill, Jessica und Manuel neben Chris und Juan auf den Boden, als schon ein elektrisch zuckender, kurzer aber intensiver Paralyse-Impuls, ausgehend vom Agententrupp der Regierung, über die Schneefläche hinweg schießt und alle verbliebenen Mitglieder aus Schwartz´ Trupp neutralisiert.

Nach den etwa zehn Sekunden intensiver Elektroblitze, die über die fünf hinweg gezuckt sind, heben sie vorsichtig wieder ihre Köpfe.

Manuel: „Das war haarsträubend.“

Juan schlägt Manuel zum Spaß hinter die Ohren:

Chris, haben wir eigentlich im Airfighter-Cockpit ein Phrasenschwein stehen?“

Jessica: „Gar keine schlechte Idee!“

Bill: „Da kenne ich aber noch mehr Leute, die ständig einzahlen müssten.“

Chris: „Das wäre immer noch nicht so schlimm wie eine Kasse für wiederholt herbeigeführte brenzlige Situation, aus den wir einfach nicht schlau werden!“

In diesem Moment kommen ein paar der Agenten auf Skiern zum Airfighter-Team in die Talsenke herunter gefahren und helfen ihnen auf: „Alles in Ordnung?“

Bill: „Könnte nicht besser sein.“

Juan: „Es gab ja genügend Blitzableiter.“

Dann stürmen wir jetzt das Anwesen.“

Chris: „Bereit, wenn Sie sie es sind, Agent!“

Bill, Jessica, Juan und Manuel zeigen den gleichen entschlossenen und sofort einsatzbereiten Blick wie Chris.

 

  • 12 –

  •  

In der schicken Zentrale seines Anwesens ruft Walter Granger Carl Schwartz herbei:

Mister Schwartz, Sie sollten sich das hier ansehen!“

Carl tritt zu Walter und blickt auf den großen Wandschirm, der die Umgebung des Anwesens anzeigt; im Hintergrund hebt Bastian ebenfalls seinen Blick.

Am Waldrand und somit am äußeren Ende des flachen Tals, in dem Grangers Anwesen liegt, hat sich der Agententrupp auf Skiern positioniert und richtet Automatikwaffen und Granatwerfer auf das Anwesen. Carl erblickt auch sofort das Airfighter-Team.

Chris lässt über den unweit des Anwesens im Schnee stehenden Airfighter eine Funkverbindung zwischen seinem Watchcomm und Schwartz´ Zentrale herstellen:

Mister Schwartz, im Namen des Präsidenten und der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika fordern wir Sie auf, sich unverzüglich und bedingungslos zu ergeben!“

Bastian McByron blickt vom Computerterminal herausfordernd auf zu Carl Schwartz:

Zeit für den Shut-down, Mister Schwartz?“

Carl kneift die Augen fest entschlossen zusammen: „Zeit für den Shut-down, Mister McByron!“

Walter Granger schluckt.

Bastian tippt eine Befehlsfolge in das Keyboard seines Terminals ein, und augenblicklich kleidet ein unhörbarer Sensorenalarm die Einsatzzentrale in rotes Licht.

 

Draußen im Schnee steht das Airfighter-Team zusammen mit dem Agententrupp, als mit einem Donnerschlag der Boden in einer Kaskade von Explosionen einmal von links, komplett durch die Ansicht bis nach rechts weg gesprengt wird: Schneemassen und die erste Baumreihe des angrenzenden Waldes stürzen in die Tiefe.

Chris sieht mit gefasstem Blick auf, indem er – für Juan, Manuel, Bill und Jessica direkt hörbar – in sei Headset spricht: „Auf Absturz vorbereiten!“

 

Airfighter, der gerade im Begriff gewesen ist, seine Triebwerke zu starten, erfährt plötzlich einen Systemtotalausfall, und als letztes ist auf seiner Statusanzeige zu lesen:

INTRUDER ALERT – SYSTEM OVERRIDE!

Da stürzen sämtliche seiner Bordcomputer total ab, und das gesamte Cockpit wird in funktionsuntüchtige Dunkelheit gehüllt.

 

Schwartz, Granger und McByron verfolgen, wie das Airfighter-Team und der gesamte Agententrupp inmitten des gewaltigen Einsturzes in die Tiefe gerissen werden.

Carl dreht sich unbekümmert vom großen Beobachtungsschirm weg zur Mitte der Überwachungszentrale, indem hinter seinem Rücken nach wie der Einsturz voranschreitet:

Sehr schade – aber damit sind unsere Pläne, das Airfighter-Team betreffend, soeben zugrunde gegangen...“

 

 

 

Ende des 2. Teils

 

 

Story by Christian Scheffel

 

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Christian Scheffel).
Der Beitrag wurde von Christian Scheffel auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.02.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  • Autorensteckbrief
  • ChristianScheffelgmx.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)

  Christian Scheffel als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Gedichte der Liebe. Geliebt und gehaßt von Barbara Priolo



Von Liebe und Verletzlichkeit sprechen die Gedichte Barbara Priolos in immer neuen,überraschenden Variationen. Sie benennen die Süße erwachender Zuneigung, die Inbrunst fraulichen Verlangens nach Zärtlichkeit, und sie wissen zugleich von herber Enttäuschung, von Trennung und Leid des Abgewiesenwerdens. Deswegen aufhören zu lieben wäre wie aufhören zu leben. ** Das Schönste ist,was man liebt **, bekennt die griechische Lyrikerin Sappho auf Lesbos. Diese Einsicht-aus beselingender und schmerzlicher Erfahrung wachsend-ist Ausgangspunkt der sapphischen Dichtungen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Abenteuer" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Christian Scheffel

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Airfighter: Wendepunkt von Christian Scheffel (Abenteuer)
Pilgerweg V. von Rüdiger Nazar (Abenteuer)
Sybilles Hände von Adalbert Nagele (Wie das Leben so spielt)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen