Tripp, trapp den Pfad entlang trippelt und tänzelt Am Schritt für Schritt vor sich hin. Sie denkt gar
nicht daran, dass um sie herum etwas sein könnte, das über sie nachdenkt. Am ist einfach so
vergnügt mit sich selbst. Und so tänzelt sie vor sich hin, ohne so recht hinzuschauen, wo sie
eigentlich lang tänzeln müsste.
Tripp trapp an Grashalmen vorbei. Trapp tripp an Blumenstängeln und Pilzstängeln vorbei.
Trippeltrappelditripp an einem Mauseloch vorbei. Gott sei dank vorbei und nicht hinein, denn dann
wäre es aus gewesen mit Am.
Aber Am hat die Gefahr, der sie gerade entronnen ist, gar nicht wahrgenommen. Ihr fiel gerade
einer Ton für ein Lied ein, und da war das Mauseloch auch schon vorbei.
Da kitzelt Am einen Sonnenstrahl. Durch die Blätter der Baumkronen ist er hindurchgehuscht,
vorbei an den Blüten und Blumen hat er nicht halt an einem Kräuterblatt gemacht, sondern hat Ams
Schulter gekitzelt.
Am hält inne.
'Na nu, da war doch was', denkt Am.
Dann fühlt sie die Wärme auf der Schulter. Verstohlen blinzelt sie dorthin. Dann, als hätte ein
Geistesblitz sie geküsst, schaut sie in Richtung Himmel und zur Sonne.
Einen Augenblick ist Am vollkommen glücklich. Dann noch einen Augenblick. Und dann noch
einen. Glückseligkeit durchfließt den winzigen Flecken Erde, auf dem Am steht. Und je länger Am
glücklich die Sonne genießt, desto mehr glückliche Fünkchen scheinen durch den winzigen Erden-
Archipel zu fliegen, auf dem Am sich befindet.
Ein kleiner Glücksfunke springt etwas unglücklich auf einen Kieselstein und wird hoch in die Luft
gewirbelt. Mitten in der Luft verfängt er sich auf einem roten Blatt einer kleinen Blumenblüte.
'Huch,' durchfährt es die Blüte,'Was war das denn?'
Und sie schaut zu dem Funken und dann wie durch einen plötzlichen Geistesblitz zum Himmel. Sie
freut sich über die Sonne und fängt vor lauter Freude an, einen zarten Duft zu verbreiten.
'Hhmmm, was duftet da so lecker?' Mitten im Mittagsdösen kitzelt der Blütenduft in der Nase einer
kleinen Biene.
Langsam erwacht sie, prüft ihre Flügel, reckt und streckt sich. Dann schwirrt sie in Richtung Blüte.
Sie schwelgt in Pollen und Nektar, sammelt fleißig, nascht dabei. Stetig füllen sich ihre 'Speicher'
an den Hinterbeinen. Und während sie emsig die ganze kleine Blüte absucht und absammelt, bleibt
etwas auf dem Stempel der Blüte hängen.
Und nur eine kurze Zeitspanne später erinnert ein Samenkorn an die Biene, die Blüte, den
Sonnenstrahl und die schönen glücklichen Augenblicke von Am, der Ameise.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.02.2022.
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