Anne Eckardt

Ewig Kapitel 1

Wie eine gelborangene Decke hatten sich die Blätter des Herbstlaubes über die Welt gelegt und der Wind wehte in kalten, fast niemals endenen Böhen über das Land.

Während die letzten Bäume, deren Kronen den Himmel stützten, ihre Blätter abwarfen, spazierte der weiße Ritter durch die Berge aus Laub, welche zu seinen Füßen lagen.

 

Um ihn herum gab es nur die Weite des stützenden Waldes und die Unendlosigkeit der goldenen Welt. Doch kannte er sein Ziehl: Einen Ort an welchem er seid 1000 Monden nicht mehr war und um welchen er am liebsten einen Bogen machen würde.

Doch das Gesetz der Welt war gnadenlos und zwang ihn diesen Ort aufzusuchen, nur um dort mit seinem Gegner, welchen er vom Haaransatz bis hin zu den Zehennägeln kannte, zu kämpfen.

 

Einem Kampf welchen er mit ihm alle 1000 Monde ausfoch und welcher über das Schicksal der Welt entscheiden würde. Ob sie im hellen Licht eines neuen Morgens erstrahlte oder auf lange Zeit in der Finsternis versinken würde.

 

Die Bäume wurden um ihn herum weniger und gaben den Blick auf eine alte, versteckt in einer unscheinbaren Senke liegende Ruine aus grobbehauenden Felsbrocken und einigen, noch einzeln stehenden Torbögen, frei.

 

An diesem Ort, an welchem sie aneinander schon so oft begegnet waren und wo sie jedes Mal um das Schicksal der Welt kämpften, würde er auch diesmal auf ihn warten.

 

Der weiße Ritter tastete nach dem Griff seines Schwertes bevor er kurz stehen blieb, seine Augen schloss und inn sich ging.

Aus der Ruine drang kein Laut nach außen, doch wusste er dass dort, irgend wo hinter den Mauern, sein Gegner auf ihn wartete, bereit, wie alle 1000 Monde aufs Neue, mit ihm zu kämpfen.

 

"Aufs neue" leise sagte der weiße Ritter die Worte zu sich selber bevor er seine Augen wieder öffnete und sich auf den Weg ins Innere der Ruine machte.


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.03.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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