Pei Xu

Was sie mit Österreich verbindet

 

Als Deutschstudentin in Südwestchina lernt Kong Hong durch eine Gastprofessorin die österreichische Frauenliteratur und deren Lieblingsstudenten Chang Kai kennen. Dieser beeindruckt Kongs Mutter so sehr, dass sie bis zum Tod immer liebevoll von Kaichen spricht.


Entgegengesetzte Entwicklung 

Dank des intensiven Briefwechsels mit Chang folgt Kong ihm zum Promotionsstudium nach Europa. Chang promoviert in Österreich, Kong in Deutschland.

Die Eltern von Chang sind Katholiken, die in der „Volksrepublik China“ diskriminiert und verfolgt werden. Aus eigener Erfahrung kennt Chang die systemimmanenten Verbrechen der VR China und entscheidet sich nach seiner Promotion sofort für die Einbürgerung in Österreich. 

Als Funktionärstochter kennt Kong hingegen nur die persönlichen Sonderrechte in der VR China und freut sich darüber, ihre Familie mit einem westlichen Doktortitel beglücken zu können.

Drei Monate lang reist Kong nach ihrer Promotion in der VR China herum und findet schließlich heraus, dass es für sie nicht mehr möglich ist, wieder in der Heimat zu leben, solange die Kommunistische Partei an der Macht ist. Sie kann das Lügensystem, das sie durch ihr Auslandsstudium, insbesondere durch das Tiananmen-Massaker 1989, erkannt hat, nicht mehr mittragen. Zwölf Jahre später als Chang entscheidet sich Kong dafür, die fremde Staatsangehörigkeit zu beantragen. 

Als deutsche Verfassungspatriotin chinesischer Herkunft unterstützt Kong den Freiheitskampf aller Ethnien und Glaubensgemeinschaften im Machtgebiet der KP Chinas. Dafür muss sie in Kauf nehmen, dass sie nicht mehr in die Heimat einreisen und auch keine lukrativen Aufträge mehr in Europa erhalten darf.

Als Österreicher mit chinesischen Wurzeln kooperiert Chang mit der Botschaft der VR China in Österreich, die er als Student in Peking Kong gegenüber scharf kritisiert hat. Während Kong jede Gelegenheit nutzt, um die „Konfuzius-Institute“ als Trojaner der KP Chinas zu enttarnen, trägt Chang mit seiner Kompetenz und Glaubwürdigkeit dazu bei, die Propaganda-Veranstaltungen der KP Chinas im Namen von Konfuzius salonfähig zu machen.

Kong versteht nicht, warum sich Chang nicht für die Menschenrechte positioniert und die Einflussnahme der KP Chinas in Österreich unterstützt. Ein interkultureller Dialog, so Kongs Überzeugung, kann nicht stattfinden, wenn die Menschen in der VR China keine Freiheit, nicht einmal den freien Zugang zum Internet haben. 

Dennoch gibt Kong nicht auf, Chang mit Rundmails wie z.B. „Friedliche Revolution in China fördern, um dauerhaften Weltfrieden zu sichern - Der Konsens von Düsseldorf (Deutschland, 2018)“ an ihr einstiges gemeinsames Streben nach Freiheit zu erinnern oder ihm ins Gewissen zu reden, wann immer es ihr möglich ist. 

Nach seinem plötzlichen Tod durch Corona fühlt sich Kong verpflichtet, seine Frau über die „Chinazis“  aufzuklären.


An die Hinterbliebene 

Deine Nachricht über den Tod Deines Mannes in Graz war eine traurige Überraschung, aber noch trauriger wurde ich von Deinem Nachruf „Die ewige Liebe“ auf ihn überrascht. 

Ich kann es mir nämlich nicht vorstellen, dass Du mit ihm eine glückliche Ehe geführt hast, in der die Gesellschaft und die Politik ausgeschlossen werden konnten. Wenn Du meine E-Mails an ihn gelesen hast, dann weißt Du, dass ich mich gern mit ihm über die Politik austauschte. Seit 1986 habe ich den Kontakt zu ihm gehalten, wann immer ich konnte. 

Eine österreichische Literaturwissenschaftlerin, die eine Vortragsreihe in der VR China hielt, hatte ihn mir in China als Vorbild empfohlen. 

2004 war ich in Wien, um die Menschenrechtsaktion der Meditationsbewegung Falun Gong in Österreich zu unterstützen. Bei dieser Gelegenheit konnte ich leider nur Deinen Mann treffen, weil Du mit Euren Kindern zu Besuch bei Deinen Eltern in der Republik China auf Taiwan warst. 

Ich sprach mit ihm über alles, insbesondere über die Politik. Denn ich bin seit meinem zweiten Heimkehrversuch 2002 dabei, die Welt vor dem KP-Regime in Peking zu warnen.  

Als chinesische Katholikin, die in der Republik China auf Taiwan zur Welt kam und aufwuchs, hast Du Glück. Denn in dem von den internationalen Kommunisten eroberten Gebiet Chinas werden die Gläubigen aller Richtungen verfolgt. Auch ein deutscher Katholik namens Bernhard Wilden wurde 2006 in Peking ermordet. Deine Schwiegereltern hatten sicherlich die Unterdrückung am eigenen Leib erfahren. Weißt Du nichts davon?  

Ich finde es wichtig, über die Politik und die Gesellschaft gut informiert zu sein, mit der wir zu tun haben. 

Um zu wissen, wie die KP Chinas Österreich beeinflusst, habe ich mir extra „TANDEM CHINA-ÖSTERREICH“ angeschaut. Wenn ahnungslose Österreicher die Doppelbödigkeit dessen Programms  nicht durchschauen, kann ich es nachvollziehen, aber wenn Eure Kinder davon ausgehen, dass es ihnen in dem heutigen China unter der kommunistischen Diktatur genau so gut gehen würde, wie es ihnen in Europa oder in der Republik China auf Taiwan geht, dann ist es ein Anlass für mich, Euch darüber aufzuklären.

Die internationalen Kommunisten haben 1949 die durch Wahl legitimierte Regierung der Republik China auf die Insel Taiwan vertrieben. Seitdem fliehen die Menschen aus Festlandchina und die Fluchtbewegung dauert bis heute an. 2020 sind 16.004 Menschen aus Rotchina geflohen. 251 Menschen haben in Deutschland und 96 Menschen in Österreich Asyl gesucht. 

Unter diesen Flüchtlingen ist die Virologin Dr. Yan Li-Meng, die im April 2020 aus Hongkong in die USA geflüchtet ist. Am 19. Januar hat Dr. Yan in Hongkong anonym in exilchinesischen Medien der kommunistischen Führung in Peking widersprochen, die eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des neuartigen Coronavirus bis dahin leugnete. Mittlerweile hat Dr. Yan mit drei weiteren Forschern schon vier wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, um unter anderem zu zeigen, dass SARS-CoV-2 eine raffinierte Biowaffe der KP Chinas ist.

Dein Mann ist also der uneingeschränkten Kriegsführung des KP-Regimes in Peking zum Opfer gefallen, vor der ich seit 2008 warne.

Ohne den Tod Deines Mannes wäre ich nicht dazu gekommen, Euch zu schreiben.

Es wäre sinnvoll, wenn der Tod Deines Mannes Euch zum Überdenken Eurer Haltung der KP Chinas gegenüber bewegen könnte.

 

 

 

 

Informationen: 

https://www.laenderdaten.info/Asien/China/fluechtlinge.php

https://twitter.com/DrLiMengYAN1

https://www.c4i.org/unrestricted.pdf

https://www.kolping.de/presse-medien/news/news-archiv/news-details/news/organraub-und-verfolgung-in-china/

https://tibet.at/no-beijing-2022-welt-olympiatag/

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.03.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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