Elke Müller

Amerika....

Heika lehnte entspannt an der Rückenlehne hinter sich, stumm betrachtete er sie, lächelte als Ashley aufschaute, wurde jedoch wieder ernst. Wenn sie sich an irgend etwas ereiferte, dann schossen Blitze aus ihren dunklen Augen und ein roter Farbton legte sich auf ihre Wangen. Und, was hast du mir zu sagen?,“ fragte er. Sie nickte stumm und verzog die Mundwinkel. „ Wenn du Salida suchst, sie ist mit anderen Frauen zum Beeren sammeln. Dein Vater ist vor einigen Tagen mit einigen Kriegern zur Jagd aufgebrochen und ist sicher schon auf den Heimweg.“ Lies sich neben Heika nieder, verlegen knetete sie mit den Hände den weichen Saum ihres Lederkleides „ Und… wir müssen reden.“, wobei sie scheu lächelte. Wohlriechender Rauch drang nach außen als Abigail plötzlich die Klappe des Zeltes zurück schlug. Alle starrten sich einen Moment erschrocken und verwundert an. Im Zelt- Dorf hatte man bereits die kleine Jagdgruppe erwartet gehabt. Sie waren mehrere Wochen unterwegs gewesen um die Vorräte aufzufüllen. Es hatte sich in Windeseile herum gesprochen welch ein Erfolg sie hatten. Es herrschte große Freude das alle ohne Verluste zurück kamen. Die große Beute wurde eingehend betrachtet, Kaninchen, Gabelböcke und Dickhornschafe sogar etwas Büffelfleisch. Anschließend wurde alles geteilt und an alle bedürftigen Bewohner verteilt. Ebenfalls die zum kochen gern verwendeten Büffelchips verteilte man. Danach trat im Dorf Ruhe ein. Ashley erhob sich schnell und ging hinaus um ihre Fleischration abzuholen. Vater und Sohn sahen sich nun einen Moment in die Augen, um zu ergründen, was der andere dachte. Lächelten dann und umarmten sich kurz. Abigail setzte sich gegenüber von Heika, nahm eine Schüssel voll mit gutem heißen Eintopf und löffelte hungrig. Auch er zündete danach seine Pfeife an. Leise unterhielten sich die beiden mit Worten und Gesten der Hände. Ich bring dieses Schwein Roger um!“ brauste Heika voller Hass laut auf. Abigail schüttelt den Kopf. „ Es gibt Gerüchte, ebenso ein paar Wahrheiten über ihn. Oder wie siehst du es.“ „ Eher düster. Der Indianer ist rechtlos. Er wird betrogen und wenn er sich wehrt, dann ist er gleich ein Friedensbrecher.“ Abigail sog an seiner Pfeife. Blies den Rauch aus und schaute diesem nachdenklich nach. „ Aber so sind sie alle, auch die besten, wenn es sich um die Indianer handelt… Ich sehe seit langem wie sehr unser Volk unter der Kontrolle der weißen Soldaten leidet und das wir einen Weg finden müssen, mit dem weißen Mann auszukommen, wenn wir als Volk überleben wollen. Was geschehen ist lässt sich nun nicht mehr ändern. Die Weißen sind anders. Wir werden uns den Begebenheiten anpassen und auch akzeptieren müssen, die Bleichgesichter auf Dauer zu begegnen, weil sie immer tiefer in unsere Gebiete eindringen werden. Ich habe ihre Wagenspuren in der Prärie gesehen, große Planwagen mit all ihrer Habe beladen. Auf jeden Indianer schossen, wenn sie einen sahen. Sie werden nie wieder fortgehen. Überall entstehen neue Forts.“ Heika nahm es voller Zorn hin, obwohl er teilweise anderer Meinung war. Erneut öffnete sich die Türklappe und Salida huschte mit zwei Körben voller süßen Beeren herein. Sie sah Heika mit ihren großen braunen Augen an, senkte aber gleich den Blick, verhielt sich so unauffällig wie möglich. Sie ging hinter den Männern vorbei und setzte sich zu Ashley. „ Der Rat der Älteren wird morgen tagen. Sie wollen darüber diskutieren wie es nun weiter gehen soll. Alle sind auch gespannt auf deine Erzählung,“ sagte Abigail. Der Abend im warmen Tipi wurden in großer Runde abgehalten, Freunde und Bekannte waren gekommen. Gern erzählte man sich Geschichten. Auch von den Zeiten, als das Land noch frei und wild war und ihnen gehörte ohne Weiße. Dann blickten alle auf Heika. Er musste viel von den vergangenen Monaten erzählen.

 

 

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