Heinz-Walter Hoetter

Ein Tag aus meinem verkehrten Leben

 

 

 

Als ich von unten runter fiel, knallte ich mit voller Wucht nach oben auf den Boden. Aus der Stromleitung schoss mir das Wasser genau auf die Hühneraugen, die bald nichts mehr sehen konnten. Instinktiv roch ich den falschen Hasen, konnte aber zu meiner Erleichterung feststellen, dass es nur eine Katze war, die an mir in Todesangst vorbei rannte. Ich schaute jetzt aus dem Fenster. Der Akku lief akkurat und stöberte ausgelassen im Salat herum. Was für ein geiler Anblick, denn auf dem Display meines TV-Gerätes sah ich einen dieser Möter, eine Mischung aus Mensch und Köter. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Aber es gibt immer ein erstes Mal, in jeder Beziehung.

 

Langsam wurde es jetzt gegen Abend draußen hell. Sonne, Mond und Sterne, auch in Herne, dachte ich so bei mir. Die Stimmung wurde trüber, denn Nebel kam plötzlich auf, den ich von früher her kannte. Ich grüßte ihn nicht, sondern machte mich ganz schnell dünne, weil ich ihn nicht sehen wollte. Also machte ich beide Augen zu und legte mir Tomaten drauf. Zum Abschied küssten sich Cola und Orange, die in meiner Hütte vorübergehend untergekommen waren. Jetzt gingen beide in die Mülltonne, wo sie auch hingehörten. Ich rief ihnen noch ein Wiedersehen hinterher, das aber nicht so gemeint war, denn ich war froh, dass ich sie los geworden bin, diese Loser.

 

Stille kehrte ein, die ich zusammen kehrte und in der Toilette runter spülte. Das mache ich immer so, nur kann ich das öffentlich nicht zugeben. Ich bin einfach zu schüchtern.

 

Die dunklen Schatten warfen ihr helles Licht voraus. Ein Hund krähte in einem Hinterhof, wo der Hof hinten lag. Ich setzte mich gemütlich gleich neben die Eingangstür hinter dem Weh-Zeh auf meine vier Buchstaben, A, B, C und D und schrieb ein Gedicht, das ich mal vor langer Zeit als Klempner gedichtet habe. Hier ist es.

 

Verkehrte Welt

 

 

Der Hund kräht früh am Morgen.

Der Hahn bellt wie verrückt.

Und droben hoch im Norden, Friesenjodeln

recht entzückt.

 

Die Kuh, die melkt den Bauer.

Das Ei, es legt ein Huhn.

Ganz ohne lernen wird man schlauer.

Die Arbeit will nichts tun.

 

Der Hirsch erlegt den Jägersmann.

Die Gans, die stiehlt den Fuchs.

Jedermann nicht alles kann, wie Frauen

es nicht gibt, mit dichtem Bartbewuchs.

 

Am Abend wird es Morgen.

Die Dunkelheit macht hell.

Wer Geld hat, der hat Sorgen und

Schnecken rasen schnell.

 

Das Fenster guckt zum Manne rein.

Es wedelt Schwänzchen mit dem Hund.

Das Gläschen trinkt rotweißen Wein und

führt sich selbst zum Mund.

 

In dieser Welt, da stimmt was nicht.

Der Riese nennt sich Zwerg (und umgekehrt).

Der Degen mit dem Fechter ficht.

Der Hügel wird zum Berg.

 

Ich lass’ mal fünfe gerade sein, es hat mir Spaß

gemacht. Verkehrte Welt ist gar nicht fein, doch

hab’ ich viel gelacht.

 

 

©Heinz-Walter Hoetter

 

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