Francois Loeb

W! Eine Wochengeschichte

Was einzelne Buchstaben vermögen, zu Lesen in der neuen Wochengeschichte aus meiner Feder:

W!

Gelbe Warnwesten. Sieben Männer stehen neben einer Grube, die ein Bagger mit höllischen Geräuschen soeben ausgehoben hat. Diskutieren. Verwerfen die Hände. Stecken die Köpfe zusammen. Einer hebt die Hand zur Faust. Wird er handgreiflich? Um die Gruppe hat sich Zuschauerschaft gebildet. Vornehmlich Rentner, die sich keine Baustelle entgehen lassen. Versuchen mitzureden. Werden aber vom Capo der Gelbwesten zur Ordnung gerufen. Mit brachialen Drohfingern sediert. Denn der Chef lässt die Muskeln seiner Beine und Arme selbst diese der Fingerkuppen spielen. Verbreitet dadurch Angst und kommenden Schrecken, dem niemand ausgesetzt werden möchte. Dafür spitzen nun alle die Ohren, als gehörten diese einem Mitglied der Crew vergangener Welraummissionsmärchen. Kein Wort wollen die Betagten sich in Luft auflösen lassen. Fangen jeden Buchstaben geschickt auf. Bugsieren diese dem oder der Nächsten aus reiner Nächstenliebe zu. Erfahren dadurch, dass in dem ausgehobenen Loch ein machtvoller Buchstabe versickert sein soll, der für den Lauf der Zukunft ein unschätzbarer Wert darstelle. Über Leben und Tod entscheiden werde, falls ihm nicht auf die Spur zu kommen sei. 
Das Problem liege als Verstärkung der Problematik darin, dass genau an der Grabungsstelle ein Kreuzungspunkt wichtiger internationaler Datenleitungen, die für den Frieden auf Erden von grösstem Wert seien, liege. Bereits habe ein Endbuchstabe, das grosse Z entwischen können. Sich durch verschlungene Wege der Abdrift anheimgegeben. Verursache entsetzliche Schäden. Könne nicht mehr eingefangen werden, da alle Ortungsversuche bisher gescheitert. Jedes Mal, wenn die Echolotpeilung gelang, wäre das grosse Z sich des Tarnmechanismus bedienend einfach erneut unsichtbar geworden. Auf den Geräten der Suchtrupps entschwunden, die ihre undankbare Arbeit neu zu starten hätten, obwohl die Aussicht auf Erfolg im Promillebereich liege. Doch Verantwortungsübernahme zwinge auch zu beinahe aussichtslosen Versuchen, um eben diesen gefährlichen Grossbuchstaben Z einzufangen. Zur Vernunft zu bringen. 
Und nun die noch grössere Katastrophe. Das Entschwinden des Buchstabens w, der zuletzt eben hier vor dem Ausheben der Grube, die ja nicht die Grube sei, in die diejenigen fallen würden, die diese selbst gegraben hätten, gesehen, beachtet wurde. Dieses kleine noch unausgegorene w, gehöre zu einem so entscheidenden Zukunftswort, an dem unser aller Schicksal hänge. 
ZEITENwENDE! Was das Verschwinden des kleinen w bedeute, könne sich jeder selbst vorstel …

Und als Bonus ein weiterer DREISATZROMAN aus meiner Feder:

E N D E  D E R  W E N D E 

Das Ende der Wende 
Wendet das Ende 
Unfein und klein. 

Sein Ende 
Wendet 
Signale sendend 
Den Anfang 
Aufschiebend lang. 

Klamm 
Wann 
Soeben 
Dann.

Herzlichst
François

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.05.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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In den Gedichten hat der Autor das lyrische "Ich" durch ein vorwiegendes lyrisches "Du" bzw. "Wir" ersetzt, was eine kollektive Nähe zum Geschehenen hervorruft.
Die sehr eindrücklichen Beschreibungen leben von den vielen Metaphern und Vergleichen.
Eine klare und leicht verständliche Sprache sowie wohlgeformte Reime ermöglichen dem Leser einen guten Zugang zu den Gedichten.
Etwas für Lyrik-Liebhaber und jene, die gerne über das Leben philosophieren. Eine kleine poetische Reise, die den Leser zum Verweilen und zum Nachdenken über den Sinn des Lebens einlädt.

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