Der erste Blick
Aus zwei Schießscharten mustern mich Opalfarbene Augen.
Eine dunkle, weibliche Gestalt sitzt mir im Bus gegenüber.
Ihre Hände scheinen sich gegenseitig zu schützen.
Sie liegen ruhend auf ihrem Schoß.
Mein Blick wird magnetisch von diesen dunklen Augen angezogen.
Ich versuche zu erkennen, was sieh sehen.
Sie schauen nach unten, fast verschämt um sich vor der Umgebung zu
verstecken.
Es gelingt mir nicht einen Kontakt herzustellen.
So verharre ich in der Betrachtung und vermeide die Grenze der Belästigung nicht zu übertreten.
Ganz sicher hat sie meine Aufmerksamkeit gespürt.
Ein Blick, weniger als ein My traf mich und ich fühlte mich in ihre Aura eingesogen.
Ihr Nyqab gestattet ihr nur ein begrenztes Bild der Welt und der Menschen.
Aber vielleicht ist es ja ganz anders? Vielleicht ist es ja das WESENTLICHE was sie sieht.
Plötzlich steht sie auf. Graziös und stolz.
Wie zufällig berührt sie meine Hand.
Ein Hauch von Orangenduft bleibt in meiner Erinnerung.
Copyright: 30.06.2022
Charles G. Dannecker
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Charles G. Dannecker).
Der Beitrag wurde von Charles G. Dannecker auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.06.2022.
- Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).
t-online.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)Charles G. Dannecker als Lieblingsautor markieren

Im Takt der Tage
von Ilse Dunkel
„Im Takt der Tage" ist wirkliche Lyrik. Ganz unverbrauchte Wendungen und Bilder findet man in den Texten, und fast immer haben die Gedichte eine philosophische Tiefe. Sie sind (objektiv) wahr und gleichzeitig authentisch gefühlt. Das macht den Reiz dieses Buches aus. Immer wieder ist es die Wonne des Augenblicks, die Ilse Dunkel beschreibt, das Sich-Fallen-Lassen und Genießen im Jetzt. Der Augenblick - er ist das stille, verborgene Thema, das sich durch die 68 Seiten dieses Buches zieht. Die Angst, dass der Moment bleiben möge - und doch immer wieder die Hoffnung, dass sich alles noch weiter entwickelt und nach vorn stürmt. Vorfreude, himmelwärts, zum Gipfel. „Der Gipfel / höchster Genüsse / in der Höhenlage / aller Möglichkeiten", wie die Autorn schreibt.
Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!
Vorheriger Titel Nächster Titel
Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:
Diesen Beitrag empfehlen: