Dieter Battisti

Falls Sie einen Abstecher ins Neandertal riskieren

Ich wollte mich Heute mit Sokrates auf dem Mond treffen, einen Joint rauchen und
über das Neandertal quatschen.

Wie ein Delfin im Fressrausch, machte ich mich erst mal über die Currywurst her,
denn ich wollte noch ins Neandertal Museum. Ich verschluckte mich mehrmals.

Wenn, dann Verlies ich wie ein schleichender Furz meine 2,5 Zimmer Wohnung in
der Nähe von Düsseldorf, quetschte mich in den Autositz und bretterte los.

Die Leute in der Nachbarschaft, kannten mich unter dem Namen Kai Buhlbecher. Ob
sie meinen Beruf als Promoter kannten, kann ich Ihnen nicht sagen. Auf jeden
Fall stand fest, dass ich 46 Jahre auf dieser mittlerweile Egoistischen und
Gierigen Welt herumirrte. Ich war ledig und meine gegelten Blonden Haare, kämmte
ich nach hinten. Meine Mandelförmigen Augen und der vermatschte schlanke Körper
mit 1,85cm spornten mich an meinen nach Orange duftenden Fußboden, mit T-Shirt,
Jeans und bunten Turnschuhen zu putzen. In meiner aufgeräumten Wohnung befand
sich kein Kuhkopf und auch kein Pferdekopf.

Glück empfand ich, wenn sich Menschen um andere Menschen, die am Rande der
Gesellschaft lebten kümmerten. Menschen mochte ich nicht, die sich für etwas
besseres hielten. Als Kind schämte ich mich, eine Krawatte zu tragen.

In meiner Jugend hätte ich meinen Vater am liebsten ein Ohr abgebissen. Er
wollte, dass ich Automechaniker werde, ein Haus baute und eine Familie gründete.
Alles nichts für mich. Ich machte lieber, was ich wollte und war fest überzeugt,
dass zu viele weiße Schafe meckerten.

Ich wollte das schwarze Schaf unter den vielen weißen Schafen sein und laut
meckern.

In einer festen Partnerschaft lebte ich nicht. Es schlenderten ja so viele
schöne Frauen durch die Straßen und im Internet fand man sie auch. Sich dann für
eine zu entscheiden fiel nicht leicht. Eine Ehe GmbH & Co KG wollte ich nicht
gründen. Schnell langweilig. Abends traf man sich zum Plausch und fragte, was
hast du Heute gemacht? Was habe ich Heute gemacht? Nicht gerade anregend.

Das Single Leben gefiel mir besser. Ich war doch kein Schnitzelfresser und erst
recht, kein mit dem Kopf in der Schisse steckender Schreibtischmörder.

Plötzlich im Museum angekommen, es war das Jahr 2022, Sommer 2022, rannte mir
ein Neandertaler hinterher.
>Wie kommt der denn jetzt hierher
Er klammerte sich an einen Stuhl und winkte mir zu. Ich stampfte zu ihm.
>Setze dich hin<, sagte er zu mir und gab Urgelaute von sich.
>Ich bin Neandertaler Drummel und erzähle dir meine Geschichte.<

Drummel hatte eine überdimensionale Nase, kräftige Schneidezähne, starke Muskeln
und Knochen. Heute weiß man, dass Drummel mit dem Heutigen Menschen verwandt
ist. Der Neandertaler war auf Fellarten angewiesen, die ihn vor eisigen
Temperaturen schützten, weil er in der Höhle überleben sollte. Die Höhlen
dienten als Unterkunft. Neandertaler bezeichnete man manchmal als
Höhlenmenschen, weil man Skelettreste in Höhlen gefunden hatte.



Das Neandertal -Schutzgebiet umfasste ein Gebiet, dass neben dem eigentlichen
Tal der Düssel auch ein größeres Umfeld einbezog, dass nicht zum eigentlichen
Neandertal gehörte.

Auf einmal, als ich das Museum verlassen wollte, hängte mir der Neandertaler an
den Versen. Bis zu meinem Auto. Er riss die Beifahrertür auf, schmiss sich in
den Sitz und gab Tierische laute von sich. Ich beschloss, Drummel mit nach Hause
zu nehmen. Pustend und schnaufend in der Wohnung angekommen, traute ich meinen
großen Augen nicht. Berauschend.

Drummel zuckte vor meinem Wellensittich, der im Käfig auf der Stange hockte,
zusammen. Er rollte sich auf dem Boden hin und her. Die Musik aus dem Radio
veranlasste ihn, Urgelaute von sich zu geben. Mit einer Haar Bürste strich er
über seine Füße, die so groß waren, wie eine Elbtalbahn.

Ich schaltete die Idioten Ampel (TV) ein und Neandertal Drummel kroch unter den
Wohnzimmertisch. Eine panische Angst packte ihn.

Nun riss ich den Staubsauger fast aus der Wand und Drummel sollte lernen, den
Boden zu saugen. Die Urgelaute waren wieder nicht zu überhören. Drummel
betrachtete Neugierig das Ding. Ich versuchte ihm klar zu machen, dass der
moderne Staubsauger die Hausarbeit, der Menschen erleichterte. In seiner Höhle
war das noch undenkbar. Ein hinterlistiger Kamerad war der Staub, den ich
Drummel vor die Füße rieseln lies. Ich machte ihm klar, dass der Staub kommt,
bleibt und sich sammelte. Drummel sollte lernen, dass der Staubsauger den Staub
vom Boden aufsaugte. Der Staubsauger war ein Multitalent.




Der moderne Staubsauger erleichterte die Hausarbeit und arbeitete gründlich.
Probleme wie Tierhaare, Krümel oder Fusel auf dem Teppich, kein Problem.
Neandertal Drummel lernte schnell.

Im Neandertal wo früher Drummel wohnte, gab es eine etwa 50 Meter tiefe enge
Schlucht, mit Kalkstein und teils überhängenden Wänden, Wasserfällen, vielen
kleineren Höhlen und großen Artenreichtum. Ein Staubsauger hätte da wohl nicht
viel gebracht.




Im Juli 2022




Ende






Dieter Battisti

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.07.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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