Francois Loeb
SOMMERMÄRCHEN
EIN SOMMERMÄRCHEN
Der Jägermeister und das Reh Nicht etwa, dass vermutet wird, ich sei ein Trinker. Nein, keineswegs. Hin und wieder ja. So ein Achtele vergärte Traube. Oder zwei. Jedoch nimmer Jägermeister. Zu hart für meinen Gaumen! Aber dieses Märchen, das ich so nenne, obwohl es keines darstellt, ist keineswegs vorenthaltbar, deswegen es meiner Erzähler Realität zugeordnet werden soll. Der Realität des Märchenlandes. So gestatte ich mir zu beginnen: „Es war einmal ein klitzekleines Rehlein, das am Verzweifeln war. Wirklich wahr und wahrhaftig. Am Verzweifeln. Denn es hörte von dem Jägersmeister, der es auch auf sein bescheidenes Leben abgesehen haben soll. Das Rehlein ins unbekannte Jenseits befördern wolle, auf seinem Teller landen solle. Das nun wollte sich dieses nicht gefallen lassen. Nicht wie alle seine Vorväter und -mütter. Trotz der Warnungen der ganzen Waldesrehpopulation von solch verwerflichem, das Waldesweltgeschehen umkrempelnden Gedankengut zu lassen, dachte das Rehlein weiter und weiter. Dachte sich aus, wie es wäre, wenn wahrhaftig alles auf dem Kopf stehen würde. Jäger sich vor Rehlein fürchten, Deckung in Waldestiefe suchen, sich verkriechen würden. Das wäre dann des Rehleins Paradies, zumindest in seinem kleinen Köpfchen. Und siehe da, natürlich in des Rehleins Märchenwelt, wurde dies so wahrhaftig wahr, sodass eben dort die Rehe Oberhand gewannen, da die Menschen des selbst erzeugten Klimawandels einfach von der Waldeskugel verschwanden. Weiter als diese Kugel, eben ein Kügelchen, konnte das Hirnlein des Rehleins nun einfach keine Gedanken fassen. Alles was darüber hinausgehen könnte, alles, was jenseits des Waldes wäre, war unvorstellbar für das aufmüpfige Hirnchen. Und so blieb es, was es wahrhaftig war. Ein wahres Sommermärchen für das kleine Rehlein und den Jägermeister, obwohl es wahrhaftig keineswegs nur ein Sommermärchen war.
Und als Bonus ein weiterer DREISATZROMAN aus meiner Feder: J A G D Jagd auf alles In der globalen Welt Was unter dem blauen Himmelszelt. Weiss und gelb Rot und grün Hart und weich Bis leergefischt Der Himmelsteich. Gejagt Bejagt Verzagt Verjagt ...
Herzlichst
François Loeb
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.07.2022.
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Ein geborener Nobody hat, sofern er überhaupt jemals etwas besitzt, höchstens ein Drittel von dem, was die Norm ihr Eigen nennt. Denn er hat nun mal keine Lobby und somit auch keinerlei Protektion. Steht dabei immer in vorderster Linie des täglichen Überlebenskampfes, sich dabei selbst im Wege und muss gegen tausende Dinge ankämpfen, von deren Existenz die Masse erst einmal gar nichts weiß. Für Charly stehen die Sterne bereits schlecht, als er 1950 in Düsseldorf als Sohn staatenloser Eltern geboren, die ersten Lebensjahre in einem alten Backsteingebäude heran wächst, das hinter vorgehaltener Hand der blutige Knochen genannt wird. Als staaten- und heimatlos gestrauchelter Seemann, Chaot, Loddel und Taxifahrer, begegnet er im Alter von 53 Jahren seiner Muse, in die er sich unsterblich verliebt, sie jedoch kurze Zeit später wieder verliert. Philosophierend taumelt er weiter durch den Keller des Lebens. Seine teilweise selbst erlebte Geschichte erzählt der Autor in der Gossensprache, die er gelernt hat und reflektiert damit das Leben im gesellschaftlichen Randzonenbereich. ..für viele unserer so unglaublich normalen, überschlauen Zeitgenossen, auf eine manchmal etwas vulgär formulierte Art zu schmutzig. Aber die Wahrheit ist nun einmal schmutzig.
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