Rüdiger Jagsteit

Das kein Arsch Profil

Vor einiger Zeit kam mir mal so der Gedanke, den Namen auf meinem

Facebook-Profil in "Kein Arsch" zu ändern. Der zündende Hintergedanke

in dieser Angelegenheit bestand eigentlich darin, dass ich genau mit diesem

Namen der Menschheit im Internet unmissverständlich mitteilen konnte,

was ich augenscheinlich nach eigener Meinung bin:

Kein Arsch!

 

Nun, über das warum, wieso und weshalb möchte ich hier keine grossen

Worte verlieren, aber es kommt immer mal wieder in bestimmten

Lebenssituationen einem Außenstehenden eben genauso vor als ob man

einer wäre. So ein Arsch halt.

 

Ich selber vertrete ja die Auffassung, auch die negativen

Charaktereigenschaften gehören zur Persönlichkeit dazu und man sollte

sie nicht bewusst ausblenden. Aber eben auf Plattformen wie Facebook

bietet man dann doch eher die "rosaroten Brillen-Formate"

in seinen Postings an und gerade wie ich mich am besten nach

Außen darstelle, wird hier einmal mehr zu einer fundamentalen Sache.

Auch aus der Situation heraus, dass man einige seiner "Fb-Freunde"

womöglich nicht einmal persönlich kennt!

Wer schreibt dann schon gerne über sich selber "Boah, bin ich ein Arsch"....

 

Trotzdem hinterlässt man natürlich durch eine derartige Namensänderung über

die unzähligen Interaktionen seine eigene, individuelle virtuelle Duftmarke.

Ist das Leben dann wirklich noch so rosarot wenn ich in meinen

Benachrichtigungen lesen muss "Kein Arsch gefällt dein Beitrag"?

"Kein Arsch hat deinen Link geteilt" oder "Kein Arsch hat deinen Beitrag

kommentiert"....? Man postet die Party des Jahrhunderts und

"Kein Arsch nimmt daran teil"?

 

Paradoxerweise sollte ich mich dann vielleicht mit dem Gedanken anfreunden,

dass ich aufgrund der ins Profil gemeißelten, aber fehlgeleiteten Bedeutung

meines neuen Namens für mich, dann wohl aus der einen oder anderen

Freundesliste entfernt werde.

 

Also wenn du "kein Arsch" sein willst, kommst du so auch nicht weiter.

Was für eine verrückte Welt.

 

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In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

Ich vernehme mich selbst, ich höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Die Sprache ist dabei meine Helfershelferin und Komplizin, wenn es darum geht, mir die Wirklichkeit vom Leib zu halten. Wenn ich mein erzähltes Ich beschreibe, beeinflusse, beschneide, möchte ich begreifen, wissen, welche Ursachen Einflüsse bestimmte Dinge und Menschen auf mein Inneres auf meine Handlung nehmen, wie sie sich integrieren bzw. verworfen werden um mich dennoch im Gleichgewicht halten können.

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