Karin Grandchamp

Niemand wollte mit dem kleinen Mädchen spielen

Damals habe ich noch in der Stadt gewohnt. Meine Tochter war gerade sieben Jahre alt. Sie hatte viele Freunde und Freundinnen. Von meinem Fenster aus konnte ich genau sehen, mit wem sie zusammen war und spielte. Ich warf ständig ein Auge auf sie, denn ich hatte immer Angst, dass ihr etwas passieren könnte. Eines Tages kam sie aus der Schule zurück und erzählte mir. dass sie eine neue Mitschülerin hätte. Diese wurde jedoch von den Klassenkameraden nicht akzeptiert aus dem einfachen Grund, sie war dunkelhäutig. Angeblich wohnte sie gleich um die Ecke, obwohl ich sie nie zuvor gesehen hatte. Ihre Mutter war hellhäutig und ihr Vater dunkelhäutig. Am Nachmittag, als meine Tochter spielen ging, warteten bereits alle ihre Freunde auf sie. Nach einer gewissen Zeit, ich war gerade am Fenster, sah ich das kleine Mädchen. Ich beobachtete die Kinder und sah, dass niemand von der Kleinen Notiz genommen hatte und anscheinend auch niemand mit ihr spielen wollte. Sie sah so traurig aus und hatte doch auch nur den einen Wunsch, sich mit den anderen zu amüsieren. Aber nein, niemand machte den ersten Schritt. Alle tuschelten miteinander herum und sahen dabei das kleine Mädchen an. Ich sah der Kleinen an, dass ihr nicht wohl war dabei. Ich wollte ihr helfen und da kam mir eine Idee. Ich rief meine Tochter, sie sollte mal kurz zu mir kommen. Zusammen hatten wir eine Unterhaltung in Bezug auf das kleine Mädchen. Meine Tochter erzählte mir, dass keiner mit ihr spielen wollte, weil sie dunkelhäutig war. So wie ich es von Weiten beurteilen konnte, war es ein sehr niedliches und wohlerzogenes Kind. Dann erklärte ich meiner Tochter, dass sie zu ihr gehen sollte, um sich mit ihr anzufreunden. Sie ist so wie du sagte ich ihr und ihre Hautfarbe hat nichts zu sagen. Meine Tochter machte das, was ich ihr gesagt hatte aber hatte Angst, dass sie ihre Freunde nichts mehr von ihr wissen wollten. Beide , meine Tochter und das kleine Mädchen spielten dann so nett zusammen, sodass ichTränen in den Augen hatte. Kurze Zeit drauf kamen ihre Freunde, einer nach dem anderen und alle spielten zusammen. Die Kleine freute sich so sehr und die Kinder hatten viel Spaß zusammen. Von diesem Tag an gewann das Mädchen richtige Freunde und war mir sehr dankbar für das, was ich getan hatte. Auch ihre Eltern waren überglücklich. Man sollte nie im Voraus jemanden verurteilen und schon gar nicht wegen seiner Hautfarbe.

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.08.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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