Francois Loeb

DAS BLAUE WUNDER

Ein Wunder das sich anders darstellt als gedacht,:

Seit längerer Zeit bin ich bettlägerig. Das Alter hat zugeschlagen. Wie es so der Ablauf des Lebens, ob es einem gefällt oder nicht, ergibt. Die grösste Freude bereiten mir die Besuche meines einzigen Enkels. Er kommt jeweils am Mittwoch nach der Schule. Schaut nach mir. Ob es ihm gefällt oder nicht, ist mir unbekannt. Denke aber, dass er nicht auf Befehl seiner Eltern den Umweg zu meinem Haus einschlägt, denn das Leuchten seiner Augensterne wäre nie so intensiv, wenn der Widerwillen in ihm die Oberhand bekäme, ihn mit ihren gierigen Händen leiten würde.
Und heute ist wieder Mittwoch, auf den ich die ganze vergangene Woche gewartet habe. Diese sind nun von Mittwoch zu Mittwoch, nicht mehr von Montag zu Sonntag. Immerhin haben diese Zeitabschnitte jetzt 8 Tage anstelle von sieben. Was wäre ich früher darüber froh gewesen. Einen geschenkten Tag zu erhalten! Doch zurzeit überwiegt dadurch das Warten auf den Besuch, eine echte Plage für meinen Geist.
Heute ist Mittwoch, mein Sonntag könnte ich ihn auch nennen und mein Enkel kommt pünktlich wie stets. Ich höre das Drehen des Schlüssels, den ich ihm überlassen habe im Schloss. Er nimmt den Schemel zu meiner Liegestatt, begrüsst mich, erzählt, wie seine Woche abgelaufen ist. Auseinandersetzung mit Lehrer Läubli, einer Klausurnote wegen, die er, wie könnte es anders sein, haushoch verloren hat. Ich frage, ob er wisse, was ein blaues Wunder sei. Er bejaht sofort, fügt jedoch bei, dass er ein solches noch nicht erlebt habe, ihm dieses so oft vom Vater bei Ungehorsam angedroht worden sei. Er wisse schlichtweg nicht, was es beinhalte, habe aber vielmals in der Nacht in seinem Bett darüber sinniert, sich das Allerschlimmste in blauen Farben seiner Fantasie vorgestellt. Ich sehe, wie sein Augenhintergrund, den ich so liebe, sich beim Schildern verdunkelt. Die Angst übernimmt dabei, da bin ich sicher, das Zepter in seinem Körper.
Mache mir Vorwürfe. Hatte doch ein ganz anderes Ziel. So erkläre ich ihm, was für mich ein blaues Wunder darstelle. Erinnere mich jeweils im Hochsommer, Ende Juli Anfang August auf meinen Fussmärschen (ach, war das damals wunderbar und ich kann diese Gänge im Geist immer noch nacherleben, was ist das menschliche Hirn wundervoll) bei anhaltender Trockenheit die blauen Blüten der Kornblume all den Widrigkeiten trotzten, entlang der Wanderpfade alles in einen blauen Traum verwandelten.
Ermuntere meinen Enkelsohn jetzt auf Wanderung zu gehen, um das echte blaue Wunder zu erleben …
Und als Bonus ein weiterer DREISATZROMAN aus meiner Feder:
D A S B L A U E W U N D E R
Blau schillert
Der Himmel
Von blauen
Flatternd
Vögeln
Wimmelt.
Da
Eine
Graue
Wolke
Baut
Sich
Auf.
Ja das
Des Lebens
Blauer Lauf
Das Blau
Alsdann
Erscheint zu
Gegeben Zeit
Schillernd erneut.
Herzlichst
François Loeb
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.08.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Trilettantia von Dr. Harald Krusekamp



Trilettantia ist der Titel einer Erzählung, deren Handlung Ende des 22. Jahrhunderts spielt. Trilettantia ist keine SF-Erzählung, was sie vielleicht auf den ersten Blick zu sein scheint. Was in Trilettantia in der Zukunft spielt, ist die Gegenwart, die beleuchtet wird aus einer Perspektive, die unsere heutige Wirklichkeit überwunden zu haben scheint – jedenfalls ihrem Anspruch nach. Denn selbstverständlich geht der aufgeklärte Mensch des 22. Jahrhunderts davon aus, dass in 200 Jahren die Welt – bzw. das, was wir dann darunter verstehen werden – vernünftiger geworden ist, die Vernunft wieder ein Stückchen mehr zu sich selbst gekommen ist. Aus dieser Perspektive werden uns Strukturen und Charaktere des begonnenen 21. Jahrhunderts deutlich als Atavismen erscheinen. Nun ja: jedenfalls vielleicht...

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