Karin Keutel

Ich schlaf` in deinen Armen ein

Ich schlaf in deinen Armen ein .........

Lange liege ich schon wach und denke über den heutigen Tag nach.

Besorgungen, Rasen mähen im Garten, Mittagessen kochen, der

überraschende und freudige Besuch am Nachmittag, ach ja,

da war ja noch ein Anruf.

Neben mir höre ich deine leisen Atemzüge, die allmählich in knarrende

schnarchen übergehen.

Ich möchte so gern einschlafen, aber dein Schnarchen hält mich wach,

so kreisen meine Gedanken immer wieder und wieder um den einen

Anruf am heutigen Nachmittag Er, den ich im Chat kennenlernte,

möchte mich treffen, mich sehen.

Meine Neugierde ist geweckt, über vieles haben wir schon geredet,

geschrieben, aber mit einem so baldigen Treffen hatte ich nicht gerechnet.

Gehe ich zu diesem Treffen? Meine Gefühle schwanken und immer wieder

höre ich dieses chrrr, chrrr, brrr.

Wie sieht er aus, ist er groß oder eher klein, wie ist seine

Augenfarbe, was macht er auf mich für einen Eindruck?

Äußerlichkeiten, vieles mehr geht mir durch den Sinn.

Ich, ich schwanke, was wird er von mir halten, so mitten in der Nacht,

werde ich ihm gefallen oder wird er enttäuscht sein?

Unruhe ergreift mich, ich kann nicht mehr im Bett bleiben.

Etwas in mir treibt mich.

Leise und auf Zehenspitzen schleiche ich mich davon, höre noch

einmal auf deine Atemzüge, sehe dein liebes Gesicht und schon ziehe ich

mich in Windeseile an.

Ich schaue mich noch einmal um, dann greife ich zu Handtasche

und Autoschlüssel, stürme die Treppe hinunter.

Mein Herz rast, meine Gedanken überschlagen sich.

Aber meine innere Stimme treibt mich, ich muss ihn sehen.

Lust auf Abenteuer?

Schon sitze ich im Auto und rase über die Landstraße, fasst hätte ich

die Autobahnauffahrt verpasst.

Nun sind es noch 55 km. Es sind, Gott sei Dank, in dieser Nacht nicht viele

Autos unterwegs. Meine Hände sind eiskalt und feucht.

Die Erwartung und Aufregung werden immer stärker, je näher ich meinem

Ziel komme.

Ich schalte das Radio ein, leise einfühlsame Melodien besänftigen mich ein wenig.

Hier kommt schon die Ausfahrt. Bald bin ich am Ziel.

Wird er überhaupt da sein? Zweifel machen sich breit, an meinem nächtlichen Tun.

Jetzt bin ich am Ziel. Ich stelle den Motor aus, das Standlicht lasse ich an…….

Unser Erkennungszeichen.

Der Marktplatz liegt verlassen, unheimliche Stille, die Stadt liegt im Schlaf.

Ich steige aus dem Auto aus. Da plötzlich, als ich mich umschaue, sehe ich im

Schein der Straßenlaterne eine Gestalt auf mich zukommen. Ist er es?

Seine Umrisse sind groß, er ist breitschultrig, hat einen leichten Gang,

trägt einen Mantel.

Mir ist plötzlich kalt und heiß zu gleich. Was tue ich hier?

Er kommt immer näher auf mich zu, er ist es, er muss es sein.

Ist da etwas von freudiger Erwartung in mir, gleich werden wir uns in den

Armen liegen.

Doch da, was ist das, was funkelt da im Mondlicht in seiner Hand,

eine Pistole ein Messer?

Panik überfällt mich, was mache ich jetzt, weglaufen, schreien,

meine Stimme versagt, kein Ton kommt aus meiner Kehle,

meine Glieder gehorchen mir nicht.

Nur noch ein Schritt ......... Angst überfällt mich.

 

Schweiß gebadet sitze ich in meinem Bett.

War das Wirklichkeit oder Traum?

Ich komme langsam zu mir.

Im Halbdunkel des Schlafzimmers

schaue ich mich um.

Ich höre wieder das vertraute hrr,

herr, brrr, deine leisen Atemzüge.

Gut das es dich gibt.

Zärtlich küsse ich deine Wange, schmiege mich an dich

und schlafe in deinen Armen selig ein.

 

Text ©Karin Keutel

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.08.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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