Elke Müller

Amerika....

Die Nacht war still, warm und ohne Mond. Redmon allein im Heikas Zelt, konnte nicht schlafen, ruhelos wälzte er sich auf seinem Lager hin und her. Eine Hand strich plötzlich sacht über seine Brust. Erschrocken zuckte er zusammen. Ein Finger legte sich auf seine Lippen. Er konnte nicht das Gesicht erkennen und tastete nach der Gestalt welche rittlings sich über ihm bewegte. Spürte nackte warme weiche Schenkel an seinen Seiten. Er streckte seine Hände aus, lies diese an den Seiten entlangwandern. Andere kleine Hände wanderten unterdessen seinen Bauch hinunter. Einen Augenblick lang lies er es sich gefallen. Umschloss dann die Handgelenke, befreite sich und richtete sich sitzend auf. Mit beiden Händen führ er nun über glatte Haut und nackter runder Brust. Ertastete langes weiches seidiges, nach Bachblüten duftendes Haar. Eigentlich hatte er geplant langsam vorzugehen und sich viel Zeit zu lassen, doch ein heftiges Begehren erfasste ihn. Drückte seine Lippen auf ihren Hals. Küsste ihre Lippen und schob seine Zunge hinein. Sie erwiderte seinen Kuss gierig. Als er sie an sich zog, waren ihre Augen verschleiert, sacht erst, dann mit seiner ganzen Kraft, da erfüllten sich ihre scheu gehüteten Träume und die Leidenschaft brach durch. Jahrelang hatte sie ihre Gefühle tief in sich verschlossen. Erst als Redmon, ehe sie reagieren konnte, küsste und sie leicht zitterte, spürte sie nach unendlicher Zeit, das sie in den Armen von einem Mann lag, der sie sehr begehrte. All ihre verschüttete Wünsche und Sehnsüchte regten sich wieder. Er war ein sinnlicher, rücksichtsvoller Liebhaber und hatte ihr nie irgendwelche Versprechungen gemacht. Lächelnd strich er ihr das zerzauste Haar aus dem Gesicht. Von Anfang an hatte er sie begehrt, verdrängte jedoch seine Gefühle. Bis seine Selbstbeherrschung Risse bekam. Er atmete tief durch. „ Ich weiß, die Sache mit der Liebe, ich komme nicht klar damit. Ich weiß jetzt welche Karte ich spielen muss. Ich habe so eine Ahnung, das diese Nacht eine ganz besondere Nacht sein wird. Mir ist seltsam zu mute. Ich werde niemals wieder so sein wie vorher. Doch ich kann nichts tun. Ich liebe dich.“

Es war noch still, welche am frühen Morgen herrschte, bevor die schlafende Welt in die Wache wechselte. In wilden Galopp preschte ein Bote ins Zeltlager. Sprang vom Pferd und verschwand im Zelt des Häuptlings. Kurze Zeit darauf kamen sie heraus. In den Gesichtern stand Verwirrung. Es herrschte die höchste Alarmstufe. Alles war nun auf den Beinen. Jeder wollte hören wie bedrohlich die Lage war. Die Zeltklappe flog bei Seite, Akamos trat atemlos ein. Aus ihm ist ein großer junger Mann geworden, der nicht mehr an Salidas Rockzipfel hing. Jetzt sah er zum fürchten aus. Er warf einen seelenvollen Blick unter feuchten Wimpern zu Salida und Redmon. Schüttelte benommen den Kopf. „ Verdammt! …Man ahnte von den Gefahren… Ashley ist…“ Wütend und anklagend sprach er dann weiter. „ Ich war noch klein, konnte gerade laufen. Alles war gut und im Gleichgewicht, hatte eine Familie bis ihr Weiße gekommen seit und mit Waffen all das genommen habt, was uns gehörte. Jetzt habe ich keine Angehörige mehr. Kinder wie ich, waren traurig, verängstigt, deren Welt zusammengebrochen war und nicht wussten wie es ohne Eltern, Geschwistern, Großeltern und Freunden weiter gehen sollte. Ihr wollt alles besitzen, dafür wird gemordet, geplündert, geraubt und bekämpft euch untereinander. Ihr giert regelrecht nach Besitztümer. … Salida hatte mich aufgenommen obwohl auch sie verzweifelt und noch fast ein Kind war. Zuneigung und Fürsorge bekam ich nur von ihr. So weit ich zurückdenke war es sinnlos etwas zu erwarten oder gar zu erhoffen. Man behandelte uns entwürdigend, ständig waren körperliche Misshandlungen an der Tagesordnung. Ich habe nie etwas anderes gekannt. … Hier gab man uns ein Zuhause mit genügend zu essen und Kleidung. Hier haben wir einander Geborgenheit und Sicherheit, wie ein richtiges Zuhause. Aber nun, müssen wir wohl erneut um unser physisch und kulturelles Überleben kämpfen.“ Es war ein Argument, welches Redmon nicht entkräften konnte. Salida kniff die Augen zusammen und musterte Redmon. Er war aufgestanden, schüttelte den Kopf, sei es aus Unglauben oder weil er das eben gehörte nicht war haben wollte und sah ziemlich beunruhigend aus mit seinen breiten Schultern, dem sportlich durchtrainierten Körper und den langen Beinen. Seine Augen blickten dabei alles andere als freundlich. Plötzlich musste sie innerlich lachen, ein leichtes warmes Lachen. Er machte einige Schritte zum Zelteingang. Er bewegt sich dabei sehr behände, dachte sie, wie ein Mann, der schnell und leicht auf den Füßen ist, wie ein Indianer. „ Genau das habe ich befürchtet,“ sagte er leise. „ Niemand, kann die tiefen Narben auf der Seele alleine überstehen.“ Für einige Augenblicke sah er sein ganzes Leben einstürzen. Ehe Salida reagieren konnte, war er hinaus gegangen. Er ballte seine Hände zu Fäusten, verfluchte das Schicksal welches ihm das angetan hatte. An die Zukunft wollte er im Moment gar nicht denken. Den Rest des Tages und bis weit in die Nacht saß er mit anderen hohen Mitgliedern in der Ratsversammlung. Man hörte sich seine Ratschläge an. Die Auswahl an Möglichkeiten war zu einer einzigen zusammen geschrumpft. Trotzdem, es blieb nichts weiter übrig als all seine Hoffnung auf eine winzige Chance zu setzen.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.09.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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