Anne Ost

Alle schlechten Dinge sind drei

Gerade einmal 4 Wochen Sommerferien lagen hinter uns. Also noch lange keine Schule,  sondern Strand, Eis, Freunde treffen.
Was ich da noch nicht ahnte, es wird der Sommer mit dem Ereignis das sich in meine Seele einbrennt. 
Der Tod schlich in diesen Tagen um das Haus und lockte sie fort. Erst einmal, dann zweimal, beim dritten Mal hat er es geschafft. Sie ging für immer von uns.
Zwei Tage vor meinem 14.Geburtstag starb meine Mutter durch soizit.
Es wurde hell an dem Sonntag im August, ich wachte nach der schrecklichsten Nacht in meinem jungen Leben auf und wusste, nichts wird mehr so sein. Sie war weg, meine Mama war weg.
Vor ein paar Stunden lag sie noch neben mir im Bett und starrte an die  Zimmerdecke. Ich sah im Mondlicht ihre Augen, sie waren leer, ohne Gefühl, ohne Hoffnung. Die Narbe an ihrem Hals war jetzt gut zu sehen. Schon seit ein paar Tagen  trug sie ein Tuch um das zu verbergen was zuvor geschah, sie wollte sich auf dem Dachboden aufhängen. Mein Vater kam gerade noch rechtzeitig. Es war schon der zweite gescheiterte Versuch.
Weinend flehte ich Sie an, bitte geh heute Nacht nicht weg. Bitte geh nicht weg. Sie hatte es mir versprochen. Mit Tränen in den Augen und völlig erschöpft schlief ich endlich ein. Sie hatte es mir ja versprochen.
Am Morgen war der Platz im Bett neben mir leer.
Mama war weg. Ich bin Schuld, ich habe nicht aufgepasst. Wäre ich nicht eingeschlafen, wäre Sie noch da. 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.09.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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