Francois Loeb

REGENTANZ

Was denken Pflanzen? In der Wochengeschichte aus meiner Feder belauscht:

Bin stolz darauf, so viele Namen zu besitzen. Und dazu Heilkräfte, die mir nachgesagt werden. Aber nur wenn ich gegessen oder gekocht werde. Und das mag ich verständlicherweise gar nicht! Weisst Du belehre ich meine Nachbarpflanzen, dass ich neben Schafgarbe auch 
Achillenkraut, Barbune Bauchwehkraut,
Wilder Bienenpfeffer, Bolick, Dusendblad,
Edelgarb, Fasankraut Gabl Gachheil Graue Genge,
Gliedkraut, Gotteshand, Gransine, Grensing,
Grillenkraut, Grünsingkraut, Grüttblom, Guer,
Harwe, Hasenschardele, Heil allen Schaden, Herigottruckenkraut,
Reine Jase, Jungfrauaugbroen, Jungfrauenaug, Katzenkraut, Kelke,
Lämmlizunge, Margarethenkraut, Mannsleuterl, 
Nisch, Poorblöme, Quer, Reinfase, Weiss Reinfaren,
Relicken, Rels, Rippel , Rölken, Rötlich, Rohlei, Rolegger,
Rolyk, Rülkers, Rüppel, Rulk, Sachfrist, Sägkraut, Schabab,
Schabgrab, Schafrippe, Schafschier, Schafzunge, Schenken,
Schnitzelquäck, Schweinbauch, Schelkraut, Tausendaugbraun,
Tausendspalt, Wuntkrut, Zeiskraut 
genannt werde.
Und wer so zahlreiche Namen auf sich vereinigt, muss Wunder verwirken können. Oder zumindest in diesen verstrickt sein. Und ich, wie ihr liebe Nachbarn, die noch nicht von Schafen verspeist worden seid, mich schützt der Name, denn Schaf zu Schaf, nein, das schmeckt niemandem, ist giftig und zum …! Nein, ich sprech es nicht aus. Bin wohlerzogen. Wohlgeboren mit den so zahlreichen Namen, und trotzdem foltert mich die Trockenheit. Woher sollen wir das köstliche Nass nur gewinnen, das uns das Überleben sichert? Nun nicht wahr, nein, wahrhaftig wahr, ich leide weniger als ihr. Denn meine langen Wurzeln greifen in die Tiefe. In den Untergrund des Unbewussten der Natur und diese bringt es auch wie die Nacht an den Tag, oder der Tag an die Nacht, dass lange Wurzeln nicht Nachtteile, sondern vordergründige fordernde Teile mit sich bringen. Nicht nur mit sich. Durch sich. Ohne Durchsicht, denn diese würde uns erschrecken in ihrer klaren Sicht der klarsichtigen Fahrt auf das Ende zu. Den Herbst des Lebens trotz meiner so zahllosen Namen den vor- und nicht nachnehmenden Wurzeln. Denn es wird Kommen Kälte und Nacht. In schneeweisse Unschuld getaucht. Deshalb liebe vegane Nachbarschaft, ich nehme alle um uns schleichenden Schnecken dabei aus, lasst uns um den Regen bitten: Auf dass er uns tränke und nicht kränke. Das Ende versüsse. Uns in Wassermassen baden lasse. DER REGENTANZ beginne. Wurzeln lasset uns entwurzeln. Hin in die nasse Unterwelt des Bewusstseins, das dieses mit all den dunklen Gedanken löschen möge. Jubelnd uns trinken lasse. Fort von all dem vertrocknetem Denken, hin zum Jubel über das kommende Ende … !

Da erhebt das Gänseblümchen ganz hinten am plätschernden Bach sein Häuptchen wächst hoch, hebt haushoch sein Stimmchen: „Weshalb so madig? Warum so traurig? Seht nur, wie es mir ergeht! Gepflückt, gerupft, um zu beweisen, ob Liebe Liebe sei. Meine Antwort klar und deutlich, das NICHT gestrichen, entsorgt im Magen der Geschichte. Denn Fortuna soll herrschen. Und Liebe ist das Synonym für Glück, das ich verbreite, verbreiten will …

 
Und als Bonus ein weiterer DREISATZROMAN aus meiner Feder:

E R D E N K R E I S

Regentropfen 
stopfen 
Der Erde Durst. 
  
Wurzeln dann  
Blühend dankend 
Dem Himmel  
Hin zu streben. 
  
Verwelkend 
Köpfe senkend 
Sich erneut 
Der fruchtbar 
Erde zu sich 
Wendend. 

 
Herzlichst
François
 
Hat die Wochengeschichte und der Dreisatzroman gefallen?Dann meine Wochengeschichten und Dreisatzromane auf meiner Homepage francoisloeb com abonnieren!

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Francois Loeb).
Der Beitrag wurde von Francois Loeb auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.09.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  Francois Loeb als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Das wahre Gesicht des Lebens von Marion Hartmann



Dieses Buch ist ein Teil meines Lebens, das ich schrieb, als ich gerade mein zweites Kind verloren hatte. Bis dahin war mir unbegreiflich, warum es gerade immer mich traf, dieses viele Pech und Unglück. Mir alles von der Seele zu schreiben, war eine große Erleichterung für mich, zu vergleichen mit einer Therapie. Es half mir einfach . In dem Moment , als ich alles Erlebte niederschrieb, durchlebte ich zwar alles noch einmal und es schmerzte, doch ich hatte mir alles von der Seele geschrieben und fühlte mich erleichtert. Genau dieses Gefühl, möchte ich an Leser heranbringen, die auch vom Pech verfolgt sind, damit sie sehen, das es trotzdem doch immer weiter geht im Leben. Ebenso möchte ich es an Menschen heranbringen, die nicht soviel Pech im Leben hatten, aber sich gar nicht mit anderen Sorgen von Fremden belasten wollen. Und wenn es nur ein einfaches Gespräch oder ein guter Rat ist, das hilft schon sehr viel.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Skurriles" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Francois Loeb

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Feigenblatt von Francois Loeb (Sonstige)
Bayr. Konjunktiv & Grammatik von Paul Rudolf Uhl (Skurriles)
Eine Überraschung von Marija Geißler (Wie das Leben so spielt)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen