Günter Weschke

Big Fete, oder bis ans Ende der Welt

Big Fete, oder bis ans Ende der Welt.

Moritz, ein einundzwanzig jähriger Abiturient, starrt trübsinnig in sein halbvolles Glas, das ist es nun, nicht nur, dass sein Glas nur halbvoll oder  leer ist, er steht auch auf dem Scherbenhaufen seiner neuen Beziehung zu Nora.
Dabei hatte alles so toll angefangen.

Er wurde zu einer Fete in eine WG eingeladen, einfach so, natürlich hat er zugesagt und mit einer Flasche Wein und ein paar Blumen unterm Arm, stand er vor der angeläuteten Wohnungstür.
Es wurde ihm geöffnet und ein leicht beschwipstes Mädchen jubelte “
“Oh, ist das alles nur für mich?”
“Äh, ja, ich bins, der Moritz!”
“Komm rein, komm rein, ich warte ja schon auf dich!”
“Wirklich?”
Sie nahm seinen Arm und zog ihn hinter sich her in ein anderes Zimmer, hier waren eine Menge junger Leute damit beschäftigt, die Luft aus diversen Weinflaschen zu lassen.
“He Leute, schaut mal, wen ich vor unserer Tür gefunden habe, …wie war noch dein Name?
“Ja, Moritz, so etwa wie Walter, nur Moritz!”
Damit war der Bann gebrochen, jeder schrie seinen eigenen Namen in Richtung von Moritz, na ja, so kann man sich auch Vorstellen.
Moritz bemerkte, dass er immer noch am Arm von dem Mädchen festgehalten wurde und versuchte sich langsam zu befreien.
Sie bemerkte es aber sofort und rief, …”Nicht so, mein Freund, nicht so, du musst den ganzen Abend an meiner Seite sein, dabei musst du aufpassen, dass ich nicht so viel trinke!”
“Das ist ja ein toller Job!”
“Ich bin übrigens die Nora, du darfst aber Nora zu mir sagen!”
“Sag mal Nora, was machen denn die Jungs in der Küche, mit den vielen Flaschen Wein?”
“Ach, die wollen eine Bowle machen, so mit Früchten und Rum, da freue ich mich schon den ganzen Tag drauf!”
“Na da werde ich ja wohl die ganze Zeit auf dich aufpassen müssen!”
Ja, deshalb bist du ja hier. Du darfst mich jetzt küssen!”
“Einfach so, oder richtig?”
“Na richtig natürlich!”
Mein Gott, schmeckte sie gut, Moritz, konnte nicht mehr von ihr lassen.
Aber auch Nora war nicht zu Bremsen.
Küssend zog sie Moritz durch die Wohnung, öffnete dann aber eine Tür. zog ihn in das Zimmer und sagte.:
“So, das hier ist mein Zimmer, da darf keiner rein, nur du!”
Sie warf sich auf das Bett und sagte: “Jetzt spielen wir Feuerwehr!”
“Wie geht das?”
“Na du musst dir vorstellen, dass ich brenne, ja wirklich, und dann holst du deinen Schlauch heraus und beginnst mich zu löschen, überall!”
Moritz stand etwa hilflos und war auch voller Hemmengen, aber Nora stand auf, kam zu ihm und zog einfach sein Hemd aus, 
Danach begann sie seine Hose zu öffnen und als er nur mit Unterhose bekleidet, vor ihr stand, sagte sie, “ich sehe, du bist ein richtiger Feuerwehrmann!”
Sie zog blitzschnell ihr Kleid über den Kopf, schlüpfte aus ihrer Unterwäsche und legte sich wieder auf das Bett.
Jetzt hatte Moritz verstanden und er begann mit seiner lustvollen Arbeit als Feuerwehrmann.

“Eigentlich wollte ich ja immer Pilot werden, aber Feuerwehrmann ist auch nicht schlecht!”
Völlig außer Atem lagen sie eine lange Zeit nebeneinander, dann stand Nora auf und suchte im Kleiderschrank irgendetwas.
“Was suchst du?”
“Ich muss hier noch eine Flasche Generver haben, oder eine Flasche Genver!”
“Sicherlich meinst du -Genever-!”
“Ja genau, den meine ich!”
“Ach da ist er ja, komm raus und versteck dich nicht, hier ist auch der…? Wie ist noch mal dein Name?”
“Nenn mich doch einfach -Moritz-!””
“Genau, dich habe ich gemeint, Moritz der Feuerwehrmann!”
“So, hier sind auch zwei Gläser, sind zwar Wassergläser, aber egal!”
“Prost Moritz, so war doch dein Name?
“Ja, prost Norma, oder Nora!”

So eine Flasche Genever, für zwei Personen, ist nicht viel, macht aber enorm müde.
Als der Morgen graute, erwachten sie.
In der Wohnung war es ruhig.
Vorsichtig ging Moritz umher, wo ist hier eine Toilette?
Im Wohnzimmer lagen ein paar junge Burschen und schliefen.
Aber es sah hier chaotisch aus.
Endlich eine Tür, mit der Aufschrift, -Nur für Bedürftige-!
Ja, hier war er richtig.
Zurück zu Norma sah er, ihr Bett war leer.
Er fand sie weinend in der Küche.
“He, was ist los?”
Sie sah ihn hasserfüllt an.
“Du solltest doch auf mich aufpassen, aber hier schau, die ganze Bowle ist leer, ausgesoffen, und ich habe mich so sehr darauf gefreut, selbst auf Feuerwehrmänner kann man sich nicht verlassen!”
Moritz versuchte sie zu trösten.
“Nein, egal wie dein Name ist, verschwinde, ich will dich nicht mehr sehen!”

So geschah es, dass Moritz in der Küche saß, ein noch halbvolles, gefundenes Glas, mit abgestandener Bowle vor sich, und sich ans
-Ende der Welt- wünschte.






















Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Günter Weschke).
Der Beitrag wurde von Günter Weschke auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.09.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  • Autorensteckbrief
  • guenter-weschket-online.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)
  • 1 Leserinnen/Leser folgen Günter Weschke

  Günter Weschke als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Septemberstrand: Gedichte Taschenbuch von Andreas Vierk



Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Ernüchterung" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Günter Weschke

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Abendstimmung von Günter Weschke (Romantisches)
Egoisten von Norbert Wittke (Ernüchterung)
Vom Engel, der Anders war von Anschi Wiegand (Gute Nacht Geschichten)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen