Francois Loeb

HUNDESCHULE

Das Wundermittel für unerzogene Hunde zu erfahren in der Wochengeschichte aus meiner Feder:

Er, mein bester Freund, zeigt mit stolzem Blick auf seinen Wolfshund. „Jetzt kann ich zufrieden sein“, deklamiert er, als wäre er auf der grossen Bühne des städtischen Theaters. Er ist zwar Schauspieler von Beruf, doch dorthin hat er es noch nicht geschafft. Tingelt an kleinen Dorftheatern von Mucke zu Mucke. Ich bedaure ihn stets. Habe Mitleid mit ihm, darf es aber, um seinen Stolz nicht zu verletzen, verständlicherweise nicht zeigen. Doch aufgeräumt, wie er mir heute begegnet, muss er das grosse Los gezogen haben oder zumindest jetzt den Sprung über den grossen Orchestergraben des Stadttheaters geschaffen, eine feste Anstellung dort, wenn auch nur als Komparse gefunden haben. Ich wusste von früheren Gesprächen, dass Paul, eben dieser Schauspielerfreund zuvor etliche Probleme mit seinem Wolfshund gehabt hatte. Das Tier, das er Aul getauft, hatte Kühe in den Schwanz gebissen, sodass diese die Flucht ergriffen und Fehlgeburten erlitten, einen Kaninchenstall des altangesessen Zuchtvereins aufgebrochen und diesen Kuscheltieren allen, bis auf eines, das er mit Genuss verzehrt habe, die Freiheit schenkte, die Miesekatze des Nachbarn, genauso nannte Paul sie, auf den höchsten Ast des hochgewachsenen Lindenbaums vertrieben, auf dass dieser, der sein Haustier sein Miezekätzchen nannte , durch die Feuerwehr mit der Drehleiter, das kostete einen Batzen Geld, herunterholen lassen musste. Jedenfalls wurde Paul von den örtlichen Behörden nach so zahlreichen Beschwerden zur Hundeschule verknurrt, die er während 12 Wochen jeweils abends mittwochs und samstags besuchen musste. Mein Freund schwänzte die meisten Kurse, wie er mir berichtete, betonte dabei, er könne gegen das Wolfsblut, das im Blutkreislauf seines vierbeinigen Begleiters kreise, nichts unternehmen. Umso erstaunter bin ich über seine Aussage, der Hund höre ihm jetzt aufs Wort. Er sei äusserst zufrieden mit dem Resultat. Natürlich werde ich sehr neugierig, wie er das durch das Schwänzen der Kurse erreichen konnte und frage nach.
„Ganz einfach“, meint er gut gelaunt, „Aul hat das Hörgerät meines Vaters, das dieser auf dem Küchentisch am Vortag liegen liess, verschluckt. Das sei zwar ein grosser Schaden für Papa, aber das Resultat stellte sich sehr rasch nach Verdauung des Geräts in Auls Magen ein. Er höre jetzt aufs Wort! Und das sei nachhaltig. Davon sei er Paul, so wahr er lebe und das sei unstrittig der Fall, felsenfest überzeugt, denn sonst hätte dieser kleine Apparat nicht die so deutliche Hörverbesserung über Jahrzehnte bei seinem Vater erwirkt, als er diesen trug ...“

Und als Bonus ein weiterer DREISATZROMAN aus meiner Feder:

H Ö R T I H R L E U T E

Hört Ihr Leute
Lasst Euch sagen
Unsere Uhr hat
Nie geschlagen.

Ding Dang Dung
Hung Summ Stumm
Wumm und Bumm.

Warum läuft alles krumm
Da durch Hören der Mensch
Sich nie stören lassen will.


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François
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.09.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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