Peter Biastoch

Nilgänse in Diamond-Painting-Art

Nilgänse - ein Foto in Diamond-Painting Art verändert (Brief an Heike 2022-10-21)

Du sagst, dass für Dich Kunst von Können kommt. Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Nun möchte ich Dich fragen, was Du von meinem eben beendeten Projekt hältst. Ist das „Kunst“, oder kann das weg?

Zur Vorgeschichte. Ich schrieb schon einmal davon, dass meine Frau mit der Diamond-Painting-Methode Postkarten bastelt. Auch mein Foto von den Nilgänsen hatte ich Dir im vorletzten Brief mit abgedruckt. Nun kam ich auf die „glorreiche“ Idee, beides zu vereinen! Also die Gänse auf diesem trockenen Ast mit diesen Steinchen hervorzuheben.

Doch hier begann es, schwierig zu werden. Wie bekomme ich die richtigen Farben an die richtige Stelle? Wie schon erwähnt werden diese kleinen Steinchen geklebt. Mit doppelseitiger Klebefolie. Diese bestellte ich mir im Format Din A4 und dann machte ich mich daran die restlichen Steinchen, die bei Margittas bisheriger Kartenbastelei übriggeblieben waren, nach Farben zu sortieren.

Aber ach! Es gibt beim Diamond-Painting 476 Farbschattierungen, die sich nach der Abstufung von Stickgarn richten. Ich fragte bei einem Bastelladen nach einer entsprechenden Farbtabelle zum Bestimmen und erhielt eine Farbkarte, auf der 296 Farben mit dazugehöriger DMC-Nummer von Stickgarnen aufgedruckt waren. Damit fehlten mir zwar noch fast 200 Farbschattierungen, aber schon mit diesen gedruckten Farbflächen war es ausgesprochen schwierig, diese Steinchen zuzuordnen. Also stand für mich die Frage, ob es nicht so etwas vollständig und mit entsprechenden Steinchen beklebt gibt. Und ja, ich wurde fündig.

Es gibt derartige Karten zur Farbbestimmung. Kostenpunkt für meinen ersten Fund: runde 60 Euro! Doch meine Suche im Internet zahlte sich aus. Bei Amazon gab es so eine Karte im Angebot für nur 14 Euro. Mein Sohn ist Premiumkunde bei Amazon und bekam folglich meinen Bestellwunsch mitgeteilt. Nur zwei Tage später hielt ich diese Karte in Händen und konnte beginnen, die Reststeinchen zu bestimmen.

Das kannst Du dir folgendermaßen vorstellen. In einem Beutel befinden sich hunderte kleiner Tütchen, mit den übrig gebliebenen Steinchen. In jedem Tütchen eine andere Farbe. Also schüttete ich alles auf den Tisch und begann erst einmal grob nach den Grundfarben zu sortieren. Getrennt nach diesen Grundfarben kam wieder alles in verschiedene Beutel. Anschließend vergleich ich den Inhalt dieser einzelnen Beutel und stellte die Tütchen zusammen, die meines Gefühls nach die gleiche Farbschattierung aufweisen könnten. Nun begann ich Tütchen für Tütchen in eine kleine Schale zu schütten und drei Steinchen an die aufgeklebten Steinchen der Musterkarte zu legen. Hatte ich den exakt richtigen Farbton bestimmt, schrieb ich die Farbnummer auf ein winziges Etikett und klebte dieses auf eine Schachtel der insgesamt 4 Aufbewahrungsboxen, in die ich anschließend die Steinchen dieser Farbnummer schüttete. Die Anschaffung der Farbkarte stellte sich als eine sehr gute Investition heraus!

Zwischenzeitlich hatte ich nun auch damit begonnen, mein Foto mit den Nilgänsen entsprechend vorzubereiten. Zuerst schickte ich es durch das kostenlose Computer-Programm „Stitch Art Easy! 4.0“, das mir das gesamte Bild in winzige Quadrate zerlegte, in denen, je nach Farbton, Buchstaben, Zahlen, oder andere Symbole zu sehen sind. Daneben gibt es dann eine Legende, welches Zeichen zu welcher Farbnummer (DMC-Farbpalette) gehört.

Einen Screenshot davon konnte ich nun in meiner Bildbearbeitung weiter gestalten, indem ich alle Kästchen, die den Hintergrund bedecken ausradierte, so dass nur noch die Gänse und der Ast diese Farbmarkierungen aufwiesen und der Hintergrund durchsichtig wurde. Ich verband anschließend deckungsgleich das Originalfoto mit dieser gerasterten Bildebene zur Grundlage meiner Bastelei. Genau dieses Bild habe ich dann in meinem Schreibprogramm, auf einer Din A4-Seite (quer) auf die richtige Kästchengröße gebracht – zehn Kästchen benötigen eine Breite von 2,7 cm. Bzw. wie es übersichtlicher und mir lieber ist – ich bringe 20 Kästchen auf eine Breite von 5,4 cm. Nun konnte ich dieses Bild auf Fotopapier ausdrucken!

Als nächstes ging ich mit der eben beschriebenen gerasterten Bildebene vor, indem ich diese mit einem weißen Hintergrund versah und ebenfalls auf einem A4 Blatt auf Größe (20 Kästchen mit 5,4 cm Breite) brachte und mit dem gleichen Drucker in Schwarzweiß ausdruckte.

Nun konnte ich es auf die inzwischen angekommene doppelseitige Klebefolie kleben. Aber auf das Schutzpapier! Dazu nahm ich Streifen von doppelseitigem Klebeband. Ich versuchte dabei die Ränder zwischen den Flächen mit Farbmarkierung und Hintergrund abzukleben. Dann begann das Ausschneiden!

Als diese Popelei erledigt war, konnte ich die beiden Dinge deckungsgleich vereinen. Die ausgeschnittene Form bedeckte auf meinem Foto exakt das Farbmuster auf dem Fotopapier und ich fixierte beides mit kleinen Magneten. Dann begann ich die untere Schutzfolie von links nach rechts abzuziehen und zu entfernen. So konnte ich nun beides an der freien gewordenen Stelle zusammenkleben. Stück für Stück klebte ich so die doppelseitige Klebefolie auf dem entsprechenden Motiv. Nervenarbeit und genaues überlegen, in welche Richtung ich das Schutzpapier ziehen muss und kann!

Nun begann ich damit, die obere Schutzfolie, ebenfalls Stück für Stück, abzuziehen und die freiwerdenden Flächen, die mir nun die Farbbuchstaben und -zahlen des Fotopapieres präsentierte, mit den entsprechenden Steinchen zu belegen. Das ging zügig und an nur einem Tag war mein Projekt fertig!

Inzwischen ist dieses Bild gerahmt (ohne Glasscheibe) und hängt über meinem Arbeitsplatz, an dem ich meine Briefe schreibe, an der Wand. Hier auf dem Handyfoto und dem Ausdruck auf Normalpapier erkennt man leider nicht all die feinen Abstufungen von dunkelgrau, dunkelblau und schwarz, wie beim Betrachten des Originals im Sonnenlicht. Und, was sagst Du? Kunst, oder weg?

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.10.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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