Anne Eckardt

Der Schuss 2

Das eintönige Grau meiner Kleidung tarnte mich, vor der ebenfalls grauen

Häuserwand in meinem Rücken., während meine Augen auf die kleine Straßenkreuzung vor mir starrten. Weniger als einen Steinwurf von mir entfernt, befand sich eine kleine Bushaltestellte.

 

Dass ich gerade diesen Ort aufsuchen würde und dies auch noch zu so einer späten Stunde, war reines Glück gewesen. Man könnte beinah meinen dass es mein Jagtinstinkt, der mich hier her geleitet hatte. Eine Art 6. Sinn, welcher mich bislang niemals im Stich gelassen hatte. Und auch diesmal lag er richtig.

 

Zunächst hielt ich ihre schlanke Statur nur, für eine Sinnestäuschung. Ein Zusammenspiel zwischen dem Grau des Nebels und dem ebenfalls grauen Steinen des Gehwegs. Doch eine kurze, unbedachte Bewegung von ihrer Seite aus, verriet mir dass es keine Täuschung war. Meine Beute stand an der Haltstelle auf der anderen Straßenseite. Und sie schien vollkommen Ahnungslos zu sein.

 

Ich stellte ihr bereits seid gut einem Monat nach, war ihr bislang jedoch nie näher gekommen. schlau hatte sie stehts andere Wege durch die Stadt eingeschlagen, ja sogar meinen Fallen war sie geschickt ausgewichen.

 

Doch an diesem Abend war das Glück auf meiner Seite. Sie stand vor dem Schild der Haltestellte und sah immer wieder auf die Uhr an ihrem Handgelenk. Anscheinend wartete sie auf den Bus.

 

Ihr hellgrüner Mantel, sowie ihre weiße Tasche, ließen sie für mich, trotz des Regens, zu einem leichten Ziel werden.

 

Meine Hand zog einen Pfeil aus dem Köcher an meinem Rücken heraus, welchen ich anschließend in die Sehne meines Bogens legte.

 

Anschließend richtete ich mich vollkommen lautlos auf und zog die Sehne zurück.

 

Doch dann, in jenem Moment in welchem ich den Pfeil in ihre Richtung schoss, drehte sie sich herum. Unsere Blicke trafen sich, dann...war es vorbei.

 

Ende

 

 

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