Günter Weschke

Das Dorfleben

Seit ich einmal ein Dorf besuchte, mit meinen Eltern, fand ich, dieses ruhige Landleben einfach umwerfend schön.
Wie war das damals?
Die gute, alte Zeit.

Als Kind einer Großstadt, zog es mich immer wieder aufs Land.
llein der “Duft”, er umhüllte mich auf eine angenehme Art.
Ja, es gab sie damals noch, große Misthaufen, auf denen aufgeregte Hühner nach fressbarem scharrten, ganz oben thronte der Hahn.
Der aus Feldsteinen gemauerte Backofen, der auch noch, wenn er bereits erkaltet war, den Duft von frischem Brot verströmte.
Es lag der wundervolle Duft von geräuchertem in der Luft, dieser Duft nach Schinken und geräucherter Wurst.

Träge lag eine Katze auf den Stufen einer kleinen Kate, sicherlich war sie müde von ihrer anstrengenden Nachtjagd, zwei Mäuse lagen auf der untersten Stufe.
Die bereits sehr warme Morgensonne erwärmte ihre schon alten Muskeln, sie schnurrte behaglich, leckte ihre Pfoten um sich dann, einem morgendlichen Schlaf hin zu geben.

Wach waren aber die Rauchschwalben, ihre Nester klebten an den Wänden von Scheunen, schrille Schreie ausstoßend, jagten sie Insekten, die sie dann blitzschnell an ihre junge Brut verfütterten, um sich danach wieder auf die Jagd zu machen.

Das Dorfleben war damals sehr beschaulich, aus einigen Ställen hörte man das Muhen der Kühe, Milchkannen klapperten oder es wurde ein Pferd über das alte Straßenpflaster geführt.

Es gab kein Wirtshaus und zum Gottesdienst ging man Sonntags in den etwas größeren Nachbarort.
Die Dorfstraße lag meist etwas verödet, spazieren ging hier niemand, die Männer hatten immer etwas zu Schaffen, entweder Feldarbeit, oder es wurde repariert, das Vieh versorgt, Arbeit gab es immer.
Die Frauen waren im Haus tätig, kochten, Wäsche wurde gewaschen oder ausgebessert und dann waren ja auch noch die Kinder.
Die spielten nicht wie Stadtkinder in der Wohnung, Bauernkinder wuchsen in der Natur auf.
Sie mussten ihren Eltern aber auch schon in jungen Jahren helfend zur Hand gehen.
Es gab kein Fernsehen, Radio war selten, abends saß man in der Stube, die Mutter flickte ein paar Sachen, Die Kinder waren sich meist selbst überlassen und der Vater beschäftigte sich auch mit irgendwelchen Ausbesserungsarbeiten, es gab ja immer etwas zu Tun.

Ich gehe auch heute noch gern durch ein Dorf.
Es hat sich aber im Laufe der Zeit, einiges geändert.
Die großen Misthaufen sind verschwunden, leider gibt es nur noch sehr selten, den aus Feldsteinen gemauerten Backofen in der Mitte des Dorfes.
Das alte Kopfsteinpflaster der Dorfstraße ist verschwunden, die alten aber auch schönen Bauernhäuser, haben alle rote Dächer, Blumenkästen schmücken die Fenster, nur noch wenige Rauchschwalben fliegen kreischend umher.
Es gibt einen Dorfladen und der Postbote kommt motorisiert daher.
Das Vieh steht auf den Wiesen, an den Sonntagen fährt  man im SUV zum Gottesdienst ins nächste Dorf, um anschließend im Wirtshaus zu politisieren.
Die Katzen jagen noch immer den Mäusen nach, aber dieser wunderschöne Räucherduft, ist bedeutend weniger geworden.

Dorfkultur und das Landleben mit allem was dazu gehört, sind wichtige Stützen unseres Landes.









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