Hajo Schindler

Am 30.Mai.....

….. ist der Weltuntergang, lautet der Refrain eines Karnevalsliedes aus dem Jahr 1954.

Wer kennt nicht dieses Lied von den Lustigen Jungs (1954)? Wer hat nicht schon zumindest den Refrain: „Am 30.Mai ist der Weltuntergang, wir leben nicht mehr lang“ (…) in geselliger Runde angestimmt.

Wenn man die Schlagzeilen der vergangenen Wochen und Tage liest, läuft es einem heiß und kalt den Rücken herunter und die Lustigen Jungs könnten alsbald Recht behalten.

Die derzeitige Nachrichtenlage ist derart katastrophal und die Stimmung in der Bevölkerung auf dem Siedepunkt. Angesichts eines überhandnehmenden Krisengeplappers auf unserem Erdball ist es nicht verwunderlich, wenn eine diffuse Betroffenheit um sich greift und einige Personen unter uns deshalb den „Weltuntergang“ wittern. Es entsteht der Eindruck, als könnte der 30.Mai…… in allen Monaten an jedem der 365 Tage im Jahr stattfinden.

Weil die Verhältnisse nebulös erscheinen, erhitzen sich schnell auch mal die Gemüter und es kommt zu Streit und Auseinandersetzungen.

Aber: Trotz des kaum zu stoppenden Klimawandels, kriegerischer Konflikte, der Verteilungskämpfe, der Energiekrise, der Wirtschaftskrise, der Migra-tionskrise, der Inflation, der Existenzkrise, der Teuerungskrise, anhaltender Corona-Pandemie, ist die Katastrophe, auch wenn es uns im hysterischen Alltag so suggeriert wird, nicht unsere Normalität.

Die multiplen Krisen hinterlassen deutliche Spuren. Sie bringen die - unsere - Saus und Braus Gesellschaft aus dem Gleichgewicht. Die fetten Jahre pausieren gerade und sind für eine unbestimmte Zeit vorbei. Nichts Genaues weiß man nicht. Ein Klima der Unzufriedenheit greift um sich. Es gärt in der Bevölkerung.

Sicher, es gibt noch und wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren kaum lösbare Probleme, Krisen und reichlich Elend auf der Welt. Es ist noch (immer wieder) viel zu tun. Wir leben zweifellos in herausfordernden Zeiten.

Die Welt, wie ich sie jeden Tag in den Medien und um mich herum wahrnehme, ermutigt, stimmt mich auch nicht gerade freudig, schreit eher (eigentlich) nach Resignation.

Aber machen wir uns nichts vor, die Realität ist erheblich besser als ihr Ruf.

Viele von uns fragen sich, wie das alles noch werden wird, was das für uns bedeutet. Ehrlich gesagt, ich frage mich das auch. Ich neige nicht zur Schwermut, aber die aktuelle Faktenlage geht auch an mir nicht spurlos vorüber.

Die Welt wird nicht untergehen! Gott sei Dank!

Sie wird nur anders! Sie wird wahrscheinlich künftig noch eine Spur verrückter wie das, was hinter uns liegt.

Jetzt aber Schluss mit meinem Gejaule.

Bleiben wir also gelassen, denn mit der Bazooka, einem Doppel-Wumms und gepaarter Liverpooler Fußballfolklore „You`ll never walk alone“ werden wir das „Kind“ schon schaukeln.

Anders ausgedrückt: „Wir schaffen das!“ oder für die Freunde des Anglizismus: „Yes, we can!“

Wenn das alles nicht hilft, nichts bringt, werde ich nicht wie Mutter Helene Atemlos durch die Nacht bzw. durch die Gegend wanken, sondern versuche weiter optimistisch zu sein. Ich setze dann meine ganze Hoffnung auf den Gassenhauer der Mainzer Fastnacht aus dem Jahre 1967, gesungen von dem damaligen „Fastnacht-Rocker“ Ernst Neger:

Heile, heile Gänsje, es is bald widder gut. Es Kätzje hat e Schwänzje. Es is bald widder gut. Heile, heile Mausespeck, in hundert Jahr ist alles weg!

Da bleibt mir am Schluss meines Epos nichts anderes übrig und ich kann nur noch sagen: „Schaun mer moi, dann sehn mer scho!“

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 31.10.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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