Katja Baumgärtner

Vergessenes, unvergessenes Weihnachten

Vergessenes unvergessenes Weihnachten

 

 

Am 15. November letzten Jahres wurde wie jedes Jahr alles weihnachtlich dekoriert. Es war ein Tag nach ihrem Geburtstag. Es weihnachtet sehr, dachte Katja und hängte gerade den Weihnachtsstern in den Flur auf neben der Haustür. Achims` Weihnachtsstern hing vor dem Wohnzimmer, den er vor ein paar Jahren erst Katja und Mutter Waltraud schenkte.

Kurz vor Weihnachten verschwand Achim immer und verbrachte Weihnachten bei seiner Geliebten. Waltrauds Enkel Pauline bastelte extra für sie, ihre Oma, einen Elch aus blauen Perlen, der die Lampe herunter im Esszimmer befestigt wurde. Kränze wurden aus dem Keller hervorgeholt, Ein Strauch mit kleinen Lämpchen beleuchtet das Wohnzimmer jeden Abend vor Weihnachten. Es war schon fast alles festlich dekoriert. Auch in der Küche bekam man mit, dass die Weihnachtszeit begonnen hatte. Es war im ganzen Hausweihnachtliches Ambiente zu spüren. Vor dem Haus war eine Lichterkette, die solar betrieben war. Katja war mit allem ganz zufrieden. Ihre Mutter stimmte mit ein. Selbst gebastelte Schneeköniginnen hängten am Fenster. Sie waren wie Scherenschnitte. Wenn abends das Fenster beleuchtet war, kamen sie besonders gut zur Geltung, es brannten Lichterbögen, die von draußen die Schneeköniginnen schwarz erschienen ließ, wenn es abends dunkel wurde.

Wenn ihr Bruder aus Berlin erst käme und wieder die Tannenzweige vom hohen Baum abmachte. Die besten Zweige wurden vor der Haustür befestigt mit großen echten Tannenzapfen verziert.

Der Schutzengel und das Thermometer hingen ebenfalls noch neben dran. Die waren das ganze Jahr über da - neben der Haustür. Auch der Adventskranz musste noch gefertigt werden.. In zwei Tagen war erster Advent. Die Kerzen dazu hatte Katja und ihre Mutter schon, der Adventskranz geschmückt mit kleinen Kugeln dazu, sah ganz schön aus.

Der erste Advent verstrich. Bruder Roger setzte zur Heimfahrt an. Davor spielte Katja die Variationen von Mozart Morgen kommt der Weihnachtsmann auf dem Klavier und andere Weihnachtslieder. Gemeinsam saßen sie noch im Esszimmer und tranken gemütlich Kaffee. Dann hieß es Abschied von Roger nehmen. Roger musste nach Hause nach Berlin zurück. Schwester und Mutter überreichten dann noch die Geschenke, es wurde noch kurz gedrückt. Es war ja Corona, Roger gab seiner Mutter dieses Mal wieder keinen Kuss.

Am Montag begann dann die Plätzchenbackerei. Die Zutaten hierzu waren bereits eingekauft. Dieses Mal kurz davor. Man sagte zwar, kaufe man die Zutaten rechtzeitig, wären sie günstiger zu beziehen, aber Katja besorgte sie kurz davor dieses Jahr erst. Es gab immer noch Angebote.. „Das wird ein teurer Spaß!“ so Mama Waltraud, „Das Gas wird von Jahr zu Jahr teurer. Wir können es bald nicht mehr bezahlen, Katja. Back nicht so viel für andere Leute. Wir packen das nicht mehr!“

Aber die junge Frau backte. Mama Waltraud machte immer noch genug.. Sie holte die Plätzchendosen hervor, die noch bevor sie gefüllt werden, gereinigt werden mussten. Am Nikolaustag saßen beide da und aßen Mandarinen, knackten Walnüsse vom Bauer und tranken Christkindlwein. Es sollen ein schönes Weihnachtsfest trotz Corona werden. Herr Pfarrer aus Würzburg bekam von Katjas Bäckerei etwas, ihre Freundin kündigte an etwas von den Plätzchen zu wollen. So backte sie Tag ein, Tag aus. Ihr Bruder Udo musste dieses Jahr die Nordmannstanne ins Haus bringen. Mama war mit 86 zu alt, zu fahren. Es konnte etwas mit dem Auto passieren. Die Tanne kostete beim Aldi 12 Euro und war eine Pracht. Viel Zeit hat er nicht, er trug Umgebung Würzburg die Post aus, das strengte an. Er wollte sein wohlverdientes Trinkgeld auch abholen. Das waren Geldgeschenke, Wein und Süßigkeiten. Vom Bäcker und vom Metzger bekam er entsprechendes geschenkt. Es war quasi sein zweites Weihnachtsgeld, denn von der Post bekam er welches.

Katja backte und backte. Mama hielt sie auf, wer das alles essen sollte. Das Verschicken der Plätzchen war jetzt an der Reihe.

Die Weihnachtskartenschreiben war schon Ende November beendet. Alles bei der Post abgeben und es war schon erledigt. Die Geschenkverpacken machte Katja abends, wenn ihre Mutter im Bett lag. Es waren größtenteils die Geschenke für ihre Mama. Die Geschenke für ihre Geschwister waren schon Anfang Dezember eingepackt worden. Maronen für das Festessen waren schon da, Auch das Entenfilet wurde rechtzeitig gekauft. Udo und sein Lebensgefährtin Gudrun durften erst nicht kommen, eine neue Virusvariante war im Anmarsch.

Die Geschenke wurde versandt.

4 Tagen vor Weihnachten meinte Mama, dass wir noch Zeit haben die Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Es sei doch noch 14 Tage vor dem Fest.

 

„Mama, es ist alles fertig. Weihnachten ist in drei Tagen. Da weinte die Mutter, sie habe noch für ihr Trinnchen kein Geschenk. „Doch Mama! Ich habe mir etwas. ausgesucht für mich. Ich habe alles fertig!“

Nachdem Katja für einen Radiowettbewerb lesen übte, was aber doch nicht klappte, da das Diktiergerät des Computers lahmgelegt war, brachte auch sie die Zeit durcheinander und sie

wusste nicht ,dass in wenigen Tagen Heilig Abend war, obwohl der Weihnachtsbaum in aller Pracht im Wohnzimmer stand „Du bringst mich ganz durcheinander, Mama!“ und beide standen da und lachten, weil beide nicht wussten, dass morgen Heilig Abend war.

An Heilig Abend spielte Katja schön Klavier. Sie übte schon im Oktober. Die Variationen von Mozart, Knecht Ruprecht von Schumann und Dezember von Tschaikowsky. Es war ein kleines Weihnachtskonzert was Katja da brachte. Auch die gängigen Lieder wurden gespielt. Ihre Mama sang dazu wie Stille Nacht. Ihre Familie wie Roger mit seiner Frau Christiane und den Kindern Sören und Pauline, Roman und Gaita, Udo und Gudrun riefen nach und nach an Heilig Abend und wünschten frohe Weihnachten den beiden Frauen Waltraud und Katja.

Udo kam trotz der neuen Virusvariante am ersten Weihnachtsfeiertag ohne seine Freundin. Sie konnte aus irgendwelchen Gründen nicht mitkommen. Es klappte alles hervorragend und das Weihnachten war, bekamen Katja und ihre Mutter mit. Gudrun fehlte zwar, aber die Feiertage waren friedlich und ruhig. Das Weihnachtswetter blieb mild, auch die Adventszeit war ohne Schneetreiben. Keine einzige Schneeflocke fiel vom Himmel. Die Plätzchen schmeckten lecker, das Festessen war gut zu bereitet. Jeden Tag brannten an Weihnachten der Tannenbaum und die Kerzen auf dem Tisch. Die Kerzen des Adventskranzes brannten langsam ab nach dem 4ten Advent. Sie brannten die ganzen Weihnachtsfeiertage. An Heilig Abend waren die Teller mit Servietten und einem Hupferl dekoriert. Die Silberbestecke kamen heraus. Das ganze Haus glänzte festlich. Kurz vor Weihnachten putzte Katja noch mal das ganze Haus. Es kam teils Glänzer auf dem Boden. Ihre Mama ruhte in dieser Zeit vor dem Fernseher. Sie hatte in ihrem Leben immer viel gearbeitet. Katja war nun an der Reihe, Gutes zu tun und die jahrelange Arbeit ihrer Mutter zu übernehmen.

Im Fernsehen kamen genug Gottesdienste, die die Geburt Jesu Christi feierten. Es wurde toll im Fernsehen gesungen. Katja legte sich zurück.Sie hatte nur noch das Essen und den Kaffee zu servieren. Es war ein unvergessliches Weihnachtsfest. An Neujahr erfuhr Katja, dass ihr Freund am Chiemsee nun lebte. Ganz weit entfernt von ihr. Sie wusste nach dem 6ten nicht was für ein Tag nun sei. Es lag am Feiertag und weil ein geliebter Mensch weit weg wohnte. Es kam noch besser, er ist schon seit 3 Jahren verheiratet. Endlich wusste Katja zwar wieder was für ein Tag nun sei, aber die Mutter fragte trotz ihrer geistigen Fitness nach, wann Weihnachten endlich sei.

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